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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Für Alltag und besondere Gelegenheiten

Pasta Pronto
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Nach grundsätzlichen Informationen rund um Pasta zeigt Mateo Zielonka in „Pasta Pronto“ ausführlich, wie man Pasta aus verschiedenen Teigen selbst herstellen kann. Danach folgt der Rezeptteil, der in blitzschnelle ...

Nach grundsätzlichen Informationen rund um Pasta zeigt Mateo Zielonka in „Pasta Pronto“ ausführlich, wie man Pasta aus verschiedenen Teigen selbst herstellen kann. Danach folgt der Rezeptteil, der in blitzschnelle Rezepte, schnelle Rezepte – die sich in bis zu 30 Minuten zubereiten lassen – und Rezepte unterteilt ist, die etwas mehr Zeit benötigen.

Es ist für jeden etwas dabei: Die Rezepte funktionieren sowohl mit selbstgemachter frischer Pasta als auch mit gekaufter, außerdem werden vegane oder glutenfreie Varianten angegeben. Die ansprechenden Fotos machen Lust darauf, die Rezepte sofort auszuprobieren. Ein rundum gelungenes Kochbuch, das sich sowohl für den Alltag als auch für besondere Gelegenheiten eignet.

Veröffentlicht am 14.03.2026

Sehr unterhaltsam

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz ist fachlich über jeden Zweifel erhaben – doch soziale Kompetenz fehlt ihr völlig. Als Vorgesetzte ist sie entsprechend eine Katastrophe – zumindest für ihre Mitarbeiter:innen. Keine guten ...

Marlene Buchholz ist fachlich über jeden Zweifel erhaben – doch soziale Kompetenz fehlt ihr völlig. Als Vorgesetzte ist sie entsprechend eine Katastrophe – zumindest für ihre Mitarbeiter:innen. Keine guten Voraussetzungen, um Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns zu werden. Deshalb soll sie ein Coaching besuchen. Da ihr keine andere Wahl bleibt, fährt sie zu einem Schloss in Brandenburg, wo sich die Academy von Alex Grow – einem der besten Coaches Deutschlands – befindet.

Maxim Leo hat mich bereits mit "Wir werden jung sein" begeistert, deshalb war ich sehr gespannt auf "Einatmen. Ausatmen.". Auch hier erzählt er mit viel trockenem Humor und einem guten Blick für menschliche Schwächen. Der Roman liest sich sehr flott und hat mich von der ersten Seite an gepackt – ich habe ihn fast in einem Rutsch durchgelesen.

Marlene ist bewusst etwas überzeichnet dargestellt – und genau das braucht die Geschichte auch. Zwar folgt die Handlung stellenweise einem vertrauten Muster rund um Coaching, Erwartungen und zwischenmenschliche Situationen, in denen Marlene gefordert wird. Trotzdem funktioniert das überraschend gut. Nur manchmal hätte ich mir gewünscht, dass einige Entwicklungen etwas mehr Raum bekommen.

Dennoch ist "Einatmen. Ausatmen." ein sehr unterhaltsamer Roman über Selbstoptimierung, Karriere und die Erwartungen, die wir an uns selbst und andere stellen. Ich habe das Buch sehr gern gelesen.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Farbenfrohe Rezepte für herzhaftes und süßes Gebäck

Die Gemüsebäckerei
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Gemüse im Gebäck klingt zunächst ungewöhnlich – doch genau darum geht es in „Die Gemüsebäckerei“ von Lina Wallentinson. Sie kombiniert vermeintlich ungewöhnliche mit klassischen Zutaten und zeigt, wie ...

Gemüse im Gebäck klingt zunächst ungewöhnlich – doch genau darum geht es in „Die Gemüsebäckerei“ von Lina Wallentinson. Sie kombiniert vermeintlich ungewöhnliche mit klassischen Zutaten und zeigt, wie vielseitig Gemüse auch beim Backen eingesetzt werden kann. So entstehen farbenfrohe Rezepte für herzhaftes und süßes Gebäck.

Die Rezepte sind leicht verständlich beschrieben und wirken alltagstauglich, sodass man schnell Lust bekommt, sie selbst auszuprobieren. Besonders spannend ist dabei, wie unterschiedlich Gemüse eingesetzt wird – mal dezent im Hintergrund, mal als prägender Bestandteil eines Rezepts.

