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MelaK

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2020

Turbulenter Roadtrip mit sympathischen Charakteren und witzigem Plot

Maike, Martha und die Männer
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Maike liebt das Meer. Und bis sie der sportliche Mädchenschwarm Arne zur eine neue Freundin auserwählt, wäre sie nie auf die Idee gekommen, ihre Semesterferien im Schwarzwald zu verbringen. Doch Arne muss ...

Maike liebt das Meer. Und bis sie der sportliche Mädchenschwarm Arne zur eine neue Freundin auserwählt, wäre sie nie auf die Idee gekommen, ihre Semesterferien im Schwarzwald zu verbringen. Doch Arne muss sich in seiner alten Heimat um seine Oma kümmern, solange seine Eltern Urlaub machen. Schon am zweiten Tag nach der Ankunft in dem verschlafenen kleinen Nest, macht sich Arne aus dem Staub und lässt Maike mit der Oma allein. Das er das jedes Jahr mit wechselnden Freundinnen macht, erfährt sie erst von seiner Oma Martha. Stinksauer hat Maike nur eins im Sinn - nichts wie weg hier. Aber eh sie sich versieht, ist sie mit Martha und ihrem Lover Karl-Werner in einem Fast-Oldtimer unterwegs nach Frankreich. Unterwegs lesen sie noch den Tramper Nico auf, der einer Chat-Bekanntschaft hinterher reist und ein aberwitziger, höchst amüsanter und turbulenter Roadtrip nimmt seinen Lauf. Ich habe mich auf dieser Reise über Frankreichs Autobahnen Dank des witzigen und ungewöhnlichen Plots, der liebenswerten, nervigen und komischen Reisegesellschaft und nicht zuletzt wegen der pfiffigen Dialoge sehr wohl gefühlt und für ein paar Stunden die traurige Realität vergessen dürfen. Dafür ein großes Dankeschön an Birgit Schlieper, die einen wunderbaren Sommerroman geschrieben hat, der ganz viel gute Laune versprüht.

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Veröffentlicht am 10.03.2020

Ein literarisches Meisterwerk über Menschen und Aale

Das Evangelium der Aale
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Wie vielen anderen Menschen auch, ist mir der Aal eher unheimlich. Er sieht ungewöhnlich aus und man weiß kaum etwas über ihn. Patrik Svensson folgt in seinem Debüt den Spuren des Aales. Zum einen ist ...

Wie vielen anderen Menschen auch, ist mir der Aal eher unheimlich. Er sieht ungewöhnlich aus und man weiß kaum etwas über ihn. Patrik Svensson folgt in seinem Debüt den Spuren des Aales. Zum einen ist dieses Buch eine wissenschaftliche Abhandlung über den Aal. Man erfährt unglaublich viel über das, was bisher über den Aal bekannt ist, seinen Geburtsort (die Sargassosee), seine verschiedenen Lebenszyklen bzw. Erscheinungsformen, seine Reise zu den europäischen Flüssen und Seen, sein Ausharren und Abwarten (oft Jahrzehnte lang) und schließlich seine lange Reise zurück zu den Anfängen, um sich fortzupflanzen und zu sterben. Niemand hat je einen Aal bei der Fortpflanzung gesehen, niemand je eine Geburt - das macht den Aal so mysteriös. Diese ungelösten Fragen schufen eine Mythologie um den seit 40 Millionen Jahren nahezu unverändert lebenden, rätselhaften Aal und lassen Wissenschaftlerherzen höher schlagen.
Zum anderen ist es eine Vater-Sohn Geschichte. Die Geschichte einer Beziehung, die sich über die Liebe zum Aale angeln definiert.
Und zu guter Letzt ist es eine philosophische Annäherung an den Sinn des Lebens, an das, was den Menschen ausmacht, was ihn ängstigt und welche Bedürfnisse er hat.
Ich werde nach diesem wunderbaren Buch, das mich tief berührt hat, den Aal mit anderen Augen ansehen, ihn für seine Stärke und Anpassungsfähigkeit bewundern. Ich werde ihn ansehen und mich dabei um ihn und um seine immer seltener werdende Spezies sorgen. Und ich werde ihn ansehen und mich fragen, was sein mögliches Aussterben für uns bedeutet.

