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Mianna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2019

Mal eine andere Perspektive

Good Morning, Mr. President!
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Beck Dory-Stein beschreibt in ihrem Roman ihre fünf Jahre dauernde Tätigkeit im Weißen Haus zur Regierungszeit Obamas. Beck hat als Stenographin viel über den Alltag im Weißen Haus, die MitarbeiterInnen, ...

Beck Dory-Stein beschreibt in ihrem Roman ihre fünf Jahre dauernde Tätigkeit im Weißen Haus zur Regierungszeit Obamas. Beck hat als Stenographin viel über den Alltag im Weißen Haus, die MitarbeiterInnen, die Auslandsreisen und ihre Begegnungen mit dem Präsidenten zu berichten. Dorey-Steins Roman steht für die jubelnde Anhängerschaft Obamas, Politikbegeisterung und das Erwachsen werden.

Kapitelweise schildert die Autorin ihren Alltag, ihre Sorgen bei der Jobsuche, dann die unglaubliche Zusage für einen Job im Weißen Haus. Neben ihrem intensiven Job bleibt nicht mehr viel Zeit für ihren Freund. Für Beck beginnt ein völlig neues Leben, dass sie einem Tagebuch ähnlich beschreibt. Die Lesenden bekommen umfassende Einblicke in ihre Erlebnisse, ihre Gedanken und Gefühle. Mit ihrem wunderbar humorvollen und fließenden Schreibstil schafft sie es zu Begeistern. In vielen Anekdoten erzählt sie von den spannenden Auslandsreisen, den Flügen mit der Air Force One und den vielen Besprechungen. Durch die Verwendung von internen Begriffen (POTUS: präsident of the United States; u. a.) schafft sie eine spürbare Nähe zum Geschehen. Die Atmosphäre, die sie beschreibt ist spannend, einladend und zum Wohlfühlen. Beck begegnet vielen sympathischen KollegInnen und erzählt mit viel Sprachwitz und Situationskomik von ihren Erlebnissen.

Ein wunderbar unterhaltsamer Roman über Obamas Regierungszeit: aus Sicht der Stenographin. Persönliche Geschichte verbunden mit dem politischen Geschehen. Gelungen!

Veröffentlicht am 25.11.2018

Langatmig

Sowas kann auch nur mir passieren
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Georgina ist 30 Jahre alt und hat gerade ihren Job verloren und ihren Freund mit einer Anderen erwischt. Ihr Leben ist ein einziges Chaos und nicht mal ihre Familie hält was von ihr.

McFarlane hat in ...

Georgina ist 30 Jahre alt und hat gerade ihren Job verloren und ihren Freund mit einer Anderen erwischt. Ihr Leben ist ein einziges Chaos und nicht mal ihre Familie hält was von ihr.

McFarlane hat in ihrem Roman das chaotische Leben einer jungen Frau beschrieben. Die angekündigte Liebesgeschichte kommt dabei zu kurz. Stattdessen geht es um Georgina's früheren Job, die Kündigung, Kindheitserlebnisse, die Geringschätzung ihrer Familie und ihre Ziellosigkeit. Der Inhalt passt insgesamt gut zum Buchtitel.

Sprachlich ist der Roman eher gewöhnlich, sieht man von den übertriebenen Ausdrücken Georgina's ab. Der Text liest sich leicht verständlich. Es entsteht wenig Spannung, der Roman hat viele Längen. Es geht zu viel um Nebensächlichkeiten. Zudem sind die Entwicklungen leicht vorher zu sehen und der Inhalt eher seicht.

Enttäuschend. Seicht mit vielen Längen.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Kurzweiliges Lesevergnügen

Gehen. Weiter gehen
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Der Norweger Erling Kagge hat eine Anleitung zum Gehen geschrieben. Darin berichtet er von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Gehen, seinen Erlebnissen auf seinen Wanderungen und der heilsamen Wirkung.

Seine ...

Der Norweger Erling Kagge hat eine Anleitung zum Gehen geschrieben. Darin berichtet er von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Gehen, seinen Erlebnissen auf seinen Wanderungen und der heilsamen Wirkung.

Seine Texte sind mal philosophisch, mal nachdenklich, mal witzig und erstaunlich. In kurzen Absätzen erzählt er von fremden Ländern, verschiedenen Landschaften und den Menschen, denen er begegnet. Die ausgewählten Fotografien sind eindrucksvoll und werten den Text weiter auf. Kagge schafft es zu begeistern und Interesse zu wecken. Dabei geht er unaufdringlich vor.

Der Text liest sich fließend und die Ausdrucksweise ist prägnant. Durchsetzt mit Zitaten und verschiedenen Ansichten bekommen die Lesenden einen umfassenden Einblick ins Thema Gehen.

Ein kurzweiliges Lesevergnügen über die Liebe zum Gehen.

Veröffentlicht am 21.10.2018

Schrecklich

Gork der Schreckliche
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Gork lebt auf dem Drachenplaneten Blegwesia und besucht die WarWings-Akademie im Abschlussjahrgang. Am heutigen Krönungstag hat er die letzte Chance ein Weibchen für die EierLege zu finden, sich mit ihr ...

