Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2019

Jung, modern, spritzig, mit viel Spaß – und noch dazu leeeeeeeeeeeecker!

Kochen? Läuft!
0

Mag sein, dass ich einfach eine Generation zu alt bin, aber YouTube-Kanäle interessieren mich nur marginal. Deshalb kannte ich Mori (oder Maurice Lange) auch nicht. Deshalb finde ich es genial, dass auch ...

Mag sein, dass ich einfach eine Generation zu alt bin, aber YouTube-Kanäle interessieren mich nur marginal. Deshalb kannte ich Mori (oder Maurice Lange) auch nicht. Deshalb finde ich es genial, dass auch die „YouTube-Generation“ nach einem Buch von ihm gerufen haben. Hier ist es und es ist – es lässt sich nicht anders sagen – einfach genial!

Analog ist also noch immer in, auch in Zeiten der Digitalisierung und den Smombies! Wunderbar! Um dennoch modern zu sein, gibt es per QR-Code zu jedem Gericht auch ein Video. Das finde ich sogar richtig gut. Klappt etwas nicht, hilft ein Blick ins Video vielleicht auf die Sprünge. Wenn nicht – sie sind unterhaltsam!

Wunderbar finde ich auch die Idee der Kategorien von Noobs bis Vollprofis, von Tutorial bis zum Bonus-Level für „echte Profis“. Das passt zum zweiten Faible von Mori, den Games. So sind die Schwierigkeitsstufen eben Level, wie in Spielen. Und so lockern auch immer wieder „Mori & Friends Specials“ das Buch auf – das eigentlich gar keine Auflockerung benötigt!

Ja, es macht echt Spaß, das Buch. Von der Aufmachung, von den Rezepten und den kleinen Features. Ich mag es sehr! Die Gerichte sind wunderbar bunt gemixt und fast alle lassen mir geradezu das Wasser im Munde zusammenlaufen. Klar, es gibt immer irgendetwas, das jemand so gar nicht gern essen mag. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand alle, wirklich alle Gerichte eines Kochbuchs in sein Repertoire übernommen hat. Aber dieses hier ist echt verdammt nah dran!

Der Aufbau der Rezepte ist übersichtlich und klar. Angaben zu den Zutaten, Arbeitszeit und Nährstoffen sind klar und verständlich. Die Zutaten sind auch so gewählt, dass man sie in jedem guten Lebensmittelgeschäft bekommt. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind auf den Punkt gebracht. Selbst die einfachen Gerichte sind raffiniert und kein bisschen langweilig. Auch als erfahrene Köchin finde ich da ganz viele Anregungen und Nachmach-Gerichte, die mich begeistern. Und da ich ein totaler Fan von Fotos bei Rezepten bin, freue ich mich über die unverschnörkelten Bilder der fertigen Gerichte. Kein Schnickschnack, keine Edeldeko, einfach nur Essen auf Tellern. Wunderbar!

Hach! Das ist ein flottes, modernes, wunderbares Kochbuch, das frischen Wind in die Küche und auf den Teller bringt. Ich finde es absolut gelungen und gebe die vollen fünf Sterne! Läuft!

Veröffentlicht am 20.07.2019

Neustart

Das gute Glück
0

Michaela Brohm-Badry überlebt nicht zuletzt dank der Hilfe ihres „Problemhundes“ Nike ein geplatztes Aneurysma im Kopf. Dieses Erlebnis ist quasi eine Initialzündung und sie begibt sich auf die Suche nach ...

Michaela Brohm-Badry überlebt nicht zuletzt dank der Hilfe ihres „Problemhundes“ Nike ein geplatztes Aneurysma im Kopf. Dieses Erlebnis ist quasi eine Initialzündung und sie begibt sich auf die Suche nach dem wahren Glück im Leben.

