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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2020

Noch spannender als Band 1

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Gerade, als sich Hope langsam in der Bücherwelt zurechtfindet und Vertrauen zu ihrem Wanderer Rufus fasst, geschieht die Katastrophe: Anna Karenina, die Verräterin, stürzt sich in den Tod. Doch kurz vorher ...

Gerade, als sich Hope langsam in der Bücherwelt zurechtfindet und Vertrauen zu ihrem Wanderer Rufus fasst, geschieht die Katastrophe: Anna Karenina, die Verräterin, stürzt sich in den Tod. Doch kurz vorher beschuldigt sie noch Rufus als ihren Komplizen. Und nun? Ist es wahr? Alles spricht gegen Rufus und so beginnt für Hope ein Wettlauf gegen die Zeit, um alle zu retten: ihre Mutter, ihre neuen Freunde und die gesamte Welt. Doch kann Hope ihrem Verstand trauen oder sollte sie lieber ihrem Herzen folgen?

Teil 2 der Trilogie um Hope und das Buch der gelöschten Wörter startet nahtlos nach den Handlungen des ersten Buches. Wo sich Band 1 noch in oft sehr ausufernden Erklärungen verlor, geht es hier nun gleich hinein in die Geschichte. Und das mit sehr viel Spannung und jede Menge Irrungen und Wirrungen. Die große Frage, die über allem schwebt: wer ist Quan Surt, der die Buchwelt und die Welt draußen ins Chaos stürzen will? Aber nicht nur die Spannung hat sich in diesem Band enorm gesteigert. Auch die Charaktere haben viel an Tiefe gewonnen. Viele Geheimnisse werden gelüftet, viele neue kommen hinzu. Auch hat Hope wieder mit ihren Gefühlen zu den unterschiedlichen Männern zu kämpfen.

Hat mir Band 1 schon sehr gut gefallen, bin ich mit Band 2 der Trilogie nun vollkommen verfallen! Alles Schwächen, die Band 1 für mich hatte – vor allem die vielen Erklärungen fand ich teilweise anstrengend – sind hier verschwunden und machen Platz für durchlesene Nächte. Zum Glück ist es nicht mehr lange hin bis Band 3 und damit das Finale erscheint. Denn wie schon der Vorgängerband, so lässt einen auch „Zwischen den Seiten“ mit tausend Fragen im Kopf und einem Cliffhanger zurück.

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Veröffentlicht am 03.07.2020

Cold Case an der Nordsee

Halligmord
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Ein altes Skelett, freigespült von der Nordsee aus dem schweren Boden der Hallig Nekpen. Schnell entpuppt sich der Tote als Inselbewohner und Minke van Hoorn ist an ihrem ersten Tag als Kommissarin mitten ...

Ein altes Skelett, freigespült von der Nordsee aus dem schweren Boden der Hallig Nekpen. Schnell entpuppt sich der Tote als Inselbewohner und Minke van Hoorn ist an ihrem ersten Tag als Kommissarin mitten drin in einem Mordfall. Ein Cold Case. Doch wer ist hier der Täter? Alle haben nur das Beste über den Toten zu berichten und scheinbar niemand ein Motiv. Und plötzlich ist der Cold Case auch gar nicht mehr so kalt und es geht um Leben und Tod bei einer Entführung!

„Halligmord“ überzeugt mit einer alten Krimi-Idee: ein geschlossener Raum, eine Anzahl an Verdächtigen und niemand will es gewesen sein. Nur das der Raum hier eine Hallig ist. Eine winzige Insel in der Nordsee. Und gleichzeitig die Heimat der jungen Ermittlerin Minke. Diese ist auf der Nachbarhallig aufgewachsen und kennt so quasi jeden. Und jeder kennt sie. Oft noch als kleines Mädchen – und so muss sie vielen erst beweisen, dass sie nun eine erstzunehmende Polizistin ist. Diese Vertrautheit der Figuren untereinander machen die ganze Geschichte aber unheimlich sympathisch. Selten haben Minkes Befragungen einen Verhör-Charakter. Die Grundstimmung ist eher typisches Nordseefeeling: gemütlich bei einer Tasse Tee zusammensitzen und über das Wetter reden. Zum Glück kommt aber die Spannung nicht zu kurz. Im Gegenteil! Ich war von der ersten Seite an gefesselt und zum Ende hin konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen! Nun hoffe ich auf eine baldige Fortsetzung, denn Minke und die Halligen sind mir ans Herz gewachsen.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

(Fast) alles über Bäume

Wieso? Weshalb? Warum? Alles über Bäume
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Der bereits 52. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? aus dem Ravensburger-Verlag verspricht „Alles über Bäume“. Kann das Buch dieses Versprechen halten? Meiner Meinung nach: fast! Das Buch startet mit ...

