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Veröffentlicht am 25.04.2017

Die Feuer von Anasoma

Die Feuer von Anasoma
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Der Debütroman von Mitchell Hogan mit dem Titel „Die Feuer von Anasoma“ ist der Auftakt einer Fantasy- Reihe, bei der die Geschichte des Magiers Caldan erzählt wird.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Caldan ...

Der Debütroman von Mitchell Hogan mit dem Titel „Die Feuer von Anasoma“ ist der Auftakt einer Fantasy- Reihe, bei der die Geschichte des Magiers Caldan erzählt wird.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Caldan ist zehn Jahre alt, als seine Eltern von den Schergen des Kaisers ermordet werden. Er selbst entkommt seinen Verfolgern und findet in einem Kloster Unterschlupf, wo er von den Brüdern in den Grundlagen der Arkanen Magie unterrichtet wird – denn Caldan ist talentiert. Eines Tages, so hofft er, wird man ihn als Novizen in den Orden aufnehmen. Doch acht Jahre später zerbricht dieser Traum in tausend Scherben, als Caldan bei einer Prügelei einen Mitschüler, Sohn einer reichen Adelsfamilie, verletzt. Mit nichts in der Tasche außer einem Beutel Kupferdukaten und zwei geheimnisvollen, magischen Ringen, die angeblich seinen Eltern gehörten, wird er aus dem Kloster geworfen. Er muss den Ort verlassen, der ihm ein zweites Zuhause geworden ist. Die Ordensbrüder. Und Jemma – seine erste große Liebe. Verzweifelt schifft sich Caldan ach Anasoma ein, eine der mächtigsten und buntesten Städte des mahrusischen Reiches. Er bewirbt sich um Aufnahme bei der Zauberergilde, denn dort glaubt er, mehr über die Ringe und das magische Erbe seiner Familie herausfinden zu können. Doch die Welt außerhalb der Klostermauern ist dunkel und gefährlich – und sie wird noch immer von den Mördern seiner Eltern beherrscht…

Zuerst möchte ich die hilfreiche Karte positiv hervorheben. Wobei in diesem Buch sowohl eine kleine Weltkarte, als auch eine Karte der Stadt Anasoma beigefügt wurden sind. Beide empfand ich als sehr hilfreich und habe sie gerne während des Lesens zu Rate gezogen.
Der Schreibstil von Hogan ist sehr angenehm, sodass sich dieser Fantasyroman flüssig lesen ließ. Auch schafft es der Autor, dass Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen und ich mir sowohl die Charaktere als auch die beschriebenen Lokalitäten gut vorstellen konnte. Hogan erschafft in diesem Fantasywerk eine vielseitige und komplexe Welt, wobei der Leser einen kleinen Einblick in diese Welt in „Die Feuer von Anasoma“ erhält. Ich hoffe, dass wir im Verlauf der Reihe noch weitere Ecken der Welt besser kennen lernen können und vielleicht noch ein bisschen mehr über die Geschichte dieser interessanten Welt erfahren werden. Gut hat mir auch gefallen, dass der Leser zusammen mit dem Protagonisten Caldan die Stadt Anasoma besser kennen lernt. Man erhält einen guten Einblick in die Vielseitigkeit dieser mächtigen Stadt, wie die Leute dort leben und welche Geheimnisse und Gefahren diese Stadt zu verbergen hat.
Der Einstieg erfolgt mit einem recht rätselhaften Prolog, der in der Vergangenheit im Vergleich zur hauptsächlichen Geschichte spielt. Einige Fragen werden aufgeworfen und natürlich entsteht dabei die Frage, welcher Zusammenhang zum Hauptstrang bestehen könnte. Auf jeden Fall wird auf diese Weise das Interesse geweckt. Im Anschluss an den Prolog lernen wir den Protagonisten Caldan kennen. Dieser lebt seit einigen Jahren bei den Ordensbrüdern, welche ihn aufgenommen haben, als er noch klein war. Obwohl Caldan aus keiner reichen Familie stammt und nicht viel über seine Vergangenheit weiß, haben die Mönche ihn aufgenommen und bei diesen darf er lernen und leben. Dort wächst er recht wohlbehütet auf, isoliert von dem eigentlichen Leben fernab des Klosters. Nachdem er nach einem Schicksalsschlag aus dem Kloster verbannt wurde, muss er lernen, zu überleben. In der bekannten Stadt Anasoma versucht er Fuß zu fassen und muss lernen, dass sein erlangtes Wissen aus den Büchern des Klosters nicht immer mit dem realen Leben übereinstimmt. Caldan hat seine Ecken und Kanten, dennoch wirkte er auf mich sympathisch. Zusammen mit Caldan lernt der Leser einiges über die Magie kennen und erlangt neue Erkenntnisse über diese. Gerne habe ich seine Geschichte verfolgt und über seine Erfolge und Misserfolge gelesen. Es war interessant, seine Entwicklung mitzuerleben, wie er im Verlauf des Buches reifer wurde. Er ist an seinen Aufgaben gewachsen und hat dabei eine interessante Entwicklung durchlaufen.
Auch weitere Charaktere werden eingeführt, wobei einige interessanter als andere dargestellt werden. Auch erfährt man nicht immer viel über diverse eingeführte Charaktere. Dennoch konnten die meisten Charaktere ein Interesse bei mir wecken, sodass ich gerne ihre Geschichte verfolgt habe. Im Verlauf der Geschichte fragt man sich, wie diverse Perspektiven wohl zusammengeführt werden könnten, wie ihr Schicksal miteinander verknüpft sein könnte.
Leider habe ich ein paar Seiten gebraucht, um vollständig in die Geschichte herein zu finden. Der Einstieg viel mir persönlich nicht leicht, dennoch war mein Interesse geweckt gewesen, sodass ich das Buch nicht sofort zur Seite legte – und ich wurde nicht enttäuscht. Leider konnte mich das Magiesystem nicht sofort überzeugen. Besonders zu Beginn der Geschichte hatte ich ein paar Probleme mit den Prinzipien und Regeln der Magie und auch dessen Grenzen waren für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Doch im Verlauf des Buches lernt man einiges über die Magie kennen, sodass ich mich immer mehr mit dem Magiesystem anfreunden konnte.
Auch wenn „Die Feuer von Anasoma“ der Auftakt einer Reihe ist, finde ich es schade, dass doch so viele Fragen offen bleiben und nicht beantwortet werden. Ich kann es verstehen, dass bei einem Reihenauftakt nicht alles geklärt wird, um noch Material für später zu haben, dennoch fand ich es einfach schade, dass dieses Ende so offen gehalten wurde. Doch dies führt natürlich auch dazu, dass die Neugier an dem weiteren Geschehen geweckt wird. Gerne würde ich wissen, wie die Geschichte rund um den Magier Caldan weitergehen wird.

