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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2018

39 x Avocado anders

Avocado
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Die Ratgeber von GU bringen immer alles wunderbar auf den Punkt. Ich liebe Kochbücher, die themenbezogen sind. Rezepte zu und mit Avocados finden sich auch in Kochbüchern mit mediterraner Küche, aber da ...

Die Ratgeber von GU bringen immer alles wunderbar auf den Punkt. Ich liebe Kochbücher, die themenbezogen sind. Rezepte zu und mit Avocados finden sich auch in Kochbüchern mit mediterraner Küche, aber da muss man dann auch mehrere Bücher durchstöbern, um sie zu finden. Das vorliegende Buch versammelt 39 Rezepte rund um das Superfood, unterteilt in die Rubriken „Salate & Smoothies“, „Snacks & Suppen“, „Warmes zum Sattessen“ und „Desserts & Gebäck“. Somit ist für jede Gelegenheit und bestimmt auch für jeden Geschmack etwas dabei. Zudem erhält man viel Wissenswertes rund um die Avocado, von „Foodfacts“ über das richtige Vorbereiten (aufschneiden, drehen, entkernen, schälen, schneiden, säuern), Tipps und Tricks, die richtige Reife erkennen bis zu Kombinations-Tipps. Man erhält außerdem noch eine App, die man nutzen kann – für mich ein Feature, das ich nicht benötige.

Die Rezepte sind meist recht einfach nachzukochen. Die benötigten Zutaten sind fast durchweg leicht und überall zu bekommen, nur vereinzelt werden welche benötigt, die vielleicht nicht in jedem Supermarkt vorrätig sind. Die Gestaltung ist übersichtlich, die Erklärungen verständlich. Angaben zur Zubereitungszeit, den Kalorien, dem Eiweiß-, Fett- und Kohlehydrategehalt sind vorhanden und vegetarische Gerichte sind für das schnelle Auffinden extra gekennzeichnet. Mir besonders entgegen kommt, dass es für jedes Rezept auch ein Foto vom Ergebnis gibt. So bin ich restlos zufrieden und kann die vollen fünf Sterne geben.

Veröffentlicht am 27.08.2018

Zauberhaft!

Kluge Gedanken für kluge Katzen
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So klein das Büchlein ist, es macht eine riesige Freude. Die Zitate sind selbst für mich, die eine immense Katzenbuchsammlung hat, nicht komplett abgedroschen und hundertmal gelesen. Nur wenige davon sind ...

So klein das Büchlein ist, es macht eine riesige Freude. Die Zitate sind selbst für mich, die eine immense Katzenbuchsammlung hat, nicht komplett abgedroschen und hundertmal gelesen. Nur wenige davon sind mir schon hin und wieder begegnet. Das ist sehr erfreulich und erfrischend! Die Fotos sind alle „schon älter“, also nicht aus unserer Zeit. Sie sind in schwarz-weiß gehalten. Das mag ich ganz besonders, denn da lenken die Farben quasi nicht vom Motiv ab.

Einzig ein Bildnachweis fehlt mir. Ich hätte gern gewusst, wer die Fotos gemacht hat, vielleicht sogar eine Jahreszahl dazu, und auch wer darauf zu sehen ist, hätte mich interessiert.

Ich bin ein großer Fan von Büchern mit Fotos und Zitaten, ganz speziell dann, wenn sie sich rund um Katzen drehen. „Kluge Gedanken für kluge Katzen“ ist sehr gelungen und erfreut sicher jeden Katzenfan. Von mir bekommt es vier Sterne.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ein Vorschuljahr geht schnell vorbei

Die Elternsprecherin
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Jen ist Ende 40, hat einen wunderbaren Mann, zwei fast erwachsene, studierende Töchter und einen Vorschul-Sohn. So ein klein wenig hat sie auch eine Midlife-Crisis, denn sie stürzt sich mit doppelter Energie ...

Jen ist Ende 40, hat einen wunderbaren Mann, zwei fast erwachsene, studierende Töchter und einen Vorschul-Sohn. So ein klein wenig hat sie auch eine Midlife-Crisis, denn sie stürzt sich mit doppelter Energie in diverse Aktionen. Da wäre das Workout mit dem Personal Trainer, um an einem Schlammlauf teilzunehmen, aber vor allem die Tätigkeit als Elternsprecherin. Von der Zeit ihrer Töchter weiß sie, wie heftig das werden kann und diesmal will sie alles anders machen und die beste Elternsprecherin aller Zeiten werden. Dabei schießt sie gern mal übers Ziel hinaus, trifft den falschen Ton oder aber auch mitten ins Wespennest …

Das Buch beginnt rasant und zieht den Leser gleich mitten ins Geschehen. Jen ist voller überschüssiger Energie und macht keine halben Sachen. Das ist witzig und mitreißend, strengt aber auch irgendwann auf halber Strecke des Buches an. Vielleicht auch nur, wenn man nicht mehr Mitte 20 ist, sondern im Alter von Jen? Ich weiß es nicht. Mich jedenfalls hat Jens Hyperaktivität mit der Zeit wirklich arg angestrengt. Sie kämpft gegen Helikoptereltern, Spießer und den Alltagswahn, ich kämpfte gegen meinen aufkommenden Widerwillen an. So gern ich Jen anfangs mochte, so sehr hat sie mich auf weiten Strecken des Buches auch genervt.

