Cover-Bild Tage aus Glas
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins Hardcover
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Familienleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 25.03.2025
  • ISBN: 9783365009178
Dorothee Krings

Tage aus Glas

Roman | Eindringliches Debüt | Historischer Roman | Frauenunterhaltung | Deutsche Geschichte

Zwei junge Frauen, zwei Welten und ein Traum vom besseren Leben

Düsseldorf im Jahr 1901. Im Deutschen Reich streiken die Glasmacher. Auch die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte, weltweit führend in der Flaschenproduktion, löschen die Öfen – mit dramatischen Folgen.

Bille, Tochter eines Flaschenmachers, träumt davon mit ihrem Geliebten Adam nach Amerika auszuwandern. Doch Adam wird zum Streikbrecher, während Billes Familie für den Streik alles riskiert.

Leonie ist die Tochter des Arztes der Glashütte und lebt eingezwängt in großbürgerliche Konventionen. Die begabte junge Frau sucht die Nähe zur künstlerischen Bohème, doch ihr Vater hat andere Pläne.

Am selben Ort, in unterschiedlichen Welten kämpfen Bille und Leonie um Selbstbestimmung und ihre Träume von einem besseren Leben. Und müssen entscheiden, welchen Preis sie dafür bezahlen wollen.


Eindringlich erzählt Dorothee Krings von zwei Frauen um 1900, von Hoffnungen und Träumen, schicksalhaften Wendungen – und dem Leben, das seinen eigenen Regeln folgt.

Ein gänzlich unberührtes historisches Setting: Neue Einblicke in die deutsche Geschichte der Glasmacherei.

 

»Historische Fakten und literarische Erfindungen werden zu einem Gesellschaftsroman verwoben, der eine Spannung entwickelt, wie sie meist Krimis vorbehalten ist. Die detailgenaue, aber nie überladene, psychologisch einfühlsam, aber nie erdrückende Sprache von Dorothee Krings trägt dazu bei, dass der Lesende sich sein eigenes Bild machen kann.« – SPIEGEL-Bestsellerautorin Ulla Hahn

»Dorothee Krings erzählt die Geschichte zweier Frauen, die in ihrer Sehnsucht, aus den Verhältnissen auszubrechen, wie Schwestern verbunden sind. Sie lässt eine untergegangene Welt auferstehen und stellt erstaunliche Parallelen zur Gegenwart her, in der die Digitalisierung ganze Branchen umwälzt. Das einst Mächtige und Unerschütterliche erweist sich brüchig wie Glas.« – Jan Brandt


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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein gelungener hist. Roman

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Dorothee Krings entführt uns nach Gerresheim, einem kleinen Ort nahe Düsseldorf, das Anfang des 20. Jahrhunderts Zentrum der Glasflaschenproduktion war. Anhand der Geschichte zweier Frauen, Bille, Tochter ...

Dorothee Krings entführt uns nach Gerresheim, einem kleinen Ort nahe Düsseldorf, das Anfang des 20. Jahrhunderts Zentrum der Glasflaschenproduktion war. Anhand der Geschichte zweier Frauen, Bille, Tochter eines Glasmachers, und Leonie, die Tochter des Fabrikanten, erleben wir ihre Träume von einem besseren Leben, die sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen versuchen.

Die Männer schuften in den Glashütten und werden ob der Arbeitsbedingungen nicht sehr alt. Der karge Lohn für Schwerstarbeit reicht kaum zum Leben, weshalb ihre Töchter und Frauen in der Weberei arbeiten müssen. Dort sind sie sexuellen Übergriffen und Willkür der Fabriksbesitzer ausgesetzt. Wenn die Glasbläser oder Püster, wie man sie auch nennt, ihre Arbeit, aus welchen Gründen auch immer verlieren, verlieren sie auch ihre Unterkunft, die ihnen von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden. Mit dieser Drohung, die immer wieder wahr gemacht wird, werden die Arbeiter klein und stumm gehalten bis sich die Wut auf die Fabrikanten in einem Deutschland weiten Generalstreik entlädt. Als die Streikkasse leer ist, müssen die Arbeiter kleinlaut um Wiedereinstellung bitten, was nicht immer gelingt, weil inzwischen Glasbläser aus anderen Teilen Europas angeworben worden sind.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass so mancher an Auswanderung nach Amerika denkt, ohne zu ahnen, dass auch in den USA die Wirklichkeit eine andere ist, als kolportiert wird.

Meine Meinung:

Gerresheim ist heute ein Stadtteil von Düsseldorf und die damalige Glasfabrik ist heute eine weltweit agierende Aktiengesellschaft im Medizinproduktebereich. Deshalb ist dieser historische Roman ein Stück Heimatgeschichte, die wahrscheinlich nur jene kennen (und interessiert), die in unmittelbare Nähe leben.

Mit hat dieser historische Roman sehr gut gefallen, schildert er doch ziemlich schnörkellos und ohne großen Pathos die Lebensbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien dieser Zeit.

