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Veröffentlicht am 27.12.2024

Konnte mich leider nicht überzeugen

The Courting of Bristol Keats
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Ich habe nun sehr lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch bewerten soll, und muss am Ende gestehen: leider konnte es mich doch nicht überzeugen. Die Aufmachung vom Buch ist wunderschön, der Anfang ...

Ich habe nun sehr lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch bewerten soll, und muss am Ende gestehen: leider konnte es mich doch nicht überzeugen. Die Aufmachung vom Buch ist wunderschön, der Anfang liest sich super, und der Klappentext verspricht viel (für mich besonders Erwartungen Richtung Cruel Prince, einfach weil die Geschichte so sehr danach klingt, als könnte sie ähnlich emotional werden), und dann kann die Geschichte selbst leider nicht mit all dem mithalten, jedenfalls in meinen Augen nicht.
Die Figuren sind durchaus interessant und sympathisch, man kann auch verstehen, warum sie gewisse Dinge tun oder nicht tun (jedenfalls die Hauptfiguren, viele Nebenfiguren kommen auch einfach sehr kurz), und auch das Worldbuilding hat gute Ansätze, aber leider entwickelt viel an den Figuren sich auch außerhalb dessen, was man liest (so passieren einige ziemlich wichtige Dinge eher off-page und beim Lesen fühlte es sich dann nicht an, als wären die Grundlagen für Gefühle oder emotionale Nähe tatsächlich gelegt), es gibt wirklich sehr viele Figuren, und auch viele, die mal kurz eine Perspektive bekommen und dann doch wieder nicht (was einerseits durchaus interessant ist, andererseits aber auch ein wenig vom wesentlichen Ablenkt) und die Geschichte selbst, also der Plot, geht kaum voran, da der Fokus eher auf den Figuren liegt und das andere häufig nebenbei passiert.
Wenn Emotionen auftauchen, finde ich sie durchaus glaubwürdig geschrieben und Pearson hat es geschafft, dass ich ihren Figuren viel von dem abkaufe, was sie empfinden, das Problem war eher, dass das auftauchen der Emotionen selbst für mich unglaubwürdig war. So waren die Emotionen in Ordnung, aber es gab keinen Grund für ihre Anwesenheit (gerade weil so vieles an Entwicklung dann nur kurz erwähnt wird, wenn überhaupt). Angesichts dessen, wie lang das Buch ist, hätte es eindeutig platz geboten, Dinge langsam anzugehen, oder mit einem entsprechenden Fokus. (Denn Dinge passieren auch nicht schnell, nur eben häufig nicht im Text selbst, weil der sich dann eher auf das bezieht, was jetzt da ist, statt wie die Figuren dorthin kommen.)
Und leider bin ich auch von der Welt nicht überzeugt. Sie liest sich ziemlich gut, aber umso länger ich darüber nachdenke, umso unzufriedener werde ich leider. Es wirkt ein wenig so, als hätte Pearson ein vorhandenes Regelwerk für Faerie genommen (womit ich absolut kein Problem habe, ich habe damit gerechnet, dass die Welt ähnlich zu zum Beispiel Cruel Prince sein wird), dann eine der Regeln geändert, und sich dann keine Gedanken darüber gemacht, inwiefern diese Änderung alle weiteren Regeln beeinflussen müsste. Denn leider müsste die Änderung realistisch gesehen so einige Folgen für die komplette Welt mit sich bringen, leider ist dem aber nicht so. Entsprechend wirkt es ein wenig willkürlich auf mich, wie die Welt aufgebaut ist, und während sie einerseits sehr magisch ist und sich schön lesen lässt, habe ich andererseits das Gefühl, dass vieles keinen Sinn ergibt. Eventuell hat sie sich doch mehr Gedanken gemacht, und diese werden in der weiteren Geschichte dann näher beleuchtet, bisher macht es allerdings nicht den Eindruck auf mich.
Alles in allem hatte ich keine schlechte Zeit mit dem Buch, wurde aber mehr und mehr frustriert, umso weiter ich gelesen oder über Dinge genauer nachgedacht habe, und bei der Aussage »Mary Pearson ist die neue Königin von Faerie.« auf der Rückseite des Buches habe ich eindeutig mehr erwartet als das, was es letztendlich gab, denn von dem Faerie, das ich mir erhofft hatte, habe ich im Buch nur äußerst wenig entdecken können und bin in der Hinsicht eher enttäuscht worden.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Wird mein letztes Buch von Nuyen gewesen sein

Das Drachentor
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Ich habe bereits vor einer Weile Nijura gelesen, und damals hatte ich ein ganz großes Problem damit, dass das Buch mit 100 Seiten Einleitung über Figuren anfing, die im Klappentext nicht einmal relevant ...

