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Veröffentlicht am 28.03.2025

Sehr interessantes, empfehlenswertes Buch über Tuberkulose

Tuberkulose
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In seinem neuen Buch "Tuberkulose" nimmt uns John Green mit auf eine Reise zur tödlichsten Infektionskrankheit der Welt.

Wir erfahren viele Hintergründe, über die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ...

In seinem neuen Buch "Tuberkulose" nimmt uns John Green mit auf eine Reise zur tödlichsten Infektionskrankheit der Welt.

Wir erfahren viele Hintergründe, über die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit und den verzweifelten Kampf gegen sie, als es noch kein Heilmittel gab. Seit ca. 70 Jahren gibt es eine Antibiotikatherapie, die die Krankheit unschädlich machen kann. Allerdings gibt es die Medikamente dort, wo die Krankheit nicht im hohen Maße existiert. Wo die Krankheit weit verbreitet ist, bspw. in Afrika und Indien etc. fehlt oft die geeignete medizinische Versorgung und die Medikamente. Außerdem herrscht ein Mangel an Aufklärung und viel Aberglauben. Was ich wirklich schockierend fand war, dass viele an Tuberkulose erkrankte Menschen in Afrika von ihrer Familie verstoßen werden, da sie als Schande gilt.

Das Buch ist wirklich sehr fundiert recherchiert. John Green spannt den Bogen von den historischen Hintergründen über Tuberkulose in seiner Familiengeschichte bis hin zu aktuellen Fakten und gesundheitspolitischen sowie medizinischen Informationen. Außerdem hat er mit der Geschichte des Patienten Henry, einem 16- jährigen Jungen aus Sierra Leone, gleich ein Tuberkulose Schicksal parat, über das er hautnah und sehr berührend berichtet.

Ich finde das Buch wirklich phantastisch. Es liefert so viele unglaubliche Informationen, ist sehr spannend und leidenschaftlich geschrieben, dabei aber auch mitreißend sowie praxisnah und keinesfalls deprimierend. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, anzupacken, Medikamente mit den ärmsten Ländern zu teilen, Spenden für die Bekämpfung der Tuberkulose zu samneln, den Hunger zu besiegen und endlich aktiv zu werden. Denn wie John Green schreibt, es ist an der Zeit, die tödlichste Infektion der Welt zu besiegen.

Ich kann das Buch von ganzem Herzen wärmstens empfehlen. Es ist sehr lesenswert für alle Menschen, besonders diejenigen, die politisch oder medizinisch interessiert sind. Tuberkulose ist gar nicht so weit weg, wie man meint, es gab in der Schule meiner Kinder (eine sehr gute Gesamtschule) schon mehrere Fälle. Unsere Lungenfachärztin hat mir gesagt, dass man sich auch in Deutschland Tuberkulose quasi überall z. B. in der Bahn holen könne und da ist es wichtig, informiert zu sein und Bescheid zu wissen.

Fazit: Ein sehr informatives, beeindruckendes und empfehlenswertes Buch über Tuberkulose.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Interessanter, praxisnaher Ratgeber zum Thema Freundlichkeit

Radikale Freundlichkeit
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Das Buch „Radikale Freundlichkeit“ von Nora Blum ist ein sehr interessanter, inspirierender Ratgeber mit viel psychologischem Background. In leicht verständlicher Sprache wird in übersichtlich gegliederten ...

Das Buch „Radikale Freundlichkeit“ von Nora Blum ist ein sehr interessanter, inspirierender Ratgeber mit viel psychologischem Background. In leicht verständlicher Sprache wird in übersichtlich gegliederten Kapiteln praxisnah das Thema Freundlichkeit behandelt.

