Ich wollte die Seiten der Welt schon eine ganze Weile lesen, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, das Buch nun endlich in den Händen zu halten, und gerade am Anfang hat es mich wirklich sofort eingefangen ...
Ich wollte die Seiten der Welt schon eine ganze Weile lesen, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, das Buch nun endlich in den Händen zu halten, und gerade am Anfang hat es mich wirklich sofort eingefangen und begeistert. Ich habe richtig gerne über Furia gelesen (und gehört, ich habe zwischen Hörbuch und Buch variiert), und fand dieses ganze Leben mit den Angestellten, Pip und dem Vater wirklich interessant. Die Welt hat mich sehr schnell überzeugen können, und Meyer hat es geschafft, dass das Buch sich gleichzeitig sehr altertümlich und modern für mich angefühlt hat, was mir ziemlich gut gefallen hat.
Wie schnell das Buch dann eher düster wurde (und dass es überhaupt düster wurde) hat mich ziemlich überrascht, aber es hat auch gepasst, und die ziemlich ernste Lage konnte Meyer in meinen Augen sehr gut rüberbringen. Trotzdem wurde das Buch nie zu düster, und es war auch durchaus eine Menge Witz dabei (gerade das Schnabelbuch hat mich wirklich immer wieder grinsen lassen, besonders weil es im Hörbuch auch sehr fantastisch gesprochen wurde). Leider hat mich das Buch da zwischendurch dann eine ganze Weile verloren, denn so begeistert von und interessiert an der Welt ich auch war, Furia hat für mich zur Mitte hin als Charakter wirklich sehr nachgelassen. Die Unwissenheit fand ich durchaus verständlich, und sie war gut erklärt und ein super Mittel, um auch den Lesenden die Welt erklären zu können, aber leider war sie ab einem gewissen Punkt für mich zu festgefahren, und schien immer nur wieder identisch zu handeln und nicht wirklich darüber nachzudenken. Und dazu hat mir auch ein wenig die Gegenstimme gefehlt. Furia ist eine sehr fehlerbelastete Protagonistin, was einerseits wirklich super ist, weil es sie menschlicher macht, andererseits hatte ich das Gefühl, dass das von Meyer im Buch kaum aufgegriffen wird. An vielen Stellen wurde das für mich leider frustrierend, wenn sie niemandem zugehört hat, und gerade dadurch, dass beim Lesen durchaus klar wird, worauf alles hinausläuft, es also eigentlich sehr offensichtlich ist, hätte ich mir gewünscht, dass auch in der Richtung vielleicht mehr Charakterentwicklung vorhanden gewesen wäre, dann an anderer Stelle hatte ich sehr wohl das Gefühl, dass sie sich weiter entwickelt.
Abgesehen von Furia gab es auch zwei drei andere Figuren bzw. Stellen, die ich etwas zu viel fand, auch wenn ich mit dem düsteren durchaus klar kam, trotzdem kam es mir manchmal ein paar Schritte zu weit vor, aber im großen und ganzen waren alle Figuren (sowohl die menschlichen als auch unmenschlichen) ziemlich gut gemacht, und ich habe in allen Szenen gerne von ihnen gelesen. Es gab vielleicht ein paar, von denen ich mir etwas mehr gewünscht hätte, aber wirklich zur Geschichte gepasst hätte es vermutlich nicht. Vielleicht im nächsten Band, wer weiß.
Wo ich den Großteil ab der Mitte eher mittelmäßig fand (trotzdem noch nicht schlecht, aber eben eher etwas anstrengender), war das Ende dann wieder mehr nach meinem Geschmack, und konnte mich wieder ziemlich von sich überzeugen und mich zufriedenstellen. Ich hätte nicht damit gerechnet, wie sich alles schließlich auflöst, fand den Gedankengang für die Geschichte aber durchaus logisch, und Furia dann auch wieder wesentlich erträglicher, und so hatte das Buch zwar eindeutig seine Schwächen in meinen Augen, insgesamt hatte ich aber dennoch eine Menge Freude an der Geschichte und habe sie durchaus gerne gelesen.
Der Großteil dieses Buches hat mir wirklich sehr gut gefallen. El-Bahay hat einen tollen Schreibstil und die magische Welt hat mich wirklich schnell eingefangen und begeistern können. Auch die Figuren ...