Eigentlich sagt die Kurzbeschreibung des Buches tatsächlich schon alles, was man über dieses Buch wissen muss. Die Mischung aus Forschungsbefunden und Assoziationen aus Musik, Geschichte und Literatur eng verwoben mit autobiografischen Passagen ergibt ein vielschichtiges Buch. Man erfährt, was uns hindert, glücklich zu sein, wie wir uns selbst Steine in den Weg legen und wo wir uns selbst dabei unterstützen können, das bereits vorhandene Glück zu sehen und noch auszubauen. Vieles davon ist wissenschaftlich erklärbar, ein wenig auch etwas esoterisch angehaucht.

Mir persönlich haben die autobiografischen Teile am besten gefallen. Teils war das Buch etwas trocken, wenn es zu wissenschaftlich wurde. Ein bisschen wurde auch wiederholt oder ähnelte sich einfach stark. Doch ist es nicht so, dass man durch Wiederholung Wissen festigt?

Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch mithilft, ein wenig Ruhe ins Leben zu bringen. Zu entschleunigen. Den Lesern zu zeigen, dass das Glück schon da ist und gar nicht erst gefunden werden muss.

Gerade wenn Brohm-Badry über den Unterschied von harmonischer und obsessiver Leidenschaft spricht, legt sie den Finger tief in die Wunde, die so ziemlich jeder von uns hat. Wo fängt Leidenschaft an, Leiden zu schaffen? Wenn man diesen Punkt identifiziert, ist es der erste Schritt, das wahre Glück zu finden.

Das Buch ist interessant zu lesen und es bringt zum Nachdenken. Schon allein das ist nicht so einfach hinzubekommen. Mithilfe von Schaubildern und Fragekatalogen wird der Leser involviert. Die persönliche Anrede mit „du“ verstärkt diesen Effekt noch.

Vielleicht könnte man sagen, dass die Kernaussage gut zu Achtsamkeit passt. Auf alle Fälle ergänzen sich beide prima. Ich gebe vier Sterne.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Zu oberflächlich, nichts geht in die Tiefe

Blackwood – Briefe an mich
0

Von Wien nach Irland verschlägt es Gesine, weil ihre Mutter gestorben ist. Hier soll sie bei Verwandten leben. Sie findet alle und alles ein wenig seltsam, denn hier glauben die Leute noch an Mysterien, ...

Von Wien nach Irland verschlägt es Gesine, weil ihre Mutter gestorben ist. Hier soll sie bei Verwandten leben. Sie findet alle und alles ein wenig seltsam, denn hier glauben die Leute noch an Mysterien, die für Gesine nur Märchen sind. Doch dann erhält sie Post. Und zwar von sich selbst, von ihrem erwachsenen Ich. Und noch dazu tauchen diese Briefe in einem alten Schreibtisch auf …

Zugegeben, ich hatte mir mehr und häufigeren Briefwechsel erwartet. Die Briefe sind jedoch eigentlich nur Beiwerk und spielen erst rückwirkend betrachtet überhaupt eine Rolle. Oder anders gesagt – ihre eigentliche Bedeutung kommt erst am Ende heraus. Das allein ist schon ein bisschen schade, aber dann ist die Story, die Gesine, genannt Ge, zu erzählen hat, ein bisschen arg fad. Die üblichen Eifersüchteleien zwischen Teenagern, erste Verliebtheit, Trauer um die Mutter – das ist nicht so rübergekommen, wie es machbar wäre. Auch fehlt mir der irische Zauber. Davon wird zu wenig erzählt. Und wenn, dann nur auf eine ironische Weise.

So wirklich ans Herz gewachsen ist mir niemand. Die interessanten Figuren kommen zu kurz und Gee selbst ist trotz ihrer Lage nicht einer jener Teenies, die man einfach mögen muss. So ein klein bisschen nervig ist sie für mich schon gewesen. Klar, kein Grund, dass ihr neues Umfeld negativ eingestellt sein sollte. Das war mir auch ein bisschen zu krass. Statt sich zu freuen und anzuerkennen, dass eine Österreicherin in Irland mit der Sprache klarkommt, wird sie gehänselt, weil sie aus dem „Schnitzelland“ kommt. Dass sie nicht alle Bräuche kennt, wird ihr auch negativ ausgelegt – keiner erklärt ihr rechtzeitig irgendetwas.

