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Veröffentlicht am 16.08.2024

Sepia und das Erwachen der Tintenmagie

Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie
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Mit dem Jugendbuch „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“ hat Theresa Bell ihr Debütroman geschrieben. Da dieses Werk der Auftakt einer Reihe ist, sind für das Verständnis von diesem Buch keine Vorkenntnisse ...

Mit dem Jugendbuch „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“ hat Theresa Bell ihr Debütroman geschrieben. Da dieses Werk der Auftakt einer Reihe ist, sind für das Verständnis von diesem Buch keine Vorkenntnisse nötig.

Klappentext:
Dass in Flohall Tinte und Bücher wertvoller sind als Gold merkt die zwölfjährige Sepia schon bei ihrer Ankunft in der berühmten Hafenstadt mit ihrer duftenden Tinte und dem flüsternden Papier. Bei Silbersilbe, einem der drei großen Meister, soll sie das Handwerk des Buchdrucks lernen. Warum wurde gerade sie ausgewählt – ein tollpatschiges Waisenmädchen, das ständig Tintenflecken an den Fingern hat? Bald findet Sepia in Niki und Sanzio treue Freunde und erlebt ihr erstes Funkelfest. Doch es geschehen merkwürdige Dinge in Flohall. Tinte geht verloren, düstere Gestalten schleichen umher, und dann verschwinden die Meister. Sepia ahnt, dass das mit dem Tintenkrieg zu tun hat, und mit einem dunklen Alchemisten, den alle für längst besiegt gehalten haben.

Ich persönlich fand das Cover zu diesem Jugendbuch recht interessant, meine Neugier darauf war sofort geweckt. Ein Blick auf den Klappentext hat dies noch bestätigt, ein fantastisches Setting rund um die Welt der Bücher. Mein Interesse wurde befeuert und so habe ich mich voller Vorfreude an dieses Werk herangewagt.
Bei „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“ habe ich zum Hörbuch gegriffen, dieses wird von Uve Teschner vorgelesen. Dieser Sprecher hat eine angenehme Stimme, sodass es mir persönlich Spaß gemacht hat, der Geschichte zu lauschen. Auch schafft es Teschner gekonnt, die Geschichte gekonnt in Szene zu setzten, die Story wirkt regelrecht lebendig. Meiner Meinung nach wird hier dem Buch gekonnt Leben eingehaucht und mir hat der Stil vom Sprecher ziemlich gut gefallen.
Die Autorin hat einen angenehmen Erzählstil, welcher leicht und wunderbar beschreibend ist. Gekonnt wird hier eine gelungene, überzeugende und fantastische Atmosphäre erschaffen. Auch die Grundidee von „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“ fand ich überzeugend – ebenso die Umsetzung dieser, welcher ich wahrlich gelungen fand. Mir hat es Spaß gemacht, zusammen mit Sepia und ihren Freunden Flohall zu erkunden und immer neue Ecken und dessen Besonderheiten zu entdecken. Aber auch den Zusammenhang zwischen der Vergangenheit und dem aktuellen Geschehen zu erforschen. Ich hatte hier das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein und ein Teil dieser Geschichte zu sein. Der Autorin ist es hier wirklich gelungen, eine fantastische Welt mit viel Liebe zum Detail zu erschaffen. Es gibt viel zu entdecken und mich konnte diese fiktive Welt in ihren Bann ziehen. Nur zu gerne würde ich über Flohall erfahren, es gibt bestimmt noch einiges zu entdecken. Interessant fand ich hier auch das zentrale Thema des Buchdrucks, der Buchbinderei und der Buchillustrationen und wie all dies gekonnt in Szene gesetzt wurde. Diese Themen wurden zu einem wesentlichen Teil der Story und haben gekonnt die Haupthandlung ergänzt und diese dadurch lebendiger erscheinen lassen, auf mich wirkte alles ziemlich stimmig und harmonisch. Theresa Bell schafft es meiner Meinung nach auch, dass die Spannung permanent oben gehalten wird. Auf vielseitige Art und Weise wird hier eine Sogwirkung erzeugt, sodass ich dieses Hörbuch nur ungern unterbrochen hatte, es hat mir wahrlich großen Spaß gemacht, diesem Hörgenuss zu lauschen. Positiv möchte ich auch noch die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren erwähnen. Diese haben das Jugendbuch noch zusätzlich lebendig wirken lassen und wirkten auf mich ganz natürlich.
Ein zentrales Thema in diesem Buch ist die tiefe Freundschaft zwischen Sepia und Niki und Sanzio. Diese drei ergeben wirklich ein harmonisches Team, welches zusammenwächst und gegenseitig füreinander einsteht, sich in gefährlichen Situationen den anderen hilft und mit Rat und Tat den anderen zur Seite steht. Ich fand die Beschreibungen und Ausführungen zu dieser Freundschaft wirklich gelungen, ist diese erst im Verlauf des Buches gewachsen und wirkte auf mich persönlich authentisch. Jeder der drei hat seine ganz persönlichen Stärken und Schwächen, zusammen ergänzen sie sich gut. Auch gibt es ein paar Geheimnisse, worüber man nicht gerne miteinander redet, aber auch diese Probleme finden eine überzeugende Lösung und fügen sich gekonnt in die Story ein. Dieses Trio ist sowohl als Team zusammen als auch jeder für sich sympathisch und jeder konnte mich auf seine eigene Art überzeugen. Sie sind mir ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgelitten, um sie gebangt. Auch Silbersilbe, der Buchdruckmeister und damit der Vorgesetzte von Sepia war mir sehr sympathisch, ich mochte seine mystische Art recht gerne. Er weiß mehr, als er zunächst zugeben möchte und weiß Sachen aus der Vergangenheit, über die er am liebsten schweigen würde – bis dies leider schwerwiegende Folgen hat.
So ist es nicht überraschend, dass ich den Showdown packend und spannend fand. Ich habe hier an den Seiten bzw. am Hörbuch gehangen und wollte einfach nur wissen, wie dieses Buch ausgeht. Nur zu gerne würde ich bald mehr von Sepia, Niki und Sanzio lesen. Und wer weiß, vielleicht begegnen wir noch dem ein oder anderen bekannten Charakter wieder.

