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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2025

Emotional, bewegend und empfehlenswert

I Was Born for This (deutsche Ausgabe)
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Was für eine schöne Geschichte. Ich weiß mittlerweile, dass Oseman sowohl gemütliche Sachen wie Heartstopper als auch herzzerreißende Sachen wie Solitair schreiben kann, also war ich mir der Möglichkeit ...

Was für eine schöne Geschichte. Ich weiß mittlerweile, dass Oseman sowohl gemütliche Sachen wie Heartstopper als auch herzzerreißende Sachen wie Solitair schreiben kann, also war ich mir der Möglichkeit bewusst, dass das hier vermutlich in eine der beiden Richtungen gehen würde (und hatte auch ein bisschen Angst, vor allem nach dem Ende des Dienstags), und am Ende bin ich einfach nur wieder einmal von dieser schönen Geschichte begeistert. Traurig und herzzerreißend, aber auf eine warme Art und Weise, und Oseman hat wieder einmal erstaunliches Talent bewiesen, echte Menschen zu schreiben (zumindest meiner Meinung nach).
Fereshteh und Juliet fühlten sich in ihren Interaktionen und Schwächen extrem menschlich an, und das Gleiche gilt für alle Bandmitglieder. Ihre Probleme fühlten sich in mancher Hinsicht etwas größer an, aber in gleichzeitig trotzdem so alltäglich, und alle Figuren waren wirklich nur Menschen, die versucht haben, ihr Bestes zu geben. Und ich habe ehrlich gesagt alle Figuren (also, die meisten) geliebt, sobald sie auch nur kurz aufgetaucht sind, einfach weil sie einem gefühlt schon fast ans Herz wachsen müssen, und dann war ich einfach richtig glücklich, über sie alle zu lesen. Und traurig, denn natürlich ist es Oseman.
Für mich war es ein sehr emotionales Buch, das sich mit vielen verschiedenen Themen über das Gefühl von Zugehörigkeit, Freundschaft, Familie, usw. befasst hat, und ich fand es einfach wirklich gut, wie das alles behandelt wurde.
Und die Geschichte fühlte sich echt an. Ich denke nicht, dass so etwas wie diese Geschichte im wirklichen Leben je wirklich passieren würde, aber gleichzeitig kam sie mir absolut glaubwürdig vor, und für mich hat das echt gut funktioniert.

Auch sehr froh war ich über die Diversität der Figuren, denn wie immer hat Oseman da meiner Meinung nach wirklich großartige Arbeit geleistet. Ich hatte den religiösen Teil des Buches echt nicht erwartet, aber er fühlte sich für Fereshteh und Jimmy und diese Geschichte absolut natürlich an, ohne dass man das Gefühl hatte, das Buch wolle einen bekehren oder so. Genauso war jegliche Queerheit oder Herkunft eindeutig Teil der Person und hat sie geprägt, aber es war immer nur ein Teil des großen und Ganzen.
Die Interaktionen zwischen allen Figuren waren super, sowohl familiär als auch freundschaftlich, und Jimmys Großvater hat mich so glücklich gemacht, ebenso wie Juliets Großmutter. Ich habe vor kurzem ein Großelternteil verloren, dem ich echt nahe stand, und es war so schön zu sehen, wie die Großeltern mit den Hauptfiguren interagieren.
Und auch am Ende hat mich die Geschichte einfach echt zufrieden gemacht. Ich war wirklich besorgt und hatte teils echt ein bisschen Angst, aber nachdem ich das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen (und teils angehört) habe, bin ich echt happy damit, wie alles ausgegangen ist. Und obwohl ich die Oseman-Bücher liebe, die sich mehr auf das Queer-Sein der Figuren konzentrieren, denke ich, dass dieses Buch vermutlich mein Favorit aller Oseman-Bücher ist, einfach weil sich alles daran für mich so natürlich angefühlt hat und das Queer-Sein in der Geschichte einfach da war, während es in der Geschichte (meistens) um andere Dinge ging. (Ich liebe queere Geschichten, ich liebe alle Bücher von Oseman, aber dieses hier hat mich einfach ein bisschen mehr berührt als alle bisherigen).