Ich habe bereits vor einer Weile Nijura gelesen, und damals hatte ich ein ganz großes Problem damit, dass das Buch mit 100 Seiten Einleitung über Figuren anfing, die im Klappentext nicht einmal relevant waren, und wir ewig warten mussten, um die eigentlichen Protagonisten kennenzulernen. Da ich dieses Buch aber bereits in meinem Besitz hatte, ich den Büchern noch eine Chance geben wollte, und die Geschichte mich damals dann doch inhaltlich interessiert hat, habe ich mich diesmal am Buch versucht, ohne vorher den Klappentext zu lesen, was einerseits besser funktioniert hat, weil ich so nicht das Gefühl hatte, über Dinge zu lernen, die eigentlich nicht relevant für die Geschichte sind, andererseits hat es aber schlechter funktioniert, weil auch hier nach 100 Seiten (bzw. sogar 266 Seiten) plötzlich die eigentlichen Protagonisten ins Spiel kommen, und ich plötzlich alle Figuren, zu denen ich vorher noch eine Bindung aufgebaut hatte, verloren habe. Und dann musste ich wieder eine Bindung zu neuen Figuren aufbauen.
Ich habe auf YouTube die ersten 200 Seiten ca. als Hörbuch gefunden, habe sie also neben dem Lesen auch gehört, hatte das Gefühl, dass es mich wirklich interessiert, und dann kaum was das Hörbuch vorbei hätte mir das Buch mit seinen Figuren plötzlich nicht mehr egaler sein können. Ich war noch interessiert am Ausgang, aber ehrlich gesagt war alles so ausführlich geschrieben und die ersten 100 Seiten haben mich viel mehr Interessiert als der Rest, und dann haben sich auch die Themen eigentlich sehr stark zu dem wiederholt, was bei Nijura bereits vorhanden war, nur dass es diesmal auch noch Drachen gab, und ich gebe es zu: ab Seite 300 habe ich wirklich nur noch überflogen und teilweise sogar durchgeblättert, weil ich einfach nur ungefähr wissen wollte, was los ist und wie es ausgeht, aber noch viel mehr wollte ich leider endlich etwas anderes lesen.
Ich muss trotzdem sagen, dass Nuyen an sich keinen schlechten Job gemacht hat, und gerade die sehr düstere und brutale Welt hat sie eigentlich gut dargestellt (sofern ich es eben mitbekommen habe), ich kann aber nicht immer für 100 Seiten Figuren kennenlernen, die dann bis zum Ende keine Rolle mehr Spielen, besonders wenn die Figuren auch noch verdammt ähnlich zueinander sind (zumindest wüsste ich ganz genau, welche Figuren aus diesem Buch ich jeweils mit denen aus Nijura vergleichen würde, und da ist egal ob Herangehensweise oder Motivation), und das Ende war für mich (vielleicht weil ich vieles Übersprungen habe, vielleicht weil es wirklich so war) leider auch eher mäßig, und ich glaube wirklich, dass das Buch nicht für alle Personen schlecht ist, aber für mich waren es fast 400 Seiten Kampf und die ersten 200 waren nur keiner, weil ich das Hörbuch hatte, und ich fürchte, es lag nicht an Nijura, sondern ich bin einfach wirklich nicht die Person für Nuyens Bücher, und entsprechend werde ich es in Zukunft auch nicht mehr versuchen, egal wie ansprechend die Bücher klingen oder aussehen.

Veröffentlicht am 10.12.2024

Ansprechende Aufarbeitung des Baus der Seebrücke

Seebrücke
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Ich habe das Buch tatsächlich einfach so gefunden (für den Preis hätte ich es mir vermutlich andernfalls nie geholt), und da ich in letzter Zeit ganz gerne mal durch Fotobände blättere, konnte ich auch ...

Ich habe das Buch tatsächlich einfach so gefunden (für den Preis hätte ich es mir vermutlich andernfalls nie geholt), und da ich in letzter Zeit ganz gerne mal durch Fotobände blättere, konnte ich auch hier nicht nein sagen.
Ich muss zugeben, dass mich hauptsächlich die Bilder interessiert haben, sodass ich die Einleitung eher überflogen habe und über diese nicht viel äußern kann, die Dokumentation der Geschehnisse dann hat mir aber gut gefallen. Besonders schön finde ich das Detail, dass auf manchen (aber nicht allen) Seiten eine kleine Grafik der Seebrücke eingeblendet ist, auf welcher man sehen kann, von wo genau das Foto aufgenommen wurde, das finde ich ein wirklich schönes Detail. Leider ist dies nicht bei allen Bildern der Fall, und wenn es der Fall ist befinden sich meist zwei Fotos auf der entsprechenden Doppelseite, sodass nicht immer ganz klar ist, welche Markierung zu welchem Bild gehört.
Auch finde ich die Fotos in schwarz-weiß auf jeden Fall ansprechend, es fühlt sich in dem Rahmen dann aber etwas fehl am Platz an, wenn in den Bildunterschriften die "zauberhafte, rotbraune Gitterstruktur" erwähnt wird, da man als Leser/Betrachter von der Farbe ja nichts mitbekommt. Ich denke nicht, dass mir die Bilder farbig besser gefallen hätten, da sie in schwarz-weiß natürlich ein gewisses harmonisches Gesamtbild mit sich bringen, das mit zu vielen Farben vermutlich nicht gegeben wäre, finde in diesem Punkt allerdings die Erwähnung der Farben dann merkwürdig.
Insgesamt trotzdem eine schöne Dokumentations-Technik und ich hatte meine Freude an dem Bildband, nur eben Kleinigkeiten haben nicht ganz gepasst oder hätten etwas besser ausgearbeitet sein können.

