Profilbild von Wortliebende

Wortliebende

Lesejury Profi
offline

Wortliebende ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wortliebende über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2022

Über die Theorie der offenen Herzen

Löffelweise Hoffnung
0

Dieses von Caleb Smith warmherzig erzählte Buch lädt dazu ein, sein inspirierendes Konzept der "Theorie der offenen Herzen" lesend mitzuerleben. Durch den Kontakt zu seinem ersten Haustier, einem älteren ...

Dieses von Caleb Smith warmherzig erzählte Buch lädt dazu ein, sein inspirierendes Konzept der "Theorie der offenen Herzen" lesend mitzuerleben. Durch den Kontakt zu seinem ersten Haustier, einem älteren Kaninchen namens Snickers, wird dem damals Achtjährigen bewusst, dass Kaninchen mitfühlende und trostspendende Freunde sein können. Wenig später entwickelt sich der Wunsch, unerwünschten Kaninchen eine neue Chance zu geben. Eine Chance, die ihnen zugleich die Möglichkeit eröffnet, das Leiden von Menschen mit "hugs, hope and hoppiness" zu lindern. "Wir verbinden die Liebe zu Tieren, die grundsätzlich viele Menschen teilen, mit dem ebenso natürlich angelegten Wunsch, anderen zu helfen. (...) Unsere Kaninchen holen jeden ein Stück weit aus der Dunkelheit und bewahren die Menschen davor, tiefer im Leid zu versinken." Mit diesen Worten beschreibt der junge Unternehmensgründer auf Seite 221 seine besondere Mission, bei der er von Familie, Freunden und auch von vielen weiteren hilfsbereiten Menschen unterstützt wird. Denn Caleb Smith hat bereits früh erkannt, welche Werte ihm in seinem Leben wichtig sind und wie er diesen bei der Umsetzung seines Traumes treubleibt - auch dann, wenn sich Hindernisse und Zweifel in den Weg stellen. Und bis er letztendlich Besitzer von Peacebunny Island und eines Hausbootes ist, muss er einige Herausforderungen meistern und auch in schwierigen Situationen selbstreflektierte Entscheidungen treffen.
Auf mich hat das Buch während des Lesens eine heilsame, beruhigende Wirkung gehabt. Insbesondere in der jetzigen Zeit tröstet der Gedanke, dass es Menschen wie Caleb Smith und seine Helfer gibt. Eine ungewöhnliche Lektüre über die beeindruckende Entwicklung eines jungen Mannes, der mit Verantwortungsgefühl, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft Kaninchen eine wichtige Aufgabe gibt und verzweifelten Menschen dadurch Ablenkung von ihrem Leiden ermöglicht. Ich empfehle das Buch - mitunter auch als Geschenk für Tierfreunde - uneingeschränkt weiter und wünsche ihm von Herzen ein großes Lesepublikum!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2022

Ein spannungsreiches Buch über eine mutige Weltreisende, die ihrer Zeit voraus war

Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt
0

Am liebsten lese ich Bücher über wahre, herausfordernde Begebenheiten oder über besondere Persönlichkeiten, die sich ihnen stellten. Lina Jansen, auch bekannt als Beate Maly, verbindet in ihrem Buch "Fräulein ...

Am liebsten lese ich Bücher über wahre, herausfordernde Begebenheiten oder über besondere Persönlichkeiten, die sich ihnen stellten. Lina Jansen, auch bekannt als Beate Maly, verbindet in ihrem Buch "Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt", beide Interessenpunkte gekonnt. Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mich als Reisebegleitung auf sicherem Beobachtungsposten und zugleich mittendrin in den äußerst spannend geschilderten Erlebnissen von Frau Stinnes gefühlt. Von 1927 bis 1929 umrundete Clärenore Stinnes mit ihren Begleitern, auf überwiegend unwegsamen Reiserouten durch 23 Länder, als erster Mensch in einem Personenwagen die Welt. Eine Abenteuerreise unter extremen (Wetter)Bedingungen, die ohne den Mut und das Durchhaltevermögen von Frau Stinnes sicher schon früh beendet gewesen oder sogar niemals begonnen worden wäre. Denn so manche Hürden mussten bereits vor dem Reiseantritt überwunden werden, beispielsweise gesellschaftliche Rollenschemata und familiäre Erwartungen. Nur wenige Frauen hatten in der damaligen Zeit die Kraft und das Selbstvertrauen, ihren eigenen Weg zu gehen. Aus diesem Grund war die Weltumfahrende ihrer Zeit weit voraus und eine beeindruckende Persönlichkeit. Ich bin dankbar, dass ich durch das Buch Frau Stinnes und auch den mitreißenden Schreibstil der Autorin kennenlernen durfte, denn die lesenswerte Romanbiographie hat mir spannungsreiche Lesestunden geschenkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2022

Welche Zutaten braucht eine nährende Geschichte?

Der Geschichtenbäcker
0

Da das Buch "Der Buchspazierer" von Carsten Sebastian Henn bei mir Wohlgefühl, Lesebegeisterung und Vorfreude auf ein weiteres Werk des Autors hinterlassen hat, musste ich diese Neuerscheinung mit dem ...

