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Veröffentlicht am 16.05.2025

Kann man lesen, muss man aber nicht

Schloss der Lügen
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Mori Roja, die Pest, treibt bereits seit einigen Jahren ihr grausames Unwesen in Goslind, während König Stuard sein Schloss verbarrikadiert hat, die Augen verschließt und schlicht den Verstand verloren ...

Mori Roja, die Pest, treibt bereits seit einigen Jahren ihr grausames Unwesen in Goslind, während König Stuard sein Schloss verbarrikadiert hat, die Augen verschließt und schlicht den Verstand verloren zu haben scheint. Nachdem die Vorräte zur Neige gehen, treiben Verzweiflung und Überlebenswille Prinzessin Imogen zu einem Fluchtversuch, bei dem sie auf Nico den Totengräber stößt, der ihr eine weitere, düstere Bedrohung offenbart, die die Pest hervorgebracht hat.

Obwohl ich vom Klappentext sofort begeistert war, fiel es mir wirklich schwer in das „Schloss der Lügen“ von Mara Rutherford einzutreten. Genau genommen, habe ich viele Kapitel lang gebraucht, um wirklich in die Geschichte eintauchen zu können und mich auf ein weiteres Kapitel zu freuen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Aus Sicht von von Imogen, der auf dem Schloss gefangenen Prinzessin, die ein großes Geheimnis hütet und aus Sicht von Nico, einem Totengräber und einstigem Diener eines Gutsbesitzers. Bevor die Beiden aufeinandertreffen erfährt man also sowohl was im Schloss passiert, als auch was in der „verseuchten“ Welt außerhalb vor sich geht. 

Schreibstil und Sprache sind sehr einfach gehalten, so dass man flüssig durch die Kapitel kommt. Es wird durchaus auch Spannung aufgebaut, nur wird diese ständig von wirklich unlogischen, nicht durchdachten Begebenheiten gebrochen, so dass man dann doch wieder ins Stolpern gerät und sich fragt „Wieso, wie kann das sein“. Die Idee ist ja wirklich gut, irgendwann fiebert man mit den Protagonisten auch mit, möchte wissen wie es weitergeht, nur macht vieles einfach keinen Sinn, ist nicht zu Ende gedacht und wirkt mit Macht an den Haaren herbeigezogen. Daher kam wohl auch direkt mein Problem mich drauf einzulassen. Zudem hat mich durchweg gestört, dass Mara Rutherford in einer sonst durchweg erdachten Welt, die reale Ausgrenzung der Juden und den Antisemitismus zum Thema gemacht hat, was meiner Meinung nach in einem Fantasyroman nichts zu suchen hat und einfach nicht passt. Ebenso erging es mir mit dem Thema Impfung, welches sie zum Schluss auch noch aufgegriffen und als Endlösung präsentiert hat. 

Leider wurde auch an Ausschmückungen und Beschreibungen komplett gespart, so dass sich in Sachen Worldbuilding in meinem Kopf so rein gar nichts getan hat. Ebenso erging es mir mit den Protagonisten, denen ich dadurch einfach nicht nahe kommen konnte. Viele, in meinen Augen, wichtige Hintergründe werden nicht erklärt, sondern einfach nur so mit ins Buch geworfen. Dadurch kommen natürlich Fragen auf, die leider unbeantwortet bleiben, was mich beim lesen echt gefrustet hat. Klar gab es auch echt gute Momente im Buch, doch haben die vielen unlogischen und oberflächlichen Stellen im Buch, die Geschichte für mich Alles in Allem einfach nur nicht durchdacht, unfertig und flach wirken lassen. Auch das Ende war leider nicht besser.

Fazit: Schade. Die Story bietet so viel unausgeschöpftes Potential! Allein schon die Idee, die Pest als Szenario für einen düsteren Fantasyroman auszuwählen, ist großartig. Die Umsetzung allerdings, ist echt in die Hose gegangen und hat mich in keinster Weise überzeugt oder gepackt. 

Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Danke für dieses Buch!

Das Herz kennt keine Demenz
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Demenz und Pflegebedürftigkeit betreffen immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft, Doch scheinen die Berührungsängste hier so groß zu sein, dass nicht nur nach wie vor viel zu wenig über diese Themen ...