Insgesamt konnte mich die Autorin Theresa Bell mit ihrem Buch „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“ auf vielseitige Weise in ihren Bann ziehen. Das Hörbuch, vorgelesen von Uve Teschner konnte mich überzeugen. Hierfür möchte ich 4,5 Sterne und eine Lese- bzw. Hörempfehlung vergeben.

Veröffentlicht am 16.08.2024

Die Berührung des Todes

Belladonna – Die Berührung des Todes (Belladonna 1)
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Die Autorin Adalyn Grace hat mit ihrem Werk „Belladonna- Die Berührung des Todes“ den
Auftakt zu einer Reihe geschrieben, in dem das besondere Mädchen Signa und ihre
Begegnungen mit dem Tod im Vordergrund ...

Die Autorin Adalyn Grace hat mit ihrem Werk „Belladonna- Die Berührung des Todes“ den
Auftakt zu einer Reihe geschrieben, in dem das besondere Mädchen Signa und ihre
Begegnungen mit dem Tod im Vordergrund stehen. Dies ist ein Reihenauftakt und kann daher
ohne weitere Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Signa ist vom Tod berührt. Seit ihre Eltern gestorben sind, glauben ihre Verwandten, dass sie
verflucht ist. Bis Signa eines Tages von ihrem Cousin in das wunderschöne Herrenhaus Thorn
Grove eingeladen wird. Die rauschenden Bälle und eleganten Gäste faszinieren Signa, doch
der Glanz verbirgt ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet
und der Täter steht der Familie näher als vermutet. Als der Tod dann höchstpersönlich
erscheint, um Signa bei dem Rätsel zu helfen, weckt er in ihr verbotene Gefühle, die sie in
einen dunklen Abgrund reißen könnten...

