Leider sehr enttäuschendes Ende
Eona - DrachentochterIch habe dieses Buch als Kind bereits einmal gelesen, oder es versucht, irgendwann nach 2/5 aufgegeben, weil ich keine Zeit mehr hatte, und als ich nun in der Bibliothek das gekürzte Hörbuch gefunden habe, ...
Ich habe dieses Buch als Kind bereits einmal gelesen, oder es versucht, irgendwann nach 2/5 aufgegeben, weil ich keine Zeit mehr hatte, und als ich nun in der Bibliothek das gekürzte Hörbuch gefunden habe, dachte ich mir: warum nicht?
Jetzt darf sich das alte Buch über ein neues Zuhause bei anderen Leuten freuen, weil bei mir wird es auf jeden Fall nicht bleiben. Es ist nicht zwingend, dass das Buch schlecht ist, es hat sogar einige echt gute Elemente, die mir super gefallen haben, es ist nur die Mischung aus "Hauptfigur soll schlau sein aber bemerkt die offensichtlichsten Dinge nicht" und "erwachsener Antagonist möchte an Macht kommen und hält sexuelle Gewalt an einer zwölfjährigen für die Lösung" ähm ... let's maybe not? Natürlich ist er ein Bösewicht, und Bösewichte treffen böse Entscheidungen, aber ich muss sagen, ich bin glaube ich einfach über die Zeit hinweg, in der ich sowas noch als akzeptable Bösewicht-Motivation gesehen habe, und bin inzwischen eindeutig mehr auf der Seite von "Oh mein Gott, warum, sie ist zwölf!" wäre sie erwachsen gewesen, könnte ich zumindest irgendwie damit leben, dann wäre es "nur" 'ne Bösewicht-Sache, aber sie ist ein Kind! Irgendwo muss doch 'ne Grenze sein!
Wie auch immer. Darüber hätte ich tatsächlich noch irgendwie hinwegsehen können, bzw. wären es vermutlich drei Sterne geworden, weil egal wie offensichtlich ich die Lösung für Eonas Probleme auch finde, oder wie sehr ich nie wieder vom Bösewicht hätte lesen wollen, ich glaube, dass das Buch für die richtige Zielgruppe tatsächlich okay gewesen wäre.
Und dann kam die Wunderheilung und die Tatsache, dass Eona am Ende "nicht mehr kaputt" ist, weil sie ihre Behinderung verliert ... nein Danke.
Das Buch hatte zwei richtig gute Sachen in meinen Augen und das war einmal die (natürlich nicht so benannte, aber dennoch vorhandene) trans Frau, die mich richtig positiv überrascht hat, und die ich als Figur echt cool fand, und einmal Eonas verletztes Bein, weil es Protagonisten mit Einschränkungen leider noch immer viel zu selten in Büchern gibt. Leider kann die großartige Lady Dela als Nebencharakter für mich nicht aufwiegen, wie enttäuscht ich über die Wunderheilung am Ende war, und entsprechend gibt es von mir keine drei Sterne mehr. Bestimmt ist das Buch trotzdem super für die Entsprechende Zielgruppe, für mich ging es ab dem Punkt nur eben leider von einem "nicht für mich" zu einem "okay, jetzt bin ich maßlos enttäuscht" über.
Vielleicht liegt es an der gekürzten Version, dass manches nicht ausgearbeitet genug war, aber da die Tatsachen wohl kaum dazuerfunden wurden, wenn es sie vorher nicht gab, macht es für mich nicht so richtig einen Unterschied.