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Milli0910

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Veröffentlicht am 26.04.2019

Niemals in der Niemalswelt

Niemalswelt
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Das Cover des Buches hat mich- als kleines Coveropfer- sehr sehr angesprochen. In seiner Schlichtheit ist es dennoch sehr schön anzuschauen und bleibt ein Blickfang.

Inhalt:
Beatrice, die von allen ...


Das Cover des Buches hat mich- als kleines Coveropfer- sehr sehr angesprochen. In seiner Schlichtheit ist es dennoch sehr schön anzuschauen und bleibt ein Blickfang.

Inhalt:
Beatrice, die von allen jedoch nur Bee genannt wird, hat gerade das erste Jahr des Colleges hinter sich gebracht und hilft ihren Eltern während der Ferien in deren Cafe aus. Ein Jahr zuvor ist ihr Freund Jim auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Diesen Vorfall hat Bree noch nicht verarbeitet, weshalb sie sich immer weiter von ihren Freunden isoliert hat. Dennoch laden diese sie nach diesem Jahr zu einer Party ein, zu welcher Bee sich nach anfänglichen Überlegungen doch aufmacht. Durch einen Autounfall geraten die Freunde in die “Niemalswelt”, einer Welt, die zwischen Leben und Tod existiert. Aus dieser Welt, so wird ihnen von dem Wächter erklärt, kann nur einer von ihnen entkommen- die anderen müssen sterben. Wer das sein wird, müssen die Freunde jeden Abend, sogesehen nach dem Unfall, demokratisch bestimmen. Schnell stellt sich heraus, dass auch Jims Tod etwas mit ihrer Situation zutun hat und dass die Aufklärung desselben ihnen helfen kann. Sobald die Abstimmung nicht eindeutig ist, und es mehr als nur eine Gegenstimme gibt, sind sie erneut in der Zeitschleife gefangen. Sie beginnen sich mit dem Tod von Jim zu befassen- um der Zeitschleife zu entkommen und ihr eigenes Leben zu retten.

Meine Meinung:
Obwohl mir sowohl das Cover total gefallen hat, ich vom Klappentext überzeugt war und die Leseprobe mich gefesselt hatte, war ein kleiner Rest Skepsis geblieben. Nicht aufgrund einer schlechten Idee, sondern weil ich Sorge hatte, einen schlechten Abklatsch von “Und täglich grüßt das Murmeltier”, “Happy Deathday”, “Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei” etc. zu lesen. Jedoch wurde ich- Gott sei Dank- eines Besseren belehrt. Es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig, den Protagonist*innen ist nicht über mehrere hundert Seiten das Gleiche passiert. Durch die Verbindung der Geschichte von den Freunden und die Aufklärung von Jims Tod waren auch sehr viele Elemente eines Thrillers vorhanden, welche dafür gesorgt haben, dass Hochspannung herrscht. Der Schreibstil war flüssig, es war anzumerken, dass es ein Jugendroman ist. Teilweise lasen sich die langen und verschachtelten Sätze etwas holprig, man fand sich im Allgemeinen jedoch gut zurecht. Leider möchte ich nun noch einen negativen Punkt ansprechen: Die Charaktere. Zwar waren diese alle sehr liebenswert und detailliert, aber nicht zu detailliert beschrieben, jedoch erfüllte jeder von ihnen ein riesen Klischee. Die Zicke, der Nerd, das schüchterne Mädchen aus ärmlicheren Verhältnissen, den Schwulen und die ohne eigene Meinung. Wie bereits gesagt, mit weniger Klischee hätte ich mit den Charakteren mehr anfangen können.

Fazit:
Dieses Buch ist meiner Meinung nach nicht nur für Jugendliche ein Lesevergnügen. Pessl hat in diesem Buch eine Grenze zwischen Leben und Tod erweitert und in dieser eine mehr oder weniger logische neue Welt erschaffen. Mit ausgereifteren Charakteren und mehr als nur einer Sichtweise mit Sicherheit ein noch größerer Lesespaß.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Liebeskind

Liebes Kind
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Bereits das Cover hat mich sehr angesprochen. Farblich ganz schlicht gehalten, nur in schwarz und weiß. Das abgebildete “Haus” sieht aus wie eine kleine Gefängniszelle: sinnbildlich genau das, was es ...


Bereits das Cover hat mich sehr angesprochen. Farblich ganz schlicht gehalten, nur in schwarz und weiß. Das abgebildete “Haus” sieht aus wie eine kleine Gefängniszelle: sinnbildlich genau das, was es für Lena und ihre Kinder Hannah und Jonathan auch ist.

