Verbindung aus Familiengeschichte und gesellschaftspolitischer Relevanz
In „Die Erbin der Wut“ erzählt Heidi Metzmeier von Hanna, einer sehr engagierten Klimaaktivistin der Letzten Generation. Ihre Großmutter Monika lädt Tochter Yvonne und Enkelin Hanna nach Kreta ein. Dort ...
In „Die Erbin der Wut“ erzählt Heidi Metzmeier von Hanna, einer sehr engagierten Klimaaktivistin der Letzten Generation. Ihre Großmutter Monika lädt Tochter Yvonne und Enkelin Hanna nach Kreta ein. Dort entdecken die drei Frauen die Insel jeweils auf ihre eigene Weise und werden zugleich mit einer überraschenden Entwicklung konfrontiert.
Die kurzen Kapitel erzeugen Tempo und verleihen dem Roman von Beginn an Spannung. Metzmeier greift ein hochaktuelles Thema auf und nimmt die öffentliche Debatte um die Letzte Generation in den Blick. Dabei wird auch der politische Vergleich mit der RAF aufgegriffen – allerdings nicht, um ihn zu bestätigen, sondern um seine Fragwürdigkeit offenzulegen. Gerade im Verlauf der Geschichte wird spürbar, wie überzogen und vereinfachend solche Gleichsetzungen sind. Der Roman setzt hier ein deutliches Fragezeichen und regt dazu an, genauer hinzuschauen: auf Formen des Protests, auf gesellschaftliche Verantwortung und auf den Umgang mit der Klimakatastrophe.
„Die Erbin der Wut“ ist eine Geschichte über Beziehungen. Vor allem aber ist der Roman eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit der Klimakatastrophe – seitens der Aktivist*innen, der Politik und der Gesellschaft.
Ein aktueller, kluger Roman, der wichtige Fragen stellt und lange nachwirkt.