Der Großteil dieses Buches hat mir wirklich sehr gut gefallen. El-Bahay hat einen tollen Schreibstil und die magische Welt hat mich wirklich schnell eingefangen und begeistern können. Auch die Figuren waren nachvollziehbar geschrieben, und mit Léo gemeinsam die andere Seite kennenzulernen und langsam zu erfahren, was genau vor sich geht, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das Buch war außerdem auf eine sehr angenehme Art und Weise ziemlich ernst und Düster, aber ohne je zu dunkel zu werden, in meinen Augen.
Leider hat die Geschichte für mich gerade zum Ende hin immer mehr nachgelassen. Der Großteil war dennoch fantastisch, aber die letzten 50 Seiten (mehr oder weniger) fühlten sich für mich leider etwas zu schnell an, und an der Stelle ist plötzlich zu viel auf einmal passiert, und auch auf eine Art, die es mir schwer gemacht hat, tatsächlich etwas zu empfinden, weil nicht alles davon so absehbar war/die nötige Zeit hatte, um wirklich Spuren zu hinterlassen. Es war trotzdem kein schlechtes Ende, nur für mich war es nicht ganz so zufriedenstellend wie ich mir nach allem anderen erhofft hatte, weil es einfach so zügig auch gleich wieder vorbei war, dass ich gar nicht wirklich mit dem zurechtkommen musste, was passiert, weil immer sofort das nächste war und dann war es auch schon vorbei. Ich wünschte, an der Stelle hätte El-Bahay sich genauso viel Zeit gelassen, wie es beim gesamten Rest der Fall war.
Es war aber trotzdem ein sehr schönes Buch, mit tollen Figuren, einer wirklich schönen Welt, und ich bin auch keineswegs unzufrieden damit, wie alles ausgegangen ist. Im Gegenteil, ich finde es durchaus ein sehr passendes Ende. Nur eben etwas schnell, aber abgesehen davon hatte ich wirklich viel Freude mit dem Buch und seiner Geschichte.
Dieses Buch hat mich leider beim Lesen wirklich viel zu traurig gemacht. Und leider nicht im positiven Sinne. Es fing damit an, dass das Cover (das wirklich großartig aussieht) nur so nach Fantasy schreit, ...
Dieses Buch hat mich leider beim Lesen wirklich viel zu traurig gemacht. Und leider nicht im positiven Sinne. Es fing damit an, dass das Cover (das wirklich großartig aussieht) nur so nach Fantasy schreit, der Klappentext ebenfalls eindeutig nach Fantasy klingt (jedenfalls in meiner Version) und es auf Goodreads als Fantasy-Buch gelistet wird, weshalb ich natürlich mit Fantasy gerechnet habe, und gerade bei dem Cover und dem Namen Raban bin ich davon ausgegangen, dass Ariane ein High-Fantasy-Setting für ihr Buch entworfen hat, aber als ich das Buch dann aufgeschlagen habe, haben mich Superkräfte und Nummern und Experimente erwartet, was eindeutig eher nach Science-Fiction aussieht. Und mich insofern relativ enttäuscht hat, dass ich in dem Moment wirklich gerne ein Fantasy-Buch lesen wollte, keinen Sci-Fi-Roman. Aber ich lese Sci-Fi durchaus gerne, und ich fand das erste Kapitel auch ansprechend geschrieben, und so habe ich das Buch einfach ein wenig beiseite gelegt, um es dann zu lesen, wenn mir mehr nach Sci-Fi ist. Ich war zwar in dem Moment enttäuscht, aber absolut bereit, dem Buch mit meinen neuen Erwartungen eine zweite Chance zu geben ... und leider wurde ich dann beim nächsten Versuch auf einem ganz anderen Level enttäuscht, fürchte ich.
Die Idee der Geschichte gefällt mir wirklich gut, und es gab immer wieder Situationen, in denen ich wirklich in den geschriebenen Szenen gefangen war und ich gemerkt habe, dass Andel durchaus zu wissen scheint, was sie tut, aber leider gab es wesentlich häufiger Momente, in denen das Buch dann doch sehr weit hinter meinen Erwartungen und Hoffnungen zurück blieb.
