Erschreckend realistisch
Als die Freiheit starb – ResignationIch hatte beim Lesen ein beklemmendes Gefühl, weil einige Aspekte schon jetzt real sind und man aus der Vergangenheit weiß, wie schnell sich etwas entwickeln kann. Außerdem konnte ich sehr gut mit Adriana ...
Ich hatte beim Lesen ein beklemmendes Gefühl, weil einige Aspekte schon jetzt real sind und man aus der Vergangenheit weiß, wie schnell sich etwas entwickeln kann. Außerdem konnte ich sehr gut mit Adriana mitfühlen. Nach und nach wird ihre Freiheit weiter eingeschränkt und sie kann sich nicht dagegen wehren. Beim Lesen fragt man sich: warum seid ihr nicht früher geflohen oder macht es zumindest jetzt sofort? Aber wie würde man selber handeln? Würde man auch hoffen, dass es nicht so schlimm kommt, wie befürchtet, bis es dann irgendwann zu spät ist?
Während Adriana zunehmend an Flucht denkt, ist ihr Mann sehr vorsichtig. Aber er hat als weißer Mann auch so gut wie keine Einschränkungen und um die Schwierigkeiten mit der Beschulung ihres Sohnes muss sich hauptsächlich Adriana kümmern. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, muss Adriana plötzlich für sich allein kämpfen. Zum Glück hat sie starke Frauen an ihrer Seite, sonst würde sie vielleicht aufgeben.
Ich fand das Buch sehr spannend. Es macht einem bewusst, wie schnell sich etwas in die falsche Richtung entwickeln kann und wie froh man sein kann, in Deutschland zu leben. Man ist sehr nah an den Figuren dran und leidet mit ihnen. Immer wieder hat man aufgrund der Beschreibung der Szenen das Gefühl, mittendrin zu sein. Die Einschübe aus der Vergangenheit sorgen dafür, dass man die Personen besser kennenlernt und dass man die Entwicklung der Gesellschaft besser nachvollziehen kann. Ich warte jetzt ungeduldig auf den nächsten Band, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.