Gork lebt auf dem Drachenplaneten Blegwesia und besucht die WarWings-Akademie im Abschlussjahrgang. Am heutigen Krönungstag hat er die letzte Chance ein Weibchen für die EierLege zu finden, sich mit ihr auf einen anderen Planeten schießen zu lassen, Kinder zu zeugen und den Planeten zu erobern. Eine schwere Aufgabe für einen Drachen mit großem Herzen und kleinem Horn. Vertut er die letzte Chance wird er versklavt.

In Gork der Schreckliche beschäftigt sich Gabe Hudson mit der Welt der Teenager und dem Streben nach einem Platz in der Gesellschaft. Unter den Drachen ist es angesehen sich gegenseitig zu zerfetzten, zu versklaven und auch sich auch gegenüber allen anderen Lebensformen gewalttätig zu verhalten. Das Gork so anders als seine Artgenossen ist hat für ihn große Folgen.

Hudson hat eine fantastische Welt geschaffen, in der verschiedene Arten von Drachen leben, die nach Macht streben. Es ist schwer nachzuvollziehen warum er diese Welt als ein totalitäres System voller Mord und Todschlag sowie öffentlichen Exekutionen geschaffen hat. Die Geschichte strotzt unnötig vor brutaler Gewalt und ist trotz dem Teenager-Thema nichts für jugendliche Leser.

Für seine Drachenwelt bedient sich Hudson vieler kreativer Wortschöpfungen. So ist von Powerstäben, der EierLege, dem WILLE ZUR MACHT-Ranking die Rede. Passend zum Teenager-Thema hat er eine jugendliche Sprache gewählt, in welcher Gork seine Geschichte erzählt. Von Hurensohn, krass, megamäßig, Bastard bis geile Schnecke ist alles dabei. Wirkt die Ausdrucksweise und das Auftreten des Drachen Gork anfänglich noch witzig und originell wird es im weiteren Verlauf eher anstrengend und albern. Erwachsene Leser könnten durch diese Sprachweise schnell abgeschreckt sein.

Gorks Geschichte wird in mehreren Teilen erzählt. Im Großen und Ganzen geht es um das Geschehen am Krönungstag, welches durch uninteressante Rückblenden in Gorks Leben und unnötige Nebenhandlungen ergänzt wird. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam und ohne Spannung. Die Handlung ist sprunghaft und inhaltlich dünn. Es ist schwer das Buch nicht vorzeitig aus der Hand zu legen.

Kreative Idee, unnötigerweise von brutaler Gewalt durchzogen in jugendlicher Sprache. Weder für Jugendliche noch für Erwachsene was.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Unerwartet spannend und berührend

Die wundersame Mission des Harry Crane
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Harrys Frau Beth wird vor einer Baustelle von einem Kran erschlagen und alles nur weil er sie hat stehen lassen, um ein Los zu kaufen. Die Trauer und die Schuld setzen ihm zu und so flieht er in die Wälder. ...

Harrys Frau Beth wird vor einer Baustelle von einem Kran erschlagen und alles nur weil er sie hat stehen lassen, um ein Los zu kaufen. Die Trauer und die Schuld setzen ihm zu und so flieht er in die Wälder. Dort begegnet er der zehnjährigen Oriana, die fest an das Wunder von Märchen glaubt. Es beginnt eine wunderliche Freundschaft.

Die Geschichte läuft schleppend an, beginnt nichtssagend. Die Erzählung um Harry und seine Trauer wirkt nüchtern und distanziert. Zu Beginn lässt sich kaum erahnen, welche Spannung die Geschichte noch mit sich bringen wird. Ist man über den trockenen Teil hinweg nimmt die Erzählung an Fahrt auf. Die Spannung steigert sich zunehmend und wird durch die ausführlichen Beschreibungen der Umgebungen, Gedanken und Situationen gebremst. Irgendwann wird die Aufregung zu groß, um den detaillierten Ausführungen in Ruhe folgen zu können. Es kommt der Drang auf, Absätze und Seiten zu überspringen. Einige Situationen wirken sehr bedrohlich, erinnern an einen Thriller. Die Geschichte lässt die Lesenden letztendlich atemlos und gehetzt zurück.

Die ausgedehnten Natur- und Personenbeschreibungen sorgen besonders in den ersten zwei Dritteln des Buches für Atmosphäre, lassen die Erzählung tiefer und lebendiger wirken. Der Schreibstil ist eher klar. Poetische und kluge Gedanken sowie humorvolle Aussagen passen sich gut in das Textgefüge. Das Lesen macht Spaß und es gibt immer wieder absurd witzige Situationen.

Die Charaktere werden im Laufe der Erzählung interessant, der Leidensdruck und die Hoffnungen der Einzelnen werden spürbar. Harry, Oriana, Amanda und die Bibliothekarin sind sehr liebenswert. Es wird eine Nähe zu den Charakteren hergestellt, die mitleiden und mitfreuen lässt. Ähnlich einem Märchen gibt es passenderweise „gute“ und „böse“ Personen, die aufeinanderprallen. Die Geschichte hat einen moralischen und lehrreichen Anklang. Ganz märchenhaft wird am Ende alles Gut. Auf Dauer ist es jedoch zu viel des Guten/ bzw. des Bösen.

Ein berührendes Erwachsenenmärchen. Erst trocken, dann spannend bis zu atemloser Aufgeregtheit.