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Veröffentlicht am 06.01.2025

Eine Reise in die 20erJahre von New York

Ex-Wife
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Dieser Roman ist eine Neuauflage eines Skandalbuches von 1924.

Auch 100 Jahre später läßt es sich noch erstaunlich gut lesen.

Die 24 jährige Patricia ist untröstlich, da ihr Mann Peter sie verlassen ...

Dieser Roman ist eine Neuauflage eines Skandalbuches von 1924.

Auch 100 Jahre später läßt es sich noch erstaunlich gut lesen.

Die 24 jährige Patricia ist untröstlich, da ihr Mann Peter sie verlassen hat, nachdem sie ihm einen Seitensprung gestanden hat. Jetzt ist sie eine Exwife , was sie ganz fürchterlich findet. Sie hat mit ihrem Mann eine offene Ehe geführt, das Fremdgehen von seiner Seite war OK, doch ihre Untreue hat ihre reine Seele befleckt, meint Peter.

Patricia ist ihrer Zeit voraus, sie lebt wie es ihr passt, verdient ihren eigenen Lebensunterhalt als erfolgreiche Werbetexterin, doch endlose Zeit trauert sie unermüdlich um Peter und will ihn unbedingt zurückgewinnen. Das war etwas ermüdend, genauso wie Kleiderfragen, die sehr sehr ausführlich behandelt wurden und ständige Trinkgelage. Womöglich war das aber auch sehr authentisch. Der Sohn der Autorin schreibt im Nachwort, dass man in dieser Zeit quasi ständig betrunken war.

Auf jeden Fall entwickelt die Geschichte einen Sog, so dass man dranbleiben möchte, hatte für mich aber auch einige Längen, viele Wiederholungen und wenig Spannung.

Die Marketingabteilung des Verlags hat mit einem eindrucksvollen Cover, dass wirklich ein eyecatcher ist ganze Arbeit geleistet, aber insgesamt hatte ich mir von der Lektüre etwas mehr versprochen.



Fazit: Man kann dieses Buch lesen, muß es aber nicht. Das erhoffte Highlight war es leider nicht für mich.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Der 50ste, kein Grund zum Feiern?

Das Fest
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So sieht es jedenfalls Jacob. Am besten, man macht erst gar kein Aufsehen um diesen Tag. Feiern, nein danke! Was gäbe es auch zu feiern? Beruflich sind die besten Zeiten längst vorbei, privat erst recht. ...

So sieht es jedenfalls Jacob. Am besten, man macht erst gar kein Aufsehen um diesen Tag. Feiern, nein danke! Was gäbe es auch zu feiern? Beruflich sind die besten Zeiten längst vorbei, privat erst recht. Es bleiben ihm vielleicht noch 20 (gute?!) Sommer. Seine beste Freundin Ellen will sein Selbstmitleid nicht akzeptieren, bringt eine Flasche Champagner mit und schenkt dem Partyfeind eine Badehose. Dann schickt sie ihn ins Freibad, damit er mal etwas für sich tut.

Diese kleine aber feine Midlife Crisis - Geschichte der Autorin Lucy Fricke dauert nur 2 Stunden und 41 Minuten und sie lohnt sich.

Der Tag, den Jacob am liebsten vergessen möchte, wird eine herzerwärmende Reise in seine Vergangenheit, bei der wir Leser*innen ihn immer besser kennenlernen und Jacob natürlich auch mehr und mehr Spaß hat. Auch wenn man das Ende ein bisschen vorausahnen kann, ist die Geschichte und vor allem die humorvolle Art und Weise wie sie erzählt wird einfach toll.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens

Gesellschaft mit beschränkter Haftung
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Der Titel des Romans „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ ist einfach genial, denn er trägt eine Doppeldeutigkeit in sich.

All dass, was Nora Bossong beispielhaft vom Familienunternehmen des Frotteewarenherstellers ...

Der Titel des Romans „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ ist einfach genial, denn er trägt eine Doppeldeutigkeit in sich.

