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Veröffentlicht am 10.05.2025

Survival statt Fame

One Perfect Couple
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Lyla‘s Freund Nico sieht die Chance seines Lebens, als er zusammen mit seiner Partnerin für die Reality TV Show „ One perfect couple“ eingeladen wird.

Etwas widerwillig stimmt die Virologin Lyla schließlich ...

Lyla‘s Freund Nico sieht die Chance seines Lebens, als er zusammen mit seiner Partnerin für die Reality TV Show „ One perfect couple“ eingeladen wird.

Etwas widerwillig stimmt die Virologin Lyla schließlich zu, ihren Schauspielerfreund bei dem Abenteuer auf eine indonesische Tropeninsel zu begleiten.

Es läuft dann allerdings nicht ganz so ab, wie es sich beide vorgestellt haben. Dass es sich um eine Low Budget Produktion handeln würde, wussten die Teilnehmer vorher nicht und das ein gefährlicher Tropensturm dazu führen würde, dass sie alle um ihr Überleben kämpfen müssten, ahnten sie nicht im Traum. Abgeschnitten von der Außenwelt werden die Ressourcen knapp. Die Insel verfügt über keine eigene Süßwasserquelle und das Nahrungsangebot beschränkt sich auf ein paar Bananen und Kokosnüsse sowie natürlich Fisch.

Interessant fand ich die Gruppendynamik. In der Ausnahmesituation werden alle Masken fallen gelassen und es geht ans Eingemachte. Klar, dass sich die Produzenten bemüht haben möglichst konträre Charaktere für die Show zusammenzubringen. Bei der anfänglichen Beschreibung der Paare fühlt man sich fast wie beim „ Bachelor“ oder ähnlichen Formaten. Die Alphamännchen werden in der Notsituation natürlich zum Problem. Vom Personal selbst befindet sich lediglich eine Assistentin mit auf der Insel, als der Sturm Fahrt aufnimmt und für katastrophale Verwüstung sorgt.

Die Geschichte ist somit weniger ein Thriller als vielmehr ein Spannungsroman mit Survivalcharakter.

Ich mag die Thriller von Ruth Ware und fühlte mich auch hier gut unterhalten. Die Protagonistin Lyla war mir sympathisch. Bei einigen Nebenfiguren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.

Es fehlte vielleicht auch noch ein Kick am Schluß. So lief die Handlung gan6 langsam aus, aber Ok, ich bin ganz zufrieden. Es war nicht der ganz große Wurf, aber es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Toller Mehrgenerationenroman

Stromlinien
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Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch war ein richtiges Highlight für mich.

Die Autorin nimmt uns mit an die Elbe, wo in einem kleinen Ort an der Lühe im alten Land die Zwillinge Enna und Jale bei ihrer ...

Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch war ein richtiges Highlight für mich.

Die Autorin nimmt uns mit an die Elbe, wo in einem kleinen Ort an der Lühe im alten Land die Zwillinge Enna und Jale bei ihrer Großmutter Ehmi leben. Sie zählen die Tage herunter bis sie ihre Mutter Alea wiedersehen können, die sich seit vielen Jahren in Haft befindet. Doch als der Tag gekommen ist, taucht die Mutter nicht auf, und auch Jale verschwindet spurlos. Enna ist fassungslos und begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Doch zwischenzeitlich ist ein Sportboot in der Elbe verunglückt und die Familie scheint für die Polizei verdächtig zu sein.

Der Roman ist nicht nur sehr atmosphärisch geschrieben und enthält jede Menge wunderschöner Naturbeschreibungen, so dass man sich richtig gut einfühlen kann in die Umgebung, er ist auch spannend und enthält viele unerwartete Wendungen. Es ist eine vielschichtige Geschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt. Hier springt die Autorin hin und her, was Konzentration erforderte und manchmal etwas verwirrte. Trotzdem, ich fand den Roman richtig toll und habe ihn total gerne gehört. Das Hörbuch wurde hervorragend gelesen von Ulrike Kapfer.

Vielleicht können auch gerade im Hörbuch die Charaktere wie z.b die wortkarge Oma Ehmi, mit ihrer trockenen Art, die Zwillinge in ihrer Unterschiedlichkeit oder der charmante, liebenswerte Lucca, der auch ganz schön nerven konnte und Enna bei der Suche half , besonders gut „herausgearbeitet“ werden, und man bekam von ihnen eine noch bessere Vorstellung als nur durch das Kopfkino im gelesenen Buch.

Ich fand’s toll, hat mir großen Spaß gemacht, eine schlüssige, spannende Geschichte, die mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein erschütterndes unbedingt lesenswertes Buch im Buch

Das Haus auf dem Wasser
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Der renommierte Schriftsteller Joel Blum entdeckt auf einer Lesereise in Amsterdam bei einem Museumsbesuch im Holocaustmuseum in einer Videoinstallation eine Szene, in der im Hintergrund eindeutig seine ...

Der renommierte Schriftsteller Joel Blum entdeckt auf einer Lesereise in Amsterdam bei einem Museumsbesuch im Holocaustmuseum in einer Videoinstallation eine Szene, in der im Hintergrund eindeutig seine Mutter Sonia und seine Schwester Nettie zu sehen sind. Befremdlicherweise hält seine Mutter ein Baby im Arm, dass ihm selbst überhaupt nicht ähnelt.