Ich persönlich fand den Klappentext recht ansprechend- ein Mädchen, welches Kontakt mit
dem Tod höchstpersönlich hat und ein geheimnisvolles Rätsel – dies klang für mich sehr
vielversprechend. Daher habe ich es gewagt und mich ohne große Erwartungen an dieses
Werk herangewagt.
Bei „Belladonna – Die Berührung des Todes“ habe ich zum ungekürzten Hörbuch gegriffen.
Dies wird von Lena Münchow gesprochen, bisher habe ich noch kein Hörbuch gehört,
welches von ihr vorgelesen wurde. Ich fand ihre Sprechweise recht angenehm, ihre Stimme ist
verständlich, sodass man dem Hörbuch gut folgen konnte und mit Genuss diesem gelauscht
hat. Jedoch hätte ich mir persönlich ein höheres Sprechtempo gewünscht. Stellenweise fand
ich es doch etwas zu träge, aber dies ist Geschmackssache.
Dieses Werk ist ein gelungener Genremix. Zum einen ist dies ein Fantasy- Buch, jedoch mit
einer guten Brise Romance (die Gefühle von der Protagonistin Signa werden hier näher
thematisiert), aber auch Mystery (Signa kann mit dem Tod Kontakt aufnehmen und hat auch
noch weitere Talente) und auch eine gute Portion Thrill (Aufklärung eines Mordfalls und
versuchter Mord). Dies führt dazu, dass dieses Buch viele Facetten zwischen zwei
Buchdeckel bringt. Bei mir hat dieser Genremix ganz gut funktioniert. Der Schreibstil von
Adalyn Grace ist recht leicht und detailreich, dies führt dazu, dass sich das Buch flüssig lesen
lässt bzw. in meinem Fall hören lässt. Auch schafft es die Autorin, dass Bilder vor meinem
geistigen Auge entstehen. Das Setting ist historisch angehaucht, der ein oder andere Ball oder
auch eine Teegesellschaft spielt innerhalb des Werkes eine wesentliche Rolle. Mir persönlich

hat dies gut gefallen, ich fand das historische Setting ansprechend und hat meiner Meinung
nach gut zur Geschichte an sich gespasst. Zu Beginn wird man von der Autorin Grace sofort
mitten in das Geschehen geworfen, man lernt sofort die Protagonistin Signa und ihr
derzeitiges Leben kennen, aber auch ihre Vergangenheit wird näher beleuchtet. Dieser Roman
entwickelt sich langsam, aber stetig. Wer hier ein temporeiches oder sogar actionreiches Buch
sucht, der wird dies leider vergeblich tun. Es existiert zwar die ein oder andere blutige oder
auch brutale Szene, jedoch werden diese eher am Rande erwähnt, ohne zu sehr ins Detail zu
gehen.
Leider muss ich gestehen, dass ich von der Protagonistin Signa zwiegespalten bin. Zum einen
ist sie ein cleveres Mädchen mit einem gewissen Wissensschatz, sie ist wissbegierig und
neugierig. Dann gibt es Szenen, in denen sie recht naiv und unbedarft ist. Auch fehlt es ihr an
Sozialkompetenz, was aber mit ihrer isolierten Kindheit und diversen Schicksalsschlägen in
Zusammenhang steht. Manchmal mochte ich ihre Art, wie sie sich für andere einsetzt. Dann
aber ging sie mir mit ihrer naiven Art etwas auf die Nerven. Dafür fand ich ihr
ungewöhnliches Talent umso interessanter. Signa lernt im Verlauf des Buches, dieses zu
akzeptieren und auch anzunehmen. Stück für Stück muss sie dieses Talent erst erforschen und
kennen lernen, was sie alles kann. Auch die Kontrolle dieser Begabung ist nicht immer
einfach. Dies hat mir persönlich ganz gut gefallen. Ebenso der Tod als männlicher Gegenpart.
Seine Art fand ich recht ansprechend und für mich hat sein Charakter und seine Entwicklung
einen wesentlichen Part für mein Interesse ausgemacht. Seine Szenen habe ich immer mit
großem Genuss gelesen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich immer sehnsüchtig auf
weitere Passagen mit dem Tod gewartet habe. Negativ muss ich noch erwähnen, dass die
Nebencharaktere meiner Meinung nach nicht gut ausgearbeitet waren. Diese blieben für mich
blass und eindimensional, hier fehlte es mir an Charaktertiefe. Die Nebencharaktere waren
recht klischeebelastet, hier gab es keine großen Überraschungen oder Wendungen.