Insgesamt hat der Autor Mitchell Hogan mit „Die Feuer von Anasoma“ einen interessanten Auftakt zu einer fantastischen Reihe geschaffen, der die Neugier auf die Weiterführung weckt. Da ich leider ein paar Anlaufschwierigkeiten hatte und mir persönlich das Ende zu offen war, möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Der Kuss der Lüge

Der Kuss der Lüge
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Der fantastische Jugendroman „Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen“ aus der Feder von Mary E. Pearson ist der Auftakt einer geplanten Trilogie, welcher bereits in Amerika große Wellen geschlagen ...

Der fantastische Jugendroman „Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen“ aus der Feder von Mary E. Pearson ist der Auftakt einer geplanten Trilogie, welcher bereits in Amerika große Wellen geschlagen hat. Und auch hier in Deutschland ist dieses Buch in bestimmten Kreisen recht populär, sodass ich mir gerne meine eigene Meinung bilden wollte.

Inhaltsangabe (Quellenangabe: Klappentext):
Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch die Prinzessin entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Beide sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt sich Lia zu beiden hingezogen...

Zuerst möchte ich die Gestaltung des Buches loben. Die Karte fand ich gut umgesetzt, durch die Figuren am Rand der Karte wirkte diese aufgelockerter. Auch empfand ich sie als hilfreich, gerne habe ich sie während des Lesens zurate gezogen, um mich zu orientieren, wo denn die erwähnten Reiche und Städte liegen.
Den Schreibstil von Mary E. Pearson empfand ich als sehr angenehm. Das Buch hat sich flüssig und rasant lesen lassen, auch schreibt die Autorin recht bildhaft. Ich konnte mir die einzelnen Personen und auch die Örtlichkeiten gut vorstellen. Auch die drei unterschiedlichen Erzählperspektiven haben mir gut gefallen. Diese sind jeweils mit der Prinzessin Lia, Prinz oder Attentäter betitelt. Dadurch kann man als Leser miträtseln, wer von Kaden und Rafe der Prinz und wer der Attentäter ist. Man erhält durch die drei Perspektiven interessante Einblicke in die drei Protagonisten und diese Erzählweise bringt zusätzliche Spannung in das Buch. Besonders hat mir auch die interessante und vielseitige Welt gefallen. Positiv möchte ich hervorheben, dass wir als Leser schon einiges über diese fantastische Welt erfahren. Bereits im ersten Teil der Trilogie erhält man einen Einblick in die verschiedenen Lebensbereiche der Bevölkerung wie zum Beispiel den Glauben oder auch die Kultur. Auch einen Einblick in die Vergangenheit und die Geschichte der Völker wird einem gewährt, was mir sehr gefallen hat. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorin gut in ihrer erfundenen Welt auskennt und den Leser auch daran teilhaben lassen möchte.
Auf den ersten Seiten erfolgt ein direkter Einstieg in die Geschichte und ich bin auch gut in diese reingekommen. Man erfährt, dass die Prinzessin, die Lia genannt wird, jedoch einen königlicheren umfangreicheren Namen besitzt, verheiratet werden soll. Diesen Prinzen kennt sie jedoch nicht, hat ihn noch nie gesehen. Die beiden sollen heiraten, um den Frieden zu bewahren und die beiden Reiche zu sichern. Kurz vor der Hochzeit flieht Lia mit ihrer Bediensteten und Freundin namens Pauline. Diese ersten Seiten lassen sich wirklich zügig lesen, die geplante Flucht und schließlich auch dessen Umsetzung ist vielseitig umgesetzt wurden und spannend erzählt. Die beiden fliehen in das Heimatland von Pauline und kommen