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Veröffentlicht am 08.07.2026

Wenn ein Sommer seine Schatten bis in die Gegenwart wirft

Sommerrauschen
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Anfangs erfordert der Einstieg in den Roman "Sommerrauschen“ von Christiane Adlung etwas Geduld. Judiths Erzählstil ist ungewöhnlich und unkonventionell. Für mich war spürbar, dass sie die Tochter eines ...

Anfangs erfordert der Einstieg in den Roman "Sommerrauschen“ von Christiane Adlung etwas Geduld. Judiths Erzählstil ist ungewöhnlich und unkonventionell. Für mich war spürbar, dass sie die Tochter eines Autors ist. Sie erzählt nicht einfach eine Geschichte, sondern wählt ihre Worte mit Bedacht – poetisch, mit viel Feingefühl und einer unterschwelligen Traurigkeit. Obwohl mich dieser besondere Ton schon in der Leseprobe angesprochen hat, brauchte ich einige Seiten, um in der Geschichte anzukommen, die Dynamik von Judiths Familie zu erfassen und die Figuren einordnen zu können.

Dann entwickelte die Geschichte einen Sog und entführte mich immer wieder in die Sommer der Familie im französischen Médoc am Atlantik. Dabei wechselt sie gekonnt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Als Judiths Freundin aus Kindertagen zum ersten Mal ebenfalls dorthin zurückkehrt, gerät vieles noch mehr ins Wanken. Über allem schwebt die Frage, welches ins Schweigen gehüllte Geheimnis Judith vor ihrer Familie verbirgt. Das Verhältnis zu ihrer distanzierten Mutter Oda ist von Spannungen geprägt, gleichzeitig zeigen sich erschreckende Parallelen zwischen den beiden. Seit ihrer jüngeren Schwester Lotta etwas Unaussprechliches widerfahren ist, trägt Judith eine tiefe Angst in sich, die sich auch auf den Umgang mit ihren fast erwachsenen Töchtern auswirkt. Sie bewegt sich oft wie eine Beobachterin durch ihr eigenes Leben, geprägt von depressiven Phasen und den Schatten der Vergangenheit. Diese emotionale Distanz machte es mir anfangs schwer, eine enge Verbindung zu ihr aufzubauen. Gleichzeitig fand ich genau das faszinierend.

Was diesen Roman für mich so mitreißend macht, ist die Erkenntnis, dass Verdrängung nur begrenzt funktioniert. Die Vergangenheit lässt sich nicht dauerhaft wegschließen: Sie bleibt ein Teil von uns. Das Familiengeheimnis zieht sich durch die gesamte Geschichte und hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Als Leserin stellte ich unweigerlich zahlreiche Vermutungen an. Eine meiner frühen Theorien schien sich zum Ende hin tatsächlich zu bestätigen, bevor mich die Autorin mit einer geschickten Wendung noch einmal überraschte. Die endgültige Auflösung berührte mich und schloss den Roman für mich stimmig ab.

Fazit: Ein lesenswerter Roman, der psychologisch facettenreich zeigt, wie Vergangenheit und Schuldgefühle ein Leben prägen.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Was wir Liebe nennen...

Alles Liebe
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Nach Liebe und Anerkennung sehnen wir uns vermutlich alle. Doch wie viel von uns selbst sind wir bereit aufzugeben, um gesehen zu werden? Und können Anerkennung und Liebe anderer wirklich ersetzen, was ...

Nach Liebe und Anerkennung sehnen wir uns vermutlich alle. Doch wie viel von uns selbst sind wir bereit aufzugeben, um gesehen zu werden? Und können Anerkennung und Liebe anderer wirklich ersetzen, was wir uns selbst verweigern? Genau diesen Fragen widmet sich - zumindest meiner Interpretation nach - Ronja von Rönne in ihrem Roman "Alles Liebe“.