All dass, was Nora Bossong beispielhaft vom Familienunternehmen des Frotteewarenherstellers Tietjen erzählt, findet auch in der Gesellschaft und in der Politik seine Parallelen. Es ist eine Geschichte von Macht und Privilegien, Gier und Verantwortungslosigkeit. Der Umsatz muss stimmen, oder die eigenen Interessen müssen geschützt werden, und egal wie diese Ziele erreicht werden, den Preis zahlen andere. Der Verursacher ist nicht gewillt dafür zu haften.

Justus Tietjen hat das Familienunternehmen 1918 gegründet und mit harter Hand geführt. Kurt Tietjen junior, Firmenleiter wider Willen in dritter Generation , hat die Globalisierung verschlafen und eine Menge Schulden angehäuft. Auf einer Geschäftsreise nach New York setzt er sich ab, ohne die geschäftlichen Termine überhaupt wahrzunehmen und lässt seinen Schwager und Stellvertreter Werner, sowie seine Tochter Luise wissen, dass er nicht gedenke zurückzukehren.

Notgedrungen übernimmt die Tochter die Geschäftsleitung und wird von der Philosophiestudentin zur Firmenlenkerin. Sie trifft die Entscheidungen, die Kurt nicht hatte treffen wollen und verwandelt sich binnen kürzester Zeit zur „eiskalten Kaiserin“, wie es unter vorgehaltener Hand auf den Firmenfluren heißt.

Diesen rasanten charakterlichen Verfall fand ich etwas merkwürdig, fast unglaubwürdig. Auch der Charakter von Luises‘s Vater ist stark überzeichnet. Der verwandelt sich in die andere Richtung von dem in Armani gewandeten Geschäftsmann in einen „Niemand“, mit maximaler Freiheit, was sich auch als Irrglaube herausstellt.

Beeindruckt hat mich der präzise oft zynische Schreibstil der Autorin und die sicher aufwendige Recherche zu Firmendynastien und ihren Abgründen. Man denkt beim Lesen ganz automatisch an die Krupps und Schleckers in diesem Land.

Korruption, Ausbeutung, Betrug, all das wird schöngeredet. Es machen doch alle und man muss doch konkurrenzfähig bleiben. Der Text von Nora Bossong macht nachdenklich und ich fürchte er ist recht nah an der Wirklichkeit.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Überraschend persönlich

Gebt mir etwas Zeit
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Während der Pandemie hat sich der Komiker Hape Kerkeling intensiv mit der Ahnenforschung zu seiner Familie befasst und Erstaunliches herausgefunden.

Über Großmutter Bertha‘s Herkunft ist dem Enkel zu ...

Während der Pandemie hat sich der Komiker Hape Kerkeling intensiv mit der Ahnenforschung zu seiner Familie befasst und Erstaunliches herausgefunden.

Über Großmutter Bertha‘s Herkunft ist dem Enkel zu ihren Lebzeiten wenig bekannt. Hier setzt er an, erarbeitet sich anhand einer eigenen DNA Analyse, Stück für Stück die Vergangenheit. Da finden sich sowohl niederländische als auch erstaunlicherweise britische Anteile in seinem Erbgut. Kerkeling geht sehr professionell vor und gewinnt interessante Kontakte und ist schließlich überzeugt, dass seine Passion bezüglich europäischer Königshäuser kein Zufall sein kann.

Ich habe das Hörbuch ,vom Autor selbst gelesen, sehr genossen. Er entführt die Leser*innen bis zurück ins 12 Jahrhundert. Besonders in den Niederlanden kommen da so einige entfernte Verwandte zusammen, wie Seefahrer und Händler, die der Entertainer in kleinen, fiktionalen Geschichten basierend auf den recherchierten Fakten, mit schier unerschöpflichen unterschiedlichen Dialekten seiner Hörerschaft unterhaltsam näher bringt. Aber auch von seinem eigenen Leben erzählt Kerkeling überraschend offen. Die Anfänge seiner Karriere, seine Homosexualität, die er zunächst im spießigen Deutschland verstecken musste, seine Liebe zum viel offeneren Nachbarland, wo er sich unsterblich in einen Holländer verliebte und das todbringende Virus Aids, welches in den 80erJahren ohne Hoffnung auf Heilung grassierte und viele junge Menschen in den Tod riss, sind Themen in dieser alles andere als trockenen Lebenschronik.