bei einer damaligen Freundin unter, die eine Taverne besitzt. Die beiden arbeiten für den Unterhalt und erfreuen sich am einfachen Leben. Ich finde, dass sich ab dieser stelle sich das Buch manchmal etwas zieht. Der Mittelteil ist leider nicht mehr so spannend wie der Einstieg in das Buch, die Spannungskurve flaut ab, Man erfährt, wie sich das alltägliche Leben in einer Taverne gestaltet und welche Aufgaben die beiden erfüllen, natürlich auch wie sie ihr privates Leben fernab der Taverne gestalten. Diesen Mittelteil hätte man durchaus etwas straffen können, das hätte dem Buch ein bisschen mehr Schwung verschafft. Es passiert inhaltlich leider nicht wirklich viel und auch kleine alltägliche Situationen werden teilweise umfangreich beschrieben, sodass es nicht ausbleibt, dass ein Spannungsabbruch erfolgt.
Eigentlich hat dieses Buch interessante Protagonisten, die einen durchaus in seinen Bann ziehen könnten. Eine Prinzessin, welche kurz vor ihrer eigenen Hochzeit flieht. Sie möchte ihr eigenes Leben selbstständig führen und wegen ihrer Selbstwillen geliebt werden. Sie erfreut sich am einfachen Leben und genießt es, ein alltägliches Leben zu haben, auch wenn die Eingewöhnung daran nicht immer reibungslos verläuft. Aber teilweise merkt man Lia an, dass sie wohlbehütet in einem Schloss aufgewachsen ist. Schließlich ist sie auf der Flucht und muss sich eigentlich verstecken, darf ihre Identität nicht preisgeben. Dennoch freundet sie sich sofort mit zwei gutaussehenden jungen Männern an und erzählt diesen einiges, was ein normales Bauernmädchen aus einem einfachen Dorf eigentlich nicht könnte oder wissen könnte. In dieser Hinsicht war mir Lia viel zu naiv und unvorsichtig – eigentlich müsste sie doch wissen, was auf dem Spiel steht, schließlich hat ihr eigener Vater Soldaten ausgeschickt, um sie zu suchen. Ihr sorgloser Umgang mit Rafe und Kaden war für mich einfach nicht nachvollziehbar. Aber auch die männlichen Protagonisten sind vielseitig und durchaus interessant gestaltet. Irgendwie kann man beide in sein Herz schließen. Wobei mir leider immer noch nicht klar ist, warum ein Attentäter sein Opfer nicht sofort erledigt. Stattdessen freundet er sich erst mit ihr an und will sie anschließend sogar beschützen. Man erfährt erst im späteren Teil der Geschichte, wer der Prinz und wer der Attentäter ist. Jedoch kann ein aufmerksamer Leser dies relativ schnell erraten und auch meine Ahnung hatte sich bewahrheitet. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, das Geschehen zu verfolgen und zu überlegen, wer welche Position innehat.
Die letzten hundert Seiten konnten die Spannung dann nochmal steigern. Diese haben mir bedeutend besser gefallen als der Mittelteil und konnten mich dann wieder von diesem Werk überzeugen. Man erhält nochmal einen besseren Einblick in die jeweiligen Charaktere und kann sie zumindest teilweise ein bisschen besser verstehen. Auch die finalen Seiten waren spannend, sodass ich nun zu gerne wissen möchte, wie es mit Lia, Kaden und Rafe weitergehen wird.
Leider fand ich, dass die Romanze oder auch die Tändelei zwischen den drei Protagonisten zu viel Raum eingenommen hat. Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf der Liebesgeschichte liegen würde. Schade fand ich auch, dass dieses Buch wenige fantastische Elemente vorzuweisen hat. Angeblich hat Lia die Gabe, auch ein paar Andeutungen werden gemacht. Ein paar Erzählungen über die Vergangenheit und über dessen Magie sind ebenfalls vorhanden, weitere Magie findet man leider nicht in diesem Buch.

