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Veröffentlicht am 14.04.2026

Wem kannst du trauen, wenn du das Haus nicht verlassen kannst?

Das Signal
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Ursula Poznanski hat mit „Das Signal“ mal wieder bewiesen, dass sie ein absolutes Händchen für beklemmende Atmosphäre hat, die ganz ohne großes Blutvergießen auskommt. Im Zentrum steht die Innenarchitektin ...

Ursula Poznanski hat mit „Das Signal“ mal wieder bewiesen, dass sie ein absolutes Händchen für beklemmende Atmosphäre hat, die ganz ohne großes Blutvergießen auskommt. Im Zentrum steht die Innenarchitektin Viola Decker, deren Leben nach einem schweren Unfall völlig aus den Fugen geraten ist. Sie hat nicht nur ein Bein verloren, sondern auch die Erinnerung daran, wie es überhaupt zu dem Unglück in ihrem eigenen Keller kommen konnte. Zurück in ihrem alten, abgelegenen Haus fühlt sie sich wie eine Gefangene im eigenen Erdgeschoss. Ihr Mann Adam gibt sich zwar nach außen hin als der aufopferungsvolle Partner, doch sein Zögern beim barrierefreien Umbau und die wortkarge Pflegerin Otilia, die er ihr vor die Nase gesetzt hat, lassen bei Viola schnell die Alarmglocken schrillen. Um in dieser Isolation nicht völlig den Verstand zu verlieren und die Kontrolle zurückzugewinnen, greift sie zu einer technologischen List: Sie nutzt kleine GPS-Tracker, um ihre Mitmenschen zu überwachen und herauszufinden, wo sie sich wirklich herumtreiben, wenn sie angeblich bei der Arbeit oder beim Einkaufen sind.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie Poznanski das Misstrauen schleichend wachsen lässt. Man taucht so tief in Violas Gedankenwelt ein, dass man irgendwann selbst beginnt, an jedem Wort von Adam oder der kühlen Pflegerin zu zweifeln. Es ist faszinierend und gleichzeitig erschreckend zu beobachten, wie die Tracker eine Realität offenbaren, die so gar nicht zu den Erzählungen ihrer Liebsten passt. Die Spannung wird dabei meisterhaft oben gehalten, weil man als Leser ständig zwischen „Ist sie einfach nur paranoid durch das Trauma?“ und „Hier geht etwas ganz furchtbar schief!“ schwankt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich vielleicht, dass man Adam zeitweise wirklich sehr schnell zu hassen beginnt, was die Sympathien recht einseitig verteilt, auch wenn Viola selbst keine klassische, nur „gute“ Heldin ist. Aber genau das macht es auch wieder spannend.

Das Cover passt übrigens hervorragend zur Stimmung. Das knallige Lila in Kombination mit der Wendeltreppe, die fast wie ein Strudel wirkt, und dem Standort-Pin in der Mitte fängt das Thema der räumlichen Einschränkung und der digitalen Überwachung perfekt ein. Man bekommt schon beim Ansehen ein leicht schwindeliges Gefühl, das sich im Buch durch die vielen Wendungen fortsetzt.

Besonders hervorzuheben ist, dass das Ende nicht überhastet kommt, sondern sich die Auflösung im letzten Drittel klug anbahnt und mich trotzdem mit offenem Mund zurückgelassen hat, weil ich diese Richtung absolut nicht habe kommen sehen.