Obwohl es der Fabrikantentochter an materiellen Gütern nicht mangelt, sie stets ein gepflegtes Dach über den Kopf hat und sich nicht darüber den Kopf zerbrechen muss, woher sie die nächste Mahlzeit nehmen soll, ist auch ihr Leben in einem gesellschaftlichen Korsett gefangen. Statt malen zu können, wird sie an einen Mann verheiratet (um nicht zu sagen verschachert), der in den Augen des Vaters, den größten Nutzen für die Fabrik bringt.

Interessant ist, dass das Ende offen bleibt. Alles deutet auf eine Fortsetzung hin, die mir persönlich willkommen ist.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.03.2025

Eine Glashütte und zwei sehr unterschiedliche Frauenleben

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Dorothee Krings siedelt ihren Debütroman in Gerresheim im Jahr 1901 an, dort steht die Glashütte, in der Flaschen hergestellt werden. Die junge Bille, deren Vater Glasbläser ist und die in der Siedlung ...

Dorothee Krings siedelt ihren Debütroman in Gerresheim im Jahr 1901 an, dort steht die Glashütte, in der Flaschen hergestellt werden. Die junge Bille, deren Vater Glasbläser ist und die in der Siedlung der Arbeiter mit ihren Eltern und Geschwistern lebt, arbeitet in der Weberei, wie für die Töchter und Frauen der Glasbläser üblich. Hier begegnet sie auch dem jungen Püster Adam, in den sie sich verliebt und beide träumen den Traum des Auswanderns. Nach Amerika soll es gehen, Adam ist fest entschlossen, sein Bruder lebt bereits dort. Hierzu spart er auch seinen Lohn, um beiden die Überfahrt zu ermöglichen. Das wird allerdings durch einen überregionalen Streik der Arbeiter fast zunichte gemacht. Adam wird deshalb zum Streikbrecher. Bille, deren Vater sich an dem Streik beteiligt, ist hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Adam und ihren Pflichten als Tochter und der Fürsorge für die Familie. Denn ihr ist bewusst, was von ihr als Tochter und Mitglied der Glasbläserfamilien erwartet wird. Schließlich ist ihre Familie jetzt auch auf ihr Einkommen aus der Weberei angewiesen und ein Streikbrecher kommt als Ehemann ohnehin nicht in Betracht.
Leonie, die Tochter des Glashüttenarztes, hat zwar keinerlei finanzielle Sorgen, aber auch sie ist gefangen in den familiären und gesellschaftlichen Zwängen. Sie soll standesgemäß heiraten, hat aber hierfür keinen Sinn, sondern sehnt sich nach Reisen, Unternehmungen und einer geistigen Betätigung und einem Austausch, der von Frauen weder erwartet, noch als gesellschaftlich angemessen erachtet wird. Zum einen bewegt sie sich fast heimlich in künstlerischen Kreisen, in denen sie Malern begegnet, die sie über ihre vorbestimmte Rolle als Ehefrau nachdenken lassen, zum anderen wird sie zu Gesellschaften des Glashütteneigentümers Stolley von ihrem Vater mitgenommen, um dort möglichen Heiratskandidaten vorgestellt zu werden.

Bille und Leonie werden in zwei getrennten Handlungssträngen vorgestellt. Zunächst fand ich diese Abschnitte ein wenig lang, wobei Leonie‘s Geschichte für mich interessanter war. Dieses änderte sich, als kürzere Abschnitte für jede Protagonistin folgten, hier nahm die Geschichte auch spürbar an Fahrt auf. Ab diesem Zeitpunkt hat mich auch Bille’s Geschichte sehr gefesselt. Die Autorin hat dann auch sehr geschickt nach und nach diese beiden Handlungsstränge verwoben. Mir hat auch gefallen, dass man den inneren Konflikt der beiden Frauen geradezu spürt; wie sie, jede auf ihre Weise, ihre Rolle als Frau in ihrem Umfeld hinterfragen und ihre Träume umsetzen wollen.
Sehr authentisch sind auch die Beschreibungen der Glashütte, der körperlich sehr schweren Arbeit der Männer an den Öfen. Dieses gilt auch für das Leben in der Siedlung und für die Entwicklung des Streiks und seine Auswirkungen auf die Arbeiter und deren Familien. Spannend fand ich auch von der Herstellung der Flaschen bis hin zu den ersten Flaschenautomaten zu lesen. Vieles habe ich zuvor noch nicht gewusst. Hier merkt man, dass die Autorin sehr intensiv recherchiert und sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Gerne hätte ich Näheres zu den Recherchen in einem Nachwort erfahren.
Einige Enden sind für mich noch nicht zusammengeführt, auch gibt es Andeutungen in die Zukunft, so dass es möglich erscheint, dass die Autorin eine Fortsetzung plant. Ich würde gerne mehr von Bille und Leonie lesen. Liebe Dorothee, bitte erzähl die Geschichte weiter! Eine klare Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Zwei Frauen Zwei Leben

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Im Jahr 1901 kommt es in der Gerresheimer Glashütten zu einem Streik der Glasbläser. Dieser Streik hat Folgen für alle die mit der Glashütten zu tun haben. Die Geschichte wird jetzt allerdings gs nicht ...


