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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

Liebevoll in Wort und Bild

Penny, Prince und Ginny
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Brian Sewell gilt gleichermaßen als der berühmteste Kunsthistoriker, wie auch Kolumnist Großbritanniens. Was ihn darüber hinaus ausmachte war seine große Liebe zu Tieren. Was ihn während seines gesamten ...

Brian Sewell gilt gleichermaßen als der berühmteste Kunsthistoriker, wie auch Kolumnist Großbritanniens. Was ihn darüber hinaus ausmachte war seine große Liebe zu Tieren. Was ihn während seines gesamten Leben begleitete, waren seine Hunde. Mit „Penny, Prince und Ginny - Die Hunde meines Lebens“ setzt er ihnen ein liebevolles Denkmal und berichtet über einen gemeinsamen Weg voller Liebe, Treue und Vertrauen.

Würde ich meinem Freund das Buch zu lesen geben, würde er Mr. Sewell für völlig verrückt erklären. Ich denke, man muss schon eine Tiefe Liebe und enge Bindung zu Hunden verspüren, um auf Brian Sewells Erzählungen mitschwingen zu können. Wenn dem so ist, dann herzlichen Glückwunsch, ist dies das perfekte Buch! Mich jedenfalls haben seine Erzählungen nicht nur zutiefst berührt, sondern mindestens ebenso sehr beeindruckt, denn das tiefe Verständnis das er für seine Hunde aufbringt, die liebevollen Worte die er für sie (und auch ihre Missetaten) findet, die Ehrlichkeit mit denen er seine Gefühle beschreibt, sind sicher alles andere als selbstverständlich. Beim Lesen hatte ich das Gefühl einer Art inneren Verbundenheit zum Autor und wäre sicher sehr gern mit ihm (und natürlich Penny, Prince, Ginny & Co.) befreundet gewesen

Unbedingt erwähnt gehören auch die wundervollen Illustrationen von Sally Ann Lasson, die dem Buch nochmal zusätzlichen Charme und auch Lebendigkeit verliehen haben. Ganz besonders ergriffen hat mich der Stamm- bzw. Lebensbaum mit allen Hunden von Sewell, den ich mir zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder anschauen musste.

Fazit: Unterhaltsam, liebevoll und absolut bereichernd!

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Cold-Case trifft auf Super-Gedächtnis

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Mit „Ungelöst - Die erste Zeugin“ läutet Arno Strobel eine neue Thriller-Serie ein und gründet mit ihr die ungewöhnliche Münchner Cold-Case-Einheit rund um Brunner und Menkhoff.

Luisa Menkhoff besitzt ...

Mit „Ungelöst - Die erste Zeugin“ läutet Arno Strobel eine neue Thriller-Serie ein und gründet mit ihr die ungewöhnliche Münchner Cold-Case-Einheit rund um Brunner und Menkhoff.

Luisa Menkhoff besitzt ein eidetisches Gedächtnis, wurde als Fünfjährige entführt, während ihr Vater die Ermittlungen leitete und es ihm gelang sie aus den Händen des Psychiaters Dr. Joachim Lichner zu befreien. Mittlerweile studiert Luisa Medizin, doch als sie die ehemalige Lebensgefährtin ihres damaligen Entführers, Nicole Klement, auf einem Suchplakat entdeckt, wird sie von der Vergangenheit eingeholt und wendet sich an die Polizei. Dort trifft sie auf den zukünftigen Cold-Case-Ermittler Ramin Brunner, der sie kurzerhand als externe Beraterin zu den Untersuchungen hinzuzieht, um dem Vermisstenfall gemeinsam nachzugehen.