Insgesamt konnte mich die Autorin Adalyn Grace mit „Belladonna – Die Berührung des
Todes“ gut unterhalten. Auch die Sprecherin Lena Münchow macht ihren Job meiner
Meinung nach hier gut. Es gab einige interessante Ansätze, jedoch auch ein paar
Schwachstellen. Ob ich die Reihe weiterverfolgen werde, kann ich derzeit noch nicht sagen.
Leider kann ich den Hype um dieses Werk auch nicht ganz nachvollziehen. Ich möchte
hierfür 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 13.08.2024

Die Vermisste von Holnis

Die Vermisste von Holnis
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Die Autorin Anna Johannsen hat mit ihrem Friesenkrimi „Die Vermisste von Holnis“ den mittlerweile elften Band rund um die Inselkommissarin geschrieben. Diesen kann man jedoch auch ohne Vorkenntnisse aus ...

Die Autorin Anna Johannsen hat mit ihrem Friesenkrimi „Die Vermisste von Holnis“ den mittlerweile elften Band rund um die Inselkommissarin geschrieben. Diesen kann man jedoch auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden lesen. Jedoch entwickelt sich das Privatleben der Kommissarin und ihr Team weiter, sodass es mehr Vergnügen bereitet, wenn man zumindest teilweise diese Reihe schon kennt.

Klappentext:
In der Nähe der dänischen Stadt Odense wird eine Leiche gefunden. Der Pass der Toten stellt sich als gefälscht heraus, doch der DNA-Abgleich führt die Ermittler zu Sophia Jepsen, die im Alter von 16 Jahren auf der Halbinsel Holnis spurlos verschwunden ist. Die Inselkommissarin Lena Lorenzen und ihre Kollegin Naya Olsen tauchen tief in den vier Jahre zurückliegenden Vermisstenfall ein und ermitteln zusammen mit der dänischen Polizei. Bei der Obduktion erhält der Fall eine weitere Dimension, Sophia hatte ein Kind bekommen: Die Ermittler setzen alles daran, es lebend zu finden und den Mörder zu stoppen.