Ge ist ein Tollpatsch, Ge bringt überall neue Ideen ein, Ge bekommt die Hauptrolle, Ge löst das Rätsel um Arians Mom – hm. Alles gar nicht so übel, aber dann doch drüber, obwohl nur angeschnitten und nichts, wirklich gar nichts vertieft wird.

Die Auflösung des Ganzen ist schon gelungen und geht auch unter die Haut. Dennoch gefällt mir der Weg dahin nicht so gut, dass ich das Buch lobpreisen möchte. Milena Karas hat es sehr gut eingelesen und klingt wirklich blutjung. Spaß gemacht haben auch die Radio Blackwood Einlagen und die Musik. Dennoch finde ich mich vom Klappentext in die Irre geleitet und bleibe ein wenig „leer“ zurück. Drei Sterne. Mehr geht nicht.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Poetische Sprache, aber die Message fehlt mir

Ein Himmel voller Sterne
0

Durch seine erfolgreiche Comic-Reihe um Jim Oregon kann sich Merlin mit seiner Frau Prune und Kater Pantoffel ein Häuschen auf dem Land leisten. Da stört es auch wenig, dass es nicht den ganzen Tag warmes ...

Durch seine erfolgreiche Comic-Reihe um Jim Oregon kann sich Merlin mit seiner Frau Prune und Kater Pantoffel ein Häuschen auf dem Land leisten. Da stört es auch wenig, dass es nicht den ganzen Tag warmes Wasser gibt und der Klempner sie immer wieder vertröstet. Doch dann stirbt Merlins Freund Laurent, der die Vorlage für Wild Oregon ist. Sein letzter Wunsch stellt Merlin vor ein großes Problem. Laurent möchte, dass sich Jim Oregon endlich verliebt und nicht wie er selbst alles verbockt. Erst als der 94-jährige Albert im zweiten Frühling schwebt, versteht Merlin, was wahre Liebe wirklich ist …

Es fällt mir sehr schwer, dieses Buch gerecht zu bewerten. Die Sprache ist, wie ich das von Marie-Sabine Roger aus „Die Küche ist zum Tanzen da“ kenne, einfach bezaubernd. Aber mit der Story an sich kann ich wenig anfangen. Merlin ist mir zu unbeweglich, zu steif und eingefahren. Das passt weder zu seinem Job, noch zu all dem, was er so von sich, Prune und allen anderen erzählt.

Der Tod geht immer an die Nieren und loslassen ist schwer. Das kommt auch ganz gut rüber. Aber was Merlin so sehr davon abhält, Laurents Comic-Pedant die Liebe finden zu lassen, glücklich zu werden und dennoch er selbst zu bleiben, verstehe ich nicht.

Die kleinen Einschübe, die quasi die Comiczeichnungen ersetzen, finde ich teils ein bisschen zu viel. Mir lebt Merlin zu sehr in einer Blase, in die er niemanden hineinlässt und zu der nur ganz selten andere ein klein wenig Kontakt bekommen.

Durch diese Abgeschiedenheit wurde mir Merlin nicht sehr sympathisch. Am meisten mochte ich Onkel Albert, der in seinem hohen Alter der Lebendigste im ganzen Buch ist. Er bemüht sich, mit der Technik mitzuhalten, sprudelt fast über vor Liebe und Leidenschaft, nimmt das Leben an. Da wirkt Merlin entsetzlich alt dagegen und ich habe fast den Verdacht, er ist neidisch. Trotz seiner zauberhaften Frau, die er auch sehr liebt und schätzt, kann er Liebe nicht verstehen. Oder möchte er als einziger eine wunderbare Beziehung haben?

Es ist schwer, wie gesagt. Ich konnte das Buch nur in winzigen Häppchen lesen, wollte es aber auch an keiner Stelle abbrechen. Ganz habe ich nicht verstanden, was es mir sagen möchte oder soll. Deshalb bleibt mir nur, drei Sterne zu vergeben. Ein Kompromiss, weil ich es zwar nicht verstanden habe, aber auch schon viel schlechtere Bücher gelesen habe.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Jagdfieber

Der Blütenjäger
0

Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter ...

