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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2024

Gut zum Vorlesen, leider sehr gekürzt

Trötsch Russische Märchen
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Ich mag Märchen eigentlich, und kann mit ihnen eine Menge anfangen, bei diesem Buch fiel es mir allerdings doch recht schwer, mich auf sie einzulassen, weil ich das Gefühl hatte, dass sie zu kurz waren. ...

Ich mag Märchen eigentlich, und kann mit ihnen eine Menge anfangen, bei diesem Buch fiel es mir allerdings doch recht schwer, mich auf sie einzulassen, weil ich das Gefühl hatte, dass sie zu kurz waren. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie im Original auch so knapp gehalten sind.
Eventuell liegt es auch daran, dass ich die deutschen Gegenstücke der einzelnen Märchen kenne, und ich weiß, dass die teilweise um einiges Länger sind, aber teils hatte ich hier bei den Geschichten das Gefühl, dass sie nur Anfang und Ende beinhalten, und der Mittelteil eher übersprungen wurde. Ganz besonders bei der purpurroten Blume fiel es mir auf. Oder auf jeden Fall ist es alles wirklich sehr kurz gehalten, und für mich leider auch etwas zu kurz. Das sorgt natürlich dafür, dass es sich um schöne Geschichten zum Vorlesen handelt, weil sie wirklich schnell erzählt sind, aber trotzdem bin ich mir recht sicher, dass ich mir auch als Kind ein klein wenig mehr erhofft hätte, auch wenn die Märchen trotzdem ganz nett sind.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Viel besser als erwartet

Niemandsstadt
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Ich muss ganz offen zugeben, dass ich von Niemandsstadt absolut nichts erwartet habe. Es hatte ein hübsches Cover und kurze Kapitel, weshalb ich nicht lange gezögert habe, es aus einem Secondhand-Laden ...

Ich muss ganz offen zugeben, dass ich von Niemandsstadt absolut nichts erwartet habe. Es hatte ein hübsches Cover und kurze Kapitel, weshalb ich nicht lange gezögert habe, es aus einem Secondhand-Laden mitzunehmen, aber mit dem Klappentext bin ich irgendwie auch davon ausgegangen, dass es eher ein "übliches" Buch über eine Auserwählte werden würde ... und dann habe ich angefangen wirklich zu lesen und das Buch hat all meine (nicht vorhandenen) Erwartungen komplett über den Haufen geworfen.
Es hat eine ganze Weile gebraucht, bis ich in die Geschichte reingekommen bin, da durch die sehr kurzen Kapitel, die gerade am Anfang auch viele Zeitsprünge beinhalten, einfach sehr lange nicht so wirklich die Geschichte gesehen habe, sondern alles mehr wie kurze Ausschnitte und Momente einer größeren Sache wirkte, und in der Mitte gab es ein paar Kapitel, wo sich das ganze für mich ein wenig zog, aber abgesehen von diesen beiden Kleinigkeiten war ich eigentlich durchgehend begeistert.
Goldfarb streut in die Geschichte zwischen ernsten Themen genau die richtige Menge an (teils schwarzem) Humor ein, dass ich einfach unglaublich gute Laune beim Lesen bekommen habe und immer weiterlesen wollte, die Geschehnisse sind ein wenig absurd aber für die Welt vollkommen passend, Magie und Realität arbeiten in der Geschichte wirklich wundervoll zusammen, und insgesamt kommen zwischen eher abstrakter Geschichte auch immer wieder ein paar in meinen Augen ziemlich geniale Details zum Vorschein, die das ganze Buch einfach noch einmal angenehmer zu lesen machen.
Teils sind die Figuren vielleicht etwas stereotypisch, oder man hat das Gefühl, aber gleichzeitig sind sie auch erstaunlich tiefgründig, gar nicht so leicht zu durchschauen, und insgesamt hat das Buch mit beim Lesen und auch nach dem Lesen mit einem wirklich zufriedenen Gefühl zurückgelassen. Es werden nicht alle Fragen ganz geklärt, bzw. gibt es ein paar Dinge, die am Ende nicht bis zuletzt aufgelöst werden, aber irgendwie funktioniert das für das Buch auch super gut, und Goldfarb hat genügend tiefe in die restliche Geschichte eingebaut, dass man sich den Rest auf jeden Fall denken kann. (Ob verschiedene Leser da das gleiche denken ist eine andere Frage, denn die einzelnen Geschehnisse kann man zweifellos unterschiedlich auslesen, aber auf jeden Fall hatte ich am Ende nicht das Gefühl, dass alles offen wäre, was mir sehr gut gefallen hat.)
Insgesamt einfach ein echt schönes Buch mit Abenteuer, Magie, Humor, und nicht zu wenig Freundschaft und Zusammenhalt, und ich bin wirklich froh, dass ich mich vom Cover und der Kapitellänge habe überzeugen lassen, das Buch mitzunehmen, denn ich hatte wirklich sehr viel Spaß daran, in die Welten des Buches einzutauchen.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Schöner erster Band