Mein Fazit fällt daher durchweg positiv aus. „Das Signal“ ist ein fesselnder Psychothriller, der zeigt, wie dünn das Eis der Wahrheit sein kann, wenn man sich nicht mehr auf die eigenen Sinne verlassen kann. Wer Lust auf ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel hat, das mit der Angst vor Kontrollverlust und den dunklen Seiten moderner Technik spielt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Buch ist ideal für Leser, die subtile Spannung und raffinierte Plots lieben, bei denen man bis zur letzten Seite miträtselt und am Ende doch wieder von der Autorin aufs Glatteis geführt wird. Ein echtes Muss für Fans von Domestic Noir, die es nervenaufreibend, aber unblutig mögen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Zurück in Lower Whilby

The Iced Caramel Coffee Agreement
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In 'The Iced Caramel Coffee Agreement' entführt uns Kyra Groh zurück in das charmante Lower Whilby. Im Fokus steht Nore, die hilfsbereite 'Good Girl'-Seele der Stadt, die sich jedoch oft unsichtbar fühlt ...

In 'The Iced Caramel Coffee Agreement' entführt uns Kyra Groh zurück in das charmante Lower Whilby. Im Fokus steht Nore, die hilfsbereite 'Good Girl'-Seele der Stadt, die sich jedoch oft unsichtbar fühlt und glaubt, nicht der Norm zu entsprechen. Als der ausgebrannte Musiker Dex in der Kleinstadt untertaucht, schließen die beiden einen Deal. Nore hilft ihm, aus seiner kreativen Krise zu finden, während Dex sie lehrt, mutiger zu leben.
Was dieses Buch für mich zu einem Highlight macht, ist die unglaubliche Authentizität. Nore ist ein Charakter, in den ich mich sofort einfühlen konnte, ihr Gefühl, nicht gut genug für die große Liebe zu sein, wurde so sensibel und echt eingefangen. Dex ist der perfekte Gegenpart. Seine Entwicklung vom verantwortungslosen Hallodri zum fürsorglichen Partner ist mitreißend. Besonders stark fand ich die Kommunikation zwischen den beiden. Statt ewigem Drama wird hier wirklich miteinander geredet, was die Geschichte sehr erwachsen und tiefgründig macht.
Das Cover fängt mit seinem hellen, frühlingshaften Design den Kleinstadt-Vibe perfekt ein. Kyra Groh schafft es einfach wie keine andere, Humor und Sarkasmus mit ernsten Themen wie Identitätskrisen zu verknüpfen, ohne dass es sich aufgesetzt anfühlt.

Fazit: Ein wunderschöner Wohlfühlroman mit Tiefgang und viel Herz. Perfekt für alle, die Small-Town-Romance lieben und eine Geschichte suchen, die zeigt, dass man genau so, wie man ist, liebenswert ist. Eine absolute Herzensempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.04.2026

300 Seiten Gänsehaut, Eine Ärztin zwischen Hilfe und Abgrund 🩺

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Stellt euch vor, ihr habt nach einem absoluten Albtraum endlich Ruhe gefunden und seid aufs Land gezogen, um neu anzufangen. Genau dort steht Dr. Eva Mares plötzlich einem verzweifelten Vater und seiner ...

Stellt euch vor, ihr habt nach einem absoluten Albtraum endlich Ruhe gefunden und seid aufs Land gezogen, um neu anzufangen. Genau dort steht Dr. Eva Mares plötzlich einem verzweifelten Vater und seiner hochschwangeren Tochter gegenüber, die mitten in der Nacht Hilfe brauchen. Erst scheint medizinisch alles okay zu sein, doch nachdem die beiden weg sind, findet Eva eine versteckte Nachricht im Badezimmer. Ein stummer Schrei nach Hilfe, der alles verändert. Was als Routinebesuch beginnt, zieht Eva tief hinein in einen Sumpf aus Lügen, Gewalt und Abgründen, die leider viel zu nah an der Realität liegen.

Ich muss direkt zu Beginn eine Sache ganz deutlich sagen. Schnappt euch unbedingt vorher den ersten Teil 'Die Ärztin - Gefährliche Nachtschicht'. Man trifft hier so viele bekannte Gesichter wieder, die mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen sind, und ich glaube fest, dass man ohne das Vorwissen bei der Anzahl an Personen total den Überblick verlieren würde. Man kann die Geschichte einfach nicht so intensiv genießen, wenn man die Bindung zu den Charakteren nicht schon im Gepäck hat. Also tut euch den Gefallen und lest es in der richtigen Reihenfolge, damit das Leseerlebnis nicht getrübt wird.

