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Veröffentlicht am 08.08.2024

Vielversprechender Anfang ... und mehr dann leider nicht

Florance Bell und die Melodie der Maschinen
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Das wirklich tolle Cover hat mich gemeinsam mit dem doch sehr spannenden Klappentext sofort zum Kauf des Buches gebracht, und für die ersten paar Kapitel war es tatsächlich ziemlich genau das, was ich ...

Das wirklich tolle Cover hat mich gemeinsam mit dem doch sehr spannenden Klappentext sofort zum Kauf des Buches gebracht, und für die ersten paar Kapitel war es tatsächlich ziemlich genau das, was ich mir erhofft hatte. Ich fand die Welt sehr interessant, und Florance ist eine ziemlich coole Protagonistin in meinen Augen gewesen. Leider nahm es danach in meinen Augen stark ab. Die wenigsten Leute im Buch sind so richtig sympathisch, und die, die es sind, kommen viel zu kurz. Auch ist Florance zwar die Protagonistin, ihre Perspektive teilt sich das Buch allerdings mit den Perspektiven von insgesamt drei weiteren Personen, wodurch sie sehr kurz kommt, und alle anderen in meinen Augen ein wenig zu lang. Hauptsächlich, weil ich alle anderen Personen, die ihre eigene Perspektive bekommen, eher sehr anstrengend fand. Diese haben zwar irgendwann eine gewisse Charakterentwicklung, genau wie es auch mit Florance der Fall ist, diese Entwicklung wirkte für mich allerdings nicht sehr glaubwürdig. Nicht, weil ich ihnen das nicht zutraue, das tue ich schon, sondern eher, weil die Figuren grundsätzlich alle sehr stur sind, sich in ihren Ansichten und Meinungen kaum vom Fleck bewegen, und dann irgendwann kommt ein Moment, und plötzlich ist die Entwicklung da. So wirkt an sich der neue Charakterzug zwar durchaus wie ein logisches Resultat des erlebten, dadurch wie schnell er nach so viel Sturheit auftaucht war es für mich allerdings trotzdem überhaupt nicht überzeugend und ich habe mich mehrfach gefragt "aber warum jetzt, und warum alles auf einmal, wo vorher gar nichts ging?"
Auch verstehe ich vollkommen, warum Florance als Protagonistin mehr zu meistern hat als andere, allerdings fand ich es geradezu lächerlich, dass sie wirklich für alles verantwortlich ist. Sie muss Pignon helfen, für Edward Sachen reparieren, und Victoria in die Stadt fahren soll sie auch. Hat die Familie keine anderen Angestellten, oder warum wollen Leute wirklich nur von ihr was? Und dass dann gleichzeitig alle so auf sie herabsehen, und sie sich nie dagegen wehrt, hat mich leider auch nicht glücklich gemacht. Dabei merkt sie ja sogar, dass es ungerecht ist, gleichzeitig scheint sie aber die Meinung zu vertreten, dass es richtig ist, dass sie als Engländerin weniger darf, und die Tatsache, dass Victoria sie regelmäßig als sehr viele sehr unpassende Dinge beschimpft, weil sie angeblich Edward nachstellen würde, während sie nichts lieber tun würde, als Edward zu entkommen, und dass dass dann irgendwann in der Mitte des Buches einfach vergessen und nie wieder erwähnt wird, war wirklich frustrierend für mich. Generell passieren in dem Buch eine Menge unfaire Dinge, die allerdings nie wirklich behandelt werden, bzw. auf die nie so richtig eingegangen wirkt. Es wirkt in der Geschichte eher wie Kulisse, aber gleichzeitig, als würde es alles seine Richtigkeit haben. Dabei gibt es durchaus Leute, die sich dagegen wehren, aber im Buch wirkt es eher so, als hätten die Franzosen ein Recht darauf, die Engländer zu unterdrücken, oder Männer das Recht, auf Frauen hinabzublicken, und während die Geschichte natürlich in der Vergangenheit spielt, und ich weiß, dass Frauen noch nicht lange (angebliche) Gleichberechtigung erfahren, wäre gerade in einer alternativen Wirklichkeit ja die perfekte Gelegenheit gewesen, etwas daran zu ändern. Nicht unbedingt zu beginn der Geschichte, ich verstehe es, dass das Buch als Dystopie startet, aber ich hätte doch wirklich gerne gesehen, dass wenigstens zur Mitte hin ein paar mehr Leute begonnen hätten, das Bestehende zu hinterfragen.
Leider gab es auch noch weitere Kleinigkeiten, die mich eher unglücklich gemacht haben, obwohl ich die Grundidee wirklich toll fand, und das Setting bestimmt auch super hätte werden können, aber das sind so die größten Dinge, die mir aufgefallen sind: Dass Leute einfach plötzlich anders waren (was mich gerade mit dem Ende dann auch eher unglücklich gemacht hat, denn wenn die Entwicklungen nicht ganz so plötzlich gewesen wären, sondern über's ganze Buch verteilt, dann wäre es vermutlich besser gewesen als in meinen Augen nur akzeptabel), und dass niemand von den Perspektiv-Figuren sich je mehr damit beschäftigt hat, ob/was/inwiefern etwas falsch lief in der Gesellschaft, und dabei hat das Setting wirklich mehr als nur eine Gelegenheit dazu gegeben. Aber irgendwie ließ es mich am Ende eher mit einem Gefühl von "eigentlich tut das Buch so, als wären alle unterdrückten im Unrecht, wenn sie sich wehren" zurück, und ich bin mir sehr sicher, dass das eigentlich nicht das Ziel war. (Womit ich nicht einmal meine, dass es anders hätte ausgehen müssen, aber der Ton, in dem es geschrieben war, hätte anders sein müssen, in meinen Augen.)
Insgesamt trotz allem kein grauenhaftes Buch, und es war (großteils) gut geschrieben, fand ich, aber inhaltlich hat es mich leider wirklich sehr enttäuscht, und das obwohl ich Florance eigentlich sogar ganz gerne mochte.