Ich habe bereits ein paar Kriminalromane aus der Feder von Anna Johannsen gelesen – unter anderem auch Bücher aus der Reihe rund um die Inselkommissarin, welche mir ganz gut gefallen und mich gut unterhalten haben. Daher war ich auf die Weiterführung der Handlung gespannt, auch wie es um das Privatleben von Lena Lorenzen steht, wie es sich weiter entwickelt hat, hat mich interessiert.
Der Schreibstil ist auch in „Die Vermisste von Holnis“ wieder recht angenehm, leicht und bildhaft. Dies bewirkt, dass sich der Krimi zügig lesen lässt und so eine Art Sogwirkung dabei entsteht. Auch die knappen Kapitel führen dazu bei, dass der Stil zügig und temporeicher wirkt. Zusätzlich schafft es die Autorin auf vielseitige Weise Spannung zu erzeugen. Zu Beginn des Buches wird man sofort mitten in das Geschehen geworfen, eine tote Deutsche wurde in Dänemark gefunden, welche vor ein paar Jahren als vermisst gemeldet wurde. Zum einen wird hier das Privatleben der Ermittlerin gekonnt in Szene gesetzt, ohne jedoch zu viel Raum einzunehmen. Aber auch der Fall an sich und das Fortschreiten der Ermittlungsarbeiten hat hier einiges an Spannung zu bieten, nicht alle Hinweise führen ans Ziel und das Ermittlerteam macht hierbei auch Fehler, sodass der Fall nicht sofort gelöst werden kann.
In diesem Regionalkrimi wird auch wieder die Inselkommissarin Lena Lorenzen und ihr Privatleben – mittlerweile hat sie Mann und Sohn - näher beleuchtet. In „Der Tote auf Amrum“ und auch „Die Frau aus der Nordsee“ habe ich damals bemängelt, dass ich zur Protagonistin keine richtige Bindung aufbauen konnte – mit ist Lena einfach nicht ans Herz gewachsen, ich habe nicht mit ihr mitgelitten. Und auch in „Die Vermisste von Holnis“ konnte ich keine wirkliche tiefe Beziehung zu ihr aufbauen, ich habe nicht um sie gebangt oder mit ihr mitgelitten. Lena ist sympathisch und clever, ich mochte es, wie sie den Fall angeht und ihre Ermittlungen voranbringt. Dennoch hat sie auf mich etwas blass gewirkt und mir hat da manchmal einfach die charakterliche Tiefe gefehlt. Für mich ist dies in Ordnung, steht hier ja der Mordfall und dessen Ermittlungen im Mittelpunkt. Ich habe ihre Geschichte mit Neugier gelesen, aber ich habe nicht mitgefiebert. Insgesamt fand ich auch, dass im Privatleben von Lena alles etwas zu glattgeht, sie schaffe es gekonnt, ihren Beruf und ihr Privatleben miteinander zu kombinieren. Dabei hat die Inselkommissarin keinen leichten Job, ist oftmals nicht daheim. Alle sind immer total verständnisvoll und haben einen netten Umgang miteinander. Man nimmt permanent Rücksicht auf den anderen und komischerweise fügt sich immer alles zusammen. Dies fand ich teilweise etwas unrealistisch.
Im Hinblick auf den Kriminalfall bzw. die Aufklärung von diesem bin ich noch etwas zwiegespalten. Zum einen fand ich diesen recht interessant, er ist verzwickt. Vor vier Jahren ist ein junges Mädchen auf der Halbinsel Holnis verschwunden, keiner hat herausgefunden, was mit ihr passiert ist. Und dann taucht ihre Leiche in Dänemark auf. Hier muss einiges an Recherchearbeit nachgeholt werden, die nahestehenden Personen von damals wurden befragt und auch die Familie und nähere Bekannte werden befragt. Das Mädchen schien ein verschlossenes Kind gewesen zu sein und in ihrem privaten Umfeld gilt es, einiges näher zu beleuchten. Wo war sie in diesen vier Jahren und ist sie damals freiwillig gegangen oder wurde sie gezwungen? Hier gibt es einige interessante Aspekte und mir hat es Spaß gemacht, die genauen Zusammenhänge mit Lena und ihrer Kollegin Naya herauszufinden. Aber auf der anderen Seite wurde damals vieles nicht hinterfragt – warum wurden gewisse Leute erst jetzt näher betrachtet? Hier hat mir stellenweise auch ein bisschen der Tiefgang gefehlt. Auch passiert Lena ein gravierender Fehler, sie hat in den Ermittlungsarbeiten den Tunnelblick und fokussiert sich zu sehr auf einen damaligen Vorgang, schaut dabei nicht über den Tellerrand hinaus. Dies war einfach nur der Spannung wegen so konstruiert, fand ich persönlich aber eher unglaubwürdig. Gelungen fand ich dahingegen wieder, diese leicht mitschwingende Gesellschaftskritik. Dies wurde gut in den Kriminalfall mit eingebunden. Jedoch werden diese Themen nur kurz angebunden und nicht näher ausgeführt.

Insgesamt konnte mich Anna Johannsen mit dem elften Fall der Inselkommissarin „Die Vermisste von Holnis“ wieder gut unterhalten. Man bekommt einen leichten Friesenkrimi mit einem spannenden Fall und einer guten Brise Lokalkolorit. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.08.2024

Der Rabengott

Der Rabengott
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Die Autorin Ann Leckie hat mit „Der Rabengott“ ihren ersten High- Fantasy- Roman geschrieben. Leckie ist durch ihre Science- Fiction- Werke recht bekannt geworden und hat einige Auszeichnungen für diese ...

Die Autorin Ann Leckie hat mit „Der Rabengott“ ihren ersten High- Fantasy- Roman geschrieben. Leckie ist durch ihre Science- Fiction- Werke recht bekannt geworden und hat einige Auszeichnungen für diese bekommen.