Was mich bei diesem Buch wirklich umgehauen hat, ist die unfassbare Recherche von Meike Dannenberg. Man merkt in jeder Zeile, wie viel Herzblut und Fachwissen sie investiert hat. Sie gibt Themen eine Stimme, die oft im Dunkeln bleiben und über die wir als Gesellschaft viel mehr sprechen müssen. Dass solche wichtigen Vorfälle in einem Thriller-Format so ernsthaft und respektvoll aufgegriffen werden, finde ich einfach nur stark.

Das Format des Buches ist für mich übrigens ein absoluter Pluspunkt. Es ist super handlich und bleibt mit knapp unter 300 Seiten angenehm kompakt. Das war für mich so erfrischend, weil es mal wieder beweist, dass ein guter Thriller keine 400 oder 500 Seiten braucht, um eine unheimliche Sogwirkung zu entfalten. Die Spannung baut sich schleichend auf und wird durch die verschiedenen Perspektiven richtig greifbar.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass manche Entwicklungen für mich einen Tick zu vorhersehbar waren und es ein paar Momente gab, die etwas konstruiert wirkten. Aber das hat meinen Gesamteindruck kaum geschmälert, weil die Atmosphäre einfach so dicht und emotional fordernd war. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber genau das macht es so gut.

Es ist ein echtes Highlight für alle, die Thriller mit Tiefgang und einer starken, authentischen Protagonistin lieben. Wenn ihr Lust auf eine Geschichte habt, die unter die Haut geht und bei der man merkt, dass die Autorin wirklich was zu sagen hat, dann ist das euer Buch für die nächste Lesenacht.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein gefährliches Spiel voller Rätsel und Wendungen

Darkly
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Im Zentrum steht die 17-jährige Dia, die unbedingt einen Platz bei einer geheimnisvollen Stiftung ergattern will, die sich um das Vermächtnis einer legendären Spieleentwicklerin dreht. Schon früh wird ...

Im Zentrum steht die 17-jährige Dia, die unbedingt einen Platz bei einer geheimnisvollen Stiftung ergattern will, die sich um das Vermächtnis einer legendären Spieleentwicklerin dreht. Schon früh wird klar, dass es nicht nur um ein gewöhnliches Praktikum geht. Stattdessen geraten Dia und einige andere Jugendliche in eine Situation, die immer mehr wie eines dieser düsteren Spiele wirkt, für die die verstorbene Veda berühmt war.
Die Geschichte entwickelt sich dabei weniger wie ein klassischer Thriller, sondern eher als ein vielschichtiges Rätsel. Stück für Stück werden Hinweise, Geheimnisse und mögliche Wahrheiten enthüllt und gleichzeitig wieder infrage gestellt. Als Leser wird man dazu eingeladen, selbst mitzudenken und ständig zu hinterfragen, was echt ist und wem man trauen kann.

Besonders gut gefallen hat mir die dichte, leicht unheimliche Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Das Setting mit verlassenen Orten und der isolierten Insel passt perfekt zur Geschichte und gibt einem das Gefühl, selbst Teil dieses Spiels zu sein. Auch die vielen Wendungen machen das Buch sehr spannend, da man selten genau vorhersagen kann, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und durch die eher kurzen Kapitel lässt sich das Buch sehr schnell lesen, ohne dass es langatmig wird. Ein weiterer Pluspunkt sind die zusätzlichen Gestaltungselemente wie Karten oder andere eingefügte Materialien, die das Ganze lebendiger machen und dazu einladen, selbst mitzudenken. Dia als Hauptfigur wirkt dabei angenehm anders als viele typische Figuren in diesem Genre, was sie für mich interessant gemacht hat.