Im Jahr 1901 kommt es in der Gerresheimer Glashütten zu einem Streik der Glasbläser. Dieser Streik hat Folgen für alle die mit der Glashütten zu tun haben. Die Geschichte wird jetzt allerdings gs nicht aus der Sicht eines Glasbläsers erzählt, sondern aus der von zwei jungen Frauen. Diese leben zwar am selben Ort, trotzdem leben sie in unterschiedlichen Welten. Die eine Billie ist die Tochter eines Flaschenmachers und lebt in sehr einfachen Verhältnissen. Die Andere Leonie ist die Tochter eines Arztes und damit Teil der besseren Gesellschaft. Beide haben ihre Sorgen und Probleme. Beide wollen ihr Leben leben und Beide müssen erkennen das das es für eine junge Frau 1901 nicht einfach ist die vorgezeichnet Wege verlassen konnte.

Die Autorin erzählt abwechselnd von den beiden Frauen. Dabei hat mir Leonie etwas besser gefallen. Zwar hatte Billie eigentlich die interessantere Geschichte und mit ihr haben wir das schwere Schiksal der Arbeiter hautnah miterlebt, aber Leonie bin ich näher gekommen. Ihre Geschichte hat mich irgendwie mehr gepackt.
Aber zu dem Toman gehören einfach beide Geschichten denn so haben wir einen abwechslungsreichen Einblick in die damaligen Zeit.
Ein toller Roman über zwei starke Frauen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Der Traum von einem besseren Leben

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In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen ...

In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen dies für sie haben wird.
Adam, ein junger Glasbläser, wird jedoch zum Streikbrecher. Er will mit seiner Geliebten Bille, der Tochter eines Flaschenmachers, nach Amerika auswandern und benötigt dazu jeden Pfennig. Dagegen gehört Billes Vater zu den überzeugten Streikenden. Bille weiß nicht, wie sie sich entscheiden soll. Mit Adam mitzugehen oder ihrer Familie in den schweren Zeiten zur Seite zu stehen?
Ebenso will Leonie, die Tochter des Werksarztes, den Gepflogenheiten ihres Standes entkommen. Sie sucht die Nähe ihrer Nachbarn, die sich mit Künstlern abgeben. Jedoch hat ihr Vater anderes für Leonies Zukunft im Sinn.
In diesem Roman geht es um zwei Frauen ganz unterschiedlicher Herkunft, die aus der Welt, in die sie hineingeboren wurden, ausbrechen wollen, um ihre Träume zu leben. Und die letztendlich vor der Wahl stehen, welchen Weg sie einschlagen wollen und welchen Preis sie bereit sind, dafür zu bezahlen.
In Anlehnung an den Generalstreik der Glasmacher im Jahr 1901 hat Dorothee Krings diesen fiktionalen Roman geschrieben. Es ist eine Geschichte, wie sie sich auch in Wirklichkeit hätte zutragen können. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch. Die Handlung ist spannend und gibt Einblick in das Leben der Menschen, die trotz schwerster Arbeit nur das Nötigste zum Leben hatten. Ein angenehmer und flüssiger Schreibstil führt durch die Geschichte.
Dieses Buch hat mir unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden bereitet. Gerne empfehle ich ihn weiter.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900

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„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt ...

„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt hautnah, wie der Streik der Arbeiter das Leben ihrer Familie bestimmt. Leonie hingegen wächst als Tochter des Arztes der Glashütte in großbürgerlichen Verhältnissen auf, fühlt sich jedoch von den Erwartungen ihres Umfelds eingeengt.

Besonders eindringlich schildert der Roman die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter in der Glasfabrik und auch in der Weberei. Der Streik, der sich von Niedersachsen bis nach Düsseldorf ausbreitet, bildet den historischen Hintergrund der Handlung. Dabei wird deutlich, wie wenig die Arbeiter damals zählten und wie wenig ihr Schicksal die Verantwortlichen interessierte. Die starken sozialen Gegensätze zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum beziehungsweise der „besseren Gesellschaft“ werden sehr deutlich herausgearbeitet.

Der Einstieg in das Buch fiel mir allerdings recht schwer. Ich habe lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, und auch im weiteren Verlauf empfand ich die Handlung teilweise als etwas langatmig. Trotzdem vermittelt der Roman ein eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900 und greift wichtige Themen wie soziale Ungleichheit, Selbstbestimmung und persönliche Lebenswege auf.

Insgesamt ein historischer Roman mit interessanten Einblicken in die damalige Zeit, der vor allem durch seine gesellschaftlichen Themen überzeugt, auch wenn er mich persönlich nicht vollständig fesseln konnte.