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Interessante Ideen, Charaktere lange nicht überzeugend

Artemis Fowl (Ein Artemis-Fowl-Roman 1)
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Ich hatte an dieses Buch sehr große Erwartungen, weil eine Freundin es vor (wirklich sehr vielen) Jahren gelesen hatte und begeistert davon war, und als ich es nun selbst in die Finger bekommen habe, musste ...

Ich hatte an dieses Buch sehr große Erwartungen, weil eine Freundin es vor (wirklich sehr vielen) Jahren gelesen hatte und begeistert davon war, und als ich es nun selbst in die Finger bekommen habe, musste ich mich auch davon überzeugen, und leider sind meine Erwartungen eher mäßig erfüllt worden, fürchte ich.
Ich war sehr überrascht davon, dass es sich bei Artemis eher um einen Bösewicht handelt, da der Klappentext wirklich keinen Hinweis darauf geliefert hat und ich auch nie mehr als den Titel über das Buch wusste (und dass es um irgendein Genie geht, aber die gibt's ja auch in gut), fand es aber tatsächlich ziemlich interessant, dass man so viel aus Sicht der "Bösen" miterlebt, und man da ein wenig hinter die Kulissen blicken kann. Leider war Artemis aber kein Charakter, den ich wirklich mochte. Vielleicht lag es am Schreibstil, vielleicht daran, dass er von Anfang an sehr distanziert und eher arrogant wirkt, ich weiß es nicht, aber ich bin mit ihm die längste Zeit einfach nicht warm geworden. Und obwohl ich wissen wollte, wie es weitergeht, hätte ich beim Lesen vermutlich eine ganze Weile gebraucht, wenn ich nicht auf YouTube ein englisches Hörbuch gefunden hätte, wodurch ich sehr viele Dinge nicht selbst lesen musste, was mir persönlich sehr geholfen hat. Ich habe trotzdem auch immer ein wenig gelesen, fand es als Englisches Hörbuch aber wesentlich leichte zu ertragen, als wenn ich selbst gelesen habe.
Tatsächlich hat sich das die letzten 30 Seiten oder so tatsächlich geändert, und diese habe ich nur gelesen und das Hörbuch dann ganz abgeschaltet, es hat aber tatsächlich bis dahin gebraucht, dass die Figuren für mich irgendwie doch ganz gut wurden. Und tatsächlich hat mir das Ende auch generell ziemlich gut gefallen und mich sehr zufrieden gemacht. Bis dahin hatte ich aber so einiges zu kämpfen.
Leider ist Artemis auch so geschrieben, dass er einerseits sehr Herzlos wirkt, andererseits doch so, als hätte er Mitgefühl, und während das wirklich gut funktionieren kann, und ich es auch schon öfter gut gelesen habe, hat es in diesem Buch für mich so gar nicht funktioniert, weil es für mich nie so richtig rüberkam, dass es beides ist, sondern eher so, als würde Colfer ab und an einwerfen, dass Artemis ein Herz hat, damit man es nicht vergisst.
Die Geschichte des Buches war gut genug, dass ich auf jeden Fall meine Freude daran hatte, das Ende fand ich ziemlich stark, und die Figuren vom Konzept her fand ich ziemlich interessant, gerade auf Artemis Seite, nur so richtig gerne gelesen habe ich von ihnen die längste Zeit leider nicht. Ich habe aber noch irgendwo einen weiteren Band herumliegen, glaube ich, und auf jeden Fall noch mehr Bücher von Colfer, und dieses Buch hat mich keineswegs so abgeschreckt, dass ich Colfer nicht noch eine Chance geben würde, also mal sehen, was ich beim nächsten Versuch denke. (Vielleicht bin ich auch hauptsächlich so enttäuscht, weil meine Erwartungen eher hoch waren, also wer weiß, wie es sich mit den eher vorsichtigen Erwartungen dann auf meinen Lesespaß auswirkt...)