Der bereits 52. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? aus dem Ravensburger-Verlag verspricht „Alles über Bäume“. Kann das Buch dieses Versprechen halten? Meiner Meinung nach: fast! Das Buch startet mit der Frage, was ein Baum eigentlich ist. Diese erste Seite hat für mich den ersten Kritikpunkt: hier hätte ich mir ein Schaubild gewünscht, das den Aufbau eines Baumes darstellt. Dieser wird zwar im Text erklärt, aber Bilder sind nun einmal die große Stärke der Buchreihe. Die restlichen Seiten sind sehr informativ und spannend. Es geht um die Vielfalt der Bäume, Rekorde und die Lebensweise von Bäumen. Besonders spannend fanden die Kinder die Seiten „Warum tragen Bäume Blätter“ und „Wie essen und trinken Bäume“. Aber auch „Wie viele Bäume stecken in unserem Alltag“ und „Warum sind Bäume so wichtig“ kamen hier sehr gut an.

Was fehlt mir in dem Buch? Eine Seite über heimische Bäume! Es werden zwar vereinzelt Bäume auf verschiedenen Seiten vorgestellt, aber ein paar der häufigsten bei uns wachsenden Bäume hätten gerne gezeigt werden können. Das Buch stellt auch Bäume vor, die die meisten Kinder aus dem deutschsprachigen Raum wohl eher nicht in Echt sehen werden, wie den Affenbrotbaum, Schirmakazien oder Mangrove. Das kann man als Nachteil oder Vorteil sehen. Es werden eben Bäume in all ihren Fassetten vorgestellt, was ja auch sehr interessant ist.

Alles in allem hat uns der neuste Band der Reihe mal wieder sehr gut gefallen und das Buch wird sicher noch öfter gelesen werden. Selbst für Grundschüler ist dieser Band noch spannend und lehrreich, vor allem die Aspekte über das Leben der Bäume.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Ein Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Die Spiegelreisende
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Ophelia und Thorn haben sich in Babel wiedergefunden. Doch an ausruhen ist nicht zu denken: die Archen zerfallen immer schneller. Bald schon versinken ganze Stadtviertel im Wolkenmeer. So bleibt dem ungleichen ...

Ophelia und Thorn haben sich in Babel wiedergefunden. Doch an ausruhen ist nicht zu denken: die Archen zerfallen immer schneller. Bald schon versinken ganze Stadtviertel im Wolkenmeer. So bleibt dem ungleichen Paar nur noch wenig Zeit, Gott und den Anderen zu finden und die Zerstörung der Welt zu stoppen. Auf der Jagd nach Informationen dringt Ophelia immer tiefer in ein Netz aus Lügen und Geheimnisse ein und begibt sich damit selbst in immer größere Gefahr. Eine Gefahr, die nicht nur Ophelia droht für immer zu verändern…

Wow! Dieser Ausruf fasst den letzten Band der Spiegelreisenden-Saga wohl am treffendsten zusammen. Was für ein Abschluss! Statt all die Fragen der letzten Bände nun endlich zu beantworten, kommen mit jeder Antwort neue Mysterien und Fragezeichen im Kopf hinzu. Erst ganz am Schluss lüftete sich mein persönliches Wolkenmeer im Kopf vollständig und ich konnte nur noch staunend die letzte Seite umblättern. Was hat sich Christelle Dabos hier nur für eine wahnwitzig-geniale Welt erdacht! Zwischenzeitlich schwirrte mir der Kopf, doch am Ende ist alles so logisch wie faszinierend. Aber natürlich werden nicht nur Fragen beantwortet, sondern die Handlung nimmt noch einmal so richtig Fahrt auf. Altbekannte Charaktere bekommen genauso ihren Auftritt, wie einige neue Bekanntschaften. Aber die größte Entwicklung macht wohl Ophelia selbst. Endgültig vorbei ist es jetzt mit dem schüchternen Mädchen mit Piepsstimme, die sich hinter ihrem Schal versteckt. Aus Ophelia ist eine mutige Frau geworden, die für sich, ihre Freunde und natürlich ihre Liebe kämpft. Auch Thorn ist nicht mehr der alte und wir lernen ihn hier von einer ganz neuen Seite kennen.