Vielschichtig verwoben erzählt sie die Lebensgeschichten unterschiedlicher Charaktere, die auf ihre eigene Weise darum ringen, angenommen zu werden. Da ist Laura, die seit ihrer Kindheit versucht, die Wahrnehmung ihrer Mitmenschen zu manipulieren, oder Heike, bei der erst ein Schicksalsschlag den jahrelang angestauten Groll an die Oberfläche bringt. Getragen von Ronja von Rönnes feinfühligem Blick und ihren facettenreichen Charakteren flog ich mühelos von Seite zu Seite - von Schicksal zu Schicksal. Ihr Roman lädt schmerzhaft dazu ein, zu ergründen, wie wir Liebe definieren und ob sie nicht manchmal nur ein Synonym für emotionale Abhängigkeit ist. Ungeschönt setzt sich die Autorin mit den Abgründen menschlicher Beziehungen auseinander.

Fazit: "Alles Liebe“ ist ein tiefgründiges Spiegelbild menschlicher Sehnsüchte Mich hat der Roman so gefesselt, dass ich ihn innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Ein bedrückendes, aber lohnendes Leseerlebnis, das noch lange nachhallen wird und in mir die Frage aufgeworfen hat: Möchte ich die Leinwand für die Erwartungen anderer sein - oder lieber ein eigenes Bild, dessen Farbenreichtum gerade dadurch entsteht, dass ich meine Fähigkeiten und Schwächen miteinander mische, anstatt sie mühsam zu verbergen?

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Veröffentlicht am 17.06.2026

​Ein präziser Kompass für die eigene Psyche

Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch
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Das Buch „Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch. Das Begleitbuch für Therapie und persönliche Entwicklung.“ erweist sich für mich als ein unheimlich präziser Kompass im eigenen Seelenlabyrinth. Es bietet ...

Das Buch „Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch. Das Begleitbuch für Therapie und persönliche Entwicklung.“ erweist sich für mich als ein unheimlich präziser Kompass im eigenen Seelenlabyrinth. Es bietet einerseits eine gelungene Einführung in die Wirkweisen von Psychotherapie und deckt zugleich zahlreiche psychische Probleme und Blockaden ab. Jens Winkler vermittelt selbst komplexe Inhalte verständlich und durch die vielen praktischen Beispiele fühlt sich das Lesen an keiner Stelle trocken an. Im Gegenteil: Es ist fast wie ein Gespräch auf Augenhöhe mit einem Therapeuten.

Schon während des ersten Lesedurchgangs lichtete sich bei mir immer wieder der Schleier aus Alltag und Automatismen und bescherte mir spontan einige Aha-Erlebnisse sowie tiefe Einsichten. Deshalb steht für mich fest, dass ich das Buch nun noch einmal ganz in Ruhe als Arbeitsbuch nutzen werde. Dabei werde ich allerdings nicht chronologisch vorgehen, sondern mich je nach Relevanz durch die Kapitel bewegen, die für mich gerade wichtig sind.

Besonders aufschlussreich waren für mich die Vorstellung der verschiedenen therapeutischen Ansätze sowie die Definitionen von psychischer Krankheit und psychischer Gesundheit. Auch der Bereich "Gefühle verstehen und regulieren lernen“ hat mich stark beschäftigt, insbesondere der Abschnitt "Regulierst du dich wieder oder machst du dich weg?“. Im Kapitel über persönliche Entwicklung und Achtsamkeit wurde mir außerdem eine Methode von Tara Brach wieder ins Bewusstsein gerückt, die mir früher bereits sehr geholfen hat. Die zahlreichen Übungsaufgaben und Reflexionsfragen sind zudem hervorragend geeignet, um tiefer in die eigene Vergangenheit sowie die eigenen Motivationen und Verhaltensmuster einzutauchen. Diese Fragen intensiv zu bearbeiten, wird Zeit und Kraft kosten. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich dieser durch das Buch so gut vorbereitete und angeleitete Weg lohnen wird.

Fazit: Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle, die bereit sind, ehrlich in den Spiegel zu schauen. Auch für Ratsuchende, die sich fragen, ob sie von einer Psychotherapie profitieren könnten, eignet sich dieses thematisch umfangreiche Buch als wertvolle Orientierungshilfe.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Besser zwischenmenschlich kommunizieren durch zielgerichtetes Prompten

Abenteuer: Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität.
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"Abenteuer Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität" schafft einen spannenden Spagat: Das Buch geht in seinen 13 Kapiteln in die Tiefe und erklärt das Prinzip des "People-Promptings“ sehr detailliert. ...

