Tragisch schön
Laura hat herausgefunden, was sie tun muss, um im Mittelpunkt zu stehen. Barbara erleidet einen großen Verlust und kompensiert diesen mit einer Kaufsucht, einen erfundenen Mann inklusive. Heike wartet ...
Laura hat herausgefunden, was sie tun muss, um im Mittelpunkt zu stehen. Barbara erleidet einen großen Verlust und kompensiert diesen mit einer Kaufsucht, einen erfundenen Mann inklusive. Heike wartet seit Jahrzehnten darauf, dass Versprechen eingehalten werden und Christina verkleinert mit ihrer Kunst die Welt. Mattis hingegen redet sich etwas ein, das ihm selbst nicht schmeckt. Liebe und Lüge geben sich im vorliegenden Roman die Hand.
»Schon in der siebten Klasse war mir klar, dass man ohne Drama niemand war, dass Aufmerksamkeit eine Währung ist, die man sich verdienen muss. Und jetzt hatte ich das perfekte Drama - eine todkranke beste Freundin.« (Seite 16)
Mit Laura fängt es an und mit Mattis endet es, dazwischen liegen Schicksale, um nicht zu sagen Welten. Komisch, schaurig, zärtlich, fast schon behutsam erzählt Ronja von Rönne und schafft es, mich über Stunden zu fesseln mit diesen Geschichten, die alle anders sind und zusammen dennoch einen Roman ergeben, der tragisch schön ist. Da die Lügen, hier der riesige Verlust, der im Wahnsinn mündet. Dort die Hoffnung, die verkümmert, und da die Traurigkeit, als die Liebe stirbt. Ich habe mich zwischen den Seiten gut aufgehoben gefühlt und war traurig, als es zu Ende ging. Ein Buch wie eine Umarmung, inhaltlich und sprachlich beglückend. Danke dafür.