Die Duftapotheke (1). Ein Geheimnis liegt in der Luft
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Ein wirklich schöner erster Band einer Reihe, der Lesende sofort in die Welt eintauchen lässt und bei mir auf jeden Fall durch einen sehr flüssig zu lesenden Schreibstil punkten kann. Auch die Figuren ...

Ein wirklich schöner erster Band einer Reihe, der Lesende sofort in die Welt eintauchen lässt und bei mir auf jeden Fall durch einen sehr flüssig zu lesenden Schreibstil punkten kann. Auch die Figuren sind sehr lebendig beschrieben, das Geschehen spannend, und insgesamt hat das Lesen viel Spaß gemacht und ging wirklich schön schnell.
Leider lässt mich das Buch persönlich an einigen Punkten doch eher unzufrieden zurück, sei es durch etwas klischeehafte Figuren oder Handlungen, die ich bei den Figuren nicht ganz nachvollziehen konnte, sodass ich stellenweise leider doch eher aus dem Lesen rauskam, als eintauchen zu können, aber mit den sympathischen Hauptfiguren, die wirklich schön zusammenhalten, hat mir das Buch dennoch gut gefallen.
Die Reihe fortsetzen werde ich voraussichtlich nicht, weil ich glaube, dass sie nicht genug meinen Geschmack treffen würde, um die Bücher jetzt aktiv zu kaufen, sollten sie mir zufällig in die Hände fallen, hätte ich aber vermutlich trotzdem meine Freude daran, also alles in allem wirklich kein schlechter Anfang!

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Großartige Illustrationen, Geschichte hat mich leider erst ab der Hälfte überzeugen können

Kepler62 - Buch 2: Der Countdown
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Ich möchte zuerst erwähnen, dass ich Band 1 leider nie gelesen habe, da mir nur Band 2 in die Hände fiel, meine Bewertung hat also eventuell auch viel damit zu tun, dass mir der "echte" Einstieg in die ...

Ich möchte zuerst erwähnen, dass ich Band 1 leider nie gelesen habe, da mir nur Band 2 in die Hände fiel, meine Bewertung hat also eventuell auch viel damit zu tun, dass mir der "echte" Einstieg in die Reihe fehlte. So kam ich zwar beim Lesen sehr gut mit und hatte keine Verständnisprobleme, gleichzeitig war alles in meinen Augen aber viel zu schnell geschrieben, hatte so einige Logiklücken, und der Aufbau hat dafür gesorgt, dass ich wirklich lange nicht in die Geschichte reinkam. Also bestimmt die ersten 60/70 Seiten oder so.
Marie hat irgendwie einen Plan, den sie umzusetzen versucht, und bezahlt andere Kinder, um für sie ein Spiel zu spielen, wird dann aber selbst in ein Team rekrutiert, das sie eigentlich aufgrund ihres Spielerfolgs auswählt, während die Leute, die sie Rekrutieren, aber komplett im Bilde darüber sind, dass sie selbst nicht gespielt hat? Das hat mich am Anfang leider durchgängig aus dem Lesen rausgebracht, weil das für mich einfach keinen Sinn ergeben wollte (und ehrlich gesagt bin ich auch jetzt noch etwas unsicher, warum genau das so passieren musste, denn da hätte es auch deutlich einfachere Wege geben können, habe ich das Gefühl).
Viel der Handlung kommt mir außerdem irgendwie "typisch" für irgendwelche Action-Filme oder ähnliches vor, und mit Marie als Charakter bin ich leider bis zum Ende nicht so richtig warm geworden, einfach weil sie irgendwie alles kann und total schlau ist, dann aber gleichzeitig auch das komplette Gegenteil sobald es ums Lernen geht, und insgesamt war sie zwar kein schrecklicher Charakter, mit ihr mitfühlen konnte ich aber auch nicht wirklich, weil sie sich für mich sehr lange ziemlich unnatürlich verhalten hat, und sie gleichzeitig irgendwie viel zu viel und überhaupt nichts hinterfragt, was für mich so gegensätzlich war, dass ich da auch öfter aus dem Lesen rauskam.