Der Wechsel aus Arianes Geschichte und ihrem Buch hat mir eigentlich ganz gut gefallen, und es war eine ganz spannende Art, die Geschichte zu lesen, aber leider nimmt Ariane in ihrem Leben dann oft sehr viel vom Buch vorweg, sodass eigentlich klar ist, was passieren wird, und man selbst mir dem, was sie verfasst, dann nicht mehr mitfiebern kann. Man weiß ja, was kommt. Und eigentlich stören mich Spoiler überhaupt nicht, und sie hätten es hier vermutlich auch nicht getan, aber auf der anderen Seite ist Arianes Buch stilistisch dann auch nicht gut genug geschrieben, als dass ich daran dennoch meine Freude gehabt haben könnte. Was mich noch einmal mehr gestört hat, weil ich in Arianes echtem Leben durchaus sehen konnte, dass Andel schreiben kann. Oder auf jeden Fall hatte ich den Eindruck. Jedenfalls war das echte Leben um einiges ansprechender zu lesen in meinen Augen. Vielleicht auch, weil dort nicht alles schon vorgegeben war, ich weiß es nicht, aber das Buch, das Ariane schrieb, war für mich leider eher mittelmäßig. Mit Monologen von Bösewichten, vorhersehbaren Plots (selbst ohne, dass vorher klar gewesen wäre, was kommt), und vielen Figuren, die eher recht flach wirkten. Was hier allerdings etwas ist, das auch im restlichen Buch vorkam. Und leider hat es auch nicht geholfen, dass Arianes Buch eine menge Logikfehler hatte, die im richtigen Buch benannt wurden, was dann dafür gesorgt hat, dass es nicht mehr ein einfacher Logikfehler war, über den ich hinwegsehen konnte, sondern mir dann das Gefühl gab, dass Andel einfach keine Lust hatte, sich eine Lösung auszudenken, denn sonst hätte sie die Gelegenheit ja gehabt, immerhin waren ihr die Fehler bewusst. Auch denkt Ariane am Anfang darüber nach, dass ihr Buch nicht sonderlich gut geschrieben ist, was auf mich ein wenig den Eindruck hatte, dass Andel zu entschuldigen versucht, dass in Arianes Buch nicht genauso viel Energie floss wie in Andels, das wird dann aber gepaart damit, das absolut jede Figur, die Arianes Buch liest, absolut begeistert davon ist, und es für so großartig hält, dass es sofort verlegt werden muss, weil die ganze Welt davon lesen muss. Für mich hat das leider überhaupt nicht zusammengepasst, und ... so leid es mir tut, aber so gut war das Buch nicht. Nicht einmal ansatzweise. Besonders, weil Arianes Psychologe teils seine komplette Sitzung nur damit verbringt, das Buch zu lesen und über das Buch zu reden, weil es ihn so mitreißt und er es so unglaublich großartig findet, und ... das fühlte sich beim Lesen einfach wirklich nicht richtig an. Und außerdem hat es die Figuren leer wirken lassen, und als hätten sie nicht wirklich eigene Dinge zu tun.
Dieses Problem bestand allerdings noch aus weiteren Gründen, und es macht mich so unglaublich traurig, denn ich glaube, die Figuren hätten wirklich wirklich toll werden können, aber irgendwie sind dann alle Szenen, in denen die Figuren tiefere Beziehungen eingehen könnten, oder Gespräche, oder in denen sich Verbindungen entwickeln könnten oder irgendwas ... einfach übersprungen. Leider war das so ein wenig der Punkt, an dem ich dann die Hoffnung aufgegeben habe. Bis dahin habe ich immer gehofft, dass es besser wird, danach habe ich eigentlich nur noch weitergelesen, weil ich wissen wollte, was passiert. Und das wollte ich bis zum Ende, also es war wirklich nicht so, als hätte das Buch mich nicht interessiert! Aber ganze viele Momente in denen Figuren hätten aufgebaut werden sollen, oder in denen sie mir beim Lesen hätten ans Herz wachsen sollen, waren wirklich einfach nicht beschrieben. Teils, indem lange Zeiträume einfach übersprungen wurden und Figuren dann da waren (was mich wirklich mit am traurigsten gemacht hat, denn ich glaube, ich hätte es geliebt, diese ganzen Jahre zu lesen), teils, indem in einem Gespräch von zwei Seiten eigentlich jegliche Konflikte aus dem Weg geräumt werden und dann alle glücklich sind, abgesehen von zwei/drei zukünftigen Erwähnungen. Und als jemand, der es liebt, wenn Partner in Büchern kommunizieren ... das fühlte sich nicht richtig an. Kommunikation ist toll, aber sie soll bitte auch ein Fünkchen Realismus in sich tragen, und hier wurden wirklich einfach jegliche Konflikte übersprungen, und es fühlte sich ziemlich ... faul an? Was mir total leid tut, aber so ging es mir beim Lesen leider wirklich.