Insgesamt war „Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson ein Wechselbad der Gefühle für mich. Ein toller Einstieg und ein tolles Ende, leider konnte mich der Mittelteil nicht überzeugen. Daher kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben. Dennoch bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Veröffentlicht am 10.04.2017

The Sleeping Prince

The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch (Tödlich 2)
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Die Autorin Melinda Salisbury hat mit „The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch“ die Fortsetzung zu ihrer Reihe rund um den Schlafenden Prinzen geschrieben. Ich würde empfehlen, dass man den ersten Teil bereits ...

Die Autorin Melinda Salisbury hat mit „The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch“ die Fortsetzung zu ihrer Reihe rund um den Schlafenden Prinzen geschrieben. Ich würde empfehlen, dass man den ersten Teil bereits gelesen hat. Zu Beginn des Buches wird man keine Schwierigkeiten ohne Hintergrundwissen haben. Dennoch finde ich es besonders zu Ende des zweiten Teiles relativ wichtig, dass man die Vorkenntnisse aus „Goddess of Poison“ kennt.

Inhaltsangabe (Quellenangabe: Klappentext):
Das Land ist in Aufruhr. Die Königin hat eine alte Legende entfesselt und den gefährlichen Schlafenden Prinzen nach vielen Jahrhunderten wieder zum Leben erweckt. Nun bringt er Krieg und Zerstörung zu den Menschen von Tregellian. Die junge Apothekerstochter Errin versucht verzweifelt, sich in diesen gefährlichen Zeiten über Wasser zu halten. Doch seit ihr Bruder Lief verschwunden ist, muss sie sich alleine um ihre kranke Mutter kümmern. Über die Runden kommt sie nur, weil sie verbotene Kräutertränke braut, die sie heimlich verkauft. Als Soldaten sie und ihre Mutter aus ihrem Dorf vertreiben, gibt es nur einen, an den sich Errin wenden kann: den mysteriösen Silas. Ein junger Mann, der tödliche Gifte bei ihr kauft, aber nie verrät, wozu er sie verwendet. Silas verspricht, Errin zu helfen. Doch als ihr vermeintlicher Retter spurlos verschwindet, muss Errin eine Entscheidung treffen, die das Schicksal des Reiches verändern wird...