Klappentext:
Seit Jahrhunderten wird das Königreich Iraden von einem Gott beschützt: Er heißt der Rabe und residiert in einem Turm in der mächtigen Hafenstadt Vastai. Von dort wacht er über das Reich. Seinen göttlichen Willen lässt er über einen Rabenvogel an seinen menschlichen »Statthalter« kundtun. Der Vogel des Rabengottes ist tot, und die göttliche Regel schreibt vor, auch der „Statthalter“ muss unverzüglich sterben, um Platz für seinen Nachfolger zu machen. Als Mawat, der rechtmäßige Erbe, mit seinem Freund, dem Kämpfer Eolo, in der Hauptstadt eintrifft, sitzt bereits ein Regent auf dem Herrscherstuhl – sein Onkel. Mawats Zorn kennt keine Grenzen und während er versucht, sein Reich zurückzuerobern, entdeckt Eolo, dass der Turm des Raben ein dunkles Geheimnis birgt: In seinem Fundament harrt eine Prophezeiung, die, wenn sie sich erfüllt, Iraden für immer zerstören könnte

Der Name Ann Leckie ist vielen Science- Fiction- Lesern ein Begriff. Jedoch ist dies nicht mein bevorzugtes Lesegenre, sodass ich bisher noch kein Werk aus der Feder von dieser Autorin gelesen habe. Jedoch hat mich dieses Fantasy- Werk vom Klappentext her angesprochen und mein Interesse war geweckt. Ohne große Erwartungen oder Anforderungen bin ich an dieses Buch herangegangen, dennoch habe ich etwas Anderes bekommen, als ich zunächst gedacht hatte.
Zunächst möchte ich die gelungene Gestaltung erwähnen. Schon die wunderbare Gestaltung auf den ersten Seiten steigert die Vorfreude auf das Buch und auch die interessante Karte ist ein genauerer Blick wert. Diese habe ich während des Lesens gerne zu Rate gezogen, damit ich mich besser orientieren konnte. Am Ende befindet sich noch eine Übersicht der handelnden Charaktere, welche ebenfalls hilft, den Überblick zu bewahren.
Die Autorin hat in „Der Rabengott“ eine interessante und vielseitige Welt erschaffen. Auch bekommt der Leser hier einige Informationen zu ihrer Entstehung und der Vergangenheit, was diese Welt geprägt hat und wie gewisse Traditionen entstanden sind. Diese Einblicke in die fiktive Welt fand ich interessant und wichtig, auch für das aktuelle Geschehen.
Hervorstechend ist bei diesem Fantasybuch definitiv der außergewöhnliche Erzählstil. Die Perspektive ist aus der zweiten Person Singular und der menschliche Protagonist wird dadurch angesprochen. Zeitweise fand ich diese Erzählweise recht interessant und hat packende und ungewöhnliche Aspekte zu bieten. Jedoch hat man durch diese Besonderheit als Leser auch das Gefühl, dass quasi jemand von oben das Geschehen betrachtet, somit nicht die Geschichte live erlebt hat und dann nacherzählt, was passiert ist. Man hat das Gefühl, dass ein allwissendes göttliches Wesen den Menschen das Gesehene wiedergibt. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz zum Geschehen. Dies hat dazu geführt, dass ich mich selbst eher als passiven Zuschauer angesehen hatte und nicht das Gefühl hatte, aktiv dabei zu sein. Zu dem Protagonisten Eolo konnte ich dadurch keine richtige Bindung aufbauen und so kam ich mir als Leser eher wie ein Beobachter aus größerer Entfernung vor. Auch wird das Buch in zwei Perspektiven erzählt. Der eine Strang widmet sich der Gegenwart. Hier wird die Geschichte von dem menschlichen Protagonisten Eolo erzählt, jedoch mit bereits erwähnter Distanz zum Geschehen, sodass mir Eolo nicht wirklich ans Herz gewachsen ist. Der andere Erzählstrang umfasst die Vergangenheit einer recht alten Gottheit und damit auch die Entstehungsgeschichte dieser fiktiven Welt. Es gibt hier einige interessante Ansätze, man lernt die Welt und dessen Geschichte besser kennen. Auch ist dieser Strang von seiner Art wieder ganz anders als jener von Eolo. Auf der einen Seite fand ich diese Gegensätze recht ansprechend, aber auf der anderen Seite haben sie teilweise meinen Lesefluss gestört.
Meiner Meinung nach ist es der Autorin leider auch nicht gelungen, die Spannung konstant hoch zu halten. Es gab Passagen, welche ich recht vielversprechend fand, wo ich einfach mehr erfahren wollte. Und dann gab es wieder Szenen, welche sich in die Länge gezogen habe, wo mich zum Teil auch die Auflösung des Problems nicht weiter gepackt hat. Allgemein entwickelt sich die Geschichte eher gemächlich. Wer hier ein actionreiches Abenteuer sucht, der sucht hier eher vergeblich. Es gibt zwar ein paar blutige Auseinandersetzungen, aber diese werden eher am Rande erzählt. Im Fokus steht eher ein Skandal, der aufgedeckt werden soll und die genauen Umstände untersucht werden und die Zusammenhänge erklärt werden.
Der menschliche Protagonist Eolo ist ansprechend angelegt. Dieser ist clever und handelt wohlbedacht. Er ist loyal gegenüber Mawat. Dieser ist ein erfahrender Kämpfer, wohl auch ein guter Taktiker. Doch zeitglich ist Mawat auch ein Hitzkopf, handelt nicht immer mit Bedacht und ist der Erbe des Statthalters des Rabens. Meiner Meinung nach hätte man aus der Konstellation der Charaktere mehr machen können, jedoch wurde meiner Ansicht nach hier Potential verschenkt.

