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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2026

Genremix Pageturner

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind beste Freunde und Hosts eines sehr erfolgreichen Podcasts namens - This story might save your life. Als Joy und ihr Mann Xander verschwinden, wird verzweifelt nach ihnen gesucht. Joy ...

Joy und Benny sind beste Freunde und Hosts eines sehr erfolgreichen Podcasts namens - This story might save your life. Als Joy und ihr Mann Xander verschwinden, wird verzweifelt nach ihnen gesucht. Joy hat allerdings Hinweise für Benny hinterlassen, dass ihr Eheleben nicht so perfekt war wie es schien. Benny allerdings liebt Joy schon ewig und so gerät er bald in den Fokus der Ermittler, während er weiterhin nach Joy sucht.
Der Thriller ist eindeutig ein Genremix. Es gibt definitiv Thriller-/Crime-Elemente, der Memoir von Joy, den Benny findet, ist allerdings eher Richtung Ehedrama zu verorten und die besondere Freundschaft, die Benny und Joy verbindet, hat mich sehr an Morgen, morgen und wieder morgen von Gabrielle Zevin erinnert.
Der Schreibstil ist sehr gut lesbar und abwechselnd aus Bennys und Joys Sicht geschrieben, die beide eine eigene Stimme erhalten haben. Joy leidet an Narkolepsie, was nochmal eine interessante Komponente hereinbringt, ebenso wie der Charakter ihres etwas undurchsichtigen Ehemanns Xander.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und es gab einige Überraschungswendungen für mich. Einzig der Schluss hat mich nicht so hundertprozentig überzeugt, daher einen Mini-Punkt Abzug, aber eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Mehr Drama als Thriller

Bis du alles verlierst
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Alison führt das Leben, das sie sich immer gewünscht hat - sie ist liebende Mutter einer 15jährigen Tochter, glücklich mit Jeff und so wohlhabend, dass sie sich keine Sorgen um Geld machen muss. Als eines ...

Alison führt das Leben, das sie sich immer gewünscht hat - sie ist liebende Mutter einer 15jährigen Tochter, glücklich mit Jeff und so wohlhabend, dass sie sich keine Sorgen um Geld machen muss. Als eines Tages ein Fremder vor der Tür steht und ihr mitteilt, dass ihre Töchter im Krankenhaus vertauscht wurden, bricht eine Welt zusammen - und Alisons Vergangenheit holt sie ein...
Die Geschichte ist gut und spannend geschrieben, ich habe sie schnell gelesen. Wie ich es bei Adele Parks liebe, sind vor allem die Charaktere griffig und gut gezeichnet. Allerdings muss ich sagen, dass es sich nicht wirklich um einen Thriller handelt und der Klappentext erstens nicht korrekt ist (Alison und Jeff sind nicht verheiratet, eine Tatsache, die im Verlauf der Geschichte nicht unwichtig ist) und zweitens viel zu viel vorwegnimmt und spoilert. Die thriller-artigen Elemente kommen erst ganz am Schluss und sind solide geschrieben. Das Ende ist dann ein bisschen zu kitschig.
Ich habe mich zwar gut unterhalten beim Lesen, das Buch ist aber kein Must-Read.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Absolut umwerfend - ein Highlight!

Hazel sagt Nein
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Hazel sagt Nein ist ein absolut umwerfendes Buch, bei dem es mir fast schwer fällt, die Rezension zu schreiben - einfach, weil ich so unfassbar begeistert bin!
Hazel ist 18 Jahre alt und im letzten Highschool ...

Hazel sagt Nein ist ein absolut umwerfendes Buch, bei dem es mir fast schwer fällt, die Rezension zu schreiben - einfach, weil ich so unfassbar begeistert bin!
Hazel ist 18 Jahre alt und im letzten Highschool Jahr, als ihre Familie umzieht und sie die Schule wechselt. An ihrem ersten Schultag an ihrer neuen Schule geschieht, worauf sich der Buchtitel bezieht: Ihr Direktor macht ihr ein "Angebot", eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen und sie sagt nein.
Was dieses Nein bewirkt und was mit der ganzen Familie in der Kleinstadt darauf geschieht - Hazels Familie vor allem, aber auch am Rand mit der Familie des Direktors - ist Thema und Inhalt des Romans.
Die Autorin hat sich des zu Recht viel beachteten #metoo Themas angenommen, aber wie sie das gemacht hat, das ist einfach nur unfassbar gut.
In einem umfassenden und mehr als empathischen Rundumblick nimmt sie sich wirklich alle Figuren und Fragen vor, die von den etwa 20 Minuten betroffen sind, die Hazel im Büro des Direktors war.
Atemlos habe ich das Jahr im Leben von Hazel, ihres kleinen Bruders Wolf, der Eltern Gus, ein College Professor und Claire, eine Mode-Designerin, verfolgt und einfach nur bewundert, wie viel Tiefe die Autorin dem Thema gegeben hat. In einem sehr, sehr lesbaren Schreibstil zieht sie den Lesenden mit. Ich habe mitgefühlt von der ersten Seite und wirklich starke Gefühle beim Lesen erlebt - Ekel, Wut, und Angst, aber auch Aufregung, Mitgefühl, Freude und Entspannung - all das habe ich beim Lesen körperlich fühlen können. Die Geschichte ist modern und klug und streckenweise schwindelig machend, dabei aber gleichzeitig "normal" und bodenständig und im besten aller Sinne "echt".
Mir bleibt nur zu sagen - lest diesen Roman! Ich kann ihn vollkommen uneingeschränkt empfehlen, und er ist eins meiner ersten Jahreshighlights des Lesejahres 2026!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wirklich ein Highlight!