Auch die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend: Zu jedem Rezept gibt es ein Foto, das einen guten Eindruck vom Ergebnis vermittelt und zusätzlich zum Nachbacken motiviert.

Besonders profitieren dürften Hobby-Gemüsegärtner:innen von den Ideen in diesem Buch – vor allem dann, wenn im Sommer plötzlich mehr Zucchini geerntet werden, als man eigentlich verbrauchen kann.

Ein inspirierendes Backbuch für alle, die gerne backen, offen für neue Kombinationen sind – oder nach kreativen Ideen suchen, um überschüssiges Gemüse kreativ zu verarbeiten.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900

Tage aus Glas
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„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt ...

„Tage aus Glas“ spielt im Düsseldorf des Jahres 1901 und erzählt die Geschichte zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Bille ist die Tochter eines Glasmachers und erlebt hautnah, wie der Streik der Arbeiter das Leben ihrer Familie bestimmt. Leonie hingegen wächst als Tochter des Arztes der Glashütte in großbürgerlichen Verhältnissen auf, fühlt sich jedoch von den Erwartungen ihres Umfelds eingeengt.

Besonders eindringlich schildert der Roman die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter in der Glasfabrik und auch in der Weberei. Der Streik, der sich von Niedersachsen bis nach Düsseldorf ausbreitet, bildet den historischen Hintergrund der Handlung. Dabei wird deutlich, wie wenig die Arbeiter damals zählten und wie wenig ihr Schicksal die Verantwortlichen interessierte. Die starken sozialen Gegensätze zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum beziehungsweise der „besseren Gesellschaft“ werden sehr deutlich herausgearbeitet.

Der Einstieg in das Buch fiel mir allerdings recht schwer. Ich habe lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, und auch im weiteren Verlauf empfand ich die Handlung teilweise als etwas langatmig. Trotzdem vermittelt der Roman ein eindrucksvolles Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse um 1900 und greift wichtige Themen wie soziale Ungleichheit, Selbstbestimmung und persönliche Lebenswege auf.

Insgesamt ein historischer Roman mit interessanten Einblicken in die damalige Zeit, der vor allem durch seine gesellschaftlichen Themen überzeugt, auch wenn er mich persönlich nicht vollständig fesseln konnte.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Wissenschaftliche Kontroverse trifft auf Kurort-Ruhe

Einstein im Bade
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Im Jahr 1920 steht Bad Nauheim im Zeichen der Versammlung Deutscher Naturforscher. Über zweitausend Wissenschaftler reisen an – darunter Albert Einstein und sein schärfster Kontrahent Philipp Lenard. Ausgerechnet ...

Im Jahr 1920 steht Bad Nauheim im Zeichen der Versammlung Deutscher Naturforscher. Über zweitausend Wissenschaftler reisen an – darunter Albert Einstein und sein schärfster Kontrahent Philipp Lenard. Ausgerechnet im traditionsreichen, etwas in die Jahre gekommenen Hotel „Rastender Kranich“ treffen die beiden aufeinander. Hoteldirektor Kleeberger wittert eine einmalige Gelegenheit für sein Haus – und verliert dabei zunehmend die Kontrolle über die Ereignisse.

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich auch deshalb, weil mich der fachliche Hintergrund des Autors, den ich teile, neugierig gemacht hat. Besonders überzeugt hat mich jedoch die Atmosphäre: Der Roman fängt die Spannungen der Zeit ebenso ein wie die eigentümliche Mischung aus Kurort-Ruhe und wissenschaftlicher Aufbruchsstimmung. Zwischen Badehaus, Hotelflur und hitzigen Debatten entsteht ein lebendiges Bild einer Epoche im Umbruch.

Mit feinem Humor und erzählerischer Leichtigkeit verbindet Daniel Mellem historische Konstellation und literarische Freiheit. Die Figuren wirken plastisch, die Dialoge pointiert, und die wissenschaftlichen Kontroversen bleiben stets eingebettet in das menschliche Miteinander.

Ein klug komponierter, unterhaltsamer Roman, der historische Persönlichkeiten in einer dichten und zugleich augenzwinkernden Atmosphäre lebendig werden lässt – und mir sehr gut gefallen hat.