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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2021

Wer glaubt denn sowas?

Shelter
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Wie entsteht eine Verschwörungstheorie? ...Zum Beispiel aus einer Partylaune heraus. Da spinnt man sich etwas zusammen, dass einfach zu verrückt ist, um ernst genommen zu werden. Dann erfindet man noch ...

Wie entsteht eine Verschwörungstheorie? ...Zum Beispiel aus einer Partylaune heraus. Da spinnt man sich etwas zusammen, dass einfach zu verrückt ist, um ernst genommen zu werden. Dann erfindet man noch ein Erkennungszeichen, verteilt es in seinem Umfeld, gründet vielleicht noch eine Chatgruppe im Netz und voilà, fertig ist die Verschwörungstheorie.

Das klappt doch nie denkt Benny, der die Idee mit den Außerirdischen hatte, die gewissermaßen auch den Klimawandel zu verantworten haben. So naiv ist doch kein Mensch! Doch weit gefehlt. Die Geschichte verbreitet sich rasend schnell im Netz und findet ihre Anhänger und bald auch ihren Anführer, der die Idee der Studenten für eigene Zwecke mißbraucht und die ganze Situation eskalieren lässt.

Ursula Poznanski hat mit ihrem neuen Jugendthriller erneut bewiesen, dass sie dieses Genre beherrscht und immer auch ganz aktuelle Themen aufgreift. Gerade diese Pandemiezeiten, scheinen ja ein Nährboden für Verschwörungstheorien zu sein, denen mit Verstand und guten Worten nicht beizukommen ist. Somit ist dieses Buch natürlich auch ein Appell, nicht alles blind zu glauben, was so im Netz verbreitet wird. Die Quellen prüfen und den Verstand einsetzen, ist heute wichtiger denn je, wo jeder ungefiltert alles veröffentlichen kann.

"Shelter" ist spannend, überraschend und ein richtig unterhaltsamer Pageturner, in dessen Fokus Benjamin steht, der mit Freunden in einer WG lebt und sich auf die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule vorbereitet. Seine Prüfungsmonologe übt er auch ausgiebig, und sie sind ihm in Stressmomenten ein inneres Mantra.Das kann in dem Hörbuch besonders gut vermittelt werden. Jens Wawrczeck hat den Thriller wirklich großartig vertont, und man fühlt wirklich mit Benny mit.

Was soll ich sagen? Es hat wieder großen Spaß gemacht dieser rasanten Geschichte zu folgen. Chapeau Frau Poznanski!

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Kreativ und von Herzen

Selber machen statt kaufen – Geschenke
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Rechtzeitig vor Weihnachten habe ich in diesem wunderbaren Ideenratgeber über 100 Anleitungen für Selbstgemachtes zum Verschenken gefunden.

Es braucht gar nicht viel, um ein schönes Geschenk für einen ...

Rechtzeitig vor Weihnachten habe ich in diesem wunderbaren Ideenratgeber über 100 Anleitungen für Selbstgemachtes zum Verschenken gefunden.

Es braucht gar nicht viel, um ein schönes Geschenk für einen lieben Menschen zu finden und ist es dazu noch selbstgemacht und nachhaltig, wird es bestimmt für Freude sorgen.

Nach einer interssanten Einleitung mit vielen wertvollen Tipps, geht es weiter mit tollen Ideen für kulinarische Geschenke wie z.B Kräuteröle, Backmischungen oder köstlichen und dennoch gesunden Energyballs, oder mein persönlicher Favorit, einem selbstgemachten Ingwer-Shot, der den Beschenkten die Erkältungszeit bestimmt gut überstehen lässt und der sich in einer hübschen Flasche prima als Geschenk macht.

Die Samenbomben aus dem Kapitel "Aus der Natur" werde ich auf jeden Fall demnächst noch ausprobieren, aber auch die Würzsalze hübsch verpackt in Reagenzgläsern, fand ich sehr ansprechend.

Kosmetikgeschenke, Geschenke bei denen Kindern kreativ werden können, süße Naschereien , Geschenke aus der Handarbeitsecke aber auch tolle selbst gemachte Verpackungen finden sich ebenfalls in diesem inspirierenden Buch von Smarticular.