Insgesamt hat die Autorin Ann Leckie mit „Der Rabengott“ ein außergewöhnlichen Fantasyroman geschrieben, welcher allein schon durch die Erzählperspektive hervorsticht. Es gibt einige interessante Ansätze, jedoch hätte ich mir in manchen Aspekten etwas Anderes gewünscht. Mir persönlich war dieses Buch zu passiv und konnte mich von der Umsetzung der Geschichte leider nicht vollständig überzeugen. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 29.07.2024

Die Harpyie

Die Harpyie
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Der Roman „Die Harpyie“ stammt aus der Feder von Megan Hunter. Dies ist ein eigenständiges Werk und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Lucy und Jake Stevenson leben mit ihren beiden ...

Der Roman „Die Harpyie“ stammt aus der Feder von Megan Hunter. Dies ist ein eigenständiges Werk und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Lucy und Jake Stevenson leben mit ihren beiden Söhnen am Rande einer wohlhabenden Kleinstadt in England. Während Jake täglich zur Universität pendelt, arbeitet Lucy von zu Hause aus und kümmert sich um die Kinder. Doch eines Nachmittags zerstört ein Anruf die Familienidylle: Jemand möchte Lucy wissen lassen, dass Jake eine Affäre mit einer Arbeitskollegin hat. Das Paar beschließt zusammenzubleiben, trifft aber eine Vereinbarung als Ausgleich für den Verrat: Lucy wird sich drei Mal an Jake rächen – und er weiß nicht, wann und auf welche Weise. Während die beiden sich auf ein subtiles Spiel um Verbrechen und Strafe einlassen, beginnen sich Lucys Körper und Geist allmählich zu verändern, die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen – eine Verwandlung, die sich nicht mehr aufhalten lässt …

