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Veröffentlicht am 04.09.2025

Tiefgründiger als es zunächst scheint

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner. Vielleicht hat das mit seiner Kindheit zu tun, wo er ausgerechnet auf dem Friedhof seinen besten Kindheits-Freund kennengelernt hat. Ausgerechnet dieser ist jetzt gestorben ...

Mads Madsen ist Trauerredner. Vielleicht hat das mit seiner Kindheit zu tun, wo er ausgerechnet auf dem Friedhof seinen besten Kindheits-Freund kennengelernt hat. Ausgerechnet dieser ist jetzt gestorben und sein letzter Wunsch, den er ihm mit Geheimschrift mitteilte, war es, eine Rede von ihm zu bekommen. Mads gräbt daher in Patricks Vergangenheit und gerät in Verwicklungen, die ihn und alle, die er liebt, in große Gefahr bringen.

Die Story ist abgedreht und ein wenig verrückt, aber sehr klug konstruiert. So unglaublich manche Figuren sind, passen sie perfekt in die Geschichte und würzen sie gekonnt. Selbst die ständig schlecht gelaunte Hauptkommissarin Luisa Mills hat das gewisse Etwas, um aus diesem Krimi nicht wegdenkbar zu sein. Je genauer man hinhört, desto mehr Herzenswärme erkennt man in Andreas Izquirdos Werk. Da hat jemand im Leben sehr gut hingesehen und das Gesehene in der Story gekonnt umgesetzt und verwendet.

Da erkennt man dann auch ein wenig Sozialkritik, aber noch viel mehr Menschenkenntnis. Der Autor macht überdeutlich, dass man viel öfter hinter die Fassade blicken muss. Nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst. Diese Aussage gefällt mir sehr gut.

So viel ich bei diesem Krimi schmunzeln oder auch lachen musste, so sehr berührten mich aber auch viele Stellen. Diese Mischung ist sehr gelungen und etwas Besonderes. Ein Cozy Crime mit Tiefgang. Vollkommen anders als Kein guter Mann, das ich vom Autor gelesen habe, aber gerade das zeigt, wie gut er ist. Und es ist genauso gut. Daher fünf Sterne.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.08.2025

Mehr braucht man nicht!

Weihnachtsbäckerei
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Hier startet man mit viel nützlichem Theoriewissen in die weihnachtliche Backstube. Selbst für alte Hasen ist da noch der eine oder andere neue Tipp zu finden. Es gibt insgesamt nur drei Kapitel Rezepte, ...

Hier startet man mit viel nützlichem Theoriewissen in die weihnachtliche Backstube. Selbst für alte Hasen ist da noch der eine oder andere neue Tipp zu finden. Es gibt insgesamt nur drei Kapitel Rezepte, doch die reichen völlig aus. Lieblings-Klassiker; Fruchtig fein; Schokoladig & nussig bieten 79 Rezepte, die die Weihnachtszeit genussvoll bereichern.

Zu jedem Rezept gibt es ein tolles, ehrliches Foto. Mir ist das immer sehr wichtig und hier sind sie so toll, dass ich trotz sommerlicher Temperaturen und noch vier Monaten bis Weihnachten gern sofort losnaschen möchte!

Allein schon die Lieblings-Klassiker würden ausreichen, um im Naschhimmel zu landen. Fruchtig fein bezaubert mit Rezepten, die auch mal etwas ausgefallenere Zutaten für die deutsche Weihnachtssaison, wie Kumquats, Limetten, Mohn und Passionsfruchtsaft, verwenden. Die Brombeer-Streusel-Happen sind im Übrigen auch im Sommer klasse! Schokoladig & nussig wird auch die letzten Zweifler überzeugen.

Die Angaben bei den Rezepten umfassen die Menge, die Zubereitungszeit, die Backzeit, die Kalorien, die Zutatenliste, die Arbeitsschritte und immer mal wieder Tipps und Tricks. Wie von GU nicht anders erwartet und gewohnt sind die einzelnen Schritte gut verständlich formuliert. Die Zutaten sind typisch weihnachtlich und nicht ausgefallen. Man bekommt sie in der Vorweihnachtszeit problemlos, vieles auch das ganze Jahr. Erfahrungsgemäß wird es nur mit Lebkuchengewürz und Oblaten etwas schwierig außerhalb der Saison.