Demenz und Pflegebedürftigkeit betreffen immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft, Doch scheinen die Berührungsängste hier so groß zu sein, dass nicht nur nach wie vor viel zu wenig über diese Themen gesprochen wird, sondern viel schlimmer noch, unsere Ältesten dadurch an den Rand unserer Gesellschaft verbannt werden. Wie kann das sein, wo uns doch ALLEN klar sein dürfte, dass auch wir auf kurz oder lang und in irgendeiner Weise betroffen sein werden! Von herrschendem Mangel, Versäumnissen und fehlender Transparenz einmal ganz abgesehen.

In seinem Buch „Das Herz kennt keine Demenz“ nähert sich der passionierte Altenpfleger Jim Ayag genau diesen Themen mit sehr viel Einfühlungsvermögen, noch mehr Begeisterung und ebenso viel Respekt. In seinem persönlichen und locker geschriebenem Erfahrungsbericht beschreibt er nicht nur seinen bemerkenswerten Werdegang - vom Alltagshelfer zum Altenpfleger und den weiteren Weg die Karriereleiter hinauf - sondern klärt nebenbei auch über einzelne Abläufe und Zuständigkeiten in Pflegeheimen auf, die vielen gar nicht so bekannt sein dürften. Immer wieder aufgelockert wird sein Bericht durch Passagen mit beispielhaften Alltagssituationen, für die er Frau Tippelkamp, stellvertretend für demenzkranke Heimbewohner, erfindet. Hier beschreibt er einerseits humorvoll, andererseits ebenso lehrreich und nachdenklich stimmend, seine persönlichen Erlebnisse mit Demenzkranken und sensibilisiert den Leser, auf absolut sympathische Art und Weise, für derenÄngste und Nöte,

Mir persönlich ist dieses Buch genau zur richtigen Zeit und wie ein Geschenk in die Hände gefallen, da sich vor Kurzem der Gesundheitszustand und insbesondere die Demenz meiner Großeltern so rapide und schlagartig verschlechtert hat, dass ich sie auch kurzfristig in einem Pflegeheim unterbringen musste. Ich war total überfordert und in meinem Inneren wütete eine Mischung aus Kummer, Angst, Unwissenheit, den üblichen Vorurteilen und ein wahnsinnig schlechtes Gewissen - ja sogar schlimme Schuldgefühle, hatte ich die Beiden doch die letzten Jahre gepflegt und nun, meinem Empfinden nach, „abgeschoben“. Ich hatte von den Zuständigkeiten und Abläufen in einem Pflegeheim nicht die leiseste Ahnung! Doch zeitgleich hatte ich eben dieses Buch gelesen, was mir ein wenig aus meiner Unsicherheit hinaus half - denn so wusste ich z.B. schon einmal, dass ich mich mit Omas Biografie an den Sozialen Dienst wenden musste und konnte da gezielt die Alltagshelfer ansprechen. Darüber hinaus wurden mir auch, die Demenz betreffend, viele Dinge einfach klarer - ich wusste dass „spiegeln“ in manchen Situationen das A und O ist und warum bunte Waldmeistergetränke im Aufenthaltsraum standen. Kurz: Ich konnte so einige Parallelen ziehen und fühlte mich nicht mehr ganz so hilflos.

Ein wundervolles und absolut lesenswertes Buch, welches sich einem ernsten Thema mit sehr viel Leichtigkeit nähert. Jim Ayag schreibt so liebevoll und mit solch einer greifbaren Begeisterung, dass diese geradezu auf mich übergesprungen ist und mich motiviert hat, nicht nur meine Scheu abzulegen und mich ausführlicher mit dem Thema Demenz auseinandersetzen, sondern auch über einen Betreuungsschein nachzudenken. Vielen Dank!

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Veröffentlicht am 13.05.2025

What the River knows - Meine klare Empfehlung!

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Buenos Aires im Jahr 1884. Ein Unheil verkündender Brief aus Ägypten. Die 19 jährige Inez, die ihre Eltern auf deren Reisen nach Ägypten nicht begleiten durfte, erhält von ihrem Onkel Ricardo die Nachricht ...