Wunderbar die Menschen um sie herum. Alle mit Ecken und Kanten, einige auch mit Macken, die man geduldig ertragen können muss, aber viele mit sehr viel Geduld und Verständnis für Jen. Das merkt sie nur nicht in ihrem Übereifer. Das komplette Vorschuljahr stolpert sie so durch diverse Fettnäpfchen, in ein paar Fallen und durch ihr Leben. Das ist teils amüsant, aber laut lachen musste ich nicht wirklich oft.

Der Stil ist entsprechend – flott, energiegeladen, rasant, aber eben auch anstrengend. Ich habe für dieses Buch länger gebraucht, als für nicht mal 400 Seiten bei mir üblich ist. Wirklich schlecht ist das Buch dennoch nicht, eben einfach nur sehr kräftezehrend. Viele kleine Nebenschauplätze und Themen ergeben ein gesamtes Familienleben. Ein klein wenig „Desperate Housewifes“ steckt auch darin.

Fazit: Das Buch ist nicht sehr anspruchsvoll, mittelprächtig lustig, legt den Finger auf ein paar kleine Wunden – aber es beeindruckt nicht nachhaltig. Das macht bei mir dann drei Sterne.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Wenn eine moderne Oma 80+ Briefe schreibt …

Eine alte Frau ist doch kein WLAN!
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Humor ist immer so eine Sache. Der eine lacht über Mario Barth, der andere bleibt da total trocken. Ich zum Beispiel. Auch mag ich „Der kleine Nils“ nicht, diese Fake-Anrufe von einem angeblichen kleinen ...

Humor ist immer so eine Sache. Der eine lacht über Mario Barth, der andere bleibt da total trocken. Ich zum Beispiel. Auch mag ich „Der kleine Nils“ nicht, diese Fake-Anrufe von einem angeblichen kleinen Jungen. Das alles ist mir viel zu pump und unterstes Niveau.

Mathilde Jägers ruft nicht an, sie schreibt. Und zwar mit der Schreibmaschine. An so ziemlich alles und jeden, an Institutionen, an Firmen, an den DFB, an die Post, an Brauereien … Sie ist nicht gar so plump, sie ist nicht gemein. Ihre Briefe sind tatsächlich teils unfassbar logisch in ihrer Unlogik. Das hat einen unbestreitbaren Charme. Noch interessanter und lustiger sind jedoch die Antworten. Teils wird total ernst auf die Schreiben eingegangen, teils pikiert, teils „in gleicher Münze“, also mit einem zwinkernden Auge und ebenfalls witzig. Nicht alle Abgeschriebenen haben geantwortet – eine Auswahl davon findet sich ebenfalls auf der CD.

Insgesamt nicht schlecht, aber vom Hocker haut mich das leider nicht. Möglicherweise ist der Trick, pro Tag nur einen Brief mitsamt Antwort zu genießen. Am Stück ist es etwas dröge. Als Kolumne im Radio oder in der Zeitung stelle ich mir das wieder recht witzig vor.

Die Sprecher (Christiane Blumhoff als 83jährige Briefeschreiberin Mathilder Jägers, Julia Fischer und Herbert Schäfer für die Stimmen der antwortenden Personen) machen einen echt guten Job. Ob nun leicht hochnäsig, ein wenig ironisch oder liebevoll-besorgt, es ist ein Genuss, ihnen zuzuhören.

So komme ich zu dem Schluss, dass es darauf ankommt, wie man dieses Hörbuch hört. Ist nur nicht so einfach, die CD immer nur für ein Kapitel einzulegen, finde ich. So bleibt mir nur, mittlere drei Sterne zu geben. Nicht schlecht, aber auch nicht der Hit.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Durchweg tieftraurig

Weit weg und ganz nah
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Jess ist eine herzensgute Frau, obwohl sie nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens steht. Die Beziehung zum Vater von ihrer Tochter und Wunderkindes Tanzie ist zerbrochen, sie ist alleinerziehend. ...

Jess ist eine herzensgute Frau, obwohl sie nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens steht. Die Beziehung zum Vater von ihrer Tochter und Wunderkindes Tanzie ist zerbrochen, sie ist alleinerziehend. Da ihr Ex einen Nervenzusammenbruch hatte, lebt auch dessen Sohn Nicky bei Jess, denn seine Mutter ist mit „Big Al“ durchgebrannt. Außerdem ist da noch Norman, der riesige, stinkende Hund aus dem Tierheim, der bei den dreien wohnt. Jess tut alles, um die Kinder glücklich zu machen, doch so langsam steht ihr das Wasser bis zum Kragen. Da spielt ihr das Schicksal eine Menge Geld in die Hände. Was soll Jess tun? Das Geld könnte die Grundlage für Tanzies Wunschschule sein …

Die Beