Eine faszinierende Welt voller Mythen und Monster!
Anathema„Anathema“ ist der erste Band der „Eating Woods“ Reihe der Autorin Keri Lake, und für mich das erste Buch der Autorin, also war ich gespannt was mich erwarten würde. Das Cover ist traumhaft schön und ein ...
„Anathema“ ist der erste Band der „Eating Woods“ Reihe der Autorin Keri Lake, und für mich das erste Buch der Autorin, also war ich gespannt was mich erwarten würde. Das Cover ist traumhaft schön und ein solches Highlight, dass alleine dieses mich schon überzeugt hat, den Roman haben zu wollen. Es passt perfekt in diese Welt, voll Düsternis, mystischem Treiben und diesem Gefühl der Eindringlichkeit, der erdrückenden Stimmung in der Nähe der Eating Woods zu sein.
Das Buch wird aus der Sicht von Maevyth erzählt, es ist ein Fantasy-Epos mit großem Slow Burn. Am Anfang erhalten wir ein unglaublich großes Glossar, Glyphen, Erklärungen, welche ich mir zwar durchgelesen habe, das meiste aber im Buch selbst zusammengereimt und erklärt bekommen haben. Ich habe ehrlich gesagt weniger darauf zurückgegriffen als erwartet. Man bekommt viel Input und muss sich erst zurechtfinden, doch mit der Zeit kommt man rein, diese vielen neuen Dinge, Monster, Namen und sonst noch alles, zu verstehen. Der Schreibstil war flüssig, ich kam sehr gut voran, alles wurde wunderbar erklärt, ohne dass man zu viel im Glossar suchen musste.
In diesem Roman geht es nun um Maevyth, welcher man nachsagt, dass sie verflucht sei, wie der Wald an dem sie wohnt. Durch ein tragisches Ereignis wird sie in diesen Wald getrieben und muss sich durch sein düsteres Labyrinth wagen, denn wer einmal diese „Eating Woods“ betritt, kehrt nie wieder zurück. Gerettet wird sie von Zevander, den tödlichsten Assassinen des Königs von Aethyria. Gemeinsam müssen sie einen Weg finden zu überleben und zusammen zu arbeiten, denn er braucht Maevyth, um einen Fluch zu lösen. Doch es gibt noch andere Kräfte, noch andere Kreaturen, welche sich wieder hervortun und der Kampf scheint noch wichtiger zu sein, als bisher angenommen.
Das Buch lässt sich sehr viel Zeit um in diese Welt einzutauchen, was einerseits ausgezeichnet ist, denn so lernt man sehr viel und einiges, ohne zu hetzen, andererseits kann es sich etwas in die Länge ziehen, ohne etwas Großes beizusteuern oder viel Action zu haben. Es war ein guter Roman, welcher sehr faszinierend und mit neuer Magie aufwarten konnte. Die Protagonisten wurden allen viel Zeit gewidmet und man konnte einiges zu deren Persönlichkeit erfahren. Einige waren einfach nur ekelhaft und grausam, andere waren absolut gehässig und gemein, weil sie sich mehr vom Leben erhofft haben, welches ihnen auch zustehen sollte. Wieder andere, wie Maevyths Schwester sind eine fröhliche, aufgeputschte junge Frau, welche sehr naiv durchs Leben geht und Schreckliches heraufbeschwört. Es gibt so viele unterschiedliche Charaktere, jeder eine eigene, andere Geschichte, sehr mitreißend, einfach toll.
Maevyth war und ist schon immer eine aufsässige Person, welche sich nicht damit zufrieden gibt, an nur einen Gott zu glauben, und dies alles so hinzunehmen, was andere sagen. So hat sie auch einige Bestrafungen erlangt. Sie ist mutig, aufopferungsvoll und denkt immerzu an ihre Schwester. Bei ihr hätte ich gerne gesehen, nachdem sie auf Zevander trifft, dass sie mehr Fragen stellt. Sie ist doch sonst nicht so, und auf einmal nimmt sie alles so hin, und stellt – einfach – keine – Fragen! Ich war verwirrt. Wenn ich in so eine Welt hineinbefördert worden wäre, ich hätte die zu Tode befragt, was hier denn so abgeht. Aber sie nimmt alles so gelassen hin, und nimmt das Meiste so an, wie es ist und lässt alles ihren Lauf. Das hat mich ehrlich echt gestört.
Zevander musste schon seit er ein Baby ist einiges durchmachen, das erfährt man im Prolog. Er hatte nie eine andere Möglichkeit, als schlussendlich für den König zu „arbeiten“, was mit ihm passiert ist, war schon echt krass. Kein Wunder, dass er nach einer Möglichkeit sucht, seinen Fluch zu brechen. Er wirkt dabei immer wie der kaltschnäuzigste Mitkerl, aber eigentlich hat er ein Herz aus Gold. Er würde alles für seine Schwester geben und beschützt sie, genauso wie er seinem Bruder helfen will. Diese Familie hat echt in den Topf mit Scheie gegriffen, so viel Pech und Ungerechtigkeiten ihnen widerfahren ist, einfach deprimierend und erschreckend.
Der Klappentext lässt implizieren, dass die beiden sich in den „Eating Woods“ das erste Mal treffen und sich dort längere Zeit aufhalten. Tja, nun, das ist komplett gelogen. Sie treffen sich wo anders, und die „Eating Woods“ sind eher ein Schauermärchen und man bleibt nicht lange in Ihnen, was ich wirklich sehr sehr schade fand. Denn diese sind wirklich faszinierend und interessant, da hätte ich gerne mehr Zeit verbracht. Vielleicht werden wir in den kommenden Bänden mehr davon zu sehen bekommen, doch hier verbringt man gefühlt einen Wimpernschlag und schon ist alles vorbei. Wir bekommen nur außerhalb des Waldes etwas mehr zu sehen, was mich einfach neugierig auf diesen Wald macht.
Die meiste Zeit verbringen wir in Zevanders Refugium, in denen Maevyth trainiert wird. Diese Zeit zieht sich für mich ein wenig, wird aber trotzdem sehr gut in die Geschichte eingebaut, was dort alles so passiert. Die Story rund um Zevander und Maevyth nimmt einen sehr langsamen Verlauf, bis die beiden sowieso das erste Mal aufeinander treffen ist echt schon viel Lesezeit vergangen. Die beidem haben sofort diese Chemie, und Verbundenheit, welche Zevander sehr verwirrt und etwas für seine ruppige und abweisende Art verantwortlich ist. Maevyth sorgt sich eigentlich nur um ihre Schwester, aber sie versteht warum sie hierbleiben muss und sie ist auch komplett fasziniert von Zevander. Ich fand diese langsame Annäherung der beiden echt super und authentisch.
Der Roman war echt eine interessante Erfahrung, viel neue Magie, viele Mysterien und einige Geheimnisse machen alles sehr viel interessanter und aufregender. Es gab ein paar Längen innerhalb des Buches, welche aber durch anderes wettgemacht wurden und gerne hätte ich mehr Zeit in den „Eating Woods“ verbracht. Ein guter Auftakt, welcher mich neugierig macht, was da sonst noch kommt, denn dieses Ende habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Aber es scheint spannend zu werden und vielleicht löst man schon ein paar Mysterien.