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Veröffentlicht am 21.09.2020

Solides Fragezeichen-Abenteuer mit Escape-Rätseln

Die drei ??? Der verrückte Professor
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Die Welt der Escape-Spiele und -Bücher wird zurzeit rasend schnell immer größer. Scheinbar jeder möchte auf den Zug aufspringen und bringt dazu sein Buch auf den Markt. So gibt es nun also auch von den ...

Die Welt der Escape-Spiele und -Bücher wird zurzeit rasend schnell immer größer. Scheinbar jeder möchte auf den Zug aufspringen und bringt dazu sein Buch auf den Markt. So gibt es nun also auch von den drei Fragezeichen ein Escape-Abenteuer und Justus, Peter und Bob brauchen bei der Lösung einiger Rätsel die Hilfe des Lesers. Die Autoren dieses Rätselkrimis sind Cally Stronk und Christian Friedrich. Beide haben schon so einige Kinderbücher geschrieben, die mich begeistern konnten. Können sie nun auch als neue Autoren bei unseren drei Lieblingsdetektiven überzeugen?

Die drei Fragezeichen sind ja bekannt dafür, auch einmal eher an den Haaren herbeigezogene Fälle zu lösen. Dazu muss ich jetzt auch dieses Buch hier zählen. Der Fall ist spannend, keine Frage, aber eben doch eher unrealistisch. Worum geht es? Ein Professor meldet sich bei den drei Fragezeichen und berichtet, dass er einen mysteriösen Brief erhalten hat – den er selbst geschrieben hat! Allerdings kann er sich nicht mehr daran erinnern, je ein solches Schreiben verfasst zu haben. Gleichzeitig werden die Detektive von einer Drohne attackiert, die selbst vor Tante Mathildas Kirschkuchen nicht halt macht. Können diese beiden Vorkommnisse etwas miteinander zu tun haben?

Die Geschichte wird immer wieder von einem der insgesamt 15 Rätsel unterbrochen. Diese müssen gelöst werden, bevor man auf der nächsten Seite weiterlesen darf. Falls man Hilfe braucht, sind auf den letzten Seiten Lösungshinweise und schließlich auch die Lösung zu jedem Rätsel unter Rubbellack versteckt. Hat man das jeweilige Rätsel gelöst, erhält man immer eine Zahl als Antwort. Diese wird in „Bobs Archiv“ am Ende des Buches überprüft und bei korrekter Zahl kann weitergelesen werden.

Dadurch, dass als Rätsellösung immer eine Zahl als Antwort herauskommt, sind mache Rätsel ebenfalls an den Haaren herbeigezogen. Beispiel: Justus, Peter rund Bob finden als Hinweis eine Zahl, die dann zu einem Blumentopf führt, an dem die Ziffer steht… Da dies aber dem Konzept geschuldet ist, kann ich darüber hinwegsehen. Ansonsten sind die Rätsel an sich gut. Manche fand ich zu leicht, andere dagegen waren sehr knifflig. Mit den Hinweisen waren diese aber trotzdem gut lösbar und fair.

Was allerdings für mich auch immer ein Kritikpunkt bei dieser Art von Büchern sein wird: dass man es nur einmal lesen kann und dabei das Buch zerschneiden muss. Es gibt hier drei Rätsel, für die ich theoretisch eine Seite ausschneiden müsste. Habe ich nicht gemacht, ich habe die Seiten einfach kopiert – ging auch, ist aber umständlich. Und ich bin sicher, dass man das auch anders lösen könnte. Immerhin ist das Buch mit 15€ nicht gerade günstig. Die Hinweise müssen außerdem freigerubbelt werden und sind dann für jeden weiteren Leser einfach lesbar. Auch da gibt es andere Lösungen. Selbst mein 20 Jahre altes Rätselbuch hatte dann halt einfach eine rote Lösungsfolie dabei, mit der man die Hinweise lesen konnte. Ich weiß, dass das alle Exit-/ Escape-Bücher so machen. Aber ist das wirklich zeitgemäß?

