Daughter of Smoke and Bone fand ich durch das Cover sofort unglaublich ansprechend, kam unter anderem auch durch die fantastische Stimme echt leicht ins Geschehen, und habe die Geschichte sehr schnell sehr genossen, weil es zwar durchaus ein paar "bekannte Elemente" gibt, was das "normale" Leben angeht, dass die Protagonistin führt, in dem sie aber doch immer wieder mit magischem zu tun hat, aber die Art, wie das umgesetzt wurde, kam mir beim Hören dann doch neu vor. So war die Protagonistin zum Beispiel teils auf eine sympathische Art recht ich-bezogen, und hat ihre Fähigkeiten auch mal (häufiger) für eigene Zwecke eingesetzt, und ganz ehrlich? Wofür hat sie die Möglichkeiten denn, wenn sie sie dann gar nicht nutzt? Insofern super Sache.
Dass es danach dann mit einem Mysterium weiterging, und ganz vielen Geheimnissen, die unbedingt geklärt werden mussten, hat mich ebenfalls voll überzeugt, und abgesehen von einer einzigen Szene ganz am Anfang war ich einfach richtig gespannt auf all die Auflösungen und was genau los ist, und wie das alles gelöst wird ... und dann kam leider die zweite Hälfte, in der ich irgendwie das Gefühl hatte, dass sich alle Stränge im nichts verlaufen.
Wir bekommen zwar antworten, aber irgendwie nur durch den Fokus auf einer ganz extremen Romanze, die aber eigentlich (gefühlt) aus nichts besteht, außer dem ganz extremen Bestehen darauf, dass da was ist. Aber was? Okay, die Figuren sehen gut aus, aber was noch? Irgendwann gibt es da zwar etwas mehr (und zugegeben, den Part fand ich auch wieder ganz gut), aber mich mit einem so starken Fokus auf dem Mysterium zu ködern, und dann praktisch alles von einem "ich fühle mich so hingezogen von der anderen Person" überschatten zu lassen ... das hat mich dann doch sehr enttäuscht. Ich hätte gegen eine Romanze gar nichts gehabt (die war ja auch zu erwarten), dass über die Romanze aber alles andere gefühlt weniger wichtig wurde fand ich sehr schade. Dabei glaube ich nicht einmal, dass das absichtlich so war, aber selbst die Momente, in denen es um anderes ging, wurden trotzdem immer mit so starken "Gefühlen" untermauert, dass es auch da irgendwie um nichts anderes ging. Oder zumindest machte das Buch auf mich diesen Eindruck.
Insofern fand ich zwar die erste Hälfte (und es war wirklich ziemlich genau die Hälfte) echt stark, die zweite dann aber besonders im Vergleich umso schwächer, und gehe da auch (trotz tatsächlich ganz gutem Ende) eher mit einem "meh"-Gefühl aus der Sache raus, weil ich gerade das Gefühl habe, dass der Rest der Reihe vermutlich mit dem Fokus auf der Romanze weitergeht, und ich hätte mir doch etwas mehr als das versprochen.