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Starker Anfang und Ende, lässt leider in der Mitte etwas nach

Die Seiten der Welt
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Ich wollte die Seiten der Welt schon eine ganze Weile lesen, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, das Buch nun endlich in den Händen zu halten, und gerade am Anfang hat es mich wirklich sofort eingefangen ...

Ich wollte die Seiten der Welt schon eine ganze Weile lesen, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, das Buch nun endlich in den Händen zu halten, und gerade am Anfang hat es mich wirklich sofort eingefangen und begeistert. Ich habe richtig gerne über Furia gelesen (und gehört, ich habe zwischen Hörbuch und Buch variiert), und fand dieses ganze Leben mit den Angestellten, Pip und dem Vater wirklich interessant. Die Welt hat mich sehr schnell überzeugen können, und Meyer hat es geschafft, dass das Buch sich gleichzeitig sehr altertümlich und modern für mich angefühlt hat, was mir ziemlich gut gefallen hat.
Wie schnell das Buch dann eher düster wurde (und dass es überhaupt düster wurde) hat mich ziemlich überrascht, aber es hat auch gepasst, und die ziemlich ernste Lage konnte Meyer in meinen Augen sehr gut rüberbringen. Trotzdem wurde das Buch nie zu düster, und es war auch durchaus eine Menge Witz dabei (gerade das Schnabelbuch hat mich wirklich immer wieder grinsen lassen, besonders weil es im Hörbuch auch sehr fantastisch gesprochen wurde). Leider hat mich das Buch da zwischendurch dann eine ganze Weile verloren, denn so begeistert von und interessiert an der Welt ich auch war, Furia hat für mich zur Mitte hin als Charakter wirklich sehr nachgelassen. Die Unwissenheit fand ich durchaus verständlich, und sie war gut erklärt und ein super Mittel, um auch den Lesenden die Welt erklären zu können, aber leider war sie ab einem gewissen Punkt für mich zu festgefahren, und schien immer nur wieder identisch zu handeln und nicht wirklich darüber nachzudenken. Und dazu hat mir auch ein wenig die Gegenstimme gefehlt. Furia ist eine sehr fehlerbelastete Protagonistin, was einerseits wirklich super ist, weil es sie menschlicher macht, andererseits hatte ich das Gefühl, dass das von Meyer im Buch kaum aufgegriffen wird. An vielen Stellen wurde das für mich leider frustrierend, wenn sie niemandem zugehört hat, und gerade dadurch, dass beim Lesen durchaus klar wird, worauf alles hinausläuft, es also eigentlich sehr offensichtlich ist, hätte ich mir gewünscht, dass auch in der Richtung vielleicht mehr Charakterentwicklung vorhanden gewesen wäre, dann an anderer Stelle hatte ich sehr wohl das Gefühl, dass sie sich weiter entwickelt.
Abgesehen von Furia gab es auch zwei drei andere Figuren bzw. Stellen, die ich etwas zu viel fand, auch wenn ich mit dem düsteren durchaus klar kam, trotzdem kam es mir manchmal ein paar Schritte zu weit vor, aber im großen und ganzen waren alle Figuren (sowohl die menschlichen als auch unmenschlichen) ziemlich gut gemacht, und ich habe in allen Szenen gerne von ihnen gelesen. Es gab vielleicht ein paar, von denen ich mir etwas mehr gewünscht hätte, aber wirklich zur Geschichte gepasst hätte es vermutlich nicht. Vielleicht im nächsten Band, wer weiß.
Wo ich den Großteil ab der Mitte eher mittelmäßig fand (trotzdem noch nicht schlecht, aber eben eher etwas anstrengender), war das Ende dann wieder mehr nach meinem Geschmack, und konnte mich wieder ziemlich von sich überzeugen und mich zufriedenstellen. Ich hätte nicht damit gerechnet, wie sich alles schließlich auflöst, fand den Gedankengang für die Geschichte aber durchaus logisch, und Furia dann auch wieder wesentlich erträglicher, und so hatte das Buch zwar eindeutig seine Schwächen in meinen Augen, insgesamt hatte ich aber dennoch eine Menge Freude an der Geschichte und habe sie durchaus gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Märchenhaft, düstere Welt, nur leider ein wenig schnelles Ende

