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Veröffentlicht am 11.02.2026

Fernab von Raum und Zeit

Das Buch der verlorenen Stunden
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Eine überaus spannende Idee, die Hayley Gelfuso in ihrem Debütroman „Das Buch der verlorenen Stunden“ in einer Mischung aus Fantasy und Liebesroman mit historischen Elementen verbindet. Es geht um eine ...

Eine überaus spannende Idee, die Hayley Gelfuso in ihrem Debütroman „Das Buch der verlorenen Stunden“ in einer Mischung aus Fantasy und Liebesroman mit historischen Elementen verbindet. Es geht um eine riesige Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit, alle Erinnerungen in Form Büchern aufbewahrt, während sogenannte Zeithüter darüber bestimmen, welche Erinnerungen bestehen bleiben und welche auf ewig ausgelöscht werden. Und es geht um Lisvet, die einst Zuflucht zwischen all diesen, schier unendlichen Buchreihen fand und begann, die „verlorenen“ Erinnerungen in ihrem ganz eigenen Buch zu sammeln und über die Zeit zu retten.

Klappentext und Idee klangen großartig, doch leider haben es weder Schreibstil, noch Story geschafft mich so wirklich mitzureißen. Vielmehr plätscherte sie so an mir vorbei und schaffe es einfach nicht mich vollends in ihren Bann zu ziehen. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran lag, dass ich die Hörbuchversion gehört habe, es mir die vielen Zeitsprünge auch relativ schwer gemacht haben oder einfach daran, dass ich weder mit Lisvet, noch den übrigen Protagonisten wirklich viel anfangen konnte. Gut gefallen hat mir jedoch die stimmige Mischung aus Fantasy mit historischen Hintergründen, Agenten-Spionage-Vibe, Magie und der dezenten Liebesgeschichte. Auch die poetischen, teilweise philosophischen Einflüsse, die zum Nachdenken anregen, haben mir sehr gut gefallen.

Fazit: Irgendwie bin ich immernoch ziemlich hin und her gerissen, zwischen „ich mochte das Buch“ und „ich mochte es nicht“. Wenn mir die Geschichte streckenweise auch ziemlich langatmig und fast schon zäh erschien, so ist sie trotzdem nicht schlecht und sogar wirklich originell. Leider fehlte mir von vorn bis hinten das gewisse „Etwas“ und konnte mich daher nicht wirklich überzeugen. Daher entscheide ich mich in Sachen Leseempfehlung für die goldene Mitte.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Was, wenn Dein sicherer Ort plötzlich nicht mehr sicher ist?

Hinter meiner Tür
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Geprägt durch eine schwere Kindheit, sind es ihre Routinen, die Hauptprotagonistin Lisa den nötigen Halt im Leben geben. Und ihr Zuhause ist ihr sicherer Ort. Ein Ort, an dem äußerliche Ordnung innerliche ...

Geprägt durch eine schwere Kindheit, sind es ihre Routinen, die Hauptprotagonistin Lisa den nötigen Halt im Leben geben. Und ihr Zuhause ist ihr sicherer Ort. Ein Ort, an dem äußerliche Ordnung innerliche Ruhe mit sich bringt. Ein Ort an dem Lisa für sich alles unter Kontrolle zu haben scheint. Ein Ort an dem jedoch ganz plötzlich merkwürdige Dinge geschehen. Dinge, die nur eine Schlussfolgerung zulassen… jemand beobachtet und bedroht sie.