Und genauso ist der Höhepunkt und das Ende dann irgendwie auch. Ich bin tatsächlich nicht mal sauer oder enttäuscht wegen dem Klischee, gerade für die Situation war das eine realistische Lösung (auch wenn es zweifellos noch andere Lösungen gegeben hätte, oder mir wäre zumindest eine eingefallen, wie man das alles etwas umschreiben und das Klischee hätte vermeiden können, und das ohne viel aufwand), aber der Rest war leider auch hier wieder sehr Konfliktfrei und Dinge haben sich sehr viel einfach ergeben. Was in Kombination damit, wie viele Konflikte in das Buch geschrieben wurden, und wie düster es teilweise war, für mich leider nicht wirklich zufriedenstellend war. Das Ende schien zum Buch einfach nicht so ganz zu passen.
Und insgesamt tut es mir wirklich unglaublich leid, dass ich so über dieses Buch herziehe, aber ich hatte wirklich große Erwartungen, und auch während des Lesens noch Hoffnungen, und irgendwie hat Andel es geschafft, dass diese Hoffnung erst ganz am Ende endgültig enttäuscht wurde, sodass es sich irgendwie noch schlechter anfühlt. Merkwürdigerweise bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben, gerade weil die Idee mir auch wirklich gut gefallen hat, aber da ich durchaus das Gefühl hatte, dass Andel schreiben kann, hätte ich mir mehr erwartet. Mindestens in der Ausarbeitung der Figuren, obwohl etwas mehr Aufmerksamkeit und Einfühlsamkeit bei bestimmten angesprochenen Themen auch nicht geschadet hätten.
Leider keine Geschichte, die mich überzeugen konnte, auch wenn sie Inhaltlich durchaus hätte gut werden können. Sie hatte aber auch ihre guten Momente, und es gab durchaus einige (leider wenige) Kapitel, die ich regelrecht verschlungen habe ... ich wünschte nur, es wären mehr gewesen.
Ich habe dieses Buch mit dem Wissen gelesen, dass Nico Semsrott es nicht selbst geschrieben hat, aber hätte ich es nicht gewusst, wäre es mir vermutlich nicht aufgefallen, denn in meinen Augen hat die ...
Ich habe dieses Buch mit dem Wissen gelesen, dass Nico Semsrott es nicht selbst geschrieben hat, aber hätte ich es nicht gewusst, wäre es mir vermutlich nicht aufgefallen, denn in meinen Augen hat die Person, die das Buch stattdessen verfasst hat, den Ton sehr gut getroffen, in dem er auch seine Vorträge hält. Jedenfalls konnte ich mir bestens vorstellen, wie er selbst aus dem Buch liest, und es hätte für mich in sehr vielen Momenten nicht anders geklungen, als wenn es einer seiner eigenen Texte gewesen wäre. Insofern war ich auch recht positiv von den Texten überrascht, denn eigentlich hätte ich nicht erwartet, den Ton so gut getroffen zu lesen.
Was ich nicht erwartet habe, war die Mischung aus Biographie und Informationen, die mich ebenfalls positiv überrascht hat. Es war nicht das, weshalb ich das Buch lesen wollte, aber es war trotzdem sehr interessant, auch ein wenig mehr aus Nico Semsrotts leben zu erfahren, auch die Teile, die nicht mit Politik oder seinem beruflichen Werdegang zu tun hatten.
Meinen Erwartungen entsprochen haben allerdings die vielen Informationen. Es ist kein Buch, das man einfach so mal eben durchliest, oder bei dem man das Gefühl hat, nicht mit dem Lesen aufhören zu können (jedenfalls war es bei mir nicht so), aber angesichts des Themas habe ich auch nichts anderes erwartet. Die einzelnen Kapitel sind dafür durchaus informativ, geben ein paar Einblicke in den Alltag, den Nico Semsrott hatte, und noch viel mehr Einblicke in die Verworrenheit von allem, was hinter verschlossenen Türen abläuft, und als Informationsweitergabe denke ich, dass die Zusammenarbeit aus Nico Semsrotts Notizen und dem letztendlichen Text des:der Verfasser:in gut Funktioniert hat.
Leider muss ich auch einige Abstriche machen, da es teils Sätze oder sogar Passagen gab, die mir persönlich zu ähnlich zueinander waren, sodass einige Sätze teils an unterschiedlichen Stellen fast (wenn nicht sogar ganz) identisch erneut verwendet wurden, was mir durchaus nicht sehr positiv aufgefallen ist, und während ich die Mischung aus Text aus diesem Buch und zwischendurch ein paar Texte/verschriftlichte Auftritte von Nico Semsrott sehr gut fand, gibt es bei den Auftritten einige Witze, die eher visuell funktionieren, und die entsprechenden Grafiken sind im Buch leider nicht abgedruckt, sodass diese Textpassagen leider nicht immer zu verstehen sind, wenn man die originalen Auftritte nicht kennt, was mir leider ziemlich negativ aufgefallen ist, auch wenn ich die Auftritte sehr wohl kenne.
