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Veröffentlicht am 02.04.2020

Spannung und Magie in einem etwas anderen London

Mitternachtsstunde 1: LEX Mitternachtsstunde
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Die 12-jährige Emily ist mit einer peinlichen Mutter und einem langweiligen Vater geschlagen. Und auch sonst passiert in ihrem Leben nicht viel Aufregendes. Bis eines Nachts um Punkt 12 Uhr ein geheimnisvoller ...

Die 12-jährige Emily ist mit einer peinlichen Mutter und einem langweiligen Vater geschlagen. Und auch sonst passiert in ihrem Leben nicht viel Aufregendes. Bis eines Nachts um Punkt 12 Uhr ein geheimnisvoller Brief an ihre Eltern zugestellt wird. Daraufhin verschwinden zunächst ihre Mutter und kurze Zeit später auch noch ihr Vater. Vollkommen auf sich allein gestellt macht sich Emily auf die Suche nach den beiden und findet sich plötzlich in einer vollkommen anderen Welt wieder. Eine Welt, in der immer Mitternacht herrscht und magische Wesen auf den Straßen spazieren. Eine Welt, die in einer Zeit vor 150 Jahren stehen geblieben ist. Eine Welt, in der sie völlig andere Seiten - nicht nur an ihren Eltern - kennen lernt.

Schon nach dem ersten Blick auf das Cover dieses Buches wusste ich, dass ich die Geschichte unbedingt lesen möchte. Und ich wurde nicht enttäuscht: spannend, atmosphärisch, voller Fantasie, wird man in ein völlig anderes London, als man es sonst kennt, entführt. Die Geschichte sprüht vor außergewöhnlichen Einfällen. Dabei ist aber alles logisch und nachvollziehbar.

Emily selbst ist sehr sympathisch und man leidet, lacht und zittert mit ihr auf jeder Seite mit. Sie sagt immer, was sie denkt – und das bringt sie mehr als einmal in Schwierigkeiten. Aber nicht nur Emily als Hauptperson ist großartig ausgearbeitet. Auch die Nebenfiguren, wie der Nachtwächter-in-Ausbildung Tarquin, haben Tiefe und ganz eindeutig ihre eigene Geschichte. Diese Geschichten und Hintergründe kommen nach und nach ans Licht, sodass man mehr über die geheimnisvolle Welt der Mitternachtsstunde erfährt.

Emily und ihre Geschichte haben sich auf jeden Fall einen Platz meiner Lesehighlights 2020 gesichert. Jetzt freue ich mich auf Band 2 der Reihe und kann es kaum erwarten weiter zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2020

Unfreiwillige Abenteuer einer Maus, die ihren Mut findet

Sammy - Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus
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Die kleine Maus Sammy führt ein ruhiges und beschauliches Leben in einem Schuhkarton in Hanks Zimmer. Bis er eines Tages unfreiwillig zum Piloten wird. Hanks Bruder hat ein Flugzeug gebaut und ausgerechnet ...

Die kleine Maus Sammy führt ein ruhiges und beschauliches Leben in einem Schuhkarton in Hanks Zimmer. Bis er eines Tages unfreiwillig zum Piloten wird. Hanks Bruder hat ein Flugzeug gebaut und ausgerechnet Sammy zum Piloten auserkoren. Doch beim Start gibt es einen Unfall und Sammy ist plötzlich auf sich allein gestellt. Nach einem abenteuerlichen Flug landet er schließlich im großen Forst. Hier lauern jede Menge Gefahren – doch zum Glück lernt er auch neue Freunde kennen. Wird Sammy jemals nach Hause zurückkehren?

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut, ist doch schon das Cover wunderschön gestaltet. Und auch im Inneren ist das Buch eine wahre Freude mit all den tollen schwarz-weiß Zeichnungen. Geschrieben und gezeichnet hat die Geschichte Henry Cole, der in den USA bereits unzählige Kinderbücher veröffentlicht hat. Das die Geschichte von einem Amerikaner geschrieben wurde, merkt man vor allem an der Landschaft, die im Buch beschrieben wird. So leben Kolibris und Schildkröten im Wald und viele uns unbekannte Pflanzen werden erwähnt. Das hat meine Kinder aber nicht weiter gestört, die Geschichte war wahrscheinlich einfach zu spannend. Denn genau das ist sie: spannend und aufregend! Definitiv keine ruhige Gute-Nacht-Geschichte, gibt es am Ende vieler Kapitel doch richtige Cliffhanger, die einen unbedingt weiterlesen lassen wollen. Und auch sonst ist das Buch das Gegenteil von ruhig: es gibt Action, Bösewichte und sogar eine Entführung! Eben eine echte Abenteuergeschichte. Aber natürlich gibt es am Ende ein Happy End.