Insgesamt hatte ich aber Spaß mit dem Buch. Ja, die Geschichte hat ein paar Schwächen, ja, einige Rätsel waren mir zu einfach oder zu sehr konstruiert. Aber ich hatte einen unterhaltsamen Nachmittag und die Geschichte an sich ist sehr Fragezeichen-typisch: mysteriös, spannend, am Ende überraschend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2020

Zu traurig, zu gehetzt

Liane und das Land der Geschichten
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Liane ist das Mädchen, dass ihren Namen nicht mag. Liane ist außerdem das Mädchen, das Bücher liebt. Manchmal mehr, als das echte Leben. Eines Tages entdeckt sie einen leuchtenden, kleinen Globus. Versteckt ...

Liane ist das Mädchen, dass ihren Namen nicht mag. Liane ist außerdem das Mädchen, das Bücher liebt. Manchmal mehr, als das echte Leben. Eines Tages entdeckt sie einen leuchtenden, kleinen Globus. Versteckt in der Schulbibliothek zwischen all den Büchern, die Liane so liebt. Doch der Globus ist alles andere als gewöhnlich, denn er zeigt ein Land, dass die Form eines Buches hat. Einen achten Kontinent, der zu verdorren droht und dringend Lianes Hilfe braucht.

Leider konnte mich das Buch nicht so richtig erreichen. Ich war sehr gespannt auf die Geschichte. Schließlich lieben Bücherwürmer Geschichten über Bücherwürmer! Und das bunte Cover lies mich irgendwie ein eher fröhliches Buch erwarten. Die erste Hälfte des Buches fand ich auch noch sehr schön: poetisch, ein wenig traurig, aber doch hoffnungsvoll. Liane hat tatsächlich ein eher deprimierendes Leben: die Eltern arbeiten mehr, als gut für sie ist und kommen selbst Zuhause nicht von ihrer Tätigkeit los. Liane hat keine wirklichen Freunde oder Geschwister und ist daher oft einsam. Und natürlich ist da ihr Name, der ihr viel Spott einbringt.

Die zweite Hälfte ist für mich dann der deutlich schwächere Teil des Buches. Hier geht zwar endlich die Handlung richtig los und es wird doch noch eine Abenteuergeschichte. Allerdings werden alle Abenteuer und Rätsel nur kurz angerissen und kaum näher beschrieben. So hetzt man mit Liane durch das Land der Geschichten, von dem man kaum etwas „sieht“. Das fand ich sehr schade, ist die Grundidee für den Grund des Verdorrens doch eigentlich gut und hätte viel Potential für ein spannendes Abenteuer gehabt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Empfehlung „ab 8 Jahren“. Hier sollte meiner Meinung nach deutlich nach oben korrigiert werden. Die Texte sind einfach zu schwierig für diese Zielgruppe. Auch sind die Themen Mobbing und Einsamkeit einfach zu deprimierend umgesetzt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2020

Ruhiges Abenteuer in einer fantastischen Welt

Bittermonds Bucht
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Ein normaler Tag in der Bucht: die Sonne, die Wellen, Käpt’n Bittermond und der Junge Jukka. Jeden Tag die gleiche Idylle. Anders kennt es Jukka nicht. Doch soll das wirklich alles sein? Jukka wünscht ...

Ein normaler Tag in der Bucht: die Sonne, die Wellen, Käpt’n Bittermond und der Junge Jukka. Jeden Tag die gleiche Idylle. Anders kennt es Jukka nicht. Doch soll das wirklich alles sein? Jukka wünscht sich langsam doch einmal ein Abenteuer. Und mit Kandidel und ihrer Tochter Lila, die eines Tages einfach am Strand auftauchen, beginnt tatsächlich ein Abenteuer für Jukka. Doch dieses Abenteuer ist aufregender und vor allem viel gefährlicher, als es sich Jukka in seinen kühnsten Träumen vorgestellt hat. Und auf einmal erscheint das Leben am Strand gar nicht mehr so langweilig. Doch nun ist Jukka mitten drin: im Abenteuer seines Lebens, auf der Suche nach Bittermonds Herz und der Antwort auf die Frage nach Jukkas Herkunft.