Herzenmacher
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Der Großteil dieses Buches hat mir wirklich sehr gut gefallen. El-Bahay hat einen tollen Schreibstil und die magische Welt hat mich wirklich schnell eingefangen und begeistern können. Auch die Figuren ...

Der Großteil dieses Buches hat mir wirklich sehr gut gefallen. El-Bahay hat einen tollen Schreibstil und die magische Welt hat mich wirklich schnell eingefangen und begeistern können. Auch die Figuren waren nachvollziehbar geschrieben, und mit Léo gemeinsam die andere Seite kennenzulernen und langsam zu erfahren, was genau vor sich geht, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das Buch war außerdem auf eine sehr angenehme Art und Weise ziemlich ernst und Düster, aber ohne je zu dunkel zu werden, in meinen Augen.
Leider hat die Geschichte für mich gerade zum Ende hin immer mehr nachgelassen. Der Großteil war dennoch fantastisch, aber die letzten 50 Seiten (mehr oder weniger) fühlten sich für mich leider etwas zu schnell an, und an der Stelle ist plötzlich zu viel auf einmal passiert, und auch auf eine Art, die es mir schwer gemacht hat, tatsächlich etwas zu empfinden, weil nicht alles davon so absehbar war/die nötige Zeit hatte, um wirklich Spuren zu hinterlassen. Es war trotzdem kein schlechtes Ende, nur für mich war es nicht ganz so zufriedenstellend wie ich mir nach allem anderen erhofft hatte, weil es einfach so zügig auch gleich wieder vorbei war, dass ich gar nicht wirklich mit dem zurechtkommen musste, was passiert, weil immer sofort das nächste war und dann war es auch schon vorbei. Ich wünschte, an der Stelle hätte El-Bahay sich genauso viel Zeit gelassen, wie es beim gesamten Rest der Fall war.
Es war aber trotzdem ein sehr schönes Buch, mit tollen Figuren, einer wirklich schönen Welt, und ich bin auch keineswegs unzufrieden damit, wie alles ausgegangen ist. Im Gegenteil, ich finde es durchaus ein sehr passendes Ende. Nur eben etwas schnell, aber abgesehen davon hatte ich wirklich viel Freude mit dem Buch und seiner Geschichte.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Leider eher enttäuschend

Feder & Klinge
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Dieses Buch hat mich leider beim Lesen wirklich viel zu traurig gemacht. Und leider nicht im positiven Sinne. Es fing damit an, dass das Cover (das wirklich großartig aussieht) nur so nach Fantasy schreit, ...

