Herzzerreißend, emotional, tragisch und ganz viel Tiefgang
FlüchtlingskindLodz 1944
Die Rote Armee rückt immer näher, daher beschließen einige Deutsche, den Ort zu verlassen um nach Westdeutschland zu fliehen. Auch Emma schließt sich mit ihrer 7 jährigen Tochter Sophie und ihrem ...
Lodz 1944
Die Rote Armee rückt immer näher, daher beschließen einige Deutsche, den Ort zu verlassen um nach Westdeutschland zu fliehen. Auch Emma schließt sich mit ihrer 7 jährigen Tochter Sophie und ihrem 4 jährigen Sohn Jakob dem Trek an. Die wochenlange Reise zu Fuß im Winter ist sehr beschwerlich und Jakob wird schwer krank.
Als sie endlich die Zwischenstation Posen erreichen ist Jakob mehr tot als lebendig, daher bringt Emma ihn ins örtliche Krankenhaus. Sie darf nicht bei ihm bleiben und muss solange er behandelt wird im Flüchtlingslager unterkommen. Kurz darauf werden alle Deutschen aus Posen evakuiert, weil auch dort die Rote Armee anzukommen droht. Emma findet keine Möglichkeit mehr, Jakob zu sich zurück zu holen und muss ihn schweren Herzens zurücklassen, denn sie kann das Risiko nicht eingehen dass ihre Tochter der Roten Armee in die Hände fällt.
Wird es ihr gelingen ihren geliebten Jungen wieder zurück zu bekommen?
In der Zwischenzeit hat sich die polnische Krankenschwester Irena dem kleinen Jakob angenommen, nachdem er von seiner Mutter nicht abgeholt wird. Sie hat unter der Herrschaft der SS in ihrer Stadt schlimmes erlebt und hofft mit ihrem Mann Luka sehnlichst darauf, dass nun die Befreiung durch die Rote Armee erfolgt. Sie geht ein großes Risiko ein, den deutschen Jungen bei sich aufzunehmen, aber sie bringt es nicht über sich, das kranke Kind einfach sich selbst zu überlassen. Ihr Plan ist, nach Jakobs Mutter zu suchen, aber wird sie sie finden?
Schon das Cover hat mich sehr berührt. Der kleine Junge mit dem Teddy im Arm allein im Schnee auf einem Koffer sitzend, da zerfließt mein Herz.
Aber auch die Geschichte hat mich viele Tränen gekostet. Sie ist so herzzerreißend und tragisch, die Figuren so authentisch und so voller Liebe, Angst, Sehnsucht und Kummer. Der Schreibstil ist unheimlich fesselnd und so bildhaft, dass ich durchweg das Gefühl hatte dabei zu sein.
Ich weiß nicht, wann mich ein Buch zuletzt so mitgenommen hat mit so vielen Emotionen und so wahnsinnig viel Tiefgang. Ich habe bei jeder einzelnen Seite mitgefühlt, mitgeliebt und mitgelitten, am liebsten hätte ich die Charaktere in den Arm genommen um ihnen beizustehen.
Ich kann dieses Buch in keine Schublade stecken, es ist für mich so besonders und einzigartig, ein absolutes Highlight.
Eine ganz klare und bedingungslose Leseempfehlung.