Da das Buch "Der Buchspazierer" von Carsten Sebastian Henn bei mir Wohlgefühl, Lesebegeisterung und Vorfreude auf ein weiteres Werk des Autors hinterlassen hat, musste ich diese Neuerscheinung mit dem interessanten Titel zeitnah lesen. Auch dieses Mal gefiel mir die Grundidee der Geschichte und die flüssige Erzählweise hat das Lesen sehr leichtgängig gemacht. Die Protagonistin Sofie habe ich jedoch als eine recht egoistisch wirkende Person wahrgenommen, so dass sie wenig Sympathiepunkte bei mir gewann. Alle anderen Buchdarsteller waren etwas blass gezeichnet, wenn auch zugleich sympathischer aufgrund mancher ihrer skurrilen Eigenschaften. Es handelt sich um einen Roman, der auf dem Weg zu letzten Seite ein wenig zu ruhig dahinfließt und die ein oder andere unerwartete Strömung gebraucht hätte. Oder anders formuliert: Durchaus ein bekömmlicher Lesehappen, aber leider nicht annähernd so sättigend und nährend wie "Der Buchspazierer".

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2022

Dem Glück zulächeln

Mein Glück ist meine Entscheidung
0

Angie Berbuer berichtet über einen Schicksalsmoment, der ihrem Leben eine neue Wendung gab. Eine große Herausforderung, die von der jungen Frau bemerkenswert gemeistert wurde. Oftmals fragt man sich, woher ...

Angie Berbuer berichtet über einen Schicksalsmoment, der ihrem Leben eine neue Wendung gab. Eine große Herausforderung, die von der jungen Frau bemerkenswert gemeistert wurde. Oftmals fragt man sich, woher Menschen ihre Widerstandskraft nehmen, wenn sie plötzlich vor einem völlig fremden, neuen Leben stehen. Angie Berbuer hat einen Großteil ihrer Kraft in sich selbst gefunden und betrachtet den Unfall und seine Folgen rational. Sie fragt nicht nach dem Warum, sondern konzentriert sich auf die Möglichkeiten, die ihr Leben weiterhin bereichern. Beispielsweise möchte sie ihr Kraftsporttraining fortsetzen. Dieser Wunsch stellt sich schon innerhalb kürzester Zeit nach dem Unfall ein. Ein starker Wille und Disziplin unterstützen sie bei der Umsetzung. Die Warum-Frage nicht zu stellen, scheint mir eine kraftsparende Lösung zu sein, die Energien freigegeben hat, die sonst in einer ewig andauernden Grübelfalle verpufft wären. Für mich ist diese recht schnell geschehene Akzeptanz der Situation eine bewundernswerte Herangehensweise, die vermutlich vielen Menschen schon bei Schicksalsschlägen mit geringeren Alltagsauswirkungen schwer fallen würde.

Insgesamt erzählt Frau Berbuer sehr angenehm - vertraulich anmutend, wie eine gute Freundin - über ihr altes und neues Leben, so dass man ihr gerne zuhört bzw. die Seiten mühelos weitergeblättert werden. Kurzweilig und zugleich tief berührend. Außerdem bietet das Buch intelligente Schlussfolgerungen und Perspektiven an. Man erfährt viele Details und auch weitere Wendepunkte aus Frau Berbuer's Vergangenheit, die sie vermutlich ebenso zu einem selbstfürsorglichen, resilienten Menschen gemacht haben, der dankbar für sein Leben ist. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter, denn es vermag die Zuversicht und den Mut seiner Leser zu stärken!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2022

Selbstzufrieden dank Selbstverantwortung

Selbst.Zufrieden
1

Die britische Psychologin Emma Reed Turrell schreibt in freundlichen und zugleich deutlichen Worten, die einen wie aus einem Tiefschlaf zu erwecken vermögen. Mir war vor der Lektüre dieses hilfreichen ...

Die britische Psychologin Emma Reed Turrell schreibt in freundlichen und zugleich deutlichen Worten, die einen wie aus einem Tiefschlaf zu erwecken vermögen. Mir war vor der Lektüre dieses hilfreichen Buches nicht ausreichend bewusst gewesen, wie tiefliegend die Ursachen für das "People Pleasing" angesiedelt sind und welche erlernten Verhaltensweisen dazu beitragen. In einigen vorgestellten Fällen aus der Therapiepraxis habe ich mich wiedererkannt. Denn viele meiner täglichen Verhaltensweisen und Reaktionen sind tatsächlich darauf ausgerichtet, die eigenen Unsicherheiten zu überspielen und eine positive Bestätigung meines Gegenübers zu erhalten. Das Buch "SELBST.Zufrieden" zeigt auf, wie es uns gelingt, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und wie wichtig es ist, die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, um aus den erlernten Pleasing-Konzepten auszusteigen. Denn nur wenn dies gelingt, ist eine vom Umfeld unabhängige Zufriedenheit möglich. Selbstzufriedenheit. Der Aufbau des Buches ist gut durchdacht, die Übergänge zwischen den Kapitelthemen sind fließend gestaltet und es wird auf jedes "Pleasing-Einsatzfeld" ausführlich eingegangen. Zum Beispiel Familie, Freundschaften, Beziehungen, Arbeitsplatz und sogar das Internet. Ein höchst interessantes Buch, das zur Selbstreflexion einlädt und manches Mal auch schmerzhaft ehrlich ist oder eine schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber erfordert. Vielleicht ist man gar nicht so großzügig und hilfsbereit wie gedacht, sondern man sehnt sich nur nach der Anerkennung und Dankbarkeit, die man sich selbst verwehrt? Emma Reed Turrell bietet ein nützliches Konzept mit wachrüttelnden Fragen an, um an sich selbst zu arbeiten und eine authentische Beziehung zu anderen Menschen herzustellen. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre!

  • Einzelne Kategorien
  • Thema
  • Umsetzung
  • Cover