Morgen, morgen und wieder morgen
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Ich bin keine Gamerin, absolut nicht, und seit meiner Jugend habe ich kein Spiel mehr gespielt und selbst damals nur Tetris, Super Mario, ein Disney Spiel (Aladdin) und Donkey Kong. Daher war ich erst ...

Ich bin keine Gamerin, absolut nicht, und seit meiner Jugend habe ich kein Spiel mehr gespielt und selbst damals nur Tetris, Super Mario, ein Disney Spiel (Aladdin) und Donkey Kong. Daher war ich erst skeptisch in Bezug auf das Thema des Buches und ob es wirklich etwas für mich sein kann. Aber wow, was wurde ich überrascht und überwältigt.
Sam und Sadie sind zwei Protagonisten, die mich absolut begeistert haben. Sie lernen sich als Kinder kennen, beenden recht dramatisch ihre Freundschaft und finden sich als junge Erwachsene wieder. Sadie ist Ende der 1990er Jahre eine der wenigen weiblichen Programmierinnen am MIT und Sam ist gelangweilt von seinem Mathematik Studium. Beide unfassbar intelligent und visionär, sind im Team aber noch um ein Vielfaches besser und so programmieren sie noch als Studenten ihr erstes gemeinsames Computerspiel, das ein riesiger Erfolg wird. Ergänzt wird ihre geniale Zusammenarbeit durch Marx, den charismatischen Mitbewohner Sams, der von Beginn an die beiden während ihrer kreativen Schaffensprozesse auf dem Boden hält und sich um alles kümmert, was man braucht, um zu überleben und schließlich mit den beiden gemeinsam die erfolgreiche Firma gründet, mit der sie weitere Spiele entwickeln werden.
Der Roman erstreckt sich über mehrere Jahre, die ich, ungefähr im Alter von Sadie und Sam, auch erlebt habe - die frühen 2000er Jahre waren in vieler Hinsicht turbulent und voller technischer Entwicklungen, nicht nur - aber offensichtlich auch sehr - in der Gamingszene.
Wie gesagt, obwohl ich keinen Bezug zu dieser Szene habe, hat mich das Buch über die ganze Länge von immerhin mehr als 550 Seiten kein bisschen gelangweilt. Im Gegenteil! Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe alle Figuren im Buch ins Herz geschlossen. Dass die Ideen zu erfolgreichen Computerspielen im Grunde wie die Ideen zu guten Filmen, Serien oder Büchern sein müssen, wurde mir auf einmal klar - und ich habe angefangen, diese Geschichten wirklich zu mögen.
Aber hauptsächlich handelt das Buch natürlich von Menschen und ihren Gefühlen, von Trauer, von Schmerz, von Liebe, Tod und körperlichen Beeinträchtigungen. Auch Sexismus und Rassismus wird am Rande thematisiert und zwar so, wie auch ich es als junge Erwachsene wahrgenommen habe und wie Sadie das oft tut - mit dem Bewusstsein, dass es da ist und dem Versuch, es zu ignorieren und nicht an sich herankommen zu lassen.
Ich habe mich den Figuren und ihren Gefühlen immer nahe gefühlt und war richtig traurig, als ich das Buch viel zu schnell beendet habe.
Natürlich eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Besonderes Jugendbuch!

Mo & Moritz
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Mo & Moritz ist ein besonderes Jugendbuch, eins, das ich uneingeschränkt und wärmstens weiter empfehle!
Es handelt von Mo(jad), einem muslimischen Jungen, der mit seiner Familie aus einem nicht weiter ...

Mo & Moritz ist ein besonderes Jugendbuch, eins, das ich uneingeschränkt und wärmstens weiter empfehle!
Es handelt von Mo(jad), einem muslimischen Jungen, der mit seiner Familie aus einem nicht weiter benannten Land und vor einem Krieg geflohen ist und nun in Wien lebt. Sein Vater, seine Mutter, sein älterer Bruder und seine 13jährige Schwester leben in einer kleinen Wohnung und haben ihre Probleme mit dem Leben in Österreich, fern der Heimat.
Als Mo aus der Schule fliegt und eine Friseurlehre beginnt, ändert sich sein Leben radikal, vor allem, als er den jüdischen Jungen Moritz kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Die Geschichte ist vor allem aus der Sicht von Mo geschrieben, einem sehr einfühlsamen und unsicheren Jungen, der sich oft schämt und der von seinen Gefühlen überwältigt wird, die ihm verboten erscheinen - auf mehreren Ebenen. Vor allem sein älterer Bruder, der sich fern der Heimat anfängt zu radikalisieren, hat kein Verständnis für gleichgeschlechtliche Zuneigung und zudem einen großen Hass auf jüdische Menschen.
Die Ausgangslage, eine Liebesgeschichte zweier minderjähriger Jungen zu verknüpfen mit hochaktuellen Themen und Problematiken, ist wirklich für ein Jugendbuch erstaunlich gut gelungen! Fernab von Kitsch und YA Schnulze hat der Text Tiefe und Figuren, die mich berührt haben. Die Liebesgeschichte ist sanft und einfühlsam erzählt und die aktuellen Themen perfekt in den Roman verwoben. So wird der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 07. Oktober 2023 erwähnt und das abgesagte Taylor Swift Konzert in Wien spielt eine große Rolle.
Ich bin einfach nur begeistert von dem Roman und kann ihn nur jedem vor allem jungen Menschen wärmstens ans Herz legen und empfehlen!

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