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die mich etwas gestört haben. Die Nebenfiguren bleiben größtenteils eher oberflächlich, sodass ich zu ihnen keine wirkliche Verbindung aufbauen konnte. Auch die angedeuteten romantischen Elemente wirken nicht besonders ausgearbeitet und tragen wenig zur Geschichte bei.

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr gelungen, weil es sofort eine geheimnisvolle und leicht düstere Stimmung vermittelt. Die vielen kleinen Details passen gut zur Geschichte und ergeben im Nachhinein noch mehr Sinn. Den Farbschnitt finde ich auch wunderschön und sie machen das Buch zu einem Highlight in meinem Regal.

Insgesamt ist "Darkly" ein spannender und atmosphärischer Thriller, der vor allem durch seine vielen Wendungen und die Rätsel überzeugt. Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch gut unterhalten und ich würde es besonders Leserinnen und Lesern empfehlen, die gerne miträtseln und Geschichten mögen, bei denen man nie ganz sicher sein kann, was wirklich vor sich geht.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wenn Heilung und Liebe kollidieren

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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In „Und alles zerbricht“ begleiten wir die sechzehnjährige Mila, deren Leben durch einen Umzug von Berlin nach Zürich komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Trennung von ihrer besten Freundin Juno und ...

In „Und alles zerbricht“ begleiten wir die sechzehnjährige Mila, deren Leben durch einen Umzug von Berlin nach Zürich komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Trennung von ihrer besten Freundin Juno und das Gefühl der Isolation in der neuen Umgebung stürzen sie in eine tiefe Krise, in der sie Trost im Essen sucht. Was als Bewältigungsstrategie beginnt, entwickelt sich rasant zu einer gefährlichen Essstörung, die Mila schließlich in eine Klinik führt. Dort trifft sie auf den geheimnisvollen Nicolas, und es entspinnt sich eine intensive, fast schon verbotene Liebesgeschichte, die Milas Heilungsprozess sowohl bereichert als auch verkompliziert.

Was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat, ist die emotionale Wucht, mit der Maxine Reuker die Zerbrechlichkeit ihrer Protagonistin beschreibt. Mila ist als Charakter sehr greifbar, und ihre innere Zerrissenheit zwischen der Hoffnung auf Besserung und der Angst vor der Realität geht einem richtig nahe. Der Schreibstil ist dabei angenehm klar und ungeschönt, was die schweren Momente sehr ehrlich wirken lässt. Besonders wichtig fand ich die Warnung vor gefährlichen Online-Foren, die im Buch thematisiert werden. Weniger überzeugt hat mich allerdings die Liebesgeschichte zwischen Mila und Nicolas, die sich für meinen Geschmack viel zu schnell entwickelt hat und im Klinikalltag teilweise etwas deplatziert wirkte. Auch hätte ich mir bei der Darstellung der psychischen Erkrankung an manchen Stellen mehr Zeit für die reale, langsame Entwicklung gewünscht, da einige Prozesse recht flott abgehandelt wurden.

Die Gestaltung des Buches ist ein absolutes Highlight. Das Cover in zarten Rosatönen mit den illustrierten Charakteren und den angedeuteten Rissen passt perfekt zum Titel der Reihe „Paper Hearts“ und fängt diesen verletzlichen Vibe wunderbar ein. Es wirkt modern und spricht genau die Zielgruppe an.

Mein Fazit: Ein intensiver und wichtiger Reihenauftakt, der definitiv keine leichte Kost ist. Wer sich auf die schwere Thematik einer Essstörung einlassen kann und eine emotionale Achterbahnfahrt sucht, wird hier fündig. Wegen der überstürzten Romanze und kleinerer Schwächen in der Tiefe gebe ich dem Buch gute 4 von 5 Sternen. Eine Empfehlung für alle, die realistische und schmerzhafte Liebesgeschichten mögen, aber bitte nur mit Blick auf die Triggerwarnung lesen!

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