All diese Kritik geäußert muss ich aber auch sagen, dass das Buch trotzdem ab der Hälfte echt spannend geschrieben war, und obwohl es nicht wirklich überraschend kam (sieht für Kinder ganz sicher anders aus), was alles passiert ist, war es trotzdem so geschrieben, das man mitfiebern konnte, und man durchaus in die Welt eintauchen konnte. Wozu auch zweifellos die Illustrationen beigetragen haben, die einfach unglaublich toll sind. Ich hätte mir ehrlich hunderte Seiten einfach nur von den Bildern ansehen können, ohne jeglichen Text, denn die sind richtig großartig und so ausdrucksstark, dass sie auch ohne den Rest schon eine echt gute Geschichte erzählen.
Das Ende war auch spannend, und regt mit Cliffhanger zum Weiterlesen an. Ich weiß nicht, ob ich's tun werde, vermutlich nicht, einfach weil ich weitere Bände nicht habe und ich ja so lange gebraucht habe, um wirklich Spaß am Lesen zu haben, aber trotzdem ist die Anregung und der Wunsch, mehr zu erfahren, schon irgendwie vorhanden. Insofern auch ganz gut geschrieben.
Insgesamt konnte die Geschichte mich nicht komplett überzeugen, und die Illustrationen meine Probleme mit dem Text leider nicht genug ausgleichen, sodass es irgendwie doch eine Erfahrung eher im Mittelfeld bleibt, aber das Buch war auf jeden Fall schnell zu lesen und ich bleibe jetzt nach dem Ende nicht mit einem negativen Gefühl zurück, also wenn man mit Band 1 anfängt und einem der Einstieg da leichter gelingt, dann kann ich mir vorstellen, dass man eine sehr gute Zeit mit der Reihe haben könnte.

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Spannend, humorvoll, schön gestaltet

Rico, Oskar und die Tieferschatten (Rico und Oskar 1)
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Ich habe den ersten Band über Rico und Oskar irgendwann während meiner Grundschulzeit schon einmal gelesen, nicht zu lange nachdem es rauskam, da müsste ich wohl wirklich um die 10 bis 12 gewesen sein, ...

