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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Farbenfrohe Rezepte für herzhaftes und süßes Gebäck

Die Gemüsebäckerei
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Gemüse im Gebäck klingt zunächst ungewöhnlich – doch genau darum geht es in „Die Gemüsebäckerei“ von Lina Wallentinson. Sie kombiniert vermeintlich ungewöhnliche mit klassischen Zutaten und zeigt, wie ...

Gemüse im Gebäck klingt zunächst ungewöhnlich – doch genau darum geht es in „Die Gemüsebäckerei“ von Lina Wallentinson. Sie kombiniert vermeintlich ungewöhnliche mit klassischen Zutaten und zeigt, wie vielseitig Gemüse auch beim Backen eingesetzt werden kann. So entstehen farbenfrohe Rezepte für herzhaftes und süßes Gebäck.

Die Rezepte sind leicht verständlich beschrieben und wirken alltagstauglich, sodass man schnell Lust bekommt, sie selbst auszuprobieren. Besonders spannend ist dabei, wie unterschiedlich Gemüse eingesetzt wird – mal dezent im Hintergrund, mal als prägender Bestandteil eines Rezepts.

Auch die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend: Zu jedem Rezept gibt es ein Foto, das einen guten Eindruck vom Ergebnis vermittelt und zusätzlich zum Nachbacken motiviert.

Besonders profitieren dürften Hobby-Gemüsegärtner:innen von den Ideen in diesem Buch – vor allem dann, wenn im Sommer plötzlich mehr Zucchini geerntet werden, als man eigentlich verbrauchen kann.

Ein inspirierendes Backbuch für alle, die gerne backen, offen für neue Kombinationen sind – oder nach kreativen Ideen suchen, um überschüssiges Gemüse kreativ zu verarbeiten.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900

Tage aus Glas
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„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt ...

„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt hautnah, wie der Streik der Arbeiter das Leben ihrer Familie bestimmt. Leonie hingegen wächst als Tochter des Arztes der Glashütte in großbürgerlichen Verhältnissen auf, fühlt sich jedoch von den Erwartungen ihres Umfelds eingeengt.

Besonders eindringlich schildert der Roman die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter in der Glasfabrik und auch in der Weberei. Der Streik, der sich von Niedersachsen bis nach Düsseldorf ausbreitet, bildet den historischen Hintergrund der Handlung. Dabei wird deutlich, wie wenig die Arbeiter damals zählten und wie wenig ihr Schicksal die Verantwortlichen interessierte. Die starken sozialen Gegensätze zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum beziehungsweise der „besseren Gesellschaft“ werden sehr deutlich herausgearbeitet.

Der Einstieg in das Buch fiel mir allerdings recht schwer. Ich habe lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, und auch im weiteren Verlauf empfand ich die Handlung teilweise als etwas langatmig. Trotzdem vermittelt der Roman ein eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900 und greift wichtige Themen wie soziale Ungleichheit, Selbstbestimmung und persönliche Lebenswege auf.

Insgesamt ein historischer Roman mit interessanten Einblicken in die damalige Zeit, der vor allem durch seine gesellschaftlichen Themen überzeugt, auch wenn er mich persönlich nicht vollständig fesseln konnte.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Wissenschaftliche Kontroverse trifft auf Kurort-Ruhe

Einstein im Bade
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Im Jahr 1920 steht Bad Nauheim im Zeichen der Versammlung Deutscher Naturforscher. Über zweitausend Wissenschaftler reisen an – darunter Albert Einstein und sein schärfster Kontrahent Philipp Lenard. Ausgerechnet ...

Im Jahr 1920 steht Bad Nauheim im Zeichen der Versammlung Deutscher Naturforscher. Über zweitausend Wissenschaftler reisen an – darunter Albert Einstein und sein schärfster Kontrahent Philipp Lenard. Ausgerechnet im traditionsreichen, etwas in die Jahre gekommenen Hotel „Rastender Kranich“ treffen die beiden aufeinander. Hoteldirektor Kleeberger wittert eine einmalige Gelegenheit für sein Haus – und verliert dabei zunehmend die Kontrolle über die Ereignisse.

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich auch deshalb, weil mich der fachliche Hintergrund des Autors, den ich teile, neugierig gemacht hat. Besonders überzeugt hat mich jedoch die Atmosphäre: Der Roman fängt die Spannungen der Zeit ebenso ein wie die eigentümliche Mischung aus Kurort-Ruhe und wissenschaftlicher Aufbruchsstimmung. Zwischen Badehaus, Hotelflur und hitzigen Debatten entsteht ein lebendiges Bild einer Epoche im Umbruch.

