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Veröffentlicht am 05.06.2024

Stummfilm und starke Frauen

Träume aus Licht
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+Inhalt:*

Eva, die Protagonistin der Handlung in den 20 er Jahren des vorigen Jahrhunderts, lebt in ärmlichen Verhältnissen in Berlin. Als älteste von vier Töchtern helfen sie und ihre etwas jüngere ...

+Inhalt:*

Eva, die Protagonistin der Handlung in den 20 er Jahren des vorigen Jahrhunderts, lebt in ärmlichen Verhältnissen in Berlin. Als älteste von vier Töchtern helfen sie und ihre etwas jüngere Schwester Johanna ihrer Mutter - seit kurzem Kriegswitwe - die Familie zu ernähren. Als Eva ihren Job als Schreibkraft verliert, ermutigt Johanna sie, ihre selbst erdachten Geschichten aufzuschreiben, und sie einer der vielen, florierenden Filmproduktionsfirmen zum Kauf anzubieten. Dabei lernt sie den Regisseur Heinrich Lichtenfeld kennen, der ihr zuerst eine ziemlich gut bezahlte Stelle als Schreibkraft in der Filmbranche anbietet, schließlich ihr Talent als Drehbuchautorin und Schauspielerin erkennt, sie heiratet und einige Filme mit ihr schreibt und dreht. Eva hat es jedoch ziemlich schnell satt nur als naives Vorzeigepüppchen degradiert zu werden und tut alles, um auch als selbständige Persönlichkeit und Autorin anerkannt zu werden.

Als die kleine Vera Ende der 30 er Jahre zufällig erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihres Vaters ist, versuch sie immer wieder die Wahrheit aus ihrer Mutter Margarete herauszubekommen. Diese schweigt jedoch beharrlich. Dass Vera so überhaupt nichts mit dem Feinkostladen ihrer Eltern und deren Hoffnung auf einen gut situierten Ehemann anfangen kann, verschlechtert das Verhältnis noch mehr. Irgendwann wird Vera schwanger, wandert nach Amerika aus und verdient dort gutes Geld als Model.

Veras Tochter Ariane, ist nach dem frühen Tod ihrer Mutter bei ihrer Großmutter Margarete aufgewachsen. Mit ihrer um viele Jahre älteren Halbschwester Silke verbindet sie nur wenig. Als ihre Großmutter ins Krankenhaus kommt, findet sie zufällig Fotos und ein Tagebuch ihrer Mutter und Filmrollen einer gewissen Eva Lichtenfeld unter dem Bett ihrer Großmutter. Gemeinsam mit ihrem Arbeitskollegen Julian beginnt sie in der Vergangenheit ihrer Großmutter zu forschen, in der Hoffnung auch mehr über ihre Mutter Vera herauszufinden, an die sie sich kaum noch erinnern kann.


Der Roman spielt abwechselnd in den drei Epochen des letzten Jahrhunderts bzw. im Jahr 2000. Er beschreibt das Schicksal von Frauen, die sich nicht an die Konventionen und Regeln ihrer Zeit halten wollen, und ihren eigenen Weg gehen. Mit all den Schwierigkeiten und Konsequenzen der jeweiligen Zeit.

Die Geschichte hat mich sehr gefesselt und ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Wie die einzelnen Stränge zueinander gehören, erfährt man erst sehr spät, aber genau das hält die Handlung bis zum Schluss spannend.

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Veröffentlicht am 19.05.2024

Erfrischend lustig

Das Zimtschneckenfiasko
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Als ihr erster Kriminalroman vom Verleger als unrealistisch abgelehnt wird, beschließt die Lehrerin Minerva (Minnerl) einen neuen Roman mit einem Detektiv als Protagonist zu schreiben. Damit dieser authentischer ...

Als ihr erster Kriminalroman vom Verleger als unrealistisch abgelehnt wird, beschließt die Lehrerin Minerva (Minnerl) einen neuen Roman mit einem Detektiv als Protagonist zu schreiben. Damit dieser authentischer wird, beschließt sie, die von allen gehasste Schulinspektorin auszuspionieren und bestellt dazu im Internet einiges an benötigten Materialien. Heiner, einer ihrer Kollegen unterstützt und berät sie tatkräftig dabei.

Währenddessen kriselt es in ihrer Ehe, da ihr Kollege und Ehemann von ihren schriftstellerischen Ambitionen nicht sehr viel hält. Im Zuge ihrer Ermittlungen passieren einige kuriose Vor- und Unfälle, und als dann noch die Schulinspektorin tot vor ihren Füßen liegt, läuft scheinbar alles aus dem Ruder.

Beate Ferchländers Romane spielen rund um Wien und sind immer eine gelungene Mischung aus Kriminalroman und böser Frauenrache. Bei diesem musste ich teilweise sehr lachen und es ging ziemlich drunter und drüber. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Ein netter, kurzer Roman für ein paar entspannte Stunden.

