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Veröffentlicht am 21.06.2026

Über die Liebe - beunruhigend, traurig, grausam, zärtlich

Alles Liebe
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Ronja von Rönnes neues Buch "Alles Liebe" hat mich wirklich umgehauen. Die 5 kurzen Geschichten sind alle lose miteinander verbunden und alle, wirklich alle, haben mich am Ende der jeweiligen Geschichte ...

Ronja von Rönnes neues Buch "Alles Liebe" hat mich wirklich umgehauen. Die 5 kurzen Geschichten sind alle lose miteinander verbunden und alle, wirklich alle, haben mich am Ende der jeweiligen Geschichte sprachlos zurück gelassen.
Es geht um Laura, die als junges Mädchen feststellt, wie es sie aufwertet in den Augen der Mitschüler, Lehrer und anderer Eltern, wenn sie Mitleid erweckt und spannende Geschichten erzählen kann. Um Barbara, die sich aus ihrem einsamen und unfassbar traurigen Leben in eine Phantasiewelt flüchtet. Es geht um Heike, die sich mit einer lieblosen Ehe und einer passiv-aggressiven Schwiegermutter herumschlägt. Es geht um Christina, die feststellt, dass Liebe auch einfach aufhören kann. Und es geht um Mattis, der den Bogen wieder zu Laura schlägt, die nun erwachsen ist und nie aufgehört hat, zu lügen und Geschichten zu übertreiben.
Die Geschichten sind klar und pointiert geschrieben, die Figuren gut umrissen und plastisch geschrieben. Jede Geschichte, jedes Schicksal trifft beim Lesen direkt ins Herz - und die kunstvolle Verwebung der Kurzgeschichten miteinander macht den Roman wirklich zu einem Meisterwerk.
Ich habe Angst bekommen, ich habe gelacht, ich habe mit gefühlt und getrauert und ich habe Gänsehaut bekommt - ein Roman, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Idefix und seine Gang - genauso lustig wie die Gallier

Idefix und die Unbeugsamen 09
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Idefix und seine Meute leben in Lutetia - der Stadt, die wie alle Asterix Kenner wissen, heute Paris heißt. Sie sind genau wie die Dorfbewohner der genialen Asterix und Obelix Comics wehrhaft und lassen ...

Idefix und seine Meute leben in Lutetia - der Stadt, die wie alle Asterix Kenner wissen, heute Paris heißt. Sie sind genau wie die Dorfbewohner der genialen Asterix und Obelix Comics wehrhaft und lassen sich von den römischen Besatzern nichts sagen. 
Die Zeichnungen und Texte sind wirklich genauso gut wie bei den Asterix und Obelix Comics, es gibt lateinische Zitate, lächerliche und cholerische Römer, perfekt gewählte Namen (die sind echt immer ein Highlight!) und Abenteuer, die beim Lesen einfach nur sehr, sehr gut unterhalten. 
Im 9. Band der Idefix Reihe gibt es drei Geschichten - "Im Schatten der Römer", in der ein junger Gallier Banksy-artig den römischen Statthalter und seine Katze verspottet und am Ende triumphiert, "Ein Zerberus zuviel", in dem ein magischer Trank unerwünschte Wirkung zeigt und "Zank um Apfelsine" - hier gibt es Streit um "Foodtrucks", gallische Metzgerin vs. römischer Koch.
Wie immer gewinnen die Gallier - in der Idefix Reihe genial unterstützt durch Idefix und seine Meute bestehend aus Hunden, Katze, Uhu und Taube. 
Klare Leseempfehlung für ein sehr amüsantes Comic-Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Wunderschön illustriertes kurzes Märchenbuch

Die Puppe im Grase
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Die Puppe im Grase ist eine Sammlung für mich eher unbekannter Märchen aus Norwegen. Ich kannte nur "Die zwölf wilden Enten", alle anderen waren für mich unbekannt. Wie auch die Grimms Märchen sind manche ...