Inhalt:

Lena wurde 14 Jahre vor dem Einsetzen der beschriebenen Geschehnisse als junge Studentin entführt. Ihr Entführer legt großen Wert auf geregelte Tagesabläufe, alles ist bis ins letzte Detail hinaus geplant. Seit Tag 1 in ihrem persönlichen Gefängnis hat Lena die Außenwelt nicht mehr gesehen. Sie schenkte ihrem Entführer zwei Kinder und hat mit der Zeit gelernt, zu gehorchen, aus Angst vor den Konsequenzen. Dennoch schmiedet sie Tag und Nacht an einem Plan, der ihr und ihren beiden Schützlingen die Freiheit schenken soll- welcher beinhaltet ihren “Mann” zu töten. Nach außen hin führt er das perfekte Leben: Zeigt sich der Öffentlichkeit, geht arbeiten, ernährt seine Familie und hütet sein wohl größtes Geheimnis…
Der Thriller setzt an, wo so viele andere enden: Mit der Flucht. Und auch nach all der Zeit, all der Möglichkeiten für Lena ihren Peiniger zu identifizieren, ist dieser Fall nicht gelöst. Der Mann will Rache. Quälend langsam- so erscheint es einem- werden Bruchstücke der entsetzlichen Wahrheit aufgelöst.

Meine Meinung:

Das Thriller- Debut von Romy Hausmann konnte mich fesseln. Sowohl die Story, der Ansatz der Handlung und die verschiedenen Erzählperspektiven haben beeindruckt. Besonders gelungen hierbei fand ich die Schilderungen aus Hannahs Sicht. Eine realistische und kindliche Beschreibung der Szenerien hat dem ganzen einen noch spannenderen Handlungsverlauf beschert. Auch die Handlungen von Hannah zeugen einem wohlüberlegten Charakter: auf der einen Seite emotionslos und auf der Anderen doch mitgenommen von der eingeschränkten Kindheit. Stellt man sich vor, dass diese Ereignisse so oder so ähnlich jeden Tag in den Nachrichten kommen könnten, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde dieses Buch absolut gelungen geschrieben. Starke Story und eine Überraschung am Ende.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

1793
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Das Cover dieses historischen Kriminalromans zeigt bereits das Jahr, in welches uns Niklas Natt och Dag uns entfüht: 1793. Innerhalb der großen Ziffern sieht man das eingeprägte Stadtbild Stockholms und ...

Das Cover dieses historischen Kriminalromans zeigt bereits das Jahr, in welches uns Niklas Natt och Dag uns entfüht: 1793. Innerhalb der großen Ziffern sieht man das eingeprägte Stadtbild Stockholms und bei genauerer Betrachtung auch gleich, dass es ein historisches Holland zeigt. Durch das überwiegende Farbschema von schwarz und gold fallen einem sofort die roten Blutspritzer auf, welche mitten auf dem Cover pranken.

Inhalt:

Im Jahre 1793 wird in Stockholm im städtischen See Fatburen eine schlimm zugerichtete Leiche gefunden. Dem Mann wurden Augen, Zähne, Nägel und Extremitäten mit einer erstaunlich fachmännisch wirkenden Präzision entfernt. Der Kriegsveteran “Mickel” Cardell und der an Tuberkulose erkrankte Jurist Cecil Winge begeben sich auf die Suche nach dem Mörder- und der Identität des Opfers. Da Winge sich im Endstadium seiner Krankheit befindet, scheint es, als wüsste er selbst am besten, dass er nicht mehr viel zu verlieren hat und stürzt sich somit voller Eifer in die Ermittlungen. Mit viel Druck durch verschiedene äußere Einflüsse dringt das Ermittlerduo ein in das historische Stockholm. Eine Gegend voller Krankheit, Armut und Tod auf der einen Seite, voller Gassen, Hurenhäuser und reges Treiben auf der anderen Seite.
Anders als bei den meisten anderen Kriminalromanen teilt der Autor dieses in vier Teile: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Während bei den ersten beiden das Ermittlerteam begleitet wird, werden im Sommer eine Reihe von Briefen gezeigt, welcher ein Mann an seine Schwester schrieb. Im Herbst wird die Geschichte von Anna Stina erzählt, welche mit weiteren Frauen eingesperrt wurde. Trotz der Gewalt und der Angst empfindet sie ein starkes Gefühl nach Aufbruch und Ausbruch.
Scheint es so, als würden diese verschiedenen Handlungsstränge nicht miteinander zusammenhängen, so schafft Natt och Dag es doch, sie zu einem wahren Meisterwerk zu verknüpfen.

Meine Meinung:

Dieser historische Kriminalroman ist auf so vielen Ebenen nicht zu übertreffen an Spannung und Finesse.
Zuerst einmal lobend anzusprechen ist die Darstellung Stockholms im Jahre 1793. Er schafft es einen nicht nur an einen anderen Ort, sondern auch in eine so andere Zeit mitzunehmen. Die beschriebene Atmosphäre hat mich gefesselt, mindestens genauso sehr wie die Geschichte an sich. Die Idee der vier Jahreszeiten, um so klar abgegrenzte Handlungsverläue zu beschreiben ist hervorragend. Nicht zuletzt finde ich die Darstellung der Protagonisten mehr als gelungen. Weg von dem typischen Ideal der sportlichen und starken Ermittler zu gehen und beinahe Aussätzige der damaligen Gesellschaft zu wählen, hat einen kaum zu erklärenden Reiz mit sich gebracht.

Zusammenfassend kann ich nicht viel sagen: Dies war das erste Buch dieses Autors welches ich gelesen habe- und es wird definitiv nicht mein Letztes sein. Ein absolutes Lesevergnügen!