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Veröffentlicht am 08.05.2024

Darf man nicht ernst nehmen

Läuft bei uns
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Sebastian Schulz, Autor, seit 10 Jahren Witwer und Vater der14 jährigen Mathilda. Eigentlich läuft das Leben der beiden gut. Sebastian schreibt tagsüber Liebesromane unter einem Pseudonym und Mathilda ...

Sebastian Schulz, Autor, seit 10 Jahren Witwer und Vater der14 jährigen Mathilda. Eigentlich läuft das Leben der beiden gut. Sebastian schreibt tagsüber Liebesromane unter einem Pseudonym und Mathilda ist ein nettes Mädchen mit guten Noten in der Schule - bis sie eines Tages eine 4 auf eine Bio Arbeit schreibt. Das wirft Sebastian völlig aus der Bahn, und er beginnt Ursachenforschung zu betreiben - unentdeckte Hochbegabung oder doch Drogen. In seiner Panik, sein Kind zu verlieren schlägt er dabei ziemlich über die Stränge.

Das Buch ist aus Sebastians Sicht in der Ich-Form geschrieben - sarkastisch und selbstironisch. Ernst nehmen sollte man es jedoch nicht, sonst wäre man wahrscheinlich empört und entsetzt.
So war es eine nette, völlig überspitzt dargestellte Geschichte über einen allein erziehenden Vater, der mit dem erwachsen werden seiner Tochter überfordert ist

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Ganz nett

Die Frauen von Kilcarrion
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Die Frauen von Kilcarrion handelt von schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen, die sich offenbar über Generationen wiederholen.

Kate, die ihre Familie schon seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, schickt ...

Die Frauen von Kilcarrion handelt von schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen, die sich offenbar über Generationen wiederholen.

Kate, die ihre Familie schon seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, schickt ihre jugendliche Tochter Sabine zu ihren Großeltern nach Irland, in der Hoffnung, dass so der Auszug von Kates langjährigen Lebensgefärten Geoff für Sabine einfacher wird. Dort angekommen, findet Sabine das Leben in dem alten, feuchten Herrenhaus einfach nur schrecklich. Der Großvater ist alt und gebrechlich und die Großmutter Joy hat Schwierigkeiten, ihre Regeln und Gewohnheiten an ein junges Mädchen anzupassen.

Ansprache findet Sabine nur in Thom, einem Angestellten des Anwesens, der für die Pferde zuständig ist und bei der Tochter von Mrs. H, die sich jedoch auch sehr eigenartig verhält. So nach und nach lebt sich Sabine jedoch ein, und baut eine Beziehung zu ihren Großeltern auf, die scheinbar seit vielen Jahrzehnten eine glückliche Beziehung geführt haben. Als es Sabines Großvater jedoch plötzlich schlechter geht, ruft Joy Kate an, damit sie die Gelegenheit hat, sich von ihrem Vater zu verabschieden.

Kates Auftauchen auf Kilcarrion führt zu Spannungen zwischen Müttern und Töchtern, aber nach einigen Aussprachen, finden dann doch alle zueinander und Missverständnisse können aufgeklärt werden.

Fazit:
Ich habe schon fast alle Bücher dieser Autorin gelesen - dieses scheint ihr Debütroman zu sein. Er ist ganz nett und gefühlvoll geschrieben, kommt aber meiner Meinung nicht an einige ihrer nachfolgenden Romane ran. Trotzdem kann ich ihn als netten Roman gut empfehlen. Man erfährt einiges über das Leben in Hongkong nach dem zweiten Weltkrieg, wo Joy aufgewachsen ist und auch Kate einen großen Teil ihres Lebens verbracht hat.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Französischer Regionalkrimi

Traubenfest
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Eigentlich wollte die Kommissarin Marie Mercier ihr Wochenende mit ihrem Freund Michel und ihrer Großtante Léonie auf der Félibrée verbringen - einem jährlich statt findenden Markt, auf dem vor allem regionale ...

Eigentlich wollte die Kommissarin Marie Mercier ihr Wochenende mit ihrem Freund Michel und ihrer Großtante Léonie auf der Félibrée verbringen - einem jährlich statt findenden Markt, auf dem vor allem regionale Produkte verkauft werden. Statt dessen wird zuerst ein Mädchen und am nächsten Tag ein zweites als vermisst gemeldet. Als schließlich noch ein Toter gefunden wird, wissen Marie und ihr Kollege Richard Martin nicht mehr, wo sie zuerst ermitteln sollen. Hängen die drei Fälle miteinander zusammen? Schweben die Mädchen wohlmöglich auch in Lebensgefahr?

Auch wenn es mein erster Krimi dieser Serie war, habe ich mich sofort im frühsommerlichen Périgord zu Hause gefühlt und Lust auf einen Urlaub dort bekommen. Der Schreibstil ist angenehm und die Charaktere gut ausgearbeitet. Ein Krimi nach meinem Geschmack - genau das richtige Maß an Spannung - ohne unnötig blutig zu sein.

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