Richtig schöne Coming-of-Age-Geschichte (und ich würde auch das englische Hörbuch empfehlen, denn ich habe es mir während des Lesens angehört, und die Sprecher haben einen phänomenalen Job gemacht (vielleicht auch einer der Gründe, warum ich dieses Buch ein wenig mehr mochte als die anderen, aber ich bin mir nicht sicher)), würde ich auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Leider eher enttäuschend

Was ist mit uns
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Ich wünschte wirklich, ich hätte das Buch mehr gemocht, vor allem, weil es Teile gab, die mir echt gefallen haben (oder die mich zumindest haben laut auflachen lassen, und das war sogar erstaunlich oft), ...

Ich wünschte wirklich, ich hätte das Buch mehr gemocht, vor allem, weil es Teile gab, die mir echt gefallen haben (oder die mich zumindest haben laut auflachen lassen, und das war sogar erstaunlich oft), aber irgendwie hat die Geschichte für mich im Großen und Ganzen dann doch nicht funktioniert. Vielleicht liegt es daran, dass ich kurz vorher zwei Oseman-Bücher gelesen habe, so dass der Unterschied zwischen denen und dieser Liebeskomödie hier einfach zu groß war, um mich voll und ganz abzuholen; vielleicht sind es die ganzen Anspielungen, die mir einfach nicht gefallen haben (nicht ihre Schuld, aber bei JKR-Anspielungen in einem guten Licht habe ich irgendwie immer das Gefühl, dass man das lieber lassen sollte, gerade bei queeren Figuren); vielleicht war es der überzogene Schreibstil, der manchmal wirklich ernst wird, aber dann auch nicht ernst genug... Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall bin ich jetzt am Ende nicht überzeugt.

Ich mochte die Charaktere, und ich mochte (meistens) den Humor, aber ich hatte auch das Gefühl, dass es auch ein bisschen zu viel war und das auf eine erzwungene Art und Weise? Also es war immer viel, aber dann doch nie die Extrameile, wenn es den Charakteren zugute gekommen wäre oder so, und stattdessen gab es dann plötzliche Eifersucht (für mich immer ein großes Nein, vertraut euren Partnern), und Diskussionen/Streitigkeiten, auf die vorher nie wirklich hingearbeitet wurde (ich habe wirklich nicht verstanden, warum Arthur plötzlich so wütend darüber war, dass Ben sich nicht reinhängen würde, wo doch vorher nie angedeutet wurde, dass er Ben für alles andere als perfekt hält), und auch einfach... Ich konnte mich irgendwie mit der „das Universum hat Pläne“-Sache anfreunden, aber dann kommt dieses Buch für mich auch ein bisschen nah an „Liebe auf den ersten Blick“ heran, und das mag ich wirklich nicht, also... vielleicht ist es auch einfach generell nicht das Buch für mich gewesen? Ich dachte ehrlich, es wäre anders, aber vielleicht hätte ich es auch besser wissen sollen?

Einige Interaktionen waren wirklich großartig, und ich mochte die Freunde und Eltern und viele der Nebencharaktere im Allgemeinen, das fand ich oft echt gelungen, ich hatte nur auch das Gefühl, dass es entweder noch ein bisschen mehr auf der Comedy-Seite und „over the top“ hätte sein können, oder ein bisschen weniger. Denn so war es teils zu ernst, um es einfach als eine unterhaltsame Geschichte zu sehen, aber auch zu komödiantisch, um die ernsten Dinge, die angesprochen wurden, wirklich wertschätzen zu können.
(Außerdem mochte ich zwar Ben (schätze ich?), und Arthur war größtenteils in Ordnung (ich mochte seine Eifersuchtsausbrüche wirklich nicht und er ist bei so kleinen Dingen ohne Vorwarnung dann doch ziemlich ausgeflippt, was mir immer zu kritisch war), aber ich verstehe wirklich die Besessenheit der beiden miteinander nicht. Warum genau waren sie so ineinander verliebt? Denn ich hatte das Gefühl, dass da gar nichts zwischen ihnen war, was dazu führte, dass für mich nichts davon funktionierte, weil die Chemie für die Geschichte des Buches ja wirklich wichtig ist, und ich von der halt absolut nichts gemerkt habe. Vielleicht ist es auch das, was mich an dem „Liebe auf den ersten Blick“-Ding stört: dass ich halt echt nicht sehe, wie genau da irgendwas in der Art entstanden sein sollte.)