Maike Harels zweites Buch im Hummelburg-Verlag ist ein echter Abenteuer-Roman. Schon „Monty, Castor und der Findelfuchs“ konnten mich begeistern. Und auch „Bittermonds Bucht“ ist wieder ein richtig gutes Buch: spannend, witzig und mit einem sympathischen Helden ausgestattet. Die Geschichte beginnt eher ruhig und Spannung baut sich erst langsam auf. Die Protagonisten Jukka und Lila sind ein wenig wie Katz und Maus. Lila ist sehr pessimistisch, schimpft viel und sieht generell eher das Schlechte in den Menschen. Doch man merkt, dass sie tief in sich drinnen ein gutes Herz hat. Jukka dagegen sieht in allem nur das Gute und ist damit ein echter Gegenpol zu Lila. Diese Gegensätzlichkeit und die vielen Streitereien, die sich dadurch zwischen den beiden Kindern ergeben, machen einen Großteil der Handlung aus. Am Ende siegt aber natürlich immer die Freundschaft und zusammen müssen die beiden einige Abenteuer überstehen.

Leider kam die Spannung nur sehr langsam in der Geschichte auf und so sprang der Funken bei mir erst gegen Ende des Buches über. Die letzten Seiten konnten mich dann richtig fesseln, aber dem Rest des Buches fehlte noch etwas. So ließ sich das Buch zwar flott lesen, aber ich vermisste doch diesen Drang, am Ende des Kapitels jetzt gleich weiter lesen zu wollen. Trotzdem ist es ein gutes Buch, dass aber noch etwas Potential nach oben gehabt hätte. Was ich aber mochte, war die Art, wie mit dem fantastischen Aspekt der Geschichte umgegangen wurde: als etwas ganz Normales, dass nicht weiter erklärt werden muss oder gar herausgestellt wird. So war die ganze Welt um Jukka und Lila für mich sehr „natürlich“ und überzeugend. Ein Buch für alle ab 10 Jahren, die fantastische Abenteuergeschichten lieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Bildgewaltig-genial rund um die Zeit

Einstein
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Seit Wochen wartet die kleine Maus auf den großen Tag: das Käsefest in der Schweiz. Jeden Tag reißt sie ein Kalenderblatt ab: Doch als es endlich soweit ist und sie in Bern ankommt, ist das Fest bereits ...

Seit Wochen wartet die kleine Maus auf den großen Tag: das Käsefest in der Schweiz. Jeden Tag reißt sie ein Kalenderblatt ab: Doch als es endlich soweit ist und sie in Bern ankommt, ist das Fest bereits seit einem Tag vorbei. Wie konnte das passieren? Und kann die kleine Maus nicht vielleicht einfach die Uhren ein wenig zurückdrehen, um doch noch am Fest teilzunehmen? Eine spannende Reise durch Stadt und Zeit beginnt.

Mit „Einstein“ legt Torben Kuhlmann den vierten Band um eine Maus und ihr große Abenteuer vor. Und bereits seit dem ersten Band Lindbergh weiß der Leser: Mäuse sind zwar unauffällig, aber unglaublich intelligent. So intelligent, dass sie sogar manchmal Geschichte schreiben und den Lauf der Dinge verändern. In „Einstein“ kommt nun sogar ein wenig Science-Fiction mit in die Geschichte. Und diese Geschichte ist dieses Mal wieder richtig spannend! Den letzten Band „Edison“ fanden wir von der Handlung her eher schwach. Hier kehrt Kuhlmann aber wieder zur alten Stärke zurück und zeigt, dass er nicht nur grandiose Bilder zeichnen kann, sondern auch ein echtes Erzähltalent besitzt. Doch die größte Stärke ist und bleibt die Kunst in diesen Büchern! Die Bilder sind einfach genial. Sie strotzen vor Details und sind einfach nur schön. Wie bei Kuhlmann üblich, gibt es oft Seiten komplett ohne Text, in den die Handlung nur von den Bildern erzählt wird. Diese Seiten finde ich immer besonders schön, da hier auch jüngere Kinder erzählen können, wie die Geschichte wohl weiter geht.