Der erste Teil der Reihe „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ konnte mich damals nicht hundertprozentig überzeugen. Ich war zwiegespalten, was ich von diesem Werk halten sollte. Es hatte auf jeden Fall interessante Ansätze und die Grundidee der Geschichte hat mir gut gefallen, fand ich ansprechend. Jedoch konnte mich das Buch einfach nicht packen, was wohl auch teilweise an den Charakteren und dem Schwerpunkt der Geschichte lag. Dennoch war ich gespannt auf den zweiten Teil und freut mich schon, endlich zu erfahren, wie es wohl weitergehen wird.
Zuerst war ich recht überrascht, als in „The Sleeping Prince“ eine neue Protagonistin eingeführt wurde. Ich brauchte ein paar Seiten, bis ich mich mit Errin anfreunden konnte und auch die Verbindung zum vorherigen Band knüpfen konnte, dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass doch schon etwas Zeit vergangen ist, als ich den ersten Teil gelesen hatte. Errin ist teilweise ein recht starker Charakter, sie sorgt sich in wirklich schweren Zeiten um ihre Familie bzw. sorgt sie sich um ihre Mutter. Sie ist ihr noch von der Familie erhalten geblieben, der Vater ist verstorben und der Bruder verschwunden – keiner weiß, ob es ihm gut geht oder wo er ist. Errin versucht, ihre Mutter von einer Krankheit zu heilen oder die Situation zumindest erträglich zu machen. Auch muss sie den Lebensunterhalt verdienen. Sie ist Herbalistin und verkauft daher bestimmte Kräuter, Tinkturen und zusammengebraute Tränke. In diesem Buch muss sie einige Hürden meistern und wächst dabei an ihren Aufgaben. Dennoch fand ich sie teilweise ein bisschen naiv. Klar, sie ist eigentlich noch ein Kind, welches viel zu früh erwachsen werden musste, aber auf der anderen Seite passt ihr Verhalten nicht immer zum Gesamtbild, welches ich von ihr eigentlich hatte. Gut gefallen haben mir die Einblicke, die einen als Leser gewährt werden, in die Vergangenheit. Man erfährt, was mit dem Vater passiert ist und wie die Kindheit von Errin verlaufen ist. Diese Rückblenden haben mir gefallen und man lernt so die Protagonistin besser kennen.
Auch Silas hat mir gut gefallen. Er ist ein interessanter Charakter, der wenig von sich preisgibt. Er ist in dem Dorf aufgetaucht, in dem Errin derzeit mit ihrer Mutter wohnt. Er bestellt bestimmte Gifte bei ihr, die sie ihm zusammenstellt. Silas ist recht geheimnisvoll, erzählt wenig von sich und gibt noch weniger von sich preis. Er ist recht distanziert, dennoch hat er eine angenehme Art. Zu gerne würde man mehr über ihn erfahren und im Verlauf des Buches lernt man ihn auch besser kennen. Man kann sein Verhalten dann besser nachvollziehen und dennoch wirkt er auf seine Art immer noch geheimnisvoll und anziehend, spannend.
Die Geschichte konnte mich teilweise überraschen. Ein paar unvorhersehbare Wendungen werden eingebaut, wobei manche Wendungen auch zu erahnen waren. Nicht alle Wendungen konnten mich überzeugen. Die Handlung wirkte auf mich durchdacht. Auch wenn man den Bogen zum ersten Teil der Reihe spannt, wirkte die Handlung auf mich stimmig. Die Saga rund um den Schlafenden Prinzen wird zu Beginn des Buches nochmal wiederholt, sodass man diese nochmal in Erinnerung gerufen bekommt. Das hat mir persönlich auch gut gefallen, da ich mich an diverse Einzelheiten leider nicht mehr so genau erinnern konnte. Mir hat besonders das letzte Drittel des Buches gefallen. Zu Beginn war die Handlung teilweise etwas schleppend und die Spannung wurde nur geringfügig aufgebaut. Doch der letzte Teil des Buches konnte mich noch ein bisschen darüber hinwegtrösten. Auch das Finale hat mir gut gefallen. Es war spannend geschrieben und konnte mich endlich wieder packen. Es hat mich gefesselt und ich wollte nur noch wissen, wie die Geschichte ausgeht. Auch hat es mein Interesse an der Weiterführung der Geschichte geweckt. Der Cliffhanger ist gut gewählt, als Leser möchte man nur zu gerne wissen, wie es denn mit dem Schlafenden Prinzen weitergehen wird. Auch trifft man auf bereits bekannte Charaktere, was mir persönlich auch gut gefallen hat. Wäre „The Sleeping Prince“ ohne bereits bekannte Charaktere gewesen, wäre das für mich doch irgendwie ein negativer Punkt gewesen. So bin ich jedoch froh, neues von ihnen zu erfahren und man liest ein bisschen, wie es ihnen ergangen ist.
Ein positiver Punkt ist, dass man im zweiten Teil die Welt besser kennen lernt. Man begibt sich mit Errin durch eine kleine Reise in dieser Welt. Man lernt die Bevölkerung teilweise ein bisschen kennen und liest etwas über ein paar Städte und ihre Bräuche. Mir hat gefallen, dass der Fokus nicht allein auf der Protagonistin und ihrem persönlichen Schicksal lag, dies hat die Geschichte ein bisschen aufgelockert. Auch hat mir gefallen, dass man die Bedrohung durch den Schlafenden Prinzen an verschiedenen Orten der Welt zu spüren bekommt. Beziehungsweise erfährt man, wie unterschiedlich diese wahrgenommen wird. Man erfährt etwas über Tumulte an den verschiedenen Ecken des Reiches oder auch von Kriegen. Die Atmosphäre ist im Vergleich zum ersten Band bedeutend düsterer und wirkte dadurch auch reifer auf mich.
Leider habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hereinzukommen. Dies liegt zum einen an der neuen Protagonistin – man muss diese erst kennen lernen und die Einführung der Person war mir persönlich etwas zu ausschweifend. Andererseits liegt es aber auch daran, dass mich die Story zu Beginn nicht wirklich packen konnte. Mir hat ein bisschen die Spannung gefehlt, die Geschichte war für mich nicht greifbar, ich wurde einfach nicht mitgerissen. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht mittendrin war, mir hat so ein bisschen der Bezug gefehlt. Die Handlung brauchte bei mir persönlich etwas länger, bis sie mich mitreisen konnte. Der Großteil der Handlung konnte mich leider nicht vollständig überzeugen.

Leider konnte mich Melinda Salisbury mit „The Sleeping Prince – Tödlicher Fluch“ nicht vollkommen überzeugen. Diese Fortsetzung konnte mich leider erst im letzten Drittel überzeugen, die Spannung wird erst auf den letzten Seiten vollkommen aufgebaut. Dadurch wurde jedoch mein Interesse geweckt, sodass ich gerne wissen möchte, wie die Geschichte rund um den Schlafenden Prinzen ausgehen wird. Dennoch kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Das Herz der verlorenen Dinge

Das Herz der verlorenen Dinge
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Der bekannte Fantasy- Autor Tad Williams hat mit seinem neuen Werk „Das Herz der verlorenen Dinge“ eine Weiterführung der Osten-Ard-Reihe geschrieben. Hierbei schlägt er eine Brücke zwischen dem bereits ...