Veröffentlicht am 26.04.2019

Profilerin

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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Das Cover des Buches sieht nach einem relativ gewöhnlichen für einen Thriller aus. Liest man jedoch die Story dazu und schaut es sich dann noch einmal an, werden einem viele kleine Details klarer, man ...

Das Cover des Buches sieht nach einem relativ gewöhnlichen für einen Thriller aus. Liest man jedoch die Story dazu und schaut es sich dann noch einmal an, werden einem viele kleine Details klarer, man erkennt Zusammenhänge- grob umschrieben ist auch das ein Großteil der Arbeit von Holly.

Inhalt:

Holly ist Dozierende an einer Universität für Kriminalpsychologie. Schnell ist ersichtlich, wie viel Wissen sie in ihrem Fach hat und wie genau sie die Eigenheiten von Serienmördern kennt. Eines nachts wird sie von DI Bishop kontaktiert, um als Profilerin an einen Tatort zu kommen. Dort wurde ein älteres Ehepaar auf grausame Weise getötet und auf eine obszöne Art dargestellt. Schnell wird klar, dass dieser Mord mit einem vorherigen zusammenhängt..es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Den Täter fassen, bevor er weiter morden kann. Denn in Einem ist sich Holly sicher- das wird er tun. Im Verlaufe der Ermittlungen muss Holly sich immer wieder auch den Geistern ihrer Vergangenheit stellen und dabei bemerken, dass sie enger in den Fall verstrickt ist, als sie jemals geglaubt hätte.

Meine Meinung:

Dieses Thriller- Debut des Autors war wirklich eins nach meinem Geschmack. Griffin hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen zu packen. Er hat ein großes Fadennetz entwickelt, welches mehr und mehr an einigen Stellen zusammenläuft. Ich als Leserin habe dieses erst sehr spät durchblickt und bin oftmals gedanklich auf eine ganz falsche Fährte geraten. Ein großer Pluspunkt dieses Buches sind ganz klar die beiden Protagonist*innen. Holly und Bishop scheinen äußerst komplexe Charaktere zu sein, was im Verlauf der Geschichte mehr und mehr zum Vorschein kam. Und auch am Ende des Buches habe ich noch nicht das Gefühl, sie beide voll durchschaut zu haben.

Alles in allem hat mich dieses Buch voll und ganz überzeugt. Der Schreibstil, die Charaktere und die durchgehende Spannung in der Geschichte lassen einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 26.04.2019

Schwer zu verarbeiten

Stella
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Das Cover des Buches finde ich auf seine eigene Art und Weise zwar interessant, jedoch auch verstörend. Zudem habe ich mir, falls die abgebildete Frau Stella sein soll, diese ganz anders vorgestellt, wodurch ...

Das Cover des Buches finde ich auf seine eigene Art und Weise zwar interessant, jedoch auch verstörend. Zudem habe ich mir, falls die abgebildete Frau Stella sein soll, diese ganz anders vorgestellt, wodurch sich beim Lesen immer eine Kontroverse in meinem Kopf gebildet hat, mit meinem Bild von Stella und dem Cover.

Zum Inhalt:
Das Buch spielt 1942 in Berlin. Der junge Schweizer Friedrich kam dorthin, nachdem seine Eltern sich scheiden ließen um sein Kunststudium fortzusetzen. Da er wohlbehütet in einem wohlhabenden Elternhaus aufgewachsen ist, hat er von den Ereignissen in Deutschland nur Berichte aus Zeitungen und Radio mitbekommen. In seiner Kunsthochschule trifft er ein junges Mädchen namens Kristin. Diese nimmt ihn eines abends mit in einen geheimen Jazzclub und zeigt ihm das verbotene Berliner Nachtleben. So, wie der Leser die beiden kennenlernt, scheint Kristin das komplette Gegenbild Friedrichs zu sein. Während er noch kindlich und unerfahren wirkt, scheint sie genau zu wissen, was sie will und wie sie das auch bekommt. Nach einer tollen Nacht stellt sich für Friedrich heraus, dass Kristin ihn belogen hat. In Wahrheit heißt sie Stella und sie ist Jüdin. Von der Gestapo wird sie enttarnt und muss sich einer schweren Entscheidung stellen: Sie soll untergetauchte Juden denunzieren um sich und ihre Familie zu retten.

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr interessant geschrieben und vor allem der Aufbau gefällt mir sehr gut: Neben der Erzählung aus der Ich- Perspektive Friedrichs stehen immer wieder auftauchende erzählzeitliche Fakten oder Auszüge aus verschiedenen Fallakten. Dadurch spielt nicht nur das Leben und die Gefühle des Protagonisten eine große Rolle, sondern auch das historische Geschehen, welches einen packt und in vergangene Zeiten mitnimmt. Dieses Buch ist mit Sicherheit keine leichte Kost. Immer wieder musste ich es zur Seite legen und das Gelesene verarbeiten.
Gleichzeitig macht es das jedoch auch zu einem solch besonderen Roman, der mir wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Von mir eine absolute Empfehlung, wenn man auf zeitgeschichtliche Literatur mit viel Anspruch steht.