"Abenteuer Kommunikation! Miteinander reden in der KI-Realität" schafft einen spannenden Spagat: Das Buch geht in seinen 13 Kapiteln in die Tiefe und erklärt das Prinzip des "People-Promptings“ sehr detailliert. Dabei ist es ein anspruchsvolles Fachbuch für den Beruf, verliert aber den normalen Alltag nie aus den Augen. Herr Professor Hamm schreibt angenehm lesbar, humorvoll und sorgt durch Beispiele aus dem Familien- und Berufsleben für echte Aha-Momente. Aufgrund der kompakten Zusammenfassungen und der "Sofort-Umsetzbar-Tipps“ am Ende jedes Kapitels werde ich es auch später sicher noch oft als Nachschlagewerk nutzen.

Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie die Welt des KI-Promptings als Spiegel für unser eigenes Verhalten dient. Ich habe beim Lesen erst gemerkt, wie wichtig Rollenklarheit, Kontext und Werkzeuge wie der "W-Check“ sind, um Missverständnisse im Alltag zu vermeiden. Auch die Lektion zum Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern war für mich extrem hilfreich.

Mein Fazit: Sich mit dem Prompten zu beschäftigen, ist im Grunde ein Spiegel für die eigene Kommunikation. Vor einem schwierigen Gespräch kurz zu überlegen: "Wie würde ich das einer KI prompten?“, hilft ungemein, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Um das Wie besser zu verstehen, hilft dieses Buch Kapitel für Kapitel langsam aufeinander aufbauend wirklich weiter. Ein unentbehrliches Buch für alle, die im Job und Alltag bewusster und zielgerichteter miteinander sprechen wollen.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Warum unser Gehirn uns blockiert und wie wir dies ändern

Unstoppable Brain
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Das Buch "Unstoppable Brain. Warum unser Gehirn uns manchmal ausbremst.“ von Dr. Kyra Bobinet hat mich an Punkten abgeholt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Besonders wertvoll war für mich die Auseinandersetzung ...

Das Buch "Unstoppable Brain. Warum unser Gehirn uns manchmal ausbremst.“ von Dr. Kyra Bobinet hat mich an Punkten abgeholt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Besonders wertvoll war für mich die Auseinandersetzung mit meiner persönlichen Definition von Scheitern. Die Autorin regt dazu an, die gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen zu hinterfragen, die dieses Bild über Jahre hinweg geprägt haben.

Die Informationen über die Habenula waren für mich vollkommen neu und ein absolut erhellender Aspekt. Dass dieses kleine Hirnareal die Freisetzung von Dopamin und Serotonin steuert und damit maßgeblich beeinflusst, wie wir auf Rückschläge reagieren, war für mich völlig neu. Plötzlich versteht man viel besser, warum bestimmte Verhaltensmuster so festgefahren sind oder warum beispielsweise die Diätindustrie als Wirtschaftszweig so erschreckend gut funktioniert. Die Offenheit der Autorin empfand ich als besonders sympathisch. Dr. Bobinet teilt Beispiele aus ihrem eigenen Leben und dem ihrer Familie, in denen sie mutmaßlich scheiterte. Zu lesen, wie sie diese Situationen durch innovative Lösungsansätze und Iteration gewandelt hat, ist unglaublich motivierend. Es hilft dabei, Lernen als einen Prozess aus Versuch und Irrtum zu sehen, bei dem man sich seinem Ziel langsam annähert - jenseits vom Scheitern. Darüber hinaus war für mich der Abschnitt über die Systematk des Scheiterns sehr lerreich. Ich begann automatisch damit, die eigenen Erfahrungen zu analysieren und fast schon spielerisch zu schauen, unter welcher „Versager-Krankheit“ ich in bestimmten Momenten überwiegend gelitten habe.

Fazit: Inhaltlich ist das Buch eine große Bereicherung, auch wenn ich das Lesen gelegentlich als etwas anstrengend empfand. Für jeden, der verstehen will, warum das eigene Gehirn uns manchmal ausbremst und wie man den Weg der Iteration für sich nutzen kann, ist es eine eindeutige Leseempfehlung!

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