Buenos Aires im Jahr 1884. Ein Unheil verkündender Brief aus Ägypten. Die 19 jährige Inez, die ihre Eltern auf deren Reisen nach Ägypten nicht begleiten durfte, erhält von ihrem Onkel Ricardo die Nachricht vom Tod ihrer Eltern. Kurzerhand beschließt sie auf eigene Faust nach Ägypten zu reisen, um mehr über das mysteriöse Verschwinden ihrer Eltern herauszufinden. Für Inez der Beginn eines spannenden Abenteuers voller Herausforderungen. Nicht nur, dass Inez im Land der Pharaonen nicht erwünscht ist, so ist sie plötzlich auch unerwarteten Gefahren ausgesetzt und mit einer aufflammenden alten Magie konfrontiert, die ihr zeitweise geradezu den Atem raubt. Ihr Ziel jedoch verliert sie dabei nie aus den Augen - sie muss herausfinden was genau mit ihren Eltern geschehen ist und was es mit ihrem Tod auf sich hat. Dazu jedoch, gilt es zunächst das Geheimnis um ihren kuriosen, vielleicht sogar gefährlichen, Onkel Ricardo zu lüften und natürlich das Rätsel um seinen überaus gutaussehenden und charismatischen Gehilfen Whit zu lösen.

Hätte mich nicht schon die interessante, im historischen Ägypten spielende Story zum Kauf des Buches „What the River knows - Geheimnisse des Nil“ von Isabel Ibañez bewogen, so hätte das wunderschöne, hochwertig mattschwarz-gummierte Cover samt Farbschnitt sein Übriges getan.
Gleich auf den ersten Seiten habe ich die Chronik Ägyptens inkl. Zeichnung positiv zur Kenntnis genommen, erst einmal studiert und gegoogelt - man möchte ja schließlich vorbereitet sein auf das was da kommt Allerdings muss ich zugeben, dass ich wegen der spanischen Elemente im Text (Begriffe, Kapitel-Überschriften etc.), dann doch erst einmal etwas skeptisch war. Auch konnte ich mich zu Anfang nicht recht entscheiden, ob ich Inez und das Ganze drum herum nun mochte oder nicht. Doch dann ging alles ganz schnell. Plötzlich war ich mittendrin. Die wundervolle Schreibweise von Isabel Ibañez hat mich einfach überrumpelt, gecatcht und in ihren Bann gezogen. Sowohl Text, als auch Dialoge sind nicht nur sehr angenehm und flüssig zu lesen, sondern machen einfach Freude, weil sie so erfrischend und lebendig sind. Ebenso die stimmungsvollen und bildgewaltigen Beschreibungen der Schauplätze und natürlich der außergewöhnlichen Charaktere, von denen man nie weiß, was man denn nun eigentlich von ihnen halten soll. Nahm ich also fortan das Buch zur Hand, so fühlte, zitterte und ärgerte ich mich mit Inez und konnte mir das historische Ägypten nicht nur lebendig vorstellen, sondern sogar riechen!
Und dann das Ende. Was soll ich sagen, ich MUSS einfach wissen wie es weitergeht, daher wurde die Fortsetzung, zeitgleich mit der Beendigung der letzten Seite sofort vorbestellt

Alles in Allem eine wundervoll geschriebene, spannende und mitreißende Geschichte mit einer starken Hauptprotagonistin. Sowohl die Figuren, als auch die Schauplätze sind einzigartig und von der Autorin ebenso beschrieben. Von unerwarteten Wendungen bis hin zu einer zarten Liebesgeschichte, die mich sehr unterhalten und gerührt hat, ist alles mit dabei und sorgt durchweg für Spannung und Lesespaß. Für mich nicht nur lesenswert, sondern ein absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Zwiegespaltenes Wiedersehen

Captain Future
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In der Neuauflage der 80er Jahre Kult-Anime-Serie von Autor Sylvain Runberg und Zeichner Alexis Tallone wird Captain Future auf eine Mission zum Planeten Megara geschickt. Auf Megara herrscht eine mysteriöse ...

In der Neuauflage der 80er Jahre Kult-Anime-Serie von Autor Sylvain Runberg und Zeichner Alexis Tallone wird Captain Future auf eine Mission zum Planeten Megara geschickt. Auf Megara herrscht eine mysteriöse Epidemie, ein Virus, welches scheinbar willkürlich alle Lebensformen befällt und zu wilden Monstern mutieren lässt. Hier soll Captain Future, von der Regierung beauftragt, sowohl den Ursprung der Krankheit ausfindig machen, als auch für Frieden und Ordnung sorgen. Mit dabei natürlich die altbekannte Crew bestehend aus Grag dem Roboter, dem Androiden Otto und natürlich Professor Simon Wright, dem fliegenden Gehirn. Auch Joan wird mit auf die Mission geschickt, wovon der Captain jedoch nicht begeistert ist. Und kaum auf Megara angekommen, beginnt auch schon ein spannender Wettlauf mit der Zeit…

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich weder ein großer Fan von Mangas, noch von Comics bin. Captain Future bildet da doch eher eine Ausnahme, da er ohne jeden Zweifel das fernsehtechnische Highlight meiner Kindheit war. Keine Frage also, dass ich an dem schönen Cover in der Buchhandlung nicht vorbeikam.