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Kurzweilig, vergnüglich, aber auch nachdenklich stimmend

Kiffen, Kaffee und Kajal
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In Zeiten, in denen immer mehr Menschen in Deutschland vor einer Überfremdung warnen und unsere Kultur und unsere Traditionen in Gefahr sehen, zeigt uns Kerim Pamuk auf sehr kurzweilige und vergnügliche, ...

In Zeiten, in denen immer mehr Menschen in Deutschland vor einer Überfremdung warnen und unsere Kultur und unsere Traditionen in Gefahr sehen, zeigt uns Kerim Pamuk auf sehr kurzweilige und vergnügliche, aber auch nachdenklich stimmende Weise, wie viel Orient in uns Altvertrautem steckt.
In dreizehn Kapiteln erzählt er unter anderem, wie arabische Wörter in unsere Sprache Einzug gehalten haben und das schon vor sehr langer Zeit. So ist das Sofa, auf dem man Kaffee aus einer Tasse trinkt, um mit einem Admiral Schach zu spielen und im Anschluss ermattet niederzusinken, ein Satzkonstrukt mit sechs, aus dem arabischen stammenden Wörtern. Wie ungemütlich, langweilig und entzugserscheinungsverheißend wäre es doch ohne diese wunderbaren Dinge.
Wir erfahren von Familien, die als Gastarbeiter in unser Land kamen, um letztendlich zu bleiben. Oft zerrissen zwischen zwei Welten, in der einen noch nicht, in der anderen nicht mehr dazugehörig. Und ganz viel erzählt uns Kerim Pamuk über die arabische Geschichte mit Abstechern etwa auch in die indische, spannend und immer erfrischend unbeschwert.
„Der Orient – geheimnisvolle, fremde Welt aus tausendundeiner Nacht? Unbekannt, fern und fremd? Denkste!“
Auf ein friedliches und fröhliches Miteinander

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Veröffentlicht am 22.02.2020

Der beste Bewerbungsratgeber für junge Leute

Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende
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Schon das Vorwort kommt sehr sympathisch und ehrlich rüber, sodass man sich gleich gut aufgehoben fühlt und gerne Tipps von der Autorin annimmt. Für Tamara Schrammel ist es, wie sie selber schreibt, eine ...

Schon das Vorwort kommt sehr sympathisch und ehrlich rüber, sodass man sich gleich gut aufgehoben fühlt und gerne Tipps von der Autorin annimmt. Für Tamara Schrammel ist es, wie sie selber schreibt, eine Herzensangelegenheit, mit diesem Ratgeber jedem einzelnen Jugendlichen und jungen Erwachsenen soviel Tipps und Unterstützung mitzugeben, dass er dadurch die berufliche Position findet, die seinen Stärken und Interessen entspricht und die ihn letztendlich glücklich macht.
So gibt es viele gute Tipps für eine erfolgreiche Berufsorientierung. Anhand von Statistiken wird deutlich, was die aktuellen Trends sind und welche Berufsrichtungen derzeit besonders beliebt sind. Um gut bestehen zu können und eine Chance bei den Bewerbungen zu haben, ist es daher wichtig, sich die eigenen Interessen, Talente und Fähigkeiten vor Augen zu führen. Sie schlägt vor, sie niederzuschreiben und sie sich so vor Augen zu führen. Immer gibt es dazu anschauliche Beispiele und Skizzen.
In einem weiteren Kapitel geht es um die allgemeingültigen Grundlagen zur Erstellung guter Bewerbungsunterlagen. Das Erstellen eines Lebenslaufes und eines Anschreiben wird dabei genauso ausführlich besprochen wie die verschiedenen Bewerbungsmöglichkeiten (online …). Auch hier gibt es dazu reichlich Beispiele, sodass es immer anschaulich und kurzweilig bleibt.
Hat man dann den die erste Hürde genommen und mit seiner Bewerbungen Interesse geweckt, folgen weitere Bewerbungsschritte, wie etwa Einstellungstests oder Vorstellungsgespräche. Was einen hier im einzelnen erwartet, erläutert Tamara Schrammel im folgenden Kapitel. Dabei kann sie auf ihre langjährigen Erfahrungen in namhaften Unternehmen wie Siemens und McKinsey zurückgreifen.
In den nun folgenden Kapiteln wird es konkret und anhand zahlreicher Beispiele lässt sich ein sehr guter Eindruck gewinnen, wie ein optimaler Lebenslauf oder ein gut formuliertes Anschreiben aussehen kann. Nie fehlt ein ausführliches Literaturverzeichnis zu den einzelnen Kapiteln und auch ein kostenloses ebook ist inkludiert.

