Profilbild von MelB2508

MelB2508

Lesejury Star
offline

MelB2508 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MelB2508 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2026

Voller Plot-Twists!

The Exes
0

Natalie und James sind ein Traumpaar - scheint es. Doch als James Natalies Vertrauen missbraucht und es ihr beichtet, versucht sie die furchtbare Wut, die sie in sich spürt, zu zügeln. Denn alle ihre Exfreunde ...

Natalie und James sind ein Traumpaar - scheint es. Doch als James Natalies Vertrauen missbraucht und es ihr beichtet, versucht sie die furchtbare Wut, die sie in sich spürt, zu zügeln. Denn alle ihre Exfreunde sind tot und sie sind immer gestorben, nachdem sie Natalie wütend gemacht haben...

The Exes ist ein Roman, der streckenweise eher ruhig erzählt wird, nicht zuletzt, weil viele Stellen Therapiegespräche zwischen Natalie und ihrer Therapeutin Dimple darstellen. Die Perspektiven wechseln zwischen den Kapiteln und wir lesen zwar meist aus Natalies Sicht, aber auch ihre Schwester Claire und ihr Mann James erhalten ihre Perspektiven. Und - die Vergangenheitsstränge werden immer wieder in den laufenden Erzählfluss eingebunden, was die Plot Twists noch überraschender macht! Und es gibt sehr krasse Plot Twists, die ich nicht vorhergesehen habe!

Der Schluss und in gewisser Weise die Message des Buches sind dann tatsächlich sehr heilsam und versöhnen mit den durchaus spannenden, brutalen und teilweise rassistischen oder sexistischen Erlebnissen, die Natalie, eine Schwarze Frau, erleben muss. Ihre Wut konnte ich als Frau absolut nachvollziehen und vor allem Natalie ist mir wirklich die ganze Geschichte hindurch sehr nah gewesen.

Eine eindeutige Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2026

Berührender Generationenroman

Das schönste aller Leben
0

Das schönste aller Leben ist trotz des geringen Umfangs ein Buch, das es in sich hat. Wir lesen von Theresia, die im 18. Jahrhundert ein hartes Leben führt und parallel dazu von Viola und ihrer Familie, ...

Das schönste aller Leben ist trotz des geringen Umfangs ein Buch, das es in sich hat. Wir lesen von Theresia, die im 18. Jahrhundert ein hartes Leben führt und parallel dazu von Viola und ihrer Familie, die aus dem heutigen Rumänien zurück nach Deutschland kommen, um dort ein besseres Leben zu führen.
Das alles beherrschende Grundthema ist die Schönheit, vor allem bei Frauen. Theresia wird ihre Schönheit zum Verhängnis und sie Opfer der Keuschheitskommission (ich wusste nicht, dass es eine solche Kommission gab!). Viola hat eine schwierige Zeit als Jugendliche, in der sie sich unter den "Hiesigen" manchmal fremd fühlt und immer wieder bemerkt, wie anders ihre Familie ist. Als sie dann selbst Mutter wird und es einen Unfall mit ihrer Tochter gibt, für den sie sich schuldig fühlt, setzt sie sich ständig und schonungslos damit auseinander, wie wichtig Schönheit für Menschen und vor allem Frauen ist - und was sie zerstört hat bei ihrer Tochter...
Mich hat der Roman sehr berührt. Der Vergangenheitsstrang um Theresa war für mich persönlich der stärkste Strang. Aber auch das, was Viola als Mutter fühlt, hat mich - die ich ebenfalls Mutter von Töchtern bin - tief ins Herz getroffen.
Die drei Kapitel aus Sicht der Banater Erde waren ungewöhnlich, aber jeweils passend in die Geschichte eingewebt und haben das Buch nochmal etwas literarischer wirken lassen.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Fragmentarische Erinnerungen

Unser Haus mit Rutsche
0

Unser Haus mit Rutsche erzählt aus Laylas Sicht vor allem viel aus ihrer Kindheit.
Laylas Hintergrund ist auf jeden Fall interessant - und der gleiche, den auch die Autorin besitzt: Ihre Mutter ist Französin, ...

Unser Haus mit Rutsche erzählt aus Laylas Sicht vor allem viel aus ihrer Kindheit.
Laylas Hintergrund ist auf jeden Fall interessant - und der gleiche, den auch die Autorin besitzt: Ihre Mutter ist Französin, der Vater stammt aus dem Irak und die aus den Eltern, Layla und dem jüngeren Bruder Nouri (den Layla ständig "den Seestern" nennt) bestehende Familie lebt in Saarbrücken.
Ausgehend von dem Jetzt, in dem die erwachsene Layla in Paris lebt, sich mit Suizid Gedanken trägt und eine Therapie macht, führt uns die Autorin tief in die Kindheit der Figur Layla. Dabei fällt vor allem auf, dass die junge Layla ihren Vater sehr stark idealisiert hat, bis es zu einer starken Veränderung seines Wesens kam, die in die Zeit ihrer Pubertät fiel.
Wir lesen über mehrere schwierige Weihnachtsfeste im Kreis der steifen französischen Verwandtschaft und als krassen Gegensatz dazu den einen Besuch über die Osterferien im Irak bei der großen und ganz anderen väterlichen Seite der Familie. Dieser Kontrast war spannend zu lesen und hat mir vor allem den Mittelteil des Buches sehr interessant gemacht.