„Hinter meiner Tür“ ist nicht mein erster und sicher auch nicht mein letzter Psychothriller von Rose Hard gewesen. Ich mag nicht nur ihren flüssigen, mitreißenden Schreibstil, sondern auch ihre ganz besondere Art, mit Worten die passende Atmosphäre zu erschaffen. So weiß ich leider aus eigener Erfahrung wie lähmend und furchtbar es sein kann, beobachtet zu werden. Ein wirklich angsteinflößendes Gefühl, welches die Autorin in ihrem Buch ganz hervorragend zu transportieren und authentisch zu vermitteln versteht. Ich konnte mich jedenfalls wunderbar in Lisa, ihre Angst, Besorgnis und in ihre gleichzeitigen Zweifel hineinversetzen. Konnte spüren, wie sowohl Verzweiflung, als auch Verfolgungswahn von Tag zu Tag wuchsen und habe mich beim Lesen teilweise selbst schon so unwohl gefühlt, dass ich mich mehrfach dabei erwischt habe, wie ich den Schatten auf meinem Balkon nachgespürt habe. Die Story ist nicht nur spannend, sondern auch zunehmend beklemmend, dabei aber nicht vorhersehbar. Dafür bietet sie jede Menge Raum für zum Miträtseln - genau genommen, hatte ich gefühlt in jedem zweiten Kapitel einen neuen Hauptverdächtigen

Fazit: Ich hatte hinter MEINER Tür so viele spannend-nervöse Lesemomente, dass ich das Buch nur wärmstens empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Der Wolf, die Spinne und die Feder

Das Signal
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Nicht nur, dass Viola bei einem tragischen Kellereinsturz ihr Bein verloren hat und nun erst einmal lernen muss mit ihrem neuen Handicap zu leben, nein, auch ihr Mann beginnt durch sein merkwürdiges Verhalten ...

Nicht nur, dass Viola bei einem tragischen Kellereinsturz ihr Bein verloren hat und nun erst einmal lernen muss mit ihrem neuen Handicap zu leben, nein, auch ihr Mann beginnt durch sein merkwürdiges Verhalten Violas Misstrauen zu wecken. Eingesperrt in einem Haus, das für sie nicht nur überall Barrieren, sondern auch einen Wachposten in Pflegerinnen-Gestalt, bereithält, beginnt sich Ursula Poznanskis Hauptprotagonistin Viola in „Das Signal“ mit Hilfe von kleinen, versteckten GPS-Trackern einen Überblick über die Menschen in ihrem Umfeld zu verschaffen. Doch was wird sie dabei entdecken?

Ich bin großer Fan - insbesondere der stets innovativen, einfallsreichen und spannenden Jugendbücher - von Ursula Poznanski. Wie eigentlich immer, gelang es ihr auch diesmal wieder, mich durch ihren flüssigen und packenden Schreibstil sehr schnell an das Buch zu fesseln. Sowohl die Atmosphäre, als auch die starken Charaktere sind klasse gezeichnet, die Idee überaus vielversprechend und die Spannung zunächst auch definitiv vorhanden. Leider ließ diese dann aber, etwa ab der zweiten Hälfte des Buches, deutlich nach. Zwar konnte ich das Buch dennoch nicht aus der Hand legen, doch wurde die Story - zumindest für mich - dann immer vorhersehbarer und die großen Überraschungen blieben aus.

Fazit: Wenn sie auch nicht an die übrigen Poznanski-Bücher heranreicht, so ist „Das Signal“ dennoch eine spannende, wendungsreiche und durchaus fesselnde Geschichte, die sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Wer nicht denken will fliegt raus

Der unsichtbare Elefant
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In Max A. Edelmanns Roman „Der unsichtbare Elefant“ wirft der dramatische Tod des Düsseldorfer Rechtsanwalts Thomas Siebenmorgen, bei ganz unterschiedlichen Menschen, die gleichen Fragen auf. Was hat ihn ...

In Max A. Edelmanns Roman „Der unsichtbare Elefant“ wirft der dramatische Tod des Düsseldorfer Rechtsanwalts Thomas Siebenmorgen, bei ganz unterschiedlichen Menschen, die gleichen Fragen auf. Was hat ihn so verzweifeln lassen, dass er sich ausgerechnet an seinem Arbeitsplatz, vor den Augen seiner Kollegin, in den Tod stürzt? Welche Rolle spielte die Vergangenheit in Thomas Gegenwart und rief den unsichtbaren Elefanten auf den Plan?