Nicht nur für Hape Fans kann ich „ Gebt mir etwas Zeit“ wirklich empfehlen. Ich bin mir aber fast sicher, dass gerade das Hörbuch hier ein großer Gewinn war und mich das Buch, hätte ich es selber gelesen nicht in der gleichen Weise begeistert hätte.


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Veröffentlicht am 28.12.2024

Zivilisationskrankheiten und die Lösungen für ein gesünderes Leben

Good Energy
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Die Ärztin Dr. Casey Means erklärt in ihrem Sachbuch „Good Energy“, dass die moderne Medizin inzwischen viel zu spezialisiert ist, um den Menschen ganzheitlich zu sehen und zu erkennen dass die vielfältigen ...

Die Ärztin Dr. Casey Means erklärt in ihrem Sachbuch „Good Energy“, dass die moderne Medizin inzwischen viel zu spezialisiert ist, um den Menschen ganzheitlich zu sehen und zu erkennen dass die vielfältigen gesundheitlichen Probleme, die wir in einer hochindustriellen Welt heute haben meistens mit unserem Stoffwechsel zu tun haben, der nicht mehr richtig funktioniert.

Was sie schreibt klingt logisch und ist im Groben bekannt : zu viel Zucker ,zu viel Fett, hochverarbeitete Lebensmittel, die uns das Leben leichter machen mit wenig guten Inhaltsstoffen,zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf.

Ich fand ihre Beschreibungen wie unsere Zellen arbeiten, wann wir sie überfordern und wieviele Kollateralschäden schließlich entstehen, sehr anschaulich und gut verständlich erklärt.

Dass man schon mit einer Ernährungsumstellung viel bewirken kann, glaube ich sofort. Auch ich habe mir vorgenommen z.b Zucker drastisch zu reduzieren, ebenso Weißmehlprodukte. Mein geliebtes Brot komplett aus dem Speiseplan zu streichen dürfte schwierig werden. So ganz alltagstauglich sind die „Good Energy“ Rezepte dann auch nicht wie ich finde. Komplizierte Zutaten und etwas merkwürdige Speisekomponenten machen mich skeptisch. Außerdem dürfte die Zubereitung jeder einzelne Mahlzeit einen erheblichen Zeitaufwand erfordern.

Mein Fazit ist, ich nehme Anregungen auf jeden Fall auf und werde mich mal herantasten. Auch werde ich versuchen mehr Bewegung und frische Luft in meinen Alltag zu integrieren.

Die Rezepte, nun ja, überzeugen mich beim Lesen noch nicht. Trotzdem werde ich einzelnes mal ausprobieren und nach Möglichkeit auf hochverarbeitete Lebensmittel ganz zu verzichten. Ein Fast Food Fan bin ich sowieso nicht.

Man merkt dem Werk von Dr. Casey Means an, dass es für den amerikanischen Markt geschrieben wurde. In der deutschen Übersetzung wurden wohl ein paar hiesige Besonderheiten wie z.b Hinweis auf IGL Leistungen mit aufgenommen, damit es sich auch hier gut verkauft.

Das Buch ist für medizinische Laien gut verständlich und interessant geschrieben. Vieles wiederholt sich, prägt sich dadurch aber auch gut ein.

Ich habe das Buch insgesamt ganz gerne gelesen und nehme die eine oder andere Anregung sicherlich mit. Die große Offenbarung und so revolutionär wie auf dem Einband beschrieben war dieses Sachbuch für mich jetzt allerdings nicht.

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