Ginas zweites Buch mit zweitem Namen
HolyGina Sandrin hatte mich in bzw. mit ihrem ersten Buch, damals noch unter Gina Kaas, ein wenig vergräzt. Sie hatte in meinen Augen schlicht und ergreifend mit ihrem Leben geprahlt. Diesmal, eilige sieben ...
Gina Sandrin hatte mich in bzw. mit ihrem ersten Buch, damals noch unter Gina Kaas, ein wenig vergräzt. Sie hatte in meinen Augen schlicht und ergreifend mit ihrem Leben geprahlt. Diesmal, eilige sieben Monate nach dem ersten Buch, hält sie sich zwar auch nicht ganz zurück damit, ist aber weniger auf Fotos präsent, zumindest nach dem ersten Teil, also nach den Kapiteln Meine Gäste; Mein Genuss; Mein Stil; Meine Basics; Meine Challenge. Ein bisschen viel MEIN. Den Titel HOLY finde ich nebenbei ein bisschen unheilig!
Noch schöner ist, dass ich die Rezepte in diesem Buch weniger abgehoben und mehr alltagstauglich finde. Allerdings finde ich es doch etwas sehr selbstgefällig, bei den vorgestellten Rezepten zu sagen, es seien neu kreierte kulinarische Erlebnisse, eigene Rezepte. Nun ja!
Die Rezepte sind dann in die Kapitel All in one; Family and Friends; Salalte; Suppen und Eintöpfe; Snacks und Drinks; Süßes unterteilt. Und tatsächlich sprechen mich überall einige Rezepte an. Besonders mag ich die one-pots. Der Aufbau der Rezepte ist exakt wie im Vorgängerbuch. Auch hier sind neben den Angaben für die Zubereitungszeit und der Zutatenliste keine Nährwertangaben zu finden. Wenn zutreffend, ist am unteren Seitenrand angegeben, ob ein Gericht vegetarisch ist, frei von raffiniertem Zucker, laktosefrei, glutenfrei o.ä. Die Zubereitungsschritte sind im Fließtext gehalten, wobei die zu verwendenden Zutaten aus der Liste fett gedruckt sind.
Mich spricht dieser Stil nicht wirklich an, auch wenn der Text gut verständlich und nachvollziehbar ist. Für mich ist es nicht übersichtlich genug und ich bevorzuge Absätze zwischen den Angaben anstelle der fettgedruckten Punkte. Die Zutaten sind okay. Hin und wieder werden Fertigprodukte mit eingearbeitet. Das mag ich weniger. Beim Hähnchen Stroganoff wundere ich mich über die fehlenden Essiggurken. Aber ich freue mich sehr über das Zutaten- und Rezeptregister.
Die Rezepte eignen sich gut dafür, nicht allein in der Küche zu stehen, während die Gäste schon da sind, aber auch, um Zeit mit den Kindern zu verbringen, während es quasi fast von selbst kocht. Anfänger schaffen die Gerichte problemlos und alte Hasen in der Küche bekommen neue Impulse. Viel besser als ihr erstes Buch. Dieses erreicht knapp den vierten Stern! Mit ein bisschen weniger Selbstdarstellung, weniger Nobelmarkenshow, mehr Natürlichkeit und wirklich selbst entwickelten Rezepten besteht die Chance auf das Erreichen der vollen Sterne beim nächsten Buch, das sicher kommen wird.