Der bekannte Fantasy- Autor Tad Williams hat mit seinem neuen Werk „Das Herz der verlorenen Dinge“ eine Weiterführung der Osten-Ard-Reihe geschrieben. Hierbei schlägt er eine Brücke zwischen dem bereits bekannten Zyklus „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ und der weiterführenden Reihe. Nach etwa 25 Jahren kehrt Tad Williams nach Osten Ard zurück, wobei „Die Hexenholzkrone“ im September 2017 erscheinen wird.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Nach dem Tod des Sturmkönigs Ineluki flohen die Nornen hinter die schützenden Mauern ihrer Burg Nakkiga im Norden, um dort erneut Kräfte zu sammeln. Viyeki, ihr Heeresvormann, sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, sein Volk der endgültigen Auslöschung durch Herzog Isgrimnur und seinen Truppen zu retten. Den Truppen Isgrimnurs haben sich zwei einfache Soldaten angeschlossen, Porto und Endri, deren Freundschaft angesichts der Grausamkeiten der Kämpfe auf eine harte Probe gestellt wird. Und unter den Elben spielt ein Amulett eine immer wichtigere Rolle: Es trägt den Namen „Das Herz der verlorenen Dinge“ und erinnert an das einstige Paradies dieses uralten Volkes.

Dieses Buch ist auch für Neueinsteiger geeignet, wobei man sich jedoch besonders zu Beginn des Buches stark konzentrieren muss, um die Zusammenhänge zu erkennen. Auch sind die Namen teilweise ungewohnt und bestimmt nicht immer einfach auseinander zu halten. Am Ende des Buches hat Tad Williams noch eine kleine Zusammenfassung zu den Völkern der Nornen und Sithi beigefügt. Darin wird auf die Geschichte der unterschiedlichen Völker eingegangen. Auch diese ist besonders für Neueinsteiger zu empfehlen, da man so das Vergangene besser bewerten kann.
Mit „Das Herz der verlorenen Dinge“ hat Williams einen Übergangsband geschrieben, der zwischen den beiden Reihen aus Osten Ard stehen soll, hierbei knüpft er nahtlos an das letzte Buch der vorherigen Reihe „Der Engelsturm“ an. Ein direkter Einstieg macht einem klar, dass der Kampf zwischen den Nornen und den Menschen noch nicht vollständig beendet ist. Hierbei wird direkt nach dem Sieg der Menschen gegenüber den Nornen angeknüpft. Die Flucht der Nornen gen Norden wird thematisiert und wie diese dabei von den Rimmersmännern verfolgt werden. Unterschiedliche Kriegs- und Belagerungssituationen werden erzählt. Der Erzählstil des Autors ist angenehm und bildhaft. Verschiedene Orte der ausgebauten und komplexen Welt werden als Schauplätze ausgewählt und dabei so beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Ich hatte quasi das Gefühl, dass ich bei den kriegerischen Auseinandersetzungen der beiden so unterschiedlichen Völker mit dabei sei. Williams schafft es, mich als Leser in fremde und gefährliche Welten zu entführen und die Ausführungen dieses doch recht kurzen Buches spannend und vielseitig zu gestalten. Auch wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet, sodass die Spannung noch zusätzlich gesteigert wird. Man bekommt Einblicke in die Vorgehensweisen und Gedankengänge der beiden Völker und kann dessen Beweggründe besser nachvollziehen. Auch empfindet man dadurch für beide Seiten Sympathien, da das jeweilige Volk seine eigenen Gründe für diesen Krieg hat. Man kommt dabei aus dem typischen Schwarz- Weiß- Denken heraus und will die Charaktere nicht sofort in diverse Schubladen stecken und sie einem Lager zuteilen. Das hat mir persönlich gut gefallen und ich fand es interessant, dass für beide Seiten ihre jeweilige Lage auf verständnisvolle Art erklärt wurde. Auch wird aus dem Bericht einer Chronistin der Nornen zitiert. Diese fasst die Geschehnisse knapp zusammen und gibt nochmal einen Einblick in die Denkweise der Nornen, welche doch ganz anders als die menschliche ist. Die Atmosphäre des Buches ist recht düster gehalten. Verwundet es nicht, da in „Das Herz der verlorenen Dinge“ der Krieg der Nornen mit den Menschen thematisiert wird. Kampfszenen und auch Belagerungen werden bildhaft beschrieben. Williams schafft es gekonnt, die Stimmung während so eines Krieges zu transportieren und die Atmosphäre von so einem Ereignis einzufangen. Er gibt die Sehnsüchte und Ängste der jeweiligen Parteien weiter und schafft es, dass man für beide Seiten Mitgefühl empfindet und sich in die Leidenden hineinversetzen kann. Dabei wird der Krieg nicht verherrlicht, man bekommt die schlimmen Ausmaße aus direkter Quelle mit. Das Ende dieses Werkes konnte mich nochmal überraschen – mit so einem Ausgang der Geschichte hatte ich definitiv nicht gerechnet. Es weckt das Interesse, wie die Geschichte weitergeführt wird und steigert die Vorfreude auf die noch folgenden Bücher aus Osten Ard.
Positiv möchte ich auch die Gestaltung des Buches hervorheben. Hierbei sind hilfreiche Karten, ein umfangreiches Glossar sowie ein detailliertes Personenregister beigefügt wurden. Diese empfand ich als sehr hilfreich und besonders auf den ersten Seiten des Buches habe ich die beigefügten Hilfsmittel gerne zu Rate gezogen. Auch habe ich den zurückgelegten Weg der Nornen und Rimmersmännern auf den jeweiligen Karten nachverfolgt, sodass man einen guten Einblick in die wesentlichen Schauplätze der kriegerischen Auseinandersetzungen erhält.
Etwas schade fand ich, dass diverse Charaktere eingeführt wurden sind, auf diese aber nicht näher eingegangen wurde. So zum Beispiel die Sithi, welche die Rimmersmänner begleitet. Auch auf das Amulett, welches dem Buch seinen Titel gegeben hat, wird nur kurz eingegangen – eine kurze Erklärung diesbezüglich folgt, leider nicht mehr. Ich hoffe, dass dies in den späteren Bänden nochmal aufgegriffen wird und umfangreicher thematisiert wird.