Kurz und knapp, hat man dieses Backbuch, hat man für Weihnachten alles, was man benötigt! Auch als Geschenk für Weihnachts- und Backfans ist es einfach großartig. Für mich ein eindeutiges fünf-Sterne-Buch.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Profi-Brote rund um die Welt

Die besten Brote der Welt
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Für mich ist es etwas unglücklich gewählt, dass die theoretischen Hilfestellungen und die Anleitung für den Sauerteig erst nach den Rezepten, also am Ende des Buches, zu finden sind. Das fände ich am Anfang ...

Für mich ist es etwas unglücklich gewählt, dass die theoretischen Hilfestellungen und die Anleitung für den Sauerteig erst nach den Rezepten, also am Ende des Buches, zu finden sind. Das fände ich am Anfang wesentlich sinnvoller. Über die QR-Codes zu den sozialen Medien und Shops musste ich etwas schmunzeln. Bei vielen Texten gibt es weitere QR-Codes zu Videos zum Thema. Das mag für die junge Generation wichtig sein, mich persönlich stört es nicht gerade, aber ich finde es etwas nervig. Entweder online oder offline ist meine Devise. Nicht beides zusammen. Zwischen Theorie und Werbung findet man dann das alphabetische Rezeptregister.

Den Rezepten merkt man an, dass sie vom Profi stammen. Anfänger in der Küche und Backstube, besonders im Bereich des Brotbackens, werden hier schnell überfordert sein. Klar, die Begriffe sind am Ende des Buches gut erklärt, aber es ist dann eine wilde Blätterei und verdirbt meiner Meinung nach die Freude am Brotbacken. Nur wenige der Rezepte kommen mit einfachen Handgriffen und ohne Fachbegriffe aus. Das ist sehr schade, denn die Backwaren sind einfach toll.

Die Rezepte sind nach Ländern unterteilt. Es finden sich hier Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Niederlande, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Irland, Schottland, Türkei, Iran, Russland Indien, USA Mexiko. Zudem gibt es ein Rezept für ein Jüdisches Brot. Zu den meisten der aufgezählten Länder gibt es nur ein einzelnes Rezept. Die meisten kommen aus Deutschland.

Sehr schön finde ich die extrem gute Bebilderung der Rezepte. Nicht nur sieht man das fertige Produkt, sondern immer wieder auch Arbeitsschritte, z.B. für das Formen. Das ist wirklich vorbildlich! Vielleicht wäre es noch genialer, wenn sich nicht immer wieder Bilder vom Autor mit eingeschmuggelt hätten.

Insgesamt ist dies ein tolles Buch für alle, die gut mit Sauerteig klarkommen, wozu ich leider nach wie vor nicht gehöre. Die meisten Rezepte erfordern nämlich Sauerteigzugaben, nur wenige sind ohne. Das sollte man vielleicht beachten. Ansonsten ist dies auch ein tolles Geschenk für eine Brotweltreise für Backfans und Brotfans. Ich gebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Kürbis mal in der Hauptrolle, mal in der Nebenrolle

Kürbis – 130 geniale Rezeptideen
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Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde ...

Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde gleich zu Beginn ist sehr aufschlussreich. Die Rezepte sind in die Kapitel Kleine Gerichte, Salate & Eingelegtes; Suppen; Hauptspeisen mit Fleisch, Geflügel & Fisch; Hauptspeisen vegetarisch; Beilagen; Desserts, Kuchen und Gebäck eingeteilt. Hier erkennt man schnell, dass der Kürbis nicht immer die Hauptrolle spielt, aber eben ein Teil des Rezeptes ist. Das hatte ich so nicht erwartet, aber schlecht finde ich es auch nicht. Vor dem alphabetischen Rezepteregister am Ende des Buches bekommt man noch Flammbiertipps, einen Glossar und eine Übersicht der Abkürzungen.

Die Rezepte selbst sind wirklich abwechslungsreich. Mich stört allerdings dann schon ein wenig, dass ich mich neugierig darauf stürze und dann feststelle, dass beispielsweise ein karamellisierter Kürbiskern auf einer kleinen Praline Grund genug ist, das Rezept in der Sammlung aufzunehmen. Das enttäuscht mich dann doch schon. Für mich müsste da schon viel mehr Kürbis im Spiel sein, um einem Rezept einen Platz in einem Buch mit diesem Titel zu geben.