Veröffentlicht am 05.12.2024

Unglaublich spannend, leider gewöhnungsbedürftig zu hören

Mein Leben nach dem Tod
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Ich habe in den letzten Tagen eine Menge Videos mit Benecke geschaut, in denen er mir wirklich sehr sympathisch war, weshalb ich sehr begeistert war, als ich dann seine Biographie als Hörbuch entdeckt ...

Ich habe in den letzten Tagen eine Menge Videos mit Benecke geschaut, in denen er mir wirklich sehr sympathisch war, weshalb ich sehr begeistert war, als ich dann seine Biographie als Hörbuch entdeckt habe, womit ich noch etwas mehr über ihn und seine Arbeit erfahren konnte. Und besonders inhaltlich hat mich das Buch auch wirklich überzeugt.
Benecke schafft es, wirklich spannend über Untersuchungen zu schreiben/sprechen, und dabei durch seine eigene Begeisterung auch mich anzustecken, selbst wenn ich vielleicht selbst gar nicht so interessiert bin. Dabei waren sowohl die persönlichen Informationen zu seinem Aufwachsen und seiner Sicht auf die Welt sehr interessant, als auch die eher beruflichen Informationen, die er über einzelne Anekdoten, Forschungen und Errungenschaften geteilt hat. Was in Beneckes Leben natürlich beides sehr nah miteinander verknüpft ist, und tatsächlich macht das die ganze Sache nur noch spannender.
Einzig und allein das Vorlesen hat mich beim Hörbuch leider eine ganze Weile gekostet, um mich daran zu gewöhnen. Wo Benecke in seinen Vorträgen und Auftritten sehr angenehm spricht und fließend mit seinen Betonungen die Aufmerksamkeit der Zuhörer einfangen kann, liest er hier eher abgehackt und starr, was das Zuhören am Anfang doch erschwert hat. Die letzten 4 bis 4,5 Stunden ist es mir dann gar nicht mehr aufgefallen und ich kam gut damit zurecht, zu Anfang hat es allerdings dafür gesorgt, dass ich nicht sofort in die Erzählung abtauchen konnte.
Auch damit allerdings nicht weniger spannend und ich bin wirklich froh, dass ich die Gelegenheit hatte, mir das Hörbuch anzuhören.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Großartige Vorlage für mehr Fragen und Gedanken

Fahrenheit 451
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Ich habe Fahrenheit 451 schon erstaunlich lange vor mir hergeschoben, weil ich dann irgendwie doch immer dachte, nicht in der Stimmung zu sein, aber heute habe ich mich endlich zum aufschlagen des Buches ...

Ich habe Fahrenheit 451 schon erstaunlich lange vor mir hergeschoben, weil ich dann irgendwie doch immer dachte, nicht in der Stimmung zu sein, aber heute habe ich mich endlich zum aufschlagen des Buches bekommen, und es dann beinahe in einem Rutsch durchbekommen, und bin wirklich ziemlich begeistert.
Nicht zwingend als Geschichte, obwohl ich sie auch da ganz gut finde, selbst wenn die Figuren mir nicht sonderlich sympathisch oder so sind, aber einfach als eine erschreckend zutreffende Abbildung dessen, wie unsere Welt tatsächlich ist. Natürlich im Buch auf die Spitze getrieben, aber das macht den Inhalt nicht weniger real. Weshalb ich das ganze Buch auch als Vorlage für mehr Gedanken und dass man Dinge mehr hinterfragen und aufmerksamer sein sollte, wirklich unglaublich gelungen fand. Wie viele Leute reden immerhin heute nicht mehr richtig miteinander? Alle hängen irgendwie in ihrer eigenen Welt, jeder nur mit Kopfhörern unterwegs, wenn man sich trifft wird häufig ein Filmabend draus oder man unterhält sich nur oberflächlich über Dinge ... wo ich mich auch vollkommen einschließe. Und natürlich ist es in echt (noch) nicht so weit, wie es hier in dem Buch bereits auf die Sitze getrieben ist, aber wiedererkennen kann man so einiges aus der Realität auf jeden Fall, und gerade die Überspitztheit sorgt eindeutig dafür, dass man eigentlich nicht umhin kommt, etwas darüber nachzudenken, und daher für mich auch wenn ich unsicher in Bezug auf die Geschichte direkt bin, ein wirklich gutes Buch und ich bin sehr froh, es endlich einmal aufgeschlagen zu haben.

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