Trotz der Schwere und Tiefgründigkeit der im Buch aufgegriffenen, unerwarteten Themen, schafft es der Autor durch seinen direkten und teils auch philosophischen Schreibstil, sie auf eine ganz eigene Weise, unkompliziert zu vermitteln. Traurig, bedrückend und leicht zugleich. Die Kapitel sind bewusst kurz gehalten und erinnern dadurch an Filmsequenzen, die ein Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, was in dem Zusammenhang ein ganz eigenes Tempo erzeugt. Obwohl die Story vielleicht nicht „die“ Spannung enthält, die der Klappentext verspricht, so ist es dennoch überaus spannend den drei „Ermittlern“, denen der Suizid keine Ruhe lässt, und auch den Eltern von Thomas, zu folgen. Nicht nur in die Gegenwart, sondern insbesondere auch in die Vergangenheit, wo bei allen Beteiligten sehr viel Schmerz, vor allen Dingen aber Unausgesprochenes und Verdrängtes zu finden ist. Während des gesamten Buches ist Mitdenken gefragt, weshalb das im Buch aufgegriffene Ausspruch von Beuys „Wer nicht denken will fliegt raus“ hier den Nagel auf den Kopf trifft.

Fazit: Ich hätte mir vielleicht ein etwas „aufklärenderes“ Ende gewünscht, das mich nicht ganz so ratlos und mit meinen eigenen Überlegungen alleine zurücklässt, bin vom Gesamtwerk aber durchaus angetan. Besonders die Hinweise auf Kunst, Musik und auch Märchen haben mir sehr gut gefallen. Der durchsichtige Elefant ist ein wirklich sehr eindringliches und nachhallendes Buch, in dem man selbst bei wiederholtem Lesen sicher noch einiges Neues entdeckt. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Drei starke Frauen, Mut und Freundschaft

Lebensbande
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Mechtild Borrmanns neuer Roman "Lebensbande" erzählt von einer Zeit, die von Gewalt, Angst, Grausamkeit und Zerstörung geprāgt ist. Er spielt in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der ...

Mechtild Borrmanns neuer Roman "Lebensbande" erzählt von einer Zeit, die von Gewalt, Angst, Grausamkeit und Zerstörung geprāgt ist. Er spielt in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer und führt den Leser vom Niederrhein nach Danzig bis hin in ein sowjetisches Arbeitslager in der Tundra. Beruhend auf wahren Begebenheiten erzählt die Autorin die berührenden Lebensgeschichten dreier befreundeter, starker Frauen zwischen Ost- und Westdeutschland und sie erzählt die ebenso grausame, wie berührende Geschichte des „Reichsausschusskindes“ Leo.

Mechtild Borrmanns Schreibstil ist eindringlich, aber unaufgeregt, nicht überladen und klar verständlich. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven heraus erzählt, wodurch die Spannung durchweg gehalten wird. Zudem wird hervorragend transportiert, wie sehr die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirken kann. Sowohl die Atmosphäre, als auch die Charaktere sind wundervoll beschrieben und greifbar, sodass einem nicht nur die einzelnen Schicksale sehr nahe gehen, man unweigerlich mitfühlt, mitleidet und mithofft, sondern auch die bedrückend-bedrohliche Stimmung richtiggehend spüren kann. Während ich las, musste ich sehr oft an die, sich manchmal sehr ähnelnden, Geschichten und Erlebnisse meiner Großeltern aus der Kriegs- und Nachkriegszeit denken.

Fazit: Gut recherchiert, spannend, fesselnd und nachhaltig. Mich hat das Buch - welches ich übrigens als hervorragend eingesprochenes Hörbuch gehört habe - einerseits bedrückt und traurig gemacht, aber auch zutiefst berührt, bewegt und zum Nachdenken gebracht.

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