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Mirja103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Erschreckend realistisch

Als die Freiheit starb – Resignation
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Ich hatte beim Lesen ein beklemmendes Gefühl, weil einige Aspekte schon jetzt real sind und man aus der Vergangenheit weiß, wie schnell sich etwas entwickeln kann. Außerdem konnte ich sehr gut mit Adriana ...

Ich hatte beim Lesen ein beklemmendes Gefühl, weil einige Aspekte schon jetzt real sind und man aus der Vergangenheit weiß, wie schnell sich etwas entwickeln kann. Außerdem konnte ich sehr gut mit Adriana mitfühlen. Nach und nach wird ihre Freiheit weiter eingeschränkt und sie kann sich nicht dagegen wehren. Beim Lesen fragt man sich: warum seid ihr nicht früher geflohen oder macht es zumindest jetzt sofort? Aber wie würde man selber handeln? Würde man auch hoffen, dass es nicht so schlimm kommt, wie befürchtet, bis es dann irgendwann zu spät ist?

Während Adriana zunehmend an Flucht denkt, ist ihr Mann sehr vorsichtig. Aber er hat als weißer Mann auch so gut wie keine Einschränkungen und um die Schwierigkeiten mit der Beschulung ihres Sohnes muss sich hauptsächlich Adriana kümmern. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, muss Adriana plötzlich für sich allein kämpfen. Zum Glück hat sie starke Frauen an ihrer Seite, sonst würde sie vielleicht aufgeben.

Ich fand das Buch sehr spannend. Es macht einem bewusst, wie schnell sich etwas in die falsche Richtung entwickeln kann und wie froh man sein kann, in Deutschland zu leben. Man ist sehr nah an den Figuren dran und leidet mit ihnen. Immer wieder hat man aufgrund der Beschreibung der Szenen das Gefühl, mittendrin zu sein. Die Einschübe aus der Vergangenheit sorgen dafür, dass man die Personen besser kennenlernt und dass man die Entwicklung der Gesellschaft besser nachvollziehen kann. Ich warte jetzt ungeduldig auf den nächsten Band, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Mehr Familiendrama als Krimi

Das Nest
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Die Geschichte entwickelt sich langsam. Zunächst scheint alles beschaulich zu sein, aber nach und nach wird deutlich, dass es hinter der Fassade anders aussieht. Aber wem kann man trauen? Wer sagt die ...

Die Geschichte entwickelt sich langsam. Zunächst scheint alles beschaulich zu sein, aber nach und nach wird deutlich, dass es hinter der Fassade anders aussieht. Aber wem kann man trauen? Wer sagt die Wahrheit? Die Antworten auf diese Fragen haben mich überrascht, aber am Ende fand ich, dass es zu viele Verwicklungen waren und nicht alles davon glaubwürdig. Der Autorin gelingt es aber sehr gut, die Leser*innen in die Geschichte hineinzuziehen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Beschreibungen sorgen dafür, dass man Orte und Personen gut vor Augen hat. Erzählt wird aus der Sicht von Fran und Tad. Bei Tad habe ich mich länger gefragt, warum seine Perspektive wichtig sein könnte. Dies erschließt sich aber irgendwann. Zu Beginn muss man sich die Namen merken und zuordnen, aber nach ein paar Kapiteln klappt das gut.

Aus meiner Sicht ist das Buch mehr Familiendrama als Krimi. Ich hatte mir mehr Spannung und weniger Verwicklungen erwartet. Die Auflösung fand ich nur zum Teil glaubwürdig.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Verloren in der Wildnis?

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Nicki überrascht Julia mit einer Wanderung auf dem Kungsleven in Schweden als Hochzeitsgeschenk. In den letzten Monaten hatten die beiden kaum Kontakt und Julia freut sich darauf, Zeit mit Nicki zu verbringen. ...

Nicki überrascht Julia mit einer Wanderung auf dem Kungsleven in Schweden als Hochzeitsgeschenk. In den letzten Monaten hatten die beiden kaum Kontakt und Julia freut sich darauf, Zeit mit Nicki zu verbringen. Aber irgendwie verhält sich Nicki merkwürdig. Sie ist verschlossen und macht nur Andeutungen, dass es ihr in letzter Zeit nicht gut ging, will aber nicht darüber reden. In der ersten Nacht geraten die beiden in einen Sturm und am nächsten Morgen ist Nicki verschwunden. Julia sucht sie und verirrt sich dabei. Was ist passiert und wird Julia Nicki und den Weg zurück finden?
Ich fand die Geschichte spannend, auch wenn vielleicht nicht alles glaubwürdig ist. Überwiegend wird in der Ich-Form aus der Perspektive von Julia erzählt. Regelmäßig gibt es aber auch Kapitel aus einer anderen Perspektive. Man ahnt schnell, welche Perspektive es sein könnte. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm und Julias Ängste und Beklemmung werden gut beschrieben. An manchen Stelle hätte etwas weniger Dramatik aus meiner Sicht auch ausgereicht, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Etwas merkwürdig

Nebel und Feuer
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Der Roman beginnt damit, dass die Hauptfigur nackt auf dem Fenstersims steht und darauf wartet, dass sie sich traut zu springen. Schließlich merkt sie, dass sie doch nicht sterben will. Sie wurde verlassen ...

Der Roman beginnt damit, dass die Hauptfigur nackt auf dem Fenstersims steht und darauf wartet, dass sie sich traut zu springen. Schließlich merkt sie, dass sie doch nicht sterben will. Sie wurde verlassen und leidet sehr darunter und verkriecht sich. Schließlich fährt sie in ihr Haus auf dem Land und es kommen drei weitere Frauen dazu, die ein Thema mit sich herumtragen. Die Welt spielt verrückt: Nebel, Feuer, Heuschrecken. Die Frauen haben schnell keine Möglichkeit mehr, Internet oder Telefon zu nutzen. Sie setzen sich mit ihrer Situation auseinander und unterstützen sich gegenseitig, so dass sie alle einen Weg für sich finden.

Es werden viele Themen angesprochen. Die Emitionen und Gedanken der Frauen sind sehr anschaulich dargestellt. Einige Elemente (Träume Katastrophen) waren für mich merkwürdig und nicht immer nachvollziehbar und auch das Ende ist für mich nicht ganz eindeutig.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Was ist wirklich passiert?

Before we were innocent
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Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, jeweils aus der Perspektive von Bess. 2008 war sie mit zwei Freundinnen im Urlaub in Griechenland. Eine von ihnen hat den Urlaub nicht überlebt. Was ist ...

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, jeweils aus der Perspektive von Bess. 2008 war sie mit zwei Freundinnen im Urlaub in Griechenland. Eine von ihnen hat den Urlaub nicht überlebt. Was ist dort passiert? 10 Jahre später lebt Bess sehr isoliert. Plötzlich steht Joni vor ihrer Tür und fordert sie auf, ihr ein Alibi zu geben. Ihre Verlobte ist verschwunden, aber sie scheint sich keine Sorgen zu machen.

Stück für Stück erfährt man mehr über die komplizierte Freundschaft der jungen Frauen und die Zeit in Griechenland. Sympathisch war mir keine von ihnen. Jede scheint nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein und Zusammenhalt gibt es nur an der Oberfläche. Joni agiert auch 10 Jahre später noch sehr manipulativ. Bess Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Ich fand die beiden Zeitstränge spannend und es gab überraschende Wendungen. Sehr realistisch ist leider beschrieben, wie die Medien bei solchen Fällen agieren.

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