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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ein modernes Märchen

Wanda
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Wanda handelt von Wanda, einem 13jährigen Waisenkind. Schon das erste Kapitel hat mein Herz zerrissen beim Lesen. Ich selbst bin Mutter von 3 Töchtern, die Jüngste 13 Jahre alt. Die Vorstellung, wie sich ...

Wanda handelt von Wanda, einem 13jährigen Waisenkind. Schon das erste Kapitel hat mein Herz zerrissen beim Lesen. Ich selbst bin Mutter von 3 Töchtern, die Jüngste 13 Jahre alt. Die Vorstellung, wie sich Wanda fühlt, als die dritte Familie sie nicht nehmen möchte und sie wieder ins Heim zurück muss, hat mich fertig gemacht.
Aber - Wanda nimmt es nicht hin. Sie packt ihren Rucksack und macht sich auf den Weg in die Stadt. Hier trifft sie auf Menschen, die ihre Freunde werden - und erlebt ein wirklich märchenhaftes Abenteuer.
Und - das ist ein wirklich modernes Märchen. Es gibt eine Heldin, die entweder Bus, Rikscha oder LKW fährt und immer auftaucht, wenn man sie braucht. Eine alte Frau mit einem Gartenhut, einen jungen Mann mit Zylinder, ein Mädchen, das schüchtern und einsam ist und es gibt Sami, der ein Geheimnis hat.
Und es gibt eine alte Bärin, die aus ihrem Gehege ausgebrochen ist und die von der ganzen Stadt gesucht wird, denn der Finder der Bärin soll einen Wunsch erfüllt bekommen, egal, welchen. Und wer von uns hat denn keinen Wunsch...?
Ich bin geradezu in das Buch hineingesogen worden. Der Stil ist wirklich faszinierend und voller erfundener beschreibender Adjektive, die mich begeistert haben. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und machen das Moderne des märchenhaften Jugendromans noch stärker wahrnehmbar. Denn als erwachsene Leserin war mir schnell klar, was es mit Samis Angst vor dem Wasser auf sich hatte und seinen Andeutungen oder der Angst Doras davor, das große Tor zu durchqueren. Und wenn ich das hier aufschreibe, dann wieder unter Tränen, denn der Roman hat mich wirklich zu Tränen gerührt und ich bin absolut begeistert! Uneingeschränkte Leseempfehlung - nicht nur für Jugendliche ab etwa 12 Jahren (vorher ist der Roman vermutlich nur wirklichen Leseratten zu empfehlen, denn er ist recht umfangreich).
Besonders glücklich macht mich, dass der Roman so wunderschön er auch geschrieben ist, vollkommen ohne Kitsch auskommt! Lest ihn und gebt ihn euren Kindern zu lesen!!!

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Meisterhafter Pageturner

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Ich war sehr gespannt auf den neuen Freida McFadden- und habe voller Begeistertung gesehen, dass dieses Jahr 3 Bücher von ihr bereits vorbestellbar waren! Als ich den ersten davon diese Woche in den Händen ...

Ich war sehr gespannt auf den neuen Freida McFadden- und habe voller Begeistertung gesehen, dass dieses Jahr 3 Bücher von ihr bereits vorbestellbar waren! Als ich den ersten davon diese Woche in den Händen gehalten habe, war ich richtig aufgeregt. Der Klappentext las sich viel versprechend - und ich habe angefangen...
Es geht um Dawn und Natalie, 2 Kolleginnen und Bürozellennachbarinnen, die etwa gleichaltrig sind. Das ist aber auf den ersten Blick die einzige Gemeinsamkeit. Während Dawn die Buchhalterin der Firma ist mit sehr berechenbarem Tagesablauf, sich unauffällig anzieht, niemals schminkt und ihr Haar kurz geschoren trägt, ist Natalie eine wunderschöne langhaarige Blondine, die sehr gerne Markenkleidung trägt und die Top-Verkäuferin der Firma ist.
Als Dawn eines Morgens nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheint und Natalie eine Hilfe-Nachricht erhält, macht sie sich Sorgen und fährt zu Dawns Haus, um herauszufinden, was geschehen ist...
Der Thriller ist ein typischer Freida McFadden Stoff. Rasant erzählt mit einem Bruch zwischen Teil 1 und 2, der den ersten Twist markiert und vielen kleinen Schocks am Ende.
Wir lesen im ersten Teil ausschließlich aus Natalies Sicht und Dawn lernen wir nur mittelbar kennen über Emails, die diese an eine Freundin verschickt hat, beginnend 9 Monate vor ihrem Verschwinden. Auf raffinierte Art und Weise erfahren wir so von Dawns vielen Marotten, aber auch davon, was Natalie ihr angetan hat und was Natalie für ein Mensch ist.
Mir gefiel das Buch ausnehmend gut - und ich liebe es, dass Freida McFadden Millie nun hinter sich und uns gelassen hat und ganz neue Personen erfunden hat. Das Hauptthema Mobbing ist fast gruseliger umgesetzt als es ein Mordfall sein könnte und ich bin wieder in alle Fallen gelaufen und habe nichts vorhergesehen.
Uneingeschränkte Leseempfehlung und ein Highlight für mein Lesejahr! Ich freue mich schon auf die nächsten Thriller in diesem Jahr und habe definitiv eine neue Lieblingsautorin!