Mein einziger Kritikpunkt – den es wahrscheinlich aber nur aus der Sicht eines Erwachsenen gibt: Sammy ist endlich aus seinem kleinen Schuhkarton entkommen und in der Freiheit in einem eigentlich tollen Wald gelandet. Wo er sogar jede Menge Freunde findet und ein Zuhause haben könnte. Doch was macht er? Er möchte unbedingt wieder zurück – in seinen Karton! Und seine neuen Freunde wollen das plötzlich auch. Diese Idee war für mich einfach unlogisch, auch, weil es keine richtige Erklärung gibt, warum die anderen Waldtiere auch plötzlich in Gefangenschaft bei den Menschen leben wollen. Nichts desto trotz ist das Buch unglaublich spannend geschrieben und Sammy ist ein toller Held, der seinen Mut oft erst finden muss. Die Kinder fanden das Buch großartig, auch und gerade wegen der wunderbaren Zeichnungen. Empfohlen wird die Geschichte vom Verlag ab 6 Jahren, aber ich denke, auch 5jährige haben hier schon ihren Spaß!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Wie Nahrungsindustrie heute funktioniert

Mein weit gereister Erdbeerjoghurt
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Erdbeeren wachsen bei uns auf dem Feld, Kühe stehen alle auf der Weide und Tomatensoße kommt aus Italien. Das weiß doch jedes Kind! Oder ist es vielleicht doch nicht so? „Mein weit gereister Erdbeerjoghurt“ ...

Erdbeeren wachsen bei uns auf dem Feld, Kühe stehen alle auf der Weide und Tomatensoße kommt aus Italien. Das weiß doch jedes Kind! Oder ist es vielleicht doch nicht so? „Mein weit gereister Erdbeerjoghurt“ gibt erstaunliche Einblicke in die Nahrungsmittelproduktion. Wo kommt unser tägliches Essen eigentlich her? Was ist gesund und was hat Nahrung mit unserem ökologischen Fußabdruck zu tun? All diese und noch viele weitere Fragen werden hier auf sehr anschauliche Weise erklärt. Und auch Erwachsene können hier noch einiges lernen!

In diesem Sachbuch für Kinder ab 10 Jahren erfährt man wirklich fast alles über „unser tägliches Brot“. Los geht es mit der Frage, was eigentlich Grundnahrungsmittel sind. Weiter folgen Themen wie der Zusammenhang von Klima und Ernährung, was für uns wirklich gesund ist und wie die Nahrung eigentlich in unserem Körper verdaut wird. Aber auch Themen, die meiner Meinung nach vor allem für Kinder wichtig sind, werden behandelt: wie beeinflusst Werbung unser Kaufverhalten? Muss es wirklich im Januar schon die Erdbeere aus dem Supermarkt sein? Und wieviel Zucker braucht mein Körper wirklich?

Die Texte sind kindgerecht geschrieben und mit vielen Beispielen unterlegt. So ist der Text niemals zu trocken und die doch oft komplexen Zusammenhänge werden verständlich. Auch ich als erwachsene Leserin konnte noch viel Neues erfahren. So hat es mich doch mehr als unangenehm überrascht, dass die Tomaten für italienische Dosentomaten oft aus China importiert werden, um dann in Italien in Konserven gepackt zu werden. Auch die nackten Zahlen der Nahrungsmittelindustrie einmal schwarz auf weiß zu sehen, ist sehr beeindruckend. Aber natürlich ist das Buch vorrangig ein Buch für Kinder. Und die werden hier Dank der vielen Fotos, Karten und Illustrationen sehr gut angesprochen.

Der Verlag empfiehlt das Buch ab 10 Jahren und dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe das Buch zwar auch mit meinem 6jährigen Kind angesehen, aber nur ausgewählte Stellen vorgelesen. Es werden einige Begriffe benutzt, die jüngere Kinder einfach noch nicht kennen können, wie Kohlenstoffdioxid oder Prozentangaben. Aber ab 9 oder 10 Jahren ist dies ein großartiges Buch für alle, die mehr wissen wollen über die wichtigste Sache der Welt: unsere Nahrung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Lachalarm!

Popelalarm!!
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Popel-Alarm ist eines dieser Bücher, die ich nie für uns gekauft hätte. Aber es ist auch eines dieser Bücher, die die Kinder lieben! Schon am ersten Tag, als das Buch hier ankam, musste ich es bestimmt ...

Popel-Alarm ist eines dieser Bücher, die ich nie für uns gekauft hätte. Aber es ist auch eines dieser Bücher, die die Kinder lieben! Schon am ersten Tag, als das Buch hier ankam, musste ich es bestimmt sechs Mal lesen. Und wäre es nur nach den Kindern gegangen, hätte sich diese Zahl locker erhöht! Warum hätte ich das Buch nicht gekauft? Das kann ich nun tatsächlich gar nicht mehr so genau sagen, nachdem wir hier alle die Geschichte so ins Herz geschlossen haben. Wahrscheinlich ist es die anerzogene Abscheu vor dem Popeln, die mich da gehemmt hätte. Und genau das ist aber der Grund, warum die Kinder das Buch wohl so lieben: das Aufgreifen eines Tabuthemas und die unglaublich witzige Umsetzung des Ganzen.