Neben dem Spaß bei der Herstellung enstehen hier, so viel ist sicher, liebevolle Unikate, die von Herzen kommen und die den wahren Sinn des Schenkens wieder erkennen lassen.

Auch die Gestaltung des Buches ist gut gelungen. Ansprechende Bilder und Anleitungen, denen man leicht folgen kann und die dann auch gelingen, sind Garanten für ein schönes, zufriedenstellendes Ergebnis.

Bei so vielen tollen Ideen werde ich sicher lange Freude an dem Buch haben und immer mal wieder etwas Neues daraus ausprobieren.


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Veröffentlicht am 02.12.2021

Weihnachten ist ein gefährliches Fest

SCHWEIG!
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Das Cover von Judith Merchant's neuestem Buch "Schweig" hat Wiedererkennungswert. Man erinnert sich sofort an den Vorgänger "Atme", der ebenfalls ein psychologischer Spannungsroman war, (auch wenn bei ...

Das Cover von Judith Merchant's neuestem Buch "Schweig" hat Wiedererkennungswert. Man erinnert sich sofort an den Vorgänger "Atme", der ebenfalls ein psychologischer Spannungsroman war, (auch wenn bei beiden Büchern Thriller draufsteht).

In "Schweig" geht es um eine toxische Geschwisterbeziehung, die immer mehr zu eskalieren droht. Die Schwestern Sue und Esther sind in einem schwierigen Elternhaus aufgewachsen. Esther, als die Ältere, erfüllte von klein auf die Beschützerinnenrolle für ihre kleine Schwester und fühlt sich auch als Erwachsene immer noch verantworlich für Sue's Wohlergehen. Das hat Auswirkungen, auch auf Esther's Familienleben. Aus Angst, Sue könnte mit dem Weihnachtsfest als Alleinstehende, mt einem einsamen Haus mitten im Wald nicht klarkommen, macht sich Esther am Weihnachtstag auf den Weg zu ihr, um ihr wenigstens ein Geschenk vorbeizubringen, auch wenn sie selber sicher leer ausgehen würde.

Aus Sue's Perspektive entsteht ein ganz anderes Bild, nämlich eins von Manipulation und Übergriffigkeit. Und wie lange sich Sue die Bevormundung ihrer Schwester noch gefallen lassen wird, und ob es vielleicht ein grausames Ende nehmen wird zwischen den beiden, das fragt man sich beim Lesen permanent.

Auch Esther's Ehemann kommt ab und an zu Wort und so setzt sich für den Leser nach und nach ein komplexes Familiengefüge zusammen, dass einen frösteln lässt und nur nach außen hin perfekt wirkt. Fazinierend wie wandelbar die Wahrheit ist, je nachdem welche Perspektive man als Leser gerade einnimmt.

Dieses weihnachtliche Kammerspiel, ist wirklich raffiniert gemacht, die Atmosphäre wird immer beklemmender und die Geschichte wartet zum Schluss noch mit einem Überraschungsmoment auf. Besonders als Hörbuch, vorgelesen von wechselnden Sprecher*innen (Ulrike Kapfer, Christiane Marx und Tim Gössler) war das Buch ein Genuss.

Für alle, die zur Weihnachtszeit psychologische Spannungsromane mögen, bei denen auch das Setting weihnachtlich ist, ist dieses Buch absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 28.11.2021

Wenn die Fassade erst einmal bröckelt…

Eine perfekte Ehe
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Lizzie Kitsakis arbeitet für eine renommierte Anwaltskanzlei und ist mehr als überrascht, als sie ein R-Gespräch aus der Justizvollzugsanstalt entgegennimmt, in dem sie ein alter Studienfreund um ihre ...