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Starke Frauen in einer unruhigen Zeit

Im Wind der Freiheit
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Im Wind der Freiheit spielt vor allem in den Jahren 1848/1849 in Deutschland zur Zeit der deutschen Revolution. Susanne Grabasch, eine junge, mittellose Fabrikarbeiterin aus Sachsen lernt durch Zufall ...

Im Wind der Freiheit spielt vor allem in den Jahren 1848/1849 in Deutschland zur Zeit der deutschen Revolution. Susanne Grabasch, eine junge, mittellose Fabrikarbeiterin aus Sachsen lernt durch Zufall die Schriftstellerin Louise Otto kennen. In den Wirren der Unruhen im Land, aber auch durch Susannes persönliches Schicksal kämpfen sich die beiden ungleichen Frauen durch ein Land, das im Aufruhr ist.
Tanja Kinkel schafft es wie gewohnt, Geschichte begreifbar zu machen durch die Personen des Romans und ihre Handlungen. Wir treffen auf viele echte Personen aus der Zeit wie Robert Blum, Heinrich von Gagern, das Ehepaar Amalie und Gustav Struve und Clotilde Koch-Gontard.
Durch Susannes Schicksal, die schon als junges Mädchen der ganzen Härte ausgesetzt war, die Frauen und Mädchen aus mittellosen Verhältnissen betroffen haben, wird eindringlich und anschaulich beschrieben, wie das Leben damals sein konnte, wenn man nicht als Bürgerfrau geboren wurde. Als Gegenpart lesen wir von der in guten Verhältnissen geborenen und begünstigten Louise Otto, die sich dem vorgezeichneten Leben als Ehefrau und Mutter nach dem Tod der Eltern verweigert, sich nicht von ihrem Schwager bevormunden lässt, sondern Schriftstellerin wird. Sie kämpft wie auch ihre Freundin Amalie Struve für die Gleichberechtigung und Bildungsmöglichkeiten von Frauen und ist eine Verfechterin der 1848er Bewegung in Deutschland. Hier waren die Szenen aus der Paulskirche im März 1848 wirklich fesselnd beschrieben - und ja, empörend, dass keine Frau zugelassen wurde!
Susanne dagegen kämpft schon ihr Leben lang dafür, dass sie nicht hungern muss, Bildung oder gar das Wahlrecht sind keine Träume, die sie hat - sie erfährt in ihrem Leben Missbrauch, Ungerechtigkeit und Verrat und muss selbst niedrigste Tätigkeiten annehmen, um überhaupt leben und essen zu können.
Dieser Unterschied zwischen der echten Figur Louise Otto und der erfundenen, aber exemplarisch für viele Frauen der Zeit stehenden Susanne Grabasch hat für mich einen großen Reiz des Buches ausgemacht. Als Frau der heutigen Zeit bewundere ich durchaus die Vorreiterinnen und Kämpferinnen für Gleichberechtigung, sehe aber auch, dass das eine Sache war, die man sich leisten können musste.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wie alle Romane von Tanja Kinkel. Am Ende hatte es leichte Längen für mich, weil die vielen Unruhen und politischen Themen dieser Zeit dann doch nicht sooo fesselnd waren auf die Länge des Buches hin.
Aber - auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für lebendige Geschichte und starke Frauenfiguren, die mich sehr gut unterhalten haben.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Etwas anstrengende Lektüre

The Woman in Me
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Ich war sehr gespannt auf The Woman in me, da ich natürlich viel mitbekommen habe von Britney Spears´ Aufs und Abs und ihren Abstürzen. Trotzdem habe ich mit dem Lesen gezögert, da ich mir nicht sicher ...

