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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2026

Warum unser Gehirn uns blockiert und wie wir dies ändern

Unstoppable Brain
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Das Buch "Unstoppable Brain. Warum unser Gehirn uns manchmal ausbremst.“ von Dr. Kyra Bobinet hat mich an Punkten abgeholt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Besonders wertvoll war für mich die Auseinandersetzung ...

Das Buch "Unstoppable Brain. Warum unser Gehirn uns manchmal ausbremst.“ von Dr. Kyra Bobinet hat mich an Punkten abgeholt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Besonders wertvoll war für mich die Auseinandersetzung mit meiner persönlichen Definition von Scheitern. Die Autorin regt dazu an, die gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen zu hinterfragen, die dieses Bild über Jahre hinweg geprägt haben.

Die Informationen über die Habenula waren für mich vollkommen neu und ein absolut erhellender Aspekt. Dass dieses kleine Hirnareal die Freisetzung von Dopamin und Serotonin steuert und damit maßgeblich beeinflusst, wie wir auf Rückschläge reagieren, war für mich völlig neu. Plötzlich versteht man viel besser, warum bestimmte Verhaltensmuster so festgefahren sind oder warum beispielsweise die Diätindustrie als Wirtschaftszweig so erschreckend gut funktioniert. Die Offenheit der Autorin empfand ich als besonders sympathisch. Dr. Bobinet teilt Beispiele aus ihrem eigenen Leben und dem ihrer Familie, in denen sie mutmaßlich scheiterte. Zu lesen, wie sie diese Situationen durch innovative Lösungsansätze und Iteration gewandelt hat, ist unglaublich motivierend. Es hilft dabei, Lernen als einen Prozess aus Versuch und Irrtum zu sehen, bei dem man sich seinem Ziel langsam annähert - jenseits vom Scheitern. Darüber hinaus war für mich der Abschnitt über die Systematk des Scheiterns sehr lerreich. Ich begann automatisch damit, die eigenen Erfahrungen zu analysieren und fast schon spielerisch zu schauen, unter welcher „Versager-Krankheit“ ich in bestimmten Momenten überwiegend gelitten habe.

Fazit: Inhaltlich ist das Buch eine große Bereicherung, auch wenn ich das Lesen gelegentlich als etwas anstrengend empfand. Für jeden, der verstehen will, warum das eigene Gehirn uns manchmal ausbremst und wie man den Weg der Iteration für sich nutzen kann, ist es eine eindeutige Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Viel mehr als nur Eierlieferanten: Ein faszinierender Blick auf das Huhn

Mein Leben mit Hühnern
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Während die Regale voller Ratgeber über Hunde und Katzen stehen, hat man bei Hühnern oft das Gefühl, es sei schon alles gesagt. Sie sind eben Nutztiere, die Eier liefern. Obwohl ich selbst ländlich aufgewachsen ...

Während die Regale voller Ratgeber über Hunde und Katzen stehen, hat man bei Hühnern oft das Gefühl, es sei schon alles gesagt. Sie sind eben Nutztiere, die Eier liefern. Obwohl ich selbst ländlich aufgewachsen bin und Hühner dort fest zum Alltag gehörten, musste ich mir eingestehen, dass mein Wissen über diese Gefährten eigentlich ziemlich oberflächlich war. Das wollte ich ändern und bin so bei Arthur Parkinson gelandet.

Er ist Gärtner und Influencer, aber vor allem merkt man seinem Buch an, dass seine Faszination für Hühner schon seit der Kindheit besteht. Er verbindet seine persönlichen Geschichten so lebendig mit fundiertem Wissen, dass man sofort in seine Welt hineingezogen wird. Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der enormen Rassenvielfalt. Durch die wunderschönen Aquarelle und Fotografien im Buch wird erst richtig klar, dass Huhn eben nicht gleich Huhn ist. Jede Art hat ganz eigene optische Merkmale und spezifische Bedürfnisse, die man beim flüchtigen Blick über den Gartenzaun völlig übersieht. Was mir aber am meisten gefallen hat: Es ist weit mehr als ein reines Fachbuch. Es ist ein Plädoyer für eine tierfreundliche Haltung. Der Autor gibt nicht nur wertvolle Tipps für ein gesundes Hühnerleben, sondern lässt auch hinterfragen, warum wir eigentlich so eine klare Grenze zwischen geliebten Haustieren wie Hunden oder Katzen und sogenannten Nutztieren ziehen? Die lesenswerte Mischung aus gelebten Geschichten und Fachwissen macht deutlich, dass auch jedes Huhn eine respektvolle Behandlung verdient.

Fazit: Ein faszinierendes Buch, das dazu inspiriert, Hühner nicht länger nur als Eierlieferanten, sondern als schützenswerte Gefährten mit eigener Persönlichkeit zu sehen. Absolut lesenswert für alle, die ihren Horizont über die klassischen Haustiere hinaus erweitern wollen.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Kaleidoskop der Buchleidenschaft

Eine Seite noch
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In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ...