Die Geschichte bricht aber meiner Meinung nach leider ab an der Stelle, als es "spannend" wird und es zum Bruch zwischen Layla und ihrem Vater kommt und dem Zerfallen ihrer Kernfamilie. Einiges wird bereits am Anfang vorweggenommen, dann aber nicht mehr weiter ausgeführt, was ich sehr schade fand. Die Sprache und vor allem die Stellen im Mittelteil, die vermutlich autobiographisch inspiriert wurden, haben mir gefallen. Allerdings wirkten die vielen Fragen, die die junge Layla vor allem in ihrer Zeit bei der irakischen Familie, aber auch später im Dialog mit dem Vater, stellt, manchmal stark konstruiert und gingen mir dann auch gegen Ende mehr und mehr auf die Nerven.
Auch, dass der jüngere Bruder durch den Spitznamen Seestern so entmenschlicht wurde, fand ich unangebracht, zumal es eine Stelle gibt, in der die erwachsene Layla ihn ebenfalls fast so nennt in einem Therapiegespräch, bevor sie sich schnell verbessert.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich am Ende der kurzen Lektüre leider etwas ratlos war und deswegen nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne vergeben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2026

Super spannender Pageturner mit gesellschaftlicher Relevanz

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
0

Up in Smoke ist der zweite Roman von Nick Brooks nach Promise Boys - und ich war sehr gespannt!
Und wieder - das kann ich eindeutig sagen - bin ich begeistert!

Schauplatz des Buches ist Washington D.C.. ...

Up in Smoke ist der zweite Roman von Nick Brooks nach Promise Boys - und ich war sehr gespannt!
Und wieder - das kann ich eindeutig sagen - bin ich begeistert!

Schauplatz des Buches ist Washington D.C.. Es beginnt auf einer Black Lives Matter Demo. Cooper, 17 Jahre alt, hat sich von seinem älteren Freund Jason überreden lassen, Schmiere zu stehen, wenn er und seine Freunde während der Unruhen der Demo in Läden einsteigen und plündern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse - eine Frau wird erschossen und Jason verhaftet. Gemeinsam mit Monique, der jüngeren Schwester von Jason, versucht Cooper den wahren Täter zu finden, um seinen Freund (und auch sich selbst!) vor dem Gefängnis zu bewahren...

Die Geschichte ist wirklich unfassbar spannend geschrieben. Ich habe das Buch an einem Nachmittag regelrecht verschlungen und konnte es kaum zur Seite legen. Die Perspektiven wechseln zwischen Cooper und Monique - und beide sind absolut tolle Protagonisten. Besonders Monique ist eine weibliche Protagonistin, wie ich sie nicht nur bei YA Romanen liebe (hier aber besonders, da sie ein Vorbild für die junge Zielgruppe darstellt!). Sie ist mutig und klug und authentisch. Aber auch Cooper ist eine starke Identifikationsfigur - ein der Familie verbundener Sohn, ein sehr guter und loyaler Freund und ein Junge, den ich ohne weiteres als Freund einer meiner Töchter akzeptieren würde

Die Wendungen der Geschichte haben mich alle überrascht und der Spannungsbogen war von Beginn an hoch und hat nicht nachgelassen. Auch die Liebesgeschichte passte sehr gut in den Roman und hat mir absolut gefallen.

Abgerundet wird die extrem spannende Geschichte, bei der alle Enden zusammenfinden und keine Fragen offen bleiben, durch die immer wieder durchblitzende Systemkritik und vor allem die Relevanz, die das Thema hat.

Ein Lesehighlight für mich und eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2026

Warmherzig, wahr, wunderschön - ein Buch wie ein Gespräch mit einer Freundin

Alt genug
1

Ildikó von Kürthy ist seit Mondscheintarif eine meiner allerliebsten Autorinnen. Ich habe fast jedes ihrer Bücher gelesen und geliebt (das mit dem Hund habe ich ausgelassen...) und besitze ein Foto von ...

Ildikó von Kürthy ist seit Mondscheintarif eine meiner allerliebsten Autorinnen. Ich habe fast jedes ihrer Bücher gelesen und geliebt (das mit dem Hund habe ich ausgelassen...) und besitze ein Foto von der FBM mit ihr und habe eine ihrer Shows zum Buch erlebt.
Daher war klar, dass ich das neue Buch natürlich unbedingt lesen muss.
Und wie immer ist das Buch einfach nur perfekt. Der Humor, den ich aus allen ihren Werken so sehr liebe, ist wie immer überaus präsent und bringt mich immer wieder dazu laut aufzulachen. Aber wie immer ist die Lektüre nicht seicht und oberflächlich, sondern strotzt nur so vor Gedanken und Zitaten, die mich mitten ins Herz treffen.
Alt genug ist keine Fiktion, Alt genug ist ein Memoir, was es nochmal faszinierender macht, da der Mensch hinter der Autorin noch stärker in den Fokus tritt, wenn auch - wie sie sympathischerweise mehrmals betont - nur das, was sie zeigen möchte und sagen möchte, gesagt wird. Ich denke, es ist dennoch sehr, sehr persönlich, was Ildikó hier mit uns teilt und als langjährige treue Leserin fühle ich mich davon angesprochen, wenn sie uns auf Instagram mit "liebe Freundinnen" anspricht.
Der Text verzichtet anders als ihre Frühwerke auf spielerische Zeichnungen und mädchenhafte Farben. Das Cover ist stark und auffällig und passt zu der Frau, die Ildikó geworden ist - und die ich bewundere!
Das Buch - und die Stimme der Autorin - haben mich so sehr erreicht. Und so schreibe ich noch mit Tränen in den Augen, nachdem ich den letzten Satz gelesen und das Buch zugeklappt habe - lest es! Eine 100%ige Leseempfehlung und für mich auf jeden Fall wie jedes ihrer Bücher ein Highlight meines Lesejahres....

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere