Ein Mosaik aus Sprüngen
Das Mosaik der FrauenRafik Schamis Roman "Das Mosaik der Frauen" entfaltet sich wie ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen und Lebensgeschichten, das sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild fügt. Im Mittelpunkt ...
Rafik Schamis Roman "Das Mosaik der Frauen" entfaltet sich wie ein vielschichtiges Geflecht aus Erinnerungen und Lebensgeschichten, das sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild fügt. Im Mittelpunkt steht Nadim Suri, der im Krankenhaus auf sein Leben zurückblickt, während Said Mardini als verbindende Figur zwischen den verschiedenen Erzählebenen fungiert. Besonders die Frauen, denen Nadim im Laufe seines Lebens begegnet, strukturieren die Erzählung, das sich wie ein Mosaik zusammensetzt. Jede von ihnen markiert eine prägende Phase, die von Nähe, Verlust oder Bruch geprägt ist. So entsteht weniger eine lineare Handlung als vielmehr ein Zusammenspiel aus Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungsfragmenten.
Den Ausgangspunkt bildet dabei Said Mardinis Flucht aus Syrien und sein Neuanfang in Deutschland. Über seine Geschichte öffnet sich der Blick auf Nadim, dessen rückblickende Erzählung den Kern des Romans bildet. In dieser Rückschau zeigt sich ein Leben, das stark von den Begegnungen mit verschiedenen Frauen geprägt ist. Jedoch macht diese Vielschichtigkeit den Roman, für meinen Geschmack, allerdings stellenweise schwer greifbar. Die vielen Rückblenden und Episoden unterbrechen den Erzählfluss immer wieder, sodass keine durchgehende Entwicklung und ein Spannungsbogen entsteht. Stattdessen reihen sich einzelne Lebensmomente aneinander, die sich nur teilweise zu einem größeren Ganzen verbinden. Besonders gefallen haben mir aber die Stellen, in denen die kulturellen und politischen Spannungen zwischen Syrien und Deutschland deutlich werden und die Figuren sehr lebendig dargestellt sind.