Dieses Buch hat mich leider beim Lesen wirklich viel zu traurig gemacht. Und leider nicht im positiven Sinne. Es fing damit an, dass das Cover (das wirklich großartig aussieht) nur so nach Fantasy schreit, der Klappentext ebenfalls eindeutig nach Fantasy klingt (jedenfalls in meiner Version) und es auf Goodreads als Fantasy-Buch gelistet wird, weshalb ich natürlich mit Fantasy gerechnet habe, und gerade bei dem Cover und dem Namen Raban bin ich davon ausgegangen, dass Ariane ein High-Fantasy-Setting für ihr Buch entworfen hat, aber als ich das Buch dann aufgeschlagen habe, haben mich Superkräfte und Nummern und Experimente erwartet, was eindeutig eher nach Science-Fiction aussieht. Und mich insofern relativ enttäuscht hat, dass ich in dem Moment wirklich gerne ein Fantasy-Buch lesen wollte, keinen Sci-Fi-Roman. Aber ich lese Sci-Fi durchaus gerne, und ich fand das erste Kapitel auch ansprechend geschrieben, und so habe ich das Buch einfach ein wenig beiseite gelegt, um es dann zu lesen, wenn mir mehr nach Sci-Fi ist. Ich war zwar in dem Moment enttäuscht, aber absolut bereit, dem Buch mit meinen neuen Erwartungen eine zweite Chance zu geben ... und leider wurde ich dann beim nächsten Versuch auf einem ganz anderen Level enttäuscht, fürchte ich.
Die Idee der Geschichte gefällt mir wirklich gut, und es gab immer wieder Situationen, in denen ich wirklich in den geschriebenen Szenen gefangen war und ich gemerkt habe, dass Andel durchaus zu wissen scheint, was sie tut, aber leider gab es wesentlich häufiger Momente, in denen das Buch dann doch sehr weit hinter meinen Erwartungen und Hoffnungen zurück blieb.
Der Wechsel aus Arianes Geschichte und ihrem Buch hat mir eigentlich ganz gut gefallen, und es war eine ganz spannende Art, die Geschichte zu lesen, aber leider nimmt Ariane in ihrem Leben dann oft sehr viel vom Buch vorweg, sodass eigentlich klar ist, was passieren wird, und man selbst mir dem, was sie verfasst, dann nicht mehr mitfiebern kann. Man weiß ja, was kommt. Und eigentlich stören mich Spoiler überhaupt nicht, und sie hätten es hier vermutlich auch nicht getan, aber auf der anderen Seite ist Arianes Buch stilistisch dann auch nicht gut genug geschrieben, als dass ich daran dennoch meine Freude gehabt haben könnte. Was mich noch einmal mehr gestört hat, weil ich in Arianes echtem Leben durchaus sehen konnte, dass Andel schreiben kann. Oder auf jeden Fall hatte ich den Eindruck. Jedenfalls war das echte Leben um einiges ansprechender zu lesen in meinen Augen. Vielleicht auch, weil dort nicht alles schon vorgegeben war, ich weiß es nicht, aber das Buch, das Ariane schrieb, war für mich leider eher mittelmäßig. Mit Monologen von Bösewichten, vorhersehbaren Plots (selbst ohne, dass vorher klar gewesen wäre, was kommt), und vielen Figuren, die eher recht flach wirkten. Was hier allerdings etwas ist, das auch im restlichen Buch vorkam. Und leider hat es auch nicht geholfen, dass Arianes Buch eine menge Logikfehler hatte, die im richtigen Buch benannt wurden, was dann dafür gesorgt hat, dass es nicht mehr ein einfacher Logikfehler war, über den ich hinwegsehen konnte, sondern mir dann das Gefühl gab, dass Andel einfach keine Lust hatte, sich eine Lösung auszudenken, denn sonst hätte sie die Gelegenheit ja gehabt, immerhin waren ihr die Fehler bewusst. Auch denkt Ariane am Anfang darüber nach, dass ihr Buch nicht sonderlich gut geschrieben ist, was auf mich ein wenig den Eindruck hatte, dass Andel zu entschuldigen versucht, dass in Arianes Buch nicht genauso viel Energie floss wie in Andels, das wird dann aber gepaart damit, das absolut jede Figur, die Arianes Buch liest, absolut begeistert davon ist, und es für so großartig hält, dass es sofort verlegt werden muss, weil die ganze Welt davon lesen muss. Für mich hat das leider überhaupt nicht zusammengepasst, und ... so leid es mir tut, aber so gut war das Buch nicht. Nicht einmal ansatzweise. Besonders, weil Arianes Psychologe teils seine komplette Sitzung nur damit verbringt, das Buch zu lesen und über das Buch zu reden, weil es ihn so mitreißt und er es so unglaublich großartig findet, und ... das fühlte sich beim Lesen einfach wirklich nicht richtig an. Und außerdem hat es die Figuren leer wirken lassen, und als hätten sie nicht wirklich eigene Dinge zu tun.