In meinem Bekannten- und Familienkreis bin ich die einzige Leseratte. Vermutlich zieht mich Literatur über die Liebe zum geschriebenen Wort deshalb magisch an. Meike Winnemuths Enthusiasmus wäre absolut ansteckend, wenn ich nicht ohnehin schon längst „infiziert“ wäre.

In ihrem Werk „Eine Seite noch. Warum Lesen uns so glücklich macht“ beleuchtet die Autorin die verschiedensten Facetten dieser Leidenschaft. Sie geht der Frage nach, wie und warum Geschichten uns bewegen und durch das Leben begleiten. Dabei regt sie dazu an, auch die eigenen Lesegewohnheiten zu hinterfragen. So beginne ich nun tatsächlich damit, den inneren Druck abzubauen und frage mich: Muss ich wirklich jedes Kanonwerk gelesen haben? Oder darf ich einen Schmöker auch guten Gewissens zuklappen, bevor ich die letzte Seite erreicht habe? Frau Winnemuth erinnert daran, dass man beim Lesen die Regeln selbst bestimmt. Sie macht deutlich, dass Bücher Kaleidoskope der eigenen Wirklichkeit sind, die – abhängig von unseren subjektiven Erfahrungen – immer wieder neu gelesen und interpretiert werden können.

Fazit: Für jeden, der Geschichten nicht nur konsumiert, sondern sie fühlt, ist dieses Werk eine wunderbare Empfehlung. Indem es aufzeigt, wie facettenreich auch andere Menschen ihre Verbindung zu Büchern leben, gibt es einem die Erlaubnis, genau so zu lesen, wie es für einen selbst stimmig ist.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Ein kluges Manual für den Körper im Wandel

Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel
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Das Älterwerden verändert den vertrauten Körper, seine Fähigkeiten und seine Kompensationsmechanismen. Manchmal habe ich das Gefühl, „ihn“ ganz neu kennenzulernen und damit wächst der Wunsch nach einer ...

Das Älterwerden verändert den vertrauten Körper, seine Fähigkeiten und seine Kompensationsmechanismen. Manchmal habe ich das Gefühl, „ihn“ ganz neu kennenzulernen und damit wächst der Wunsch nach einer angepassten Gebrauchsanweisung, um ihn durch gute Wartung und Pflege bestmöglich in Schuss zu halten. Schließlich ist körperliche Fitness die Grundvoraussetzung für eine hohe Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb habe ich gezielt nach einem Ratgeber gesucht, der mir realistisch umsetzbare Strategien an die Hand gibt, ohne das Blaue vom Himmel zu versprechen oder auf teure Wundermittel zu verweisen. Ich wollte wissen: Welche Präparate, Interventionen und Vorsorgeuntersuchungen sind wirklich hilfreich und wie erkenne ich eine evidenzbasierte Studienlage?

"Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel“ von Herrn Prof. Dr. med. Trübel ist genau dieses Manual. Gegliedert in vier aufeinander aufbauende Kapitel, hilft es dabei, das gesunde Älterwerden klug zu managen. Die beschriebenen fünf "Strategiestellschrauben“ sind vielleicht nicht völlig neu, werden aber in ihrer alltagsnahen Umsetzbarkeit äußerst zugänglich aufbereitet.

Besonders dankbar bin ich für den 6-Wochen-Plan am Ende, der einen direkt "ins Tun“ bringt, sowie für die übersichtlichen Toolbox-Tabellen. Anhand dieser kann ich mir nun eine auf mich und meine individuellen Gesundheitsbaustellen angepasste Vorgehensweise zusammenstellen. Fazit: Ein fundierter, ehrlicher Ratgeber für alle, die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen wollen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein tiefgründiges Date, für das man sich Zeit nehmen sollte...

Ein Date mit deinem Gehirn
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Dr. Dr. Damir del Monte nimmt uns in seinem Buch "Ein Date mit deinem Gehirn“ mit auf eine Entdeckungsreise zu dem Organ, das unser Menschsein erst erschaffen hat und es bis heute und wohl auch noch in ...

Dr. Dr. Damir del Monte nimmt uns in seinem Buch "Ein Date mit deinem Gehirn“ mit auf eine Entdeckungsreise zu dem Organ, das unser Menschsein erst erschaffen hat und es bis heute und wohl auch noch in Zukunft ausmachen wird. Der Neurowissenschaftler beschreibt dabei eindrucksvoll die Fähigkeiten, die uns von Künstlicher Intelligenz unterscheiden. Er versteht es, eigentlich trocken anmutendes Wissen mit einer ansteckenden Begeisterung zu vermitteln, indem er den Erzählbogen so unterhaltsam und bunt spannt, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt. Stellenweise erfordert das Buch allerdings auch eine gute Portion Konzentrationsfähigkeit und ist somit definitiv keine Lektüre für zwischendurch.

Mein eher bescheidenes Laienwissen wurde durch interessante Informationen ergänzt, die mir immer wieder vor Augen geführt haben, wie erstaunlich unser Werden, unser Dasein und unser komplexes Fähigkeitsrepertoire, zum Beispiel von der Selbstreflexion bis zur Empathie, eigentlich sind.

Fazit: Wer erfahren möchte, was uns im Kern wirklich ausmacht, sollte dieses Date definitiv wahrnehmen.

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