Insgesamt hat Tad Williams mit „Das Herz der verlorenen Dinge“ einen gelungenen Übergangsband geschaffen, welcher die Vorfreude auf die folgende Reihe steigert. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 20.03.2017

Dornen und Rosen

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
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Das neue Buch der Fantasy- Autorin Sarah J. Maas ist unter dem Titel „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ erschienen. Es stellt den Auftakt einer neuen Fantasy- Reihe dar.

Inhaltsangabe (Quelle: ...

Das neue Buch der Fantasy- Autorin Sarah J. Maas ist unter dem Titel „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ erschienen. Es stellt den Auftakt einer neuen Fantasy- Reihe dar.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Als die junge Jägerin Feyre im Wald einen Wolf tötet, erscheint eine furchteinflößende Kreatur und verlangt Wiedergutmachung. Feyre wird nach Prythian verschleppt, in das Reich der Fae, das sie bisher nur aus Legenden kannte. Und sie entdeckt, dass ihr Entführer Tamlin ist, ein Prinz der Fae, der über den Frühlingshof herrscht. Bald merkt Feyre, dass ihre Gefühle Tamlin gegenüber sich ändern. Aus kaltem Hass wird Leidenschaft, und keine Warnung, keine Legende, die sie je über die trügerisch schönen, mächtigen Fae gehört hat, kann das ändern. Doch ein uralter. Grausamer Schatten liegt über dem Reich. Feyre muss einen Weg finden, um ihn aufzuhalten. Oder Tamlin ist für immer verloren…