Dieses Problem bestand allerdings noch aus weiteren Gründen, und es macht mich so unglaublich traurig, denn ich glaube, die Figuren hätten wirklich wirklich toll werden können, aber irgendwie sind dann alle Szenen, in denen die Figuren tiefere Beziehungen eingehen könnten, oder Gespräche, oder in denen sich Verbindungen entwickeln könnten oder irgendwas ... einfach übersprungen. Leider war das so ein wenig der Punkt, an dem ich dann die Hoffnung aufgegeben habe. Bis dahin habe ich immer gehofft, dass es besser wird, danach habe ich eigentlich nur noch weitergelesen, weil ich wissen wollte, was passiert. Und das wollte ich bis zum Ende, also es war wirklich nicht so, als hätte das Buch mich nicht interessiert! Aber ganze viele Momente in denen Figuren hätten aufgebaut werden sollen, oder in denen sie mir beim Lesen hätten ans Herz wachsen sollen, waren wirklich einfach nicht beschrieben. Teils, indem lange Zeiträume einfach übersprungen wurden und Figuren dann da waren (was mich wirklich mit am traurigsten gemacht hat, denn ich glaube, ich hätte es geliebt, diese ganzen Jahre zu lesen), teils, indem in einem Gespräch von zwei Seiten eigentlich jegliche Konflikte aus dem Weg geräumt werden und dann alle glücklich sind, abgesehen von zwei/drei zukünftigen Erwähnungen. Und als jemand, der es liebt, wenn Partner in Büchern kommunizieren ... das fühlte sich nicht richtig an. Kommunikation ist toll, aber sie soll bitte auch ein Fünkchen Realismus in sich tragen, und hier wurden wirklich einfach jegliche Konflikte übersprungen, und es fühlte sich ziemlich ... faul an? Was mir total leid tut, aber so ging es mir beim Lesen leider wirklich.
Und genauso ist der Höhepunkt und das Ende dann irgendwie auch. Ich bin tatsächlich nicht mal sauer oder enttäuscht wegen dem Klischee, gerade für die Situation war das eine realistische Lösung (auch wenn es zweifellos noch andere Lösungen gegeben hätte, oder mir wäre zumindest eine eingefallen, wie man das alles etwas umschreiben und das Klischee hätte vermeiden können, und das ohne viel aufwand), aber der Rest war leider auch hier wieder sehr Konfliktfrei und Dinge haben sich sehr viel einfach ergeben. Was in Kombination damit, wie viele Konflikte in das Buch geschrieben wurden, und wie düster es teilweise war, für mich leider nicht wirklich zufriedenstellend war. Das Ende schien zum Buch einfach nicht so ganz zu passen.
Und insgesamt tut es mir wirklich unglaublich leid, dass ich so über dieses Buch herziehe, aber ich hatte wirklich große Erwartungen, und auch während des Lesens noch Hoffnungen, und irgendwie hat Andel es geschafft, dass diese Hoffnung erst ganz am Ende endgültig enttäuscht wurde, sodass es sich irgendwie noch schlechter anfühlt. Merkwürdigerweise bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben, gerade weil die Idee mir auch wirklich gut gefallen hat, aber da ich durchaus das Gefühl hatte, dass Andel schreiben kann, hätte ich mir mehr erwartet. Mindestens in der Ausarbeitung der Figuren, obwohl etwas mehr Aufmerksamkeit und Einfühlsamkeit bei bestimmten angesprochenen Themen auch nicht geschadet hätten.
Leider keine Geschichte, die mich überzeugen konnte, auch wenn sie Inhaltlich durchaus hätte gut werden können. Sie hatte aber auch ihre guten Momente, und es gab durchaus einige (leider wenige) Kapitel, die ich regelrecht verschlungen habe ... ich wünschte nur, es wären mehr gewesen.

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