Die Puppe im Grase ist eine Sammlung für mich eher unbekannter Märchen aus Norwegen. Ich kannte nur "Die zwölf wilden Enten", alle anderen waren für mich unbekannt. Wie auch die Grimms Märchen sind manche ganz schön heftig zu lesen, allerdings sind alle voller Atmosphäre und wenn auch teilweise recht kurz, durchaus unterhaltsam.
Insgesamt sind es zwölf Märchen, die teilweise nur 2 Seiten lang sind. Bei manchen bin ich ein bisschen ratlos gewesen, ob ich sie verstanden habe, andere dagegen haben mich sehr berührt und fasziniert.
Die Illustrationen sind wie immer einfach nur wunderschön und hier durch den vorherrschenden blau-türkisen Farbton wirklich sehr ansprechend gestaltet.
Als Sammlerstück für mich ein Must-Have und als Leserin eine unterhaltsame Lektüre, die mich an meinen Urlaub in Kopenhagen erinnert hat und schon aus dem Grund einfach nur toll ist!

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Bissige Satire und Hommage an Kafkas Verwandlung

Die Kakerlake
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Jim Sams ist der Premierminister von Großbritannien - und als dieser wacht eines Tages in seinem Körper ein Wesen auf, das eigentlich eine Kakerlake ist... Gemeinsam mit anderen verwandelten Kabinettsmitgliedern ...

Jim Sams ist der Premierminister von Großbritannien - und als dieser wacht eines Tages in seinem Körper ein Wesen auf, das eigentlich eine Kakerlake ist... Gemeinsam mit anderen verwandelten Kabinettsmitgliedern hat er eine Mission, die er - anders als sein menschlicher Vorgänger - durchsetzen will mit allen Mitteln!
Schon am Namen und diesem Satz merkt man, Ian McEwan verneigt sich mit seinem Kurzroman vor dem großen Kafka und dessen Meisterwerk "Die Verwandlung". Anders als dort ist es hier eine Kakerlake, also ein Käfer, der eine menschliche Gestalt bewohnt und nicht ein Mensch, der als Käfer aufwacht. Jim Sims, der Käfer, kommt auch sehr viel schneller mit seiner Verwandlung klar, als es Kafkas Samsa tat. Der schmale Band hat es in sich - eine bissige Politsatire auf die britische Regierung, sehr deutliche Anspielungen auf andere internationale Politikgrößen und ein Plot, der haarsträubend ist und mich sehr, sehr amüsiert hat.
Klare Leseempfehlung für eine intelligente Lektüre, die sehr satirisch und sehr gut lesbar ist.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Über das Alt werden...

Fünf, sechs, sieben, acht
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ls der 60jährige Anton seinen Job als Choreograph und künstlerischer Leiter an der Bühne seiner Heimatstadt ausgerechnet an seine Tochter Emma verliert, stürzt er in eine Lebenskrise, die - wenn er ganz ...

ls der 60jährige Anton seinen Job als Choreograph und künstlerischer Leiter an der Bühne seiner Heimatstadt ausgerechnet an seine Tochter Emma verliert, stürzt er in eine Lebenskrise, die - wenn er ganz ehrlich ist - bereits angefangen hatte. Verbittert, verunsichert und wütend stellt er sein Leben und seine Entscheidungen in Frage und versucht, seine verschwundene Jugendliebe wiederzufinden, in der Hoffnung, dass dies sein Leben verändern wird. 

Ewald Arenz schreibt so wunderschön, dass ich mir am liebsten ständig Zitate highlighten würde (was ich aber grundsätzlich nicht tue). Sein Protagonist Anton ist kein einfacher Charakter, ich habe ihn streckenweise nicht sehr gemocht und fast die Geduld mit ihm verloren. 

Zum Glück gibt es aber auch starke Nebencharaktere, wie seine Exfrau Katja, die gemeinsame Tochter Emma, aber auch Aya, Antons Schülerin.
Die Geschichte entwickelt sich anders als ich es erwartet habe und sie hat mich im positiven Sinne überrascht! Es geht im wesentlichen darum, wie jemand sein Leben reflektiert und sich damit abzufinden beginnt, dass er sterblich ist, wie jeder Mensch, und dass das Altern ein Prozess ist, dem niemand entgehen kann, der lange leben möchte. 

Eine berührende Geschichte, die wirklich wunderschön geschrieben ist und die ich gerne und von Herzen weiter empfehle!

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