Der Schreibstil von Maas ist malerisch und leicht, das Buch lässt sich flüssig lesen und hat auf mich eine gewisse Sogwirkung ausgeübt. In „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ werden oftmals Farben als stilistisches Mittel eingesetzt. Gefühle oder auch ausgewählte und wichtige Szenen werden mit ganz bestimmten Farben beschrieben bzw. verbindet die Protagonistin diese mit einer ganz speziellen Farbe. Die Geschichte wirkte auf mich besonders zu Beginn märchenhaft. Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ sind erkennbar, wobei dies noch durch die Verwendung des Wortes Biest im Buch verstärkt wurde. Ich erwischte mich manchmal, wie ich nach Assoziationen zwischen den beiden Geschichten gezielt gesucht habe. Aber die Zusammenhänge lassen im Verlauf der Geschichte nach und die Story entwickelt sich auf ihre eigene Weise in eine vollkommen andere Richtung. Gut gefallen haben mir auch das fantastische Setting und die Atmosphäre des Buches. Maas schafft es gekonnt, eine spannende Atmosphäre zu weben. Durch ihre unterschiedlichen und vielseitigen Welten, die darin wandelnden Wesen und die ziemlich unterschiedlichen Ansichten wird eine Spannung aufgebaut. Diese fiktive Welt ist vielseitig und birgt eine Menge Potential, welche zum Teil im ersten Teil der Reihe schon eingesetzt wird. Dennoch spart sich die Autorin noch viele offene Fragen in Bezug auf diese komplexe Welt für spätere Bände auf. Andeutungen werden gemacht – man bekommt als Leser einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit der Welt und somit wird gekonnt Spannung für die folgenden Werke aufgebaut. Zu gerne hätte ich noch mehr über die Welt der Fae und die unterschiedlichen Höfe gelesen – hierbei wäre mir ein direkter Einblick in die Höfe natürlich am liebsten gewesen – und so hoffe ich, dass mein Wunsch in den folgenden Büchern noch in Erfüllung gehen wird.
Größtenteils konnten mich die Charaktere überzeugen. Hierbei haben mir persönlich hauptsächlich die Nebencharaktere gefallen. Feyre ist ein Mensch. Ein junges Mädchen, das für das Überleben ihrer Familie sorgen muss, indem sie auf die Jagd geht. Doch leider bekommt sie dies von dieser nicht angerechnet. Sie hat es wirklich nicht einfach und hat ein recht hartes und raues Leben, das von Entbehrungen geprägt ist. Ihre Entwicklung fand ich teilweise etwas unrealistisch. Auf der einen Seite will sie, nachdem sie in das Land der Fae mitgenommen wurde, unbedingt wieder zurück zu ihrer Familie. Dabei weiß sie, dass diese sie wohl eher nicht vermissen wird und dass sie es derzeit besser ohne Feyre haben. Leider lässt dieser Fluchtgedanke recht schnell nach – sie lebt sich ziemlich rasch ein und findet Gefallen an ihrem neuen Leben. Manchmal wirkte sie auf mich noch wie ein ziemlich junges und naives Mädchen, obwohl sie es durch ihr hartes und entbehrungsreiches Leben eigentlich besser wissen müsste. Tamlin ist der männliche Gegenpart. Er ist ein Fae und lebt im Wohlstand, dennoch liegt ein Fluch auf seinem Hof. Er ist zu Beginn etwas distanziert und gibt wenig von sich preis. Allgemein erfährt der Leser recht wenig von ihm. Zu gerne hätte ich auch mal aus seiner Sicht gelesen. Besonders gefallen hat mir jedoch der Nebencharakter Rhysand. Seine Entwicklung fand ich einfach großartig und er hat so ein gewisses Konfliktpotential was ich interessant fand. Auch hat er eine geheimnisvolle Seite, sodass ich hoffe, dass im Folgeband noch viel von ihm berichtet wird. Die Vielseitigkeit der magischen Wesen konnte mich ebenfalls überzeugen. Zusammen mit Feyre musste der Leser diese neuen Wesen kennen lernen und hat dabei nicht nur positive Entdeckungen machen müssen.
Das letzte Drittel – die Geschichte unter dem Berg – hat mir persönlich am besten gefallen. Diese Seiten waren vollkommen spannend und hier hat Maas ihr gesamtes Potential ausschöpfen können. Man fiebert mit den Charakteren mit, leidet mit ihnen und muss mit ihnen bangen. Dabei lernt man Rhysand etwas besser kennen, was mir persönlich auch sehr gefallen hat. Insgesamt hat mir das Finale vom ersten Band sehr gefallen und konnte mich wieder vollkommen vom Können der Autorin überzeugen. Ich hoffe, dass der zweite Band in diesem Stil weitergeführt wird.
Leider brauchte ich ein paar Seiten, um vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Auf den ersten Seiten wird berichtet, wie Feyre auf die Jagd geht und dabei einen größeren Wolf jagt. Auch lernen wir ihre Familie kennen und das damit einhergehende alltägliche Familienleben. Der Zusammenhalt dieser Familie ist leider nicht der beste und auch allgemein ist der Umgang eher rau und kalt. Ich brauchte etwas länger, um mit Feyre, ihrem Leben und ihren Ansichten zurechtzukommen. Leider bin ich mit ihr nicht sofort warm geworden und auch im Verlauf des Buches gab es Szenen, wo sie mir leider nicht immer sympathisch war. Auch wird im Mittelteil ein bisschen die Luft rausgenommen. Hierbei wird mehr auf die Beziehung zwischen Feyre und Tamlin eingegangen. Auf ihre Gefühle, auf angedeutete Gesten und wie man dies alles denn interpretieren könnte. Mir persönlich war dies ein bisschen zu dahingezogen und hat mir zu viel Raum eingenommen, ohne dass sich allzu viel verändert hat. Dennoch fand ich die Entwicklung der Liebesgeschichte etwas abrupt. Zuerst ist Feyre mit dem Leben im Land der Fae überfordert, möchte entkommen und wieder zurück zu ihrer Familie. Und das, obwohl sie weiß, dass diese sie wahrscheinlich nicht vermissen werden. Meiner Meinung nach kommt dann ziemlich plötzlich ein Sinneswandel. Feyre stellt ihre Rebellion und Abneigung gegen die Fae zurück und gewöhnt sich an ihr derzeitiges Leben. Leider konnte mich die Liebesgeschichte nicht vollständig überzeugen. Auch der Entwicklung von Feyre auf den letzten Seiten des Buches stehe ich kritisch gegenüber. Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich nicht weiter auf ihre Metamorphose ein.

Insgesamt hat mir der neue Fantasy- Roman „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ von Sarah J. Maas gut gefallen. Besonders das letzte Drittel konnte mich überzeugen. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird und hoffe, dass Rhysand ein größerer und wichtiger Bestandteil der Geschichte wird. Dafür möchte ich 4 Sterne vergeben.