Die Idee Cold-Case-Fälle mit den Fähigkeiten eines eidetischen Gedächtnisses zu verbinden finde ich überaus gelungen. Das war es letztendlich auch, was mich neugierig auf das Buch gemacht hat, welches ich übrigens als Hörbuch gehört hab und auch sehr empfehlen kann. Die Spannung wurde bis zum Schluss aufrecht gehalten, die Handlung war nachvollziehbar und geschickt konstruiert. Die beiden Hauptakteure, wie auch die Nebencharaktere haben mir allesamt sehr gut gefallen. Ich empfand sie als sympathisch, stark gezeichnet und auch beschrieben. Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat sind tiefergehende Informationen zu den Hintergründigen, so z.B. zu den ursprünglichen Motiven des Entführers. Einige spannende Details wurden für meinen Geschmack einfach nicht ausreichend aufgeklärt. Ansonsten hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen.

Fazit: Insgesamt ein sehr spannender Thriller und gelungener Reihenauftakt, an dem ich sicher dran bleiben werde!

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Eigenwillige Ermittler, starke Atmosphäre

Strandopfer
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Am Strand von Swinemünde an der polnischen Ostseeküste wird am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. BKA Ermittlerin Lena Schulte wird entsendet um sich, gemeinsam mit dem polnischen Kommissar ...

Am Strand von Swinemünde an der polnischen Ostseeküste wird am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. BKA Ermittlerin Lena Schulte wird entsendet um sich, gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk, der Sache anzunehmen. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um keinen normalen Badeunfall handelt. Als dann noch das Mädchen vermisst wird, dass vermeintlich mit dem Toten unterwegs war, sind beide Ermittler alarmiert.

Bis zu „Strandopfer“ war mir Autor Frank Goldammer ehrlich gesagt gar nicht bekannt und auch auf dieses Buch bin ich nur durch das Cover und die Tatsache, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt, aufmerksam geworden. Ich habe schlussendlich das, von Oliver Siebeck solide gelesene, Hörbuch gehört und konnte mich gleich in die ganze Atmosphäre, die Klischees und auch beide Seiten der Protagonisten hineinfühlen. Diese empfand ich auch nicht als übertrieben, sondern als absolut nachvollziehbar. Mal ganz davon abgesehen, dass diese „Ost-West-Konflikte“ sowohl dem Buch, als auch den Ermittlern, nochmal zusätzliche Tiefe und Dynamik verliehen haben. Mir haben sowohl der atmosphärische Schreibstil, als auch die Charaktere, mit ihren äußerst eindrücklich und toll beschriebenen Denkweisen, sehr gut gefallen. Der Spannungsaufbau erfolgte nach und nach, hielt sich dann aber bis zum Schluss durchweg aufrecht. Selbst die viel Raum einnehmenden Vernehmungen empfand ich an keiner Stelle als langatmig, da sie zweifellos zum Gesamtverständnis der Umstände, insbesondere auch den Problemen der polnischen Bevölkerung beigetragen haben.

Fazit: Mir hat der Auftakt zur Grenzfall-Ostsee-Reihe richtig gut gefallen! Das Buch hat mit seinen eigenwilligen Ermittlern absolut meinen Geschmack getroffen, mich mitfiebern und auch rätseln lassen. Autor Frank Goldammer werde ich mir auf jeden Fall merken und freue mich schon jetzt auf die nächsten Fälle von Lena und Adam!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Zwischen Faszination und Abscheu

Bakterien – die heimlichen Helden
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Sein neues Buch „Bakterien – Die heimlichen Helden“ widmet Peter Wohlleben den häufig zu Unrecht unterschätzten Einzellern, die jedoch nicht nur zu den ältesten Organismen der Erde zählen, sondern auch ...

Sein neues Buch „Bakterien – Die heimlichen Helden“ widmet Peter Wohlleben den häufig zu Unrecht unterschätzten Einzellern, die jedoch nicht nur zu den ältesten Organismen der Erde zählen, sondern auch zu denen mit dem häufigsten Vorkommen. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind sie uns oftmals unheimlich, lösen fast automatisch ein ungutes Gefühl in uns aus und doch sind sie unverzichtbar für unser Leben. Wieso und wo sie in und um uns herum überall mitmischen, darum geht es in diesem Buch.