Laura Kern ermittelt im Fall eines offensichtlichen Serientäters. Junge Frauen in Abendkleidern, von hinten direkt ins Herz geschossen, mit einem Foto und einer Blume im Wald liegend. Was hat der Täter vor? Was sollen die Blumen sagen? Laura zieht die Psychologin Dr. Niemeyer hinzu. Kann sie ihr helfen, weitere Morde zu verhindern und den Täter zu fassen?

Dies ist nun der vierte Fall für Laura Kern. Wer die Reihe verfolgt hat, weiß, dass sie selbst traumatisiert ist und die Erinnerungen immer wieder hochkommen an das, was sie nur mit knapper Not als Kind überlebt hat. Fast möchte ich sagen, dass ihre Vergangenheit ihr manchmal hilft, aktuelle Fälle zu lösen. Dennoch ist es der Autorin gelungen, sehr schön zu transportieren, in welchem Zwiespalt ihre Protagonistin steckt. Statt wegzulaufen, wie sie gerne möchte (und natürlich nicht kann), stellt sie sich ihren Ängsten und setzt alles daran, Täter an ihren Plänen zu hindern.

Die Idee zu „Der Blütenjäger“ ist gleichsam raffiniert, wie auch abstoßend. Außer Laura haben noch andere Traumata zu verarbeiten. Der eine schafft es relativ gut, der andere gar nicht und wieder andere verdrängen ihre Ängste durch die Berufswahl – im Grunde eigentlich, wie es auch Laura tut.

Die einzelnen Erzählstränge lesen sich sehr angenehm und reißen nicht aus dem Lesefluss. Man weiß und spürt und ahnt, dass sie sinnvoll ineinander passen. Das ist längst nicht bei jedem Thriller so. Die Ereignisse in der Vergangenheit sind in diesem Fall auch für den Leser auf spezielle Art miteinander verbunden. Die Spannung wird dadurch noch mehr erhöht.

Lauras Privatleben kommt auch zur Sprache. Diese Parts passen sich gut in die Story ein. Man wird auch hier nicht aus dem Lesefluss gerissen. Shepherd hat die Dosierung wunderbar hinbekommen. Lauras Unsicherheit kommt deutlich heraus, dennoch wirkt sie nicht wie ein „schwaches Weibchen“. Die berufliche Beziehung zu ihrem Kollegen Max und die private zu Taylor langweilen an keiner Stelle.

Die Entwicklung der Figuren, die man von den vorherigen Bänden kennt, ist in sich stimmig und weder zu rasant, noch zu lahm. Realistisch eben. Je mehr man als Leser Laura kennenlernt, desto stärker fühlt man sich ihr verbunden. Es ist, als würde man mit einer guten Freundin mitfiebern und mitermitteln.

Da ich die Bücher der Autorin bisher als Hörbuch genossen hatte, war es ein neues Erlebnis, diesmal zuerst das Printbuch zu lesen. Den ersten Band „Krähenmutter“ liest Dana Geissler. Das hat mir weniger gut gefallen. Beate Rysopp ist mir zwar für historische Romane noch viel lieber, aber ihre Art, die Hörbücher einzusprechen, gefällt mir einfach besser, liegt mir mehr. Bei „Der Blütenjäger“ habe ich ja den direkten Vergleich zu Print/Hörbuch und kann Beate Rysopp nur in höchsten Tönen loben, denn sie gibt der Story noch mehr Leben, als sie ohnehin schon hat. Für mich ist das Hörbuch sogar noch ein bisschen besser als die Printversion!

Die Serie gefällt mir durchgehend gut. Es gibt ein paar kleine Ungereimtheiten, ein paar Stellen, die ich weniger gelungen fand, aber insgesamt hatte ich spannende und fesselnde Unterhaltung, beim Print ebenso, wie beim Hörbuch – und auch der „zweite Durchgang“ war nicht weniger spannend! Dafür gebe ich vier Sterne!