Ich persönlich habe bisher noch kein Werk von der Autorin Megan Hunter gelesen. Jedoch hat mich der Klappentext neugierig gemacht, es klang nach einem Roman mit interessanten Ansätzen und Gedankengängen. Daher habe ich mich ohne irgendwelche Erwartungen an dieses Werk herangewagt.
Der Schreibstil von Hunter ist wortgewandt und ausdrucksstark. Mit wirklich bewegenden Worten wird hier eine aufwühlende Geschichte erzählt. Dieser Roman wird aus der Ich- Perspektive der Protagonistin Lucy erzählt. Dadurch bekommt der Leser einen vielseitigen Einblick in die Gedankengänge von Lucy und kann ihre Handlungen besser nachvollziehen, ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihre Probleme und was sie belastet. Innerhalb des Buches gibt es kursive Passage. In diesen Szenen oder Gedankengängen bekommt man einen Einblick in die Vergangenheit von Lucy. Innerhalb ihres Lebens scheint sie einige schwierige Erlebnisse miterlebt zu haben, jedoch gibt es hier nur ein paar Andeutungen, nähere Ausführungen oder detailliertere Informationen sucht man hier leider vergebens. Es wird manches nur angedeutet, ohne dass die Autorin hier näher ins Detail geht. Auch erfährt man in diesen kursiven Passagen, dass sich Lucy schon immer mit dem Fabelwesen der Harpyie und dem Mythos um diese Wesen beschäftigt hat. Lucy scheint sich dieser Kreatur der Mythologie schon immer verbunden gefühlt zu haben und durch den Betrug ihres Ehemannes scheint dies wieder verstärkt wurden zu sein.
Auch wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen. Ein bedeutungsschwerer Anruf verändert das Lesen von Lucy und ihrem Ehemann Jake komplett. Durch die gewählte Perspektive lernt man Lucy ganz gut kennen. Nach diesem folgenschweren Anruf erlebt sie starke Gefühle, wird quasi von diesen überrollt. Sie leidet und ich fand es interessant, ihre Gedankengänge mitzuverfolgen. Welche Gedanken sie sich macht und was sie in solch einer Situation durch den Kopf geht. Der Betrug nimmt sie sehr mit und sie versucht, mit dieser Situation umzugehen – auch wenn ihr dies immer mal zu Kopf steigt und ihre Handlungen sehr emotionsgeprägt sind. Im Gegensatz dazu ihr Ehemann Jake. Ihn lernt man zwar nicht so gut kennen wie Lucy, aber wie er mit all dem umgeht, hat ihn mir nicht gerade sympathisch gemacht. Er scheint kein Mitgefühl zu haben und hat kein Verständnis für Lucys Reaktionen. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass ihn dies alles eher kalt lässt und er sein Leben gewohnt weiterleben möchte. Auch trifft er sich weiterhin mit besagter Affäre und gibt Lucy doch Gefühl, dass sie seinen Ehebruch eigentlich verursacht hat und dass sie sich, nachdem die Affäre rausgekommen ist, doch nicht so überspitzt und dramatisch zu verhalten hat. Wenn es diesen Anruf nicht gegeben hätte, Jake hätte wahrscheinlich weiterhin seine Affäre gepflegt und wäre zufrieden damit, dass sich die Frau um Haus und Kinder kümmert und ihre eigene Karriere hintenangestellt hat.
Es ist wirklich ein Roman mit starken Gefühlen, welche jedoch durch viele Zwischentöne lebt. Man muss hier teilweise zwischen den Zeilen lesen. Leider fehlen mir an manchen Stellen auch ein paar Ausführungen – ich hätte mir mehr Informationen gewünscht. Mir persönlich hat auch mal ein klärendes Gespräch zwischen den Ehepartnern gefehlt. Einen richtigen Dialog zwischen den beiden sucht man hier leider vergebens. Auch die Reaktionen der Kinder werden hier nur kurz angedeutet, sie merken, dass irgendwas bei ihren Eltern nicht stimmt und nehmen die Veränderung zwischen den beiden wahr. Aber leider bleibt es auch hier lediglich bei Andeutungen.
So ganz zufrieden hat mich das Ende leider auch nicht zurückgelassen. Es ist ziemlich abrupt, ich hätte so nicht damit gerechnet. Und auch hier wird dem Leser viel Spielraum für Interpretationen gelassen. Ich hätte mir ein paar klare Sätze mehr dazu gewünscht. So ist mir das Ende doch ein wenig zu offen. Aber dies ist Geschmackssache.

Insgesamt hat die Autorin Megan Hunter mit ihrem Roman „Die Harpyie“ einen wortgewandten und gefühlsstarken Roman geschrieben. Dieser bietet einen interessanten Einblick in die Gedankengänge von Lucy. Jedoch hätte ich mir in gewissen Situationen oder Ausführungen mehr Details oder Informationen gewünscht und nicht nur Andeutungen. Für diesen Roman möchte ich 4 Sterne vergeben.