Wir lernen, wie es uns gelingen kann, auch in schwierigen Situationen wie Stress oder Leistungsdruck freundlich zu bleiben, wie man auf Unfreundlichkeit reagieren kann und freundlich „Nein“ sagen kann. Sehr interessant ist auch die Kraft freundlicher Gesten und wie man schwierige Situationen mit Humor und Freundlichkeit entschärfen kann. Spannend finde ich auch das Kapitel in dem es darum geht, freundlich und wohlwollend mit uns selbst zu sein. Die Kapitel, wie man freundlich mit Neid umgeht und verzeiht und sich damit von altem Schmerz befreit, empfinde ich ebenfalls als sehr wertvoll und bereichernd.

In jedem Kapitel gibt es informative Kästchen mit praktischen Übungen. Hier wird in nachvollziehbaren Schritten dargestellt, wie wir das Ziel des jeweiligen Kapitels wie bspw. „Radikal freundlich Grenzen setzen“ leicht und locker erreichen können. Ich finde diese praktischen Übungen phantastisch, da man hier direkt in die Umsetzung des Gelernten gehen kann, um eine Verbesserung und Erhöhung der Lebensqualität zu erreichen.

Ich persönlich finde das Buch wirklich ganz großartig, praxisnah und leicht umsetzbar. Mir hat es sehr geholfen, mich zu reflektieren und einen Weg einzuschlagen, bei dem ich freier, gelassener und glücklicher sein kann. Ich bin nach dem Studium dieses Buchs davon überzeugt, dass es sich mit radikaler Freundlichkeit entspannter, unabhängiger und freier leben lässt. Das Buch ist sehr lesenswert und ich kann es als praxisnahen Ratgeber wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein schöner Sommerroman - bildhaft und tiefgehend

Wenn die Tage länger werden
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Der Roman "Wenn die Tage länger werden" handelt von zwei Frauen, deren Geschichten abwechselnd erzählt werden. Zum einen ist da Lisa, eine alleinerziehende Musiklehrerin, die erstmals seit sechs Jahren ...

Der Roman "Wenn die Tage länger werden" handelt von zwei Frauen, deren Geschichten abwechselnd erzählt werden. Zum einen ist da Lisa, eine alleinerziehende Musiklehrerin, die erstmals seit sechs Jahren einen Teil der Sommerferien ohne ihren Sohn Paul verbringen wird. Lisa ist hin- und hergerissen zwischen der befürchteten Einsamkeit und der Sehnsucht nach Freiheit und Zeit für sich. Zum anderen ist da Ute, eine Obstbäuerin, die ein nicht so leichtes Schicksal hat.

Ich konnte mich sehr gut in Lisa und Ute hineinfühlen. Beide Frauen haben in den letzten Jahren eher funktioniert und sich zu wenig um sich selbst und ihre Bedürfnisse gekümmert. Irgendwann mündet mangelnde Selbstfürsorge in Selbstaufgabe und man kann sich und seine Bedüfnisse kaum noch wahrnehmen und spüren. Die Gefühle der beiden Frauen sind sehr greifbar, nachvollziehbar und empathisch beschrieben.

Sehr interessant ist, wie der Roman sich entwickelt und der Sommer sich für beide Frauen und weitere Charaktere, die auch Geschehnisse der Vergangenheit bewältigen müssen, entwickelt. Es ist nicht nur ein Sommerroman über zwei Frauen sondern auch deren Familiengeschichten und viele unausgesprochene Erlebnisse.

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen. Die Autorin hat eine sehr schöne, interessante Sprache. Die Charaktere werden eingehend und empathisch geschildert. Ihre Gefühle sind greifbar und sehr nachvollziehbar. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, über sich selbst, Selbstfürsorge und eigene Ziele im Leben. Lebt man sein Leben wirklich so wie man es möchte oder plätschert der Alltag vor sich hin und man denkt, dass man für die schönen Dinge noch ewig Zeit hat?

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, das Buch lässt sich leicht lesen. Die Sprache ist bildhaft, fast poetisch, was mir persönlich gut gefallen hat. Es ist ein netter, ruhiger, unaufgeregter Roman für den Sommer, bei dem man Nachdenken aber auch Entspannen kann.

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