Joel weiß, dass er in Amsterdam geboren wurde und seine Mutter mit den 2 Kindern dann nach Israel immigriert ist. Viel mehr weiß er allerdings nicht, da seine Mutter nicht bereit war über diese schreckliche Zeit zu sprechen.

Sie hat ihm auch zu Lebzeiten das Versprechen abgerungen niemals holländischen Boden zu betreten, doch jetzt ist sie verstorben, und so fühlt sich Joel nicht mehr verpflichtet die Niederlande weiter zu meiden.

Das Erlebnis im Museum lässt ihn allerdings so verstört zurück, dass er die Geschichte seiner Familie und vor allem seine eigene Kindheit recherchieren will. Er sammelt Material um daraus das Buch seines Lebens zu machen.


Der Roman hat mich sehr beeindruckt und berührt. Der Schreibstil ist ein ganz Besonderer. Die Autorin springt quasi fließend von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Das Ganze passiert nicht kapitelweise wie man denken sollte, sondern oft von einem Satz zum nächsten. Dabei merkt man deutlich, wie die Recherchearbeit von Joel in sein neues Buch-Projekt einfließt. Wir lesen ein Buch im Buch, dass sehr feinfühlig komponiert wurde und sich einer ausdrucksstarken literarischen Sprache bedient, die ich so gerne gelesen habe. Erstaunlicherweise gerät man aber nicht mit den Zeiten durcheinander.

Ein Roman, der den Holocaust zum Thema hat, ist natürlich erschütternd und man kann zu dem Thema noch so viel lesen und wird die Unmenschlichkeit dieser Zeit nie wirklich begreifen können. Für mich war es sehr interessant, dass der Schauplatz hier Holland war und ich kann nur wiederholen, dass auch die Art und Weise wie dieses Buch geschrieben wurde wirklich außergewöhnlich ist.


Auch wenn es bei mir etwas brauchte, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin, kann ich das Buch nur empfehlen. Je weiter man mit der Lektüre fortschreitet, desto weniger kann man den Roman zur Seite legen. Ich habe Joel Blum sehr gerne bei seiner packenden Identitätssuche begleitet, konnte mit ihm mitfühlen und war ergriffen und erschüttert von seiner Geschichte.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Nichts als die Wahrheit

Scandor
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Moderne Technik und Spannung, aus diesem MIx bastelt Ursula Poznanski auch mit dem Jugendbuch „Scandor“ wieder ein fesselndes Abenteuer.

Tessa und Philipp bekommen die Gelegenheit an einer besonderen ...

Moderne Technik und Spannung, aus diesem MIx bastelt Ursula Poznanski auch mit dem Jugendbuch „Scandor“ wieder ein fesselndes Abenteuer.

Tessa und Philipp bekommen die Gelegenheit an einer besonderen Challenge teilzunehmen, bei der ein neuartiger unfehlbarer Lügendetektor getestet werden soll. 100 Kandidaten treten in einem Spiel mit einem extrem hohen Preisgeld gegeneinander an,. Eine Lüge und sei sie noch so klein wird mit sofortigem Ausscheiden und Einlösung des eigenen Einsatzes geahndet, eine Verpflichtung , die jeder Teilnehmer zu Beginn des Spiels eingehen musste iund die seinen persönlichen Alptraum darstellt.

Die Geschichte liest sich ganz gut und wie erwartet scheiden die ersten Kandidaten schnell aus, während sich Tessa und Philipp recht gut schlagen. Es gibt Zusatzaufgaben und nicht jeder spielt fair und mit offenen Karten. Leider fehlte es mir bei der Lektüre an Spannung und an kreativen Überraschungsmomenten. Nach einem Mittelteil mit großen Längen kam dann zum Ende eine für mich unerwartete Wendung,, die es wieder etwas herausgerissen hat.

Ich habe schon deutlich bessere Bücher von Ursula Poznanski gelesen, insofern war ich wohl ein wenig enttäuscht. Da die Autorin aber wirklich toll schreiben kann und immer sehr aktuelle Themen anpackt, werde ich sicher auch wieder zu ihren nächsten Büchern greifen, geht gar nicht anders.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Die Scham ist weiblich

Sorry not sorry
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Ein sehr persönliches Sachbuch, von der Autorin selbst gelesen über die weibliche Scham. Anika Landsteiner zeigt unter anderem an Hand von Selbsterlebtem auf, was immer noch schief läuft in unserer ...


Ein sehr persönliches Sachbuch, von der Autorin selbst gelesen über die weibliche Scham. Anika Landsteiner zeigt unter anderem an Hand von Selbsterlebtem auf, was immer noch schief läuft in unserer ach so aufgeklärten Welt. Leider leben wir nach wie vor in einer „Mens World“ und das zeigt sich in allen Lebensbereichen.

Die Scham ist weiblich und bewusst anerzogen. Das kann nur wütend machen.

Ein Augen öffnendes Sachbuch,trotzdem sehr unterhaltsam geschrieben , dass ich nur jedem ans Herz legen kann.

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