Die Handlung selbst befasst sich natürlich mit der Zeit. Es wird kurz angerissen, was Zeit eigentlich ist und wie sie bei uns auf der Erde vergeht. Eine schöne Grundlage, um mit Kindern über die Zeit zu diskutieren: Erklärungen gibt es allerdings kaum. Man sollte als Eltern und Vorlesender also ein wenig Hintergrundwissen mitbringen, um die Bilder erklären zu können. Am Ende des Buches wird dann noch die Relativitätstheorie erklärt. Nett für Eltern und sehr viel ältere Kinder, aber sicher noch nicht für Kinder ab 5 Jahren, für die der Verlag das Buch empfiehlt. Die Geschichte an sich ist aber durchaus auch für so junge Zuhörer geeignet.

Wir hatten wieder viel Freude mit der schlauen Maus und sind gespannt auf weitere Abenteuer aus der Welt der kleinen Nager!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Schwächster Band der Trilogie

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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Die Barriere ist gefallen: das Portal aus der Buchwelt ins Draußen ist auch für Buchgestalten geöffnet. Hope und Rufus sind weiter auf der Suche nach Quan Surt, der mysteriösen Skizze, die die Menschheit ...

Die Barriere ist gefallen: das Portal aus der Buchwelt ins Draußen ist auch für Buchgestalten geöffnet. Hope und Rufus sind weiter auf der Suche nach Quan Surt, der mysteriösen Skizze, die die Menschheit bedroht. Doch bleibt Surt die einzige Gefahr? Und kann Hope wirklich jedem ihrer Freunde trauen? Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Flut der bösen Wörter beginnt…

Wie hatte ich mich auf das Finale der Trilogie von Mary Garner gefreut! Wie hatten mich die ersten beiden Bände verzaubert und gepackt! Wie gespannt hatte mich der Cliffhanger am Ende von Band 2 zurückgelassen! Und wie ernüchtert bin ich nun nach der Lektüre von Band 3! Es ist nicht so, dass „Die letzten Zeilen“ ein schlechtes Buch ist. Es hat nur einfach so viel verschenktes Potential. Hope stürzt plötzlich in eine Dauerverliebtheit. Dinge, die in den anderen Bänden schon mehrmals erklärt wurden, werden immer wieder aufs Neue erklärt. Oder auch Begebenheiten aus diesem 3.Band müssen immer und immer wieder durchgekaut werden. Am meisten störte mich aber der ganze plötzlich vorhandene Zuckerguss. Alle wollen nur noch lieb zueinander sein, jeder braucht seinen Seelenverwandten und das Happy End ist mehr als vorhersehbar. Selbst, als schon alles gut ist, muss noch das letzte bisschen Traurigkeit auf den letzten Seiten mit einem extra großen Kleks Sahne mit Kirsche wettgemacht werden. Das war mir einfach zu viel des Guten.

Trotz allem hat sich das Buch recht flott lesen lassen und ich war natürlich mehr als gespannt, wie alles ausgeht. Schade, dass es durch all den Zuckerguss und die endlosen Wiederholungen (die mich tatsächlich auch schon im ersten Band gestört hatten, im zweiten Band aber nicht mehr so präsent waren) nur noch ein durchschnittliches Buch ist. Diese Trilogie und ihr Abschluss hätten das Prädikat „grandios“ wirklich verdient gehabt und ich hätte es ihnen gern verliehen. So aber ist es wie mit allem Zuckerzeug: eine kurze Freude, die bei zu viel Genuss allerdings Zahnschmerzen verursacht und am Ende nicht glücklich macht.

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