Lizzie Kitsakis arbeitet für eine renommierte Anwaltskanzlei und ist mehr als überrascht, als sie ein R-Gespräch aus der Justizvollzugsanstalt entgegennimmt, in dem sie ein alter Studienfreund um ihre Hilfe bittet. Lizzie will das Mandat eigentlich ausschlagen, da Strafrecht nicht ihr Gebiet ist, aber letztendlich erklärt sie sich doch bereit Zack Grayson zu vertreten, dessen Ehefrau gewaltsam zu Tode gekommen ist

Der Thriller wird abwechselnd aus der Perspektive von Lizzie und der getöteten Amanda Grayson erzählt. Außerdem gibt es Gerichtsprotokolle, die ebenfalls in die Geschichte eingestreut werden.

Die scheinbar heile und glamouröse Welt der reichen Vorstadt- New Yorker beginnt schnell Risse zu bekommen, aber auch bei Lizzie findet der Leser nach und nach heraus, dass sie Geheimnisse hat, die sie erpressbar machen.

Amandas Perspektive beginnt wenige Tage vor ihrem Tod, der dem Anschein nach in Zusammenhang mit einer pikanten Swinger-Party bei ihrer Freundin Maude stand, die auch das Ehepaar Grayson besuchte.

Je tiefer man in das Buch einsteigt, desto mehr blickt man bei jeder Figur ein bisschen mehr hinter die Fassade, traut dem ein oder anderen plötzlich einen Mord zu, den man vorher gar nict verdächtigt hätte. Einige interessante Wendungen erhöhen die Spannung, auch wenn ich hier eher von einem Spannungsroman als von einem Thriller sprechen würde. Reizvoll fand ich auch die Psychospielchen, die Lizzie immer wieder in Bedrängnis bringen.

Neben dem Mordfall sorgt dann noch ein Datenleck für Furore und lässt die betroffenen Elterm der Grace Hall Schule, zu denen quasi alle Partygänger gehören, erschaudern.

Zugegeben, das Buch braucht ein wenig um Fahrt aufzunehmen und zwischendurch hat es einige Längen. Im letzten Drittel wird es aber richtig spannend und die Autorin sorgt für die ein oder andere Überraschung.

Nicht nur das Cover hat mich direkt angesprochen, auch die Geschichte hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 18.11.2021

Den eigenen Weg finden

Writers & Lovers
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Lily King hat ihrer Protagonistin Casey Peabody so einige Lasten mit auf den Weg gegeben, so dass es nicht verwunderlich ist, dass die 31Jährige von Panikattacken geplagt wird. Ihre Mutter, zu der sie ...

Lily King hat ihrer Protagonistin Casey Peabody so einige Lasten mit auf den Weg gegeben, so dass es nicht verwunderlich ist, dass die 31Jährige von Panikattacken geplagt wird. Ihre Mutter, zu der sie ein sehr inniges Verhältnis hatte, ist plötzlich verstorben. Die Schuldenlast ihres Studienkredits ist erdrückend. Seit 6 Jahren schreibt sie an einem Buch und befindet sich zwar schon in der Endphase, kommt aber nicht von der Stelle, einerseits weil ihre Zeit für ihren Kellnerjob draufgeht, mit dem sie sich mehr schlecht als recht finanziert, andererseits weil ihr plötzlich Zweifel kommen, ob sie überhaupt gut genug ist, um wirklich Schriftstellerin zu sein. Auch die Liebe ist für Casey bisher keine Erfolgsgeschichte. Sie ist hin und hergerissen zwischen zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und es kämpfen ihr Herz und ihr Verstand und machen ihr die Entscheidung nicht leichter.

Es ist ein amerikanischer Roman und es fließen Dinge mit ein, die man mit Amerika verbindet, Schulden, die sich junge Leute mit ihrem Studium aufbürden, fehlende Kranklenversicherungen, die die Entscheidung zum Arzt zu gehen auch wenn man es tun sollte, verhindern. Vielleicht ist dieser Roman auch ein Stück weit autobiografisch, denn er beschreibt schließlich den Werdegang einer Schriftstellerin. Auf jeden Fall aber hat es die Autorin geschafft, dass man sich in ihre Protagonistin richtig gut einfühlen konnte. Ich habe mit ihr gelitten und mit ihr gelacht. Den wunderbaren warmen Erzählton mochte ich sehr. Ich habe mich mit diesem sehr unaufgeregten, aber auf keinen Fall langweiligen Roman einfach rundum wohl gefühlt.

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