Mit feinem Humor und erzählerischer Leichtigkeit verbindet Daniel Mellem historische Konstellation und literarische Freiheit. Die Figuren wirken plastisch, die Dialoge pointiert, und die wissenschaftlichen Kontroversen bleiben stets eingebettet in das menschliche Miteinander.

Ein klug komponierter, unterhaltsamer Roman, der historische Persönlichkeiten in einer dichten und zugleich augenzwinkernden Atmosphäre lebendig werden lässt – und mir sehr gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Ungewöhnliche Erzählperspektive

Wo die Kaffeekirschen leuchten
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1953 folgt eine junge Deutsche ihrem Ehemann nach Kolumbien, wo er eine Stelle als Geologe antritt. Für diesen Schritt gibt sie ihr Musikstudium auf – ein zunächst selbstverständliches Opfer, dessen Tragweite ...

1953 folgt eine junge Deutsche ihrem Ehemann nach Kolumbien, wo er eine Stelle als Geologe antritt. Für diesen Schritt gibt sie ihr Musikstudium auf – ein zunächst selbstverständliches Opfer, dessen Tragweite sich erst allmählich zeigt. In Tunja begegnet sie einer deutschen Community, die von Dünkel und starkem Selbstbewusstsein geprägt ist. In diesem Umfeld sucht sie ihren eigenen Platz und ihre Rolle.

Entgegen den damaligen Konventionen beschränkt sie sich jedoch nicht auf die Rolle der Ehefrau und Haushaltsführenden. Ihr musikalisches Talent weist ihr den Weg zu einem Gegenentwurf: Als Kammermusikerin schafft sie sich einen Raum, in dem sie mehr ist als nur „die Frau von …“. Zugleich ermöglicht ihr die Musik eine subtile Abgrenzung von der Überheblichkeit der Community. Sie wird zur leisen, aber konsequenten Form der Selbstbestimmung.

Nicola Denis lässt in Wo die Kaffeekirschen leuchten die Tochter die Geschichte ihrer Eltern erzählen – und zwar so, als sei sie selbst dabei gewesen, beinahe wie eine allwissende Erzählerin. Diese ungewöhnliche Konstruktion erzeugt eine besondere, leicht schwebende Atmosphäre und unterstreicht den Charakter des Erinnerns und Rekonstruierens.

Der Erzählstil ist von langen, fließenden Sätzen geprägt, was dem Roman eine ruhige, getragene Wirkung verleiht und gut zu dieser Form der rückblickenden Annäherung passt.

Ein fein komponierter, klug erzählter Roman über Selbstbehauptung und Identität, der mich sehr überzeugt hat.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Praxisnah und übersichtlich

Gärtnern mit dem Hochbeet
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„Gärtnern mit dem Hochbeet“ von Folko Kullmann beginnt mit einem Überblick über verschiedene Hochbeettypen sowie ausführlichen Anleitungen zum Selbstbau und Befüllen. Anschließend geht es ans eigentliche ...

„Gärtnern mit dem Hochbeet“ von Folko Kullmann beginnt mit einem Überblick über verschiedene Hochbeettypen sowie ausführlichen Anleitungen zum Selbstbau und Befüllen. Anschließend geht es ans eigentliche Gärtnern: Welche Pflanzen passen zusammen, welche vertragen sich nicht, wie bringt man über die Jahre Abwechslung ins Beet und was ist bei Krankheiten zu beachten? Wer sein Hochbeet nicht selbst bauen möchte, findet am Ende außerdem Adressen für den Bezug fertiger Modelle.

Da ich im letzten Herbst mein erstes Hochbeet bekommen habe, kam dieses Buch für mich genau zur richtigen Zeit. Auch wenn die Bauanleitungen für mich persönlich nicht mehr im Vordergrund stehen, fand ich sie sehr informativ und anregend. Sie bieten viele Ideen, auf die ich sicher zurückgreifen werde, wenn ein weiteres Hochbeet geplant ist.

Besonders hilfreich war für mich der ausführliche Pflanzteil. Er dient als gut strukturierter Leitfaden und hat es mir leicht gemacht, einen Pflanzplan für das ganze Jahr zu erstellen. Mit diesem Buch an meiner Seite fühle ich mich bestens vorbereitet auf die kommende Gartensaison.

Ein praxisnaher, übersichtlich aufgebauter Ratgeber rund ums Hochbeet, der vor allem Einsteiger:innen eine gute Orientierung bietet.