Insgesamt haben einige Teile mir gefallen, andere nicht, und am Ende bereue ich nicht, dass ich es gelesen habe, aber ich hatte auch nicht die beste Zeit mit dem Buch, und hätte ich‘s nicht gelesen, würd‘s mich wirklich auch nicht stören, denke ich.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Amüsant und süß

Märchen-Parodien 1: Rotkäppchen hat keine Lust
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Wie so oft ein Buch von Meschenmoser, das mich vollkommen überzeugt hat. Wovon ich ehrlich nicht verwundert bin, denn ich finde all seine Bücher echt fantastisch.
Die Bilder sind wieder einmal sehr lebendig ...

Wie so oft ein Buch von Meschenmoser, das mich vollkommen überzeugt hat. Wovon ich ehrlich nicht verwundert bin, denn ich finde all seine Bücher echt fantastisch.
Die Bilder sind wieder einmal sehr lebendig und unterstreichen mit ihren Farben und der Bewegung richtig schön die Geschichte. Dabei sind sie aber nie überladen (oder immer nur so, dass es für die Geschichte absolut Sinn macht), sondern eher ganz ruhig und entspannt und so, dass man sie auch eine ganze Weile betrachten kann, ohne dass einem langweilig wird. Sie funktionieren einfach in sich und im Buch echt super.
Und dann ist da natürlich noch die Geschichte, die gleichermaßen lustig und süß ist. Sowohl der Wolf als auch Rotkäppchen mal ganz anders als man sie kennt: Rotkäppchen als bockiges Kind und der Wolf als wirklich interessiert daran, der Großmutter einen schönen Geburtstag zu bescheren. Sowohl als Neuerzählung/alternative Erzählung des Märchens als auch als eigenständiges Buch eine echt schöne Geschichte.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Fantastisches Buch für Kinder und Erwachsene

3 Wünsche für Mopsmann
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Ich habe Meschenmoser bereits vor Jahren für mich entdeckt, als eine Kollegin im Hort einer Grundschule mir die Bücher gezeigt hat, und bin seitdem von jeder Geschichte begeistert gewesen, sodass auch ...

Ich habe Meschenmoser bereits vor Jahren für mich entdeckt, als eine Kollegin im Hort einer Grundschule mir die Bücher gezeigt hat, und bin seitdem von jeder Geschichte begeistert gewesen, sodass auch meine Familie einige der Bücher in Empfang nehmen durfte (sogar signiert, denn ich hatte das große Glück, Meschenmoser auf einer Lesung zu begegnen und er hat sich die Zeit genommen, mir einen ganzen Stapel der Bücher zu signieren und sogar eigene kleine Zeichnungen hinzuzufügen). Drei Wünsche für Mopsmann hat dabei (spätestens jetzt) einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, weil Mopsmann mich sehr an meinen Großvater erinnert hat, der sich auch über das geschenkte Buch sehr gefreut hat und durchaus verstehen konnte, warum er es bekommen hat. Und nachdem mein Großvater kürzlich verstarb, ist das Buch nun wieder in meinem Besitz und auch wieder gerne gelesen worden.