Ansonsten sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und gut beschrieben. Leider sind nicht alle mit Foto versehen. Das wünsche ich mir bei Kochbüchern immer am meisten. Auf Nährwertangaben kann ich verzichten, aber die bekomme ich hier auch nicht. Manchmal werden Zutaten verwendet, die man nicht unbedingt im Repertoire hat und die auch nicht ganz so einfach aufzutreiben sind. Zumindest bei uns im Umkreis lässt sich beispielsweise Dinkelreis nicht im Geschäft finden. Auch bei der einen oder anderen Kürbissorte muss ich länger suchen und werde nicht immer fündig.

Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Das Zubereiten ist zumeist auch für weniger Geübte machbar. Dennoch sehe ich dieses Buch eher bei jenen, die schon länger leidenschaftlich gern kochen. Gerade habe ich zudem festgestellt, dass es bereits einen Vorgänger dieses Buches mit 120 Rezepten gibt. Von mir bekommt es vier Sterne.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Schnell und lecker

Quick & Tasty
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Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich ...

Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich zu einer Art Expertin macht. Dieses Buch richtet sich vermutlich an eine andere Generation, nicht meine. Deshalb wird sich diese auch weniger als ich an den inflationär genutzten englischen Rezeptnamen stören. Ich verstehe und spreche Englisch, frage mich dennoch, warum die Gerichte nicht einfach ihre deutsche Bezeichnung haben können. Ändert doch nichts am Geschmack!

Viele der Gerichte kennt man schon, macht sie selbst schon ewig immer mal wieder. Die sind dann auch nicht, wie sich das jetzt gern nennt, neu interpretiert. Für junge Familien sind sie allerdings sicher sehr viel interessanter als für mich alte Häsin. Daher haben sie ihre Daseinsberechtigung auf alle Fälle. Und obwohl sich das bisher etwas negativ anhören mag, hab auch ich hier einige neue Anregungen gefunden. Pumpkin Love, die Kürbislasagne, steht da ganz vorne. Die Idee ist im Grunde so simpel, aber der Geschmack ist schlicht genial. Mein Mann fand sofort die Spaghetti al Limone interessant und der Genuss gibt ihm Recht. Flammkuchen, Zucchini-Fritters, Lachs a la Oma, Potato-Pizza-Bites, Egg-Muffins und Zwiebel-Tarte liegen ganz genau auf unserer Geschmacks-Wellenlänge.

Beschreibung, Zutatenliste und Arbeitsschritte sind gelungen und verständlich. Die Zutaten sind nicht exotisch und gut zu bekommen. Portionsanzahl, Zubereitungszeiten, Nährwertangaben, Tipps und kleine Hinweise sind vorhanden. Bei den Zeitangaben könnte man diskutieren, aber ich habe inzwischen aufgegeben, mich von Rezepten unter Zeitdruck setzen zu lassen. Zudem kocht man ja Neues auch nicht unter Zeitdruck und probiert es nicht am Besuch aus, oder? Zumindest bei mir bekommen Gäste nur das serviert, bei dem ich weiß, ich schaffe es zeitlich und es schmeckt bombastisch. Eingeteilt sind die Rezepte in die Kapitel Pasta & Reis; Gemüse; Hülsenfrüchte & Getreide; Kartoffeln; Eier; Brot; Dips & Saucen. Die Rezepte sind bunt und ausgewogen, teils mit Fleisch, teils mit Fisch, teils vegetarisch, wenige auch vegan. Gekennzeichnet sind sie nicht. Dafür hält sich der Aufwand aber wirklich durchweg in Grenzen.

Die Fotos sind ehrlich und aussagekräftig. Seit mir ein KI-Kochbuch in die Hände gefallen ist, weiß ich echte Fotos noch mehr zu schätzen, als je zuvor. Weniger schön dagegen finde ich die vielen Fotos von der Autorin. Das schrappt haarscharf an Selbstdarstellung vorbei. Den Theorieteil am Anfang finde ich für Küchenneulinge nicht uninteressant, selbst brauche ich ihn aber eher nicht. Er nimmt leider auch fast ein Viertel des ganzen Buches ein. Da hätte ich weitere Rezepte doch bevorzugt, denn so viele sind 50 dann auch wieder nicht. Dafür findet sich am Ende neben dem Register nach Rezepten auch eines nach Zutaten. Das mag ich sehr.

Für mich ist dieses Kochbuch ideal für junge Familien und ungeübte Köche und Köchinnen. Auch für mich gab es das eine oder andere Rezept, das seinen festen Platz in unserem Speiseplan bekommen hat. Daher von mir vier direkt aus meinem Kochherzen kommende Sterne, trotz meiner Kritikpunkte.

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