Ich war sehr gespannt auf The Woman in me, da ich natürlich viel mitbekommen habe von Britney Spears´ Aufs und Abs und ihren Abstürzen. Trotzdem habe ich mit dem Lesen gezögert, da ich mir nicht sicher war, ob es mich wirklich packen würde und ich generell nicht sooo gerne Sachbücher lese.
Als ich mich jetzt dran getraut habe, war ich zunächst positiv überrascht. Der Schreibstil liest sich zu Beginn flüssig und fast wie ein Roman. Britney Spears skizziert ihr Elternhaus bis zur Großelterngeneration und wir erkennen bereits hier Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen, die sich bis heute leider in der Familie durchziehen. Alkoholabhängigkeit, Frauen, die in Nervenheilanstalten geschickt werden, um sie "ruhig zu stellen", ein Selbstmord, zerrüttete Ehen, Menschen, die sehr oft heiraten und immer wieder scheitern. Mittendrin die junge, talentierte Britney, die sich selbst sehr positiv zeichnet. Inmitten der wechselnden Vermögensverhältnisse ihrer Eltern, die mal wohlhabend sind, dann wieder durch die Trunksucht des Vaters alles verlieren, vermutlich Drogen nehmen und sehr häufig und sehr laut streiten wächst Britney auf mit einer starken Geltungssucht und dem Drang, im Mittelpunkt zu stehen durch ihre Tanz- und Gesangskünste. Sie bewirbt sich mithilfe ihrer Mutter bei Talentshows und wird schließlich Teil der Disney Gruppe zusammen mit Christina Aguilera, Justin TImberlake und Ryan Reynolds, wie man weiß.
Mit Justin kommt sie zusammen und er ist ihre erste große Liebe.
Die Geschichte, die Britney in ihrem Buch The Woman in Me erzählt, ist im Grunde ihr Leben von Geburt bis kurz nach Zurückerlangung der Eigenständigkeit, indem sie die Vormundschaft ihres Vaters endlich beenden lassen darf. Viele der Szenen hatte ich direkt vor Augen stehen - der kahl rasierte Kopf, ihre schnell aufeinander folgenden Schwangerschaften, die Blitz-Ehe mit ihrem Jugendfreund usw.
Was mich an der Lektüre vor allem gestört hat, ist wie wenig reflektiv Britney Spears schreibt. Sie ist ausschließlich das arme, süße Opfer und trägt im Grunde keine Verantwortung. Sie diagnostiziert sich selbst eine postnatale Depression - die von den Ärzten nicht gesehen worden sein soll. Ihre Kinder hat sie im Jahr 2005 und 2006 bekommen, ich meine in den Jahren 2004, 2007 und 2011 - und doch, da war die Medizin durchaus in der Lage, Anzeichen einer postnatalen Depression zu erkennen! Britney ist ja nicht in den 1950er Jahren Mutter geworden!
Ich habe gelesen, dass es sein kann, dass sie unter einer bipolaren Störung leidet und das würde für mich einiges an dem Text erklären. Ihr ist es unfassbar wichtig, sich selbst als süßes, unschuldiges Mädchen darzustellen und dafür kann es durchaus sein, dass sie einiges verdreht oder bewusst anders darstellt, als es eigentlich war. Dies zeigt sich vor allem in dem Text, indem sie immer wieder ihr armes, kleines Herz erwähnt und sich selbst so darstellt, als würde sie immer nur von allen gemocht werden wollen. Wenn sie darüber schreibt, wie sie Handwerker angeschrien hat und sich dafür sogar entschuldigt, so ein Monster gewesen zu sein, begründet und entschuldigt sie das mit dem Druck, unter dem sie stand. Das ist für mich absolut unreif!
Und auch sonst wirkt der Text nicht so, als habe ihn eine Frau in meinem Alter, also in ihren 40ern geschrieben, sondern eher wie ein unreifer Teenager, der noch immer nur von allen geliebt werden will.
Alles in allem keine Lektüre, die mir die Person Britney Spears näher gebracht hat, auch wenn ich nicht umhin kann, doch auch Mitleid mit diesem armen reichen Mädchen zu haben - allerdings nicht wirklich viel, immerhin jammert sie echt auf sehr hohem Niveau. Auch ihre ständigen Entzüge machen nicht wirklich Sinn, wenn es stimmt, dass sie nur ein bisschen getrunken haben will. Und wenn andere Menschen sehr schlimme Phasen ihres Lebens durchmachen müssen, dann können diese nicht zur Erholung nach Hawaii fliegen und im Meer schwimmen - und darüber jammern, dass sie das erst nach dem Ende einer Tour oder eines Engagements machen können.
Nein, schade, so richtig empfehlen kann ich das Buch eindeutig nicht.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Süße RomCom in London

Girl Abroad
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Abbey Bly, 19jährige Tochter eines ehemaligen Rockstars, hat gegenüber ihrem sehr helikopternden Daddy durchgesetzt, dass sie in London ein Studienjahr machen darf - weit weg von ihm und ihrer Heimat im ...

Abbey Bly, 19jährige Tochter eines ehemaligen Rockstars, hat gegenüber ihrem sehr helikopternden Daddy durchgesetzt, dass sie in London ein Studienjahr machen darf - weit weg von ihm und ihrer Heimat im beschaulichen Tennessee. Als sie völlig übermüdet nach dem langen Flug in Notting Hill ankommt, stellt sich heraus, dass die WG, in der sie dieses Jahr leben wird, aus 3 Männern besteht...
Wie Abbey sich in London frei schwimmt, in welche Liebesnöte sie geraten wird und was sie noch alles erleben wird, liest sich wirklich amüsant und flüssig. Abbey ist eine süße Protagonistin, die mich das ganze - durchaus umfangreiche - Buch hindurch nicht genervt hat und der ich ihre Probleme absolut abgenommen habe, ebenso wie ich es sehr gerne gelesen habe, wie sie sich weiter entwickelt und immer mehr zu dem Menschen wird, der in ihr steckt.
Die Geschichte ist sexy, lustig und romantisch und natürlich gibt es ein Happy End auf vielen Ebenen und nicht allzu lange ausgedehnte Dramen.
Mein Fazit - absolut lesenswert und eine echte Feelgood Lektüre!

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