Ich habe den ersten Band über Rico und Oskar irgendwann während meiner Grundschulzeit schon einmal gelesen, nicht zu lange nachdem es rauskam, da müsste ich wohl wirklich um die 10 bis 12 gewesen sein, und konnte mich inhaltlich nicht mehr an viel erinnern, außer dass die Geschichte mir damals sehr viel Spaß gemacht hat. Und eventuell habe ich irgendwann zwischendurch das Buch noch einmal gelesen, oder einen anderen Band der Reihe, ich weiß nicht mehr genau, aber auch damit habe ich sehr positive Erinnerungen verknüpft, auch ohne mich inhaltlich an viel zu erinnern, und so konnte ich nicht anders, als mich der Geschichte erneut zu widmen, nachdem mir das Buch nun wieder in die Hände fiel.
Und ich kann nicht glauben, wie viele Dinge ich als Kind verpasst habe. Weshalb ich tatsächlich auch das Gefühl habe, dass das Buch für Kinder gar nicht so ungeeignet ist, wie ich jetzt beim Lesen teils das Gefühl hatte. Vieles wird angedeutet oder ausgesprochen, auch sehr deutlich, wie den Beruf der Mutter, die als Prostituierte irgendwo einen Club zu leiten scheint, aber als Kind ist das vollkommen an mir vorbei gegangen. Immerhin geht es darum nicht, sondern das ist nur Beiwerk, das die Figuren tiefgründiger macht, weil sie alle ihr eigenes Leben haben.
Was nicht heißt, dass ich alles daran ideal finde, oder dass es nicht kleinere Dinge gibt, bei denen ich doch das Gefühl habe, dass das vielleicht nicht die besten Bilder für Kinder sind, aber gleichzeitig weiß ich, dass ich damals wirklich hauptsächlich total auf den spannenden Fall fokussiert war, und auch wenn vieles drumherum teilweise etwas blutig ist oder nicht jugendfrei ... gerade die Horror-Vorstellungen von Rico sind vielleicht gar nicht so schrecklich für Kinder. Gerade, weil Rico auch nicht mit Angst darüber nachdenkt, wenn/falls irgendwem ein Ohr abgeschnitten wird oder so. Ich bin trotzdem unsicher, ob es hätte sein müssen, aber mit Erinnerung an mich damals: Es ist vermutlich nicht schlimm, wenn Kinder sowas lesen. Kann ich mir vorstellen. Hängt aber eindeutig auch vom Kind ab, denn wie könnte es anders sein.
Es wird teilweise mit Beleidigungen in dem Buch gearbeitet, die Rico sich aufgrund seiner "Tieftbegabtheit" immer mal wieder anhören muss, und ich bin mir recht sicher, dass nicht alle Wortwahlen immer so zeitgemäß sind, gleichzeitig wird aber sehr wertschätzend mit allen Personen und ihren Charakterzügen im Buch umgegangen, und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, dass Dinge auf Kosten von irgendetwas passieren. Die Figuren sind einfach alle sehr komplex, mit Stärken, Schwächen, Hoch- oder Tiefbegabung, Depressionen, Schwierigkeiten, und alles davon trägt jeweils zu den Figuren bei, ohne zur einzigen Charaktereigenschaft zu werden.
So wirken die Figuren alle sehr lebendig und aufgeweckt, und außerdem sehr echt und menschlich. Obwohl nicht immer alle Handlungen glaubwürdig sind - und natürlich bringt so ein Buch auch immer einige Übertreibungen oder Dinge mit sich, die so in echt vermutlich nie laufen würden - sind sie auch nie so übertrieben, dass man aus dem Lesen rausgerissen wird, und mit einer angenehmen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, hat das Buch trotz wirklich ernster Themen und Probleme einen sehr leichten und freundlichen Ton, der in meinen Augen wirklich gut zu Figuren und Handlung passt.
Außerdem war es wirklich interessant, das Buch jetzt noch einmal zu lesen, und so viele Hinweise zu erkennen, die einem als Kind vielleicht entgehen. Dazu zählen sowohl die Dinge, die man beim zweiten Lesen einfach beachten kann, weil man (mehr oder weniger) weiß, was passiert, als auch kleinere oder größere Geschichten, die einem als Kind vielleicht gar nicht so klar werden (wie die Tatsache, was Rico in seinen Texten statt aktueller Ereignisse verarbeitet, wovon ich mir recht sicher bin, dass nicht alle Kinder das beim ersten Lesen sofort in Verbindung setzen).
Das sorgt auch dafür, dass das ganze Buch wirklich unglaublich durchdacht wirkt, und alle Figuren noch mal echter, einfach weil das Verhalten durchgängig dem entspricht, was die Figuren bereits erlebt haben, und das ohne, dass man wirklich auflösen müsste, was diese Erlebnisse sind, gerade weil sie durch das konsequente Verhalten eigentlich deutlich werden.
Hat mir also auch beim zweiten (oder dritten?) Lesen weiterhin unglaublich gut gefallen, und einige Dinge sind bestimmt nicht unproblematisch, also vermutlich sollte man bereit sein, mit Kindern das ein oder andere Gespräch zu führen, wenn man sie das Buch lesen lässt, aber insgesamt macht die Geschichte trotzdem unglaublich viel Spaß und ich sehe sie tatsächlich auch jetzt nach über 10 Jahren noch als ziemlich lesenswert an (aber vielleicht spricht da auch Nostalgie aus mir, das kann ich nicht ausschließen).

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