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Veröffentlicht am 19.01.2020

Aufruf zum zivilen Ungehorsam – Zeit zu Handeln

Handeln statt hoffen
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Carola Rackete richtet mit ihrem Buch „Handeln statt Hoffen“ einen eindringlichen Aufruf zum Handel an ihre Generation, der letzten, der es ihrer Meinung nach, noch gelingen kann, das Ruder herum zu reißen. ...

Carola Rackete richtet mit ihrem Buch „Handeln statt Hoffen“ einen eindringlichen Aufruf zum Handel an ihre Generation, der letzten, der es ihrer Meinung nach, noch gelingen kann, das Ruder herum zu reißen. Denn nichts Geringeres als unsere Zukunft auf dem Planeten Erde steht auf dem Spiel. Unterstützt wird sie in ihrem Appell von der Autorin und Umweltaktivistin Anne Weiss.
Das Vorwort zu Carola Racketes Buch hat Hindou Oumarou Ibraim, eine sehr engagierte Umweltaktivistin aus dem Tschad geschrieben. Als Frau aus einem Land, aus dem Menschen flüchten, macht sie sehr anschaulich deutlich, warum der Druck zu fliehen für viele so groß ist und welch große Rolle dabei der Klimawandel spielt.
In den ersten Kapiteln kommt man Carola Rackete sehr nah. Man begreift, was es für sie bedeutet haben muss, mit erschöpften, traumatisierten Geretteten nirgends anlegen zu dürfen, auszuloten, was man als Kapitän zusammen mit der Crew für Möglichkeiten hat und welche Konsequenzen man wird tragen müssen.
Dabei auch vieles über ihren Werdegang zu erfahren, war für mich sehr wichtig. In der Presse wird sie darauf reduziert, dass sie mit der SeaWatch Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet hat und ohne Erlaubnis in den Hafen auf Lampedusa eingefahren ist. Tief beeindruckt hat mich die sehr reife und reflektierte Einschätzung ihrer eigenen Rolle. Es ging der Berichterstattung hier so gut wie nie um das Elend der Flüchtlinge, sondern darum, eine junge Frau mit Rastalocken, die, etwas ungewöhnlich, als Kapitänin der SeaWatch Flüchtlinge aus Seenot rettet, medienwirksam in Szene zu setzen. Das versprach hohe Verkaufszahlen und Einschaltquoten. Wäre es ein „gestandener" Kapitän gewesen, die ganze Aktion hätte niemals so viel Aufmerksamkeit erhalten.
Carola Rackete nutzt ihren Bekanntheitsgrad, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Zusammenhänge auf zu zeigen. Sie engagiert sich politisch, denn sie sieht darin eine Notwendigkeit, um tatsächlich eine Veränderung herbeiführen zu können. Man muss ihrer Meinung nach das System in Frage stellen. Dem wirtschaftlichen Wachstum wird nahezu alles untergeordnet, die Zerstörung der Umwelt und soziale Ungerechtigkeiten in Kauf genommen. Hier muss sich schnellstens etwas ändern, hier muss sich die Reaktion der Politik verändern. Denn Flüchtlingskrisen und die Zerstörung der Ökosysteme hängen unweigerlich zusammen.
Carola Rackete ist es in ihrem Buch sehr gut gelungen, Fluchtursachen aufzuzeigen und zum politischen Handeln aufzurufen. Mitverantwortlich an den Fluchtursachen sind zum Großteil die Industrieländer - nichts neues, aber die Zahlen schockieren doch und machen deutlich, dass ob der trägen Bewegung der politischen Führungen, der Zug schon fast abgefahren ist und wir auf eine unumkehrbare Klimakatastrophe zu steuern.
Schließen möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von Hindou Oumarou Ibrahim, weil damit die Dringlichkeit auf den Punkt gebracht wird.
„......Das Zeitfenster ist klein. Für Pessimismus ist da ebenso wenig Platz wie für Optimismus. Wir brauchen alle Zeit zum Handeln....“

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