Zugegebenermaßen bin ich großer Fan des Autors, habe sämtliche Bücher von ihm gelesen und mich schon auf dieses Buch, mit diesem spannenden Thema gefreut. Ich schätze seine ebenso charmante, wie anschauliche und eingängige Erzählart sehr und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Zwar waren mir einige Fakten bereits bekannt, doch wurden sie mir definitiv nicht so spannend, verständlich und sympathisch vermittelt, wie hier geschehen. Im Großen und Ganzen kam ich beim Lesen aus dem Staunen nicht heraus und habe, sowohl in Sachen positivem Einfluss, wie Notwendigkeit, Ursprung und den Umgang mit Bakterien, bis hin zu interessanten „Ekelfakten“ jede Menge dazu gelernt.

Fazit: Ein Thema, das uns alle betrifft und ein Buch, das sich so spannend und flüssig liest, dass ich es in null Komma nichts durch hatte, jedoch noch ewig hätte weiterlesen können. Faszinierend, interessant, lehrreich und absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Ergreifend und wahnsinnig intensiv!

Bis ans Meer
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Kann es sein, dass die Gefühle die ich habe, gar nicht meine sind? Auf der Suche nach einer Erklärung für ihre Bindungsangst, beginnt Friedas Enkelin dem Schicksal ihrer Großmutter und Mutter nachzuspüren. ...

Kann es sein, dass die Gefühle die ich habe, gar nicht meine sind? Auf der Suche nach einer Erklärung für ihre Bindungsangst, beginnt Friedas Enkelin dem Schicksal ihrer Großmutter und Mutter nachzuspüren. Beide mussten 1945 bei Eiseskälte aus Niederschlesien fliehen, während Großvater Karl an der Front war. Was ist damals geschehen, dass die Auswirkungen der Ereignisse noch heute, generationsübergreifend spürbar sind?

Zuallererst möchte ich den unglaublich eindringlichen Schreibstil der Autorin hervorheben. Die intensiven Schilderungen lösten bei mir, schon nach wenigen Seiten, ein regelrecht spürbares Erleben aus. Kein Wunder, geht „Bis ans Meer“ doch auf die eigene Familiengeschichte von Peggy Patzschke zurück. Die emotionale Verbindung und das investierte Herzblut der Autorin liest sich wirklich in jedem einzelnen Satz. Meine Großeltern mussten einst ebenfalls flüchten, weshalb ich mit ihren Kriegs- und Nachkriegsgeschichten aufgewachsen bin. Während des Lesens konnte ich nun so viele Parallelen feststellen, dass mich die Schilderungen natürlich nochmal auf einer ganz anderen Ebene gepackt und mir deren grauenhafte Erlebnisse erneut vor Augen geführt haben. Mich seither nicht mehr so recht loslassen wollen.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen. Einmal in der Gegenwart, in der es um Fridas Enkelin und deren Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Großmutter und Mutter geht und einmal in der Vergangenheit, die von Friedas Schicksal vor und nach der Flucht berichtet. Die Kapitel rund um die Flucht und Vertreibung haben mich dabei ganz besonders ergriffen, wobei ich mich auch im weiteren Verlauf oft gefragt habe „Wie viel kann ein Mensch ertragen, bevor er vollends zerbricht?“ und „Woher nahmen diese Frauen verdammt nochmal all ihre Kraft?“ Und je mehr ich nun darüber nachgedacht habe, desto mehr dämmerte mir… Kein Wunder, dass Oma und Opa sind wie sie sind. Und ich auch.

Fazit: Beim Lesen dieses Buches habe ich bei -30 Grad vor Kälte gezittert, die tauben Finger und das Entsetzen gespürt, hatte Bauchschmerzen vor Hunger, habe die Erniedrigungen ertragen, mitgelitten, mich mitgefreut und eine zarte Hoffnung gespürt. Obwohl ich das Buch bereits vor Tagen beendet habe, so bewegt und beschäftigt es mich doch immernoch.

Ein großartiges, wichtiges Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!

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