Vielleicht spricht also auch ein wenig die emotionale Komponente aus mir, wenn ich dem Buch ohne zu zögern 5 Sterne gebe, aber mit den anderen Büchern würde es vermutlich auch nicht anders sein. Meschenmoser schafft es in erstaunlich wenigen Worten und unglaublich lebendigen Bildern die schönsten Geschichten zu erzählen. Worte und Bilder arbeiten dabei so gut zusammen, dass es an vielen Stellen die Worte auch gar nicht braucht, weil die Illustrationen auch so unglaublich viel Gefühl hervorrufen und Emotionen preisgeben, und dabei sieht man den Bildern sogar die (fehlende) Bewegung der Figuren richtig an. Im Falle dieses Buches die fehlende Bewegung von Mopsmann, weil er einfach nicht die Energie für viel Bewegung hat, und die vorhandene Bewegung der anderen Figuren. Obwohl Mopsmann auf den Bildern (natürlich) still steht, kann ich ihn trotzdem vor mir sehen, wie er durch seine Wohnung und Küche trottet und mit jeder neuen schlechten Nachricht schlechter gelaunt wird, und andersrum sieht man die Mäuse hin und her huschen, obwohl sie eigentlich nur still irgendwo am Bildrand sitzen.

Entsprechend für mich ein wirklich super Buch sowohl zum Vorlesen und betrachten der Bilder für Kinder als auch für ein paar einfach schöne Minuten für Erwachsene. Von mir eine absolute Empfehlung (für generell alle Meschenmoser-Bücher)!

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Schöne Welt und Ideen mit ein paar Schwächen

Henriette und der Traumdieb
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Das zweite Buch, das ich von Akram El-Bahay gelesen habe, und wieder konnten seine Welt und Ideen mich vollkommen überzeugen, während einige andere Dinge nicht so ganz für mich funktioniert haben.
Das ...

Das zweite Buch, das ich von Akram El-Bahay gelesen habe, und wieder konnten seine Welt und Ideen mich vollkommen überzeugen, während einige andere Dinge nicht so ganz für mich funktioniert haben.
Das Buch ist wunderschön gestaltet und lädt sofort zum lesen ein, weshalb ich auch gar nicht gezögert habe, es mitzunehmen, und als ich dann zu lesen begonnen habe wurde ich auch nicht enttäuscht. Henriette und ihr Bruder sind sehr interessante Figuren, die Welt in der sie leben (bzw. die Traumwelt, die sie erleben) ist wirklich liebevoll gestaltet, der Text lässt sich flüssig lesen, und es fällt nicht schwer, ins Geschehen einzutauchen und die Zwillinge bei der Konfrontation mit ihren Problemen zu begleiten. Ich hatte also durchaus Spaß an dem ganzen.
Leider sind mir einige Figuren, bzw. gerade die Bindungen zwischen den Figuren aber auch viel zu kurz gekommen (so entwickeln sich teils sehr starke Gefühle innerhalb kürzester Zeit), es gibt Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass es El-Bahay so wichtig war, dass man seine Gedanken hinter Dingen versteht, dass dadurch die Geschichte etwas zu kurz kam, weil sich Dinge verrenken mussten, um dann irgendwelche Weisheiten einzubringen und sich das für mich sehr gezwungen und kantig las, und generell habe ich zum Ende hin gemerkt, dass das Tempo für mich wieder nicht so ganz funktioniert hat (ein Problem, dass ich bei Herzenmacher auch schon hatte).
Das ändert allerdings nichts daran, dass die Traumwelt wirklich magisch war, und ich die Ideen, mit denen El-Bahay hier seine Geschichte aufzieht wirklich gut fand. Also auch mit meinen Schwierigkeiten hatte ich durchaus Spaß am Lesen und bereue auf keinen Fall, das Buch mitgenommen zu haben. Manche Dinge gingen mir eben zu schnell/kamen zu kurz/haben etwas von der eigentlichen Geschichte abgelenkt und ich fand sie nicht ganz glaubwürdig, im großen und ganzen fand ich die Geschichte allerdings sehr solide und würde vermutlich auch weiterhin Bücher von El-Bahay lesen, sollten sie mir in die Hände fallen, einfach weil ich die Welten sehr gut gemacht finde, und ich durchaus Interesse an mehr davon hätte.

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