Gleich auf der ersten Seite begrüßt uns der Popelzist, der jetzt eine Pause machen möchte. Er überträgt uns und einem kleinen Papagei die Aufgabe darauf zu achten, dass hier nicht gepopelt wird. Als erstes üben wir, was im Ernstfall zu tun ist. Nämlich ganz laut „Popelalarm“ zu rufen! Und dann starten wir unseren Kontrollgang bei den Tieren. Anscheinend popelt tatsächlich niemand. Oder doch? Denn was der Vogel nicht sieht, entgeht uns natürlich nicht: auf jeder Seite im Buch wird heimlich gepopelt!

Obwohl wir das Buch nun schon unzählige Male gelesen haben, lachen die Kinder noch bei jedem neuen Vorlesen. Es macht einfach unglaublichen Spaß, mal so richtig laut „Popelalarm“ zu schlagen. Und die wunderschönen Bilder von Andrea Hebrock machen einfach gute Laune. Alle Kinder ab 3 Jahren haben hier sicher viel Spaß! Und am Ende steht auch kein erhobener Zeigefinger, sondern die Erkenntnis „Heimlich popeln – da ist nichts dabei!“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2020

Sommer, Sonne, Geister!?

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche
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Irmelina: Singt und tanzt gerne, träumt von Abenteuern und weiten Reisen, hat gerade ihren 10. Geburtstag gefeiert und ist auch sonst ein ganz normales Mädchen. Halt, ein normales Mädchen? Naja, vielleicht ...

Irmelina: Singt und tanzt gerne, träumt von Abenteuern und weiten Reisen, hat gerade ihren 10. Geburtstag gefeiert und ist auch sonst ein ganz normales Mädchen. Halt, ein normales Mädchen? Naja, vielleicht nicht ganz. Denn Irmelina ist nur etwa so groß wie ein Marmeladenglas und ein Naturgeist. Also vielleicht doch nicht ganz so gewöhnlich. Zumindest staunt Juna nicht schlecht, als sie an ihrem ersten Ferientag am Bach auf das kleine Geisterkind mit den wilden Locken und dem grünen Kleid trifft. Barfuß steht es vor ihr und tanzt zu Junas improvisierter Musik. Nach dem anfänglichen Schrecken siegt bei Juna doch die Neugier und die beiden Kinder freunden sich an. Haben sie doch viel gemeinsam: auch Juna wird bald 10 Jahre alt, beide lieben das Spielen in der Natur und beide langweilen sich Zuhause. Doch eigentlich ist es Naturgeistern weder erlaubt, sich Menschen zu zeigen, noch ihr Geisterreich zu verlassen. Und Irmelinas Geisterreich ist ausgerechnet das Wahrzeichen des Dorfes: die alte Eiche. Und die vernachlässigt Irmi immer mehr, bis es fast zu spät ist…

Lydia Ruwe erzählt im ersten Band um Irmelina Geisterkind und ihre neue Freundin Juna auf angenehm ruhige Art das erste Abenteuer der beiden Freundinnen. Und so ruhig das Buch auch startet, man ist doch gleich mittendrin im Geschehen und möchte am liebsten den Sommer in Hügelhausen bei Irmi und Juna verbringen. Mit jedem Kapitel wird die Geschichte auch aufregender, bis man am Ende das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. So ging es uns beim Lesen zumindest. Ich habe das Buch mit meinem 6jährigen Sohn gelesen. Und das erste, was er nach der letzten Seite sagte, war: „Noch mal!“ Und „Wann geht es weiter?“. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 8 Jahren. Aber als Vorlesebuch ist die Geschichte auch ab 6 Jahren schon wunderbar geeignet. Sie ist weder zu aufregend, noch ist die Sprache zu schwierig für so junge Kinder.

Aufgelockert wird das Buch durch wunderschöne schwarz-weiß Zeichnungen, die aber nicht auf jeder Doppelseite vorkommen. Am Ende des Buches gibt es noch eine kleine Baumkunde auf einer Doppelseite, in der die im Buch vorkommenden Baumarten vorgestellt werden. Außerdem eine Anleitung, um Samenkugeln herzustellen. Beides rundet das Buch wunderbar ab, handelt es sich doch um eine sehr naturverbundene Geschichte. So verbringen die Kinder eigentlich den ganzen Tag draußen in der Natur und auch die alte Dorfeiche spielt eine wichtige Rolle in der Handlung. Das Buch zeigt wunderbar: draußen sein ist toll und unsere Natur etwas ganz Besonderes, für das wir uns stark machen müssen! Denn wer weiß, wo sich überall so kleine Naturgeister wie Irmelina verstecken? Wir müssen vielleicht einfach nur die Augen ganz weit offenhalten und schon stecken auch wir in einem großen Abenteuer. Wir freuen uns nun schon auf das nächste Abenteuer mit Irmelina und sind gespannt, was die Kinder von Hügelhausen noch so alles zu erwarten haben.

  • Spaß