Mit über 600 Seiten ist „Im Sturm der Echos“ sicher keine schnelle Pausenlektüre. Aber auch diese 600 Seiten sind leider irgendwann zu Ende. Die Bücher der Spiegelreisenden gehören dabei für mich immer in die Kategorie: ich will jetzt sofort das Buch zu Ende lesen, aber bitte lass das Buch noch nicht zu Ende sein! Und mit dem nun finalen Band ist es noch einmal doppelt so schlimm. Was habe ich dem Ende entgegengefiebert! Und nun, wo ich das Buch ausgelesen habe, werde ich wohl noch eine ganze Weile Ophelia, Thorn und all die anderen schmerzlich vermissen und über das Ende nachgrübeln müssen. Bleibt nur zu sagen: Frau Dabos, bitte mehr solcher Bücher!

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Veröffentlicht am 24.06.2020

Spannung ja, Sympathie leider nein

Das Dorf (Finsterzeit 1)
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Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Kein Strom, keine Regierung, nur noch Gewalt und das Gesetz des Stärkeren beherrschen die Welt. Und in dieser Welt kämpfen Thomas und Lara ums Überleben. ...

Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Kein Strom, keine Regierung, nur noch Gewalt und das Gesetz des Stärkeren beherrschen die Welt. Und in dieser Welt kämpfen Thomas und Lara ums Überleben. Zu lange haben sie in ihren Häusern ausgeharrt. Zu lange darauf gehofft, dass alles besser wird. Und nun gehen sie jeden Tag durch die Hölle auf ihrem Weg quer durchs Land. Ihr Ziel: die Festung, die Thomas‘ Großvater errichtet hat und Schutz und Nahrung verspricht. Doch ist die Festung wirklich das Paradies, dass sich Lara und Thomas erhoffen? Und welche Rolle spielen Viktor, seine Familie und all ihre Kameraden, die zusammen ein verlassenes Dorf mitten im Wald als ihre neue Heimat bezeichnen?

Wie würdest du reagieren, wenn dein bisheriges Leben nur noch ein Trümmerhaufen ist und dein Überleben jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung ist? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch den ersten Teil der Trilogie „Finsterzeit“. Da gibt es Lara, die von Angst und Selbstzweifeln schier zerrissen wird. Thomas und Viktor, die mit jeder neuen Aufgabe über sich hinauswachsen und die geborenen Anführer sind. Aber da sind auch Menschen wie Thomas‘ Großvater, die Gewalt als einziges Mittel sehen, das Überleben zu sichern. Und dieses schwarz-weiße Zeichnen ist für mich auch der größte Kritikpunkt an dem Buch „Das Dorf“. Die Figuren versinken je nach Situation entweder in Kummer und Schmerz und sind zu nichts anderem mehr zu gebrauchen, oder sind wahre Helden. Leider führte das bei mir dazu, dass ich mit keinem Charakter so richtig mitfühlen und mitleiden konnte. Und ich wollte doch so gern! Denn die Geschichte, die Idee dahinter, ist mir unglaublich sympathisch. Ich bin eh ein großer Fan von Dystopien und diese hier ist durchaus sehr realistisch geschrieben. So könnte es sich tatsächlich nach einem Systemausfall abspielen: die Spaltung der Gesellschaft in kleine Grüppchen, Gewalt, Plünderungen usw. Das Buch fesselt auch bis zum Ende mit einer Grundspannung. Aber die Personen sind mir einfach nicht nahegekommen. Zu oft konnte ich über ihr Verhalten nur den Kopf schütteln. Zu oft war Lara einfach nur ein devotes Frauchen, dass Thomas gefallen wollte um jeden Preis. Zu oft hatte Thomas beinahe schizophrene Anwandlungen und plötzliche Gefühlsumbrüche. Und das finde ich einfach schade, verschenkt das Buch hier doch unglaublich viel Potential. Auch viele Hintergrundinformationen wurden mir zu lapidar mal so eben nebenbei abgehandelt, hätten aber meiner Meinung nach viel mehr Erklärungen gebraucht.

Alles in allem gebe ich dem Buch gute 3 Sterne. Das soll nicht heißen, dass es ein schlechtes Buch ist. Im Gegenteil. Ich war gefesselt von der Handlung, ich wollte immer wissen, wie es weiter geht und bin auch jetzt noch gespannt auf die Fortsetzung. Aber die Charaktere hatten für mich einfach zu viele Schwächen und Momente, in denen ich sie am liebsten gepackt und einmal kräftig geschüttelt hätte. Nichtsdestotrotz werde ich wohl die Fortsetzung lesen. Zu groß ist doch meine Neugier, wie es den Bewohnern des Dorfes wohl ergehen wird.

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