Auch wenn ich zunächst etwas enttäuscht darüber war, dass manche Charaktere zeichnerisch sehr stark vom Original abweichen, so muss ich doch sagen, dass die Zeichnungen trotz allem sehr eindrucksvoll und die Farben toll gewählt sind. Vermutlich muss ich mich einfach mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht nur ich „erwachsener“ geworden bin. Womit ich mich jedoch nicht recht anfreunden kann ist die Neuinterpretation der Charaktere, laut denen mir Joan mir wie eine Zicke vorkommt und Captain Future irgendwie auch nicht mehr der Alte ist. Nichts desto trotz ist die Geschichte spannend und mitreißend und eine Reise in die Vergangenheit wert.

Fazit: Hat man die Enttäuschung über die Abweichungen erst einmal überwunden, so hat man sich doch in die Kindheit zurückversetzt gefühlt das Lesen und Mitfiebern hat Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Wie Katzen den Blick auf das Leben verändern

Die Magnolienkatzen
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In der Ich-Perspektive erzählt Noriko Morishita in „Die Magnolienkatzen sehr berührend von ihrem Zusammenleben mit Katzen und wie diese, nicht nur ihr Leben, sondern auch ihren Blick auf das Leben verändert ...

In der Ich-Perspektive erzählt Noriko Morishita in „Die Magnolienkatzen sehr berührend von ihrem Zusammenleben mit Katzen und wie diese, nicht nur ihr Leben, sondern auch ihren Blick auf das Leben verändert haben. Noriko lebt bei ihrer Mutter als sie, unter der einst von ihrem bereits verstorbenem Vater gepflanzten Magnolie, eine Katzenmutter mit fünf Kitten findet. Weder Mutter noch Tochter wollen sich zunächst ihrer annehmen. Doch schließlich kommt alles Anders und mit den Katzen wieder Liebe, Hoffnung, Leben und Besuch ins Haus.

Das Buch war ein Geschenk und ich muss ehrlich gestehen, dass ich es mir weder von der Optik, noch vom Inhalt her selbst gekauft hätte. Wie Noriko, würde ich mich als absoluten Hundemensch bezeichnen, d.h. Katzen sind eigentlich so gar nicht mein Thema, weshalb mir die eine oder andere Szene und Katzengeschichte auch echt „to much“ war. Anstelle der teilweise langweiligen, dafür aber um so ausführlicheren Katzen-Alltags-Beschreibungen, hätten mich mehr Einzelheiten zu Noriko interessiert und auch eine Erklärung, ob es sich um einen autobiografischen Roman handelt. Im Großen und Ganzen, sowie im übertragenen Sinne, hat es jedoch keine Rolle gespielt, ob nun Hund oder Katz, denn worum es eigentlich geht sind Tierseelen. Tierseelen die unser Leben begleiten, es bereichern, ja sogar zum besseren wenden und nachhaltig Spuren hinterlassen. Es geht um liebevolle Fürsorge, Freude an den kleinen Dingen, um unerwartete Glücksmomente und Zufriedenheit im Hier und Jetzt. In dem Zusammenhang haben mir die immer wieder auftauchenden Weisheiten des Buches auch sehr gut gefallen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gelungen fand ich auch die sehr anschauliche Darstellungsweise, wie sich Norikos Blick auf das Leben nach und nach geändert hat.

Fazit: Eine rührende Geschichte - einfühlsam, poetisch und ehrlich erzählt. Und doch kann sie mich nicht zur Gänze überzeugen, da sich für meinen Geschmack alles doch ein wenig zu detailliert und ausschließlich um den Alltag mit den Katzen dreht, was teilweise in echt langatmigen „Tätigkeitsbeschreibungen“ ausartet.

Als Geschenkbuch für Katzenliebhaber aber sicherlich ein absolutes Highlight!

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