Insofern war das Buch durchaus interessant, und auch nicht schlecht geschrieben, es hatte aber auch seine Schwächen, fürchte ich, und war nicht so gut, wie ich es mir erhofft hätte. (Und irgendjemand hat angemerkt, dass Credits nett gewesen wären, dem stimme ich zu, mich hätte auch interessiert, wer genau das Buch denn nun geschrieben hat.)
Das Buch ist relativ flink zu lesen gewesen, auch weil es ein wenig kürzer war als Band 1, und ist wieder richtig schön aufgebaut (auch wenn die farbigen Seiten diesmal um einiges schwerer zu lesen sind, ...
Das Buch ist relativ flink zu lesen gewesen, auch weil es ein wenig kürzer war als Band 1, und ist wieder richtig schön aufgebaut (auch wenn die farbigen Seiten diesmal um einiges schwerer zu lesen sind, weil grüne Schrift auf dunkelgrünem Papier sich nicht so gut macht wie weiß auf blau), aber leider hat mir der Stil wieder nicht so richtig gefallen, obwohl ich ihn tatsächlich etwas besser fand als beim ersten Band, und die Geschichte war wieder simpel und vom Aufbau her vielleicht sogar etwas weniger meins, als in Band 1. Oder nicht die Geschichte an sich, die fand ich sogar in Ordnung, mit den Göttern (auch wenn sie auf mich weiterhin eher wie Kinder als Götter wirken, was der Geschichte in Meinen Augen leider einiges an Wirkung nimmt), aber alles zwischenmenschliche ließ für mich noch mehr zu wünschen übrig als je zuvor.
Ich kann Mats Einstellung total gut nachvollziehen, und ich hätte mir gewünscht, dass es tatsächlich eine Rolle spielt, wie wenig er sich zugehörig fühlt, aber irgendwie ist das nur ein Aufhänger, um den Rest der Geschichte einzuleiten, und es ändert sich bis zum Ende nichts daran. Oder es ändern sich Dinge daran, aber leider wie in Band 1 eher aus dem nichts, und nicht, weil sich tatsächlich etwas entwickelt hätte. Was das angeht ist das Buch leider sehr schnell dabei, einfach Fakten zu nennen oder Dinge zu erklären, statt zu beschreiben, wie Sachen sich entwickeln, was ich unglaublich schade fand. Dadurch haben jegliche Streitigkeiten leider sehr an Wirkung verloren.
Auch hatte ich das Gefühl, dass das Buch an einigen Stellen nicht ganz mit Band 1 zusammenpasst (Finja verschwindet hier und ihre Mutter rastet aus, in Band 1 war sie nur besorgt und die Auswirkung war nicht ansatzweise so groß, obwohl die Situation ja an sich für die Mutter identisch ist), und viele Handlungen wirkten auf mich nicht sonderlich logisch, was ich bei den Kindern total in Ordnung finde, aber gerade von den Erwachsenen hätte ich wirklich mehr erwartet. Das Problem gab es in Band 1 auch schon, aber hier fiel es mir jetzt noch mal mehr auf, weil in einem Wettrennen sehr am Anfang zum Beispiel alles erlaubt ist, auch andere zu verletzen, und warum sollte man das so machen? Es gab Quellwächter, die mit Spitzen Waffen aufeinander losgegangen sind, was wenn da jemand wirklich ernsthaft verletzt worden oder sogar gestorben wäre? Es kann doch nicht das Ziel sein, seine eigenen Reihen zu schwächen ...
Also wieder total schönes Buch, aber inhaltlich hat es mich doch eher unzufrieden zurückgelassen, und die Figuren (gerade alle, aus deren Sicht nichts geschrieben ist), sind wirklich sehr flach diesmal. Vermutlich auch, weil es alles aus Mats Sicht ist, und er nicht so viele Verbindungen hat, aber irgendwie wird das dann auch nie richtig aufgegriffen, sondern nur erwähnt, und leider war es mir insgesamt einfach wieder zu oberflächlich. Was nichts daran ändert, dass ich sicher bin, dass es anderen Leuten gefallen könnte, vielleicht gerade Kindern, aber meine Ansprüche an Kinderbücher sind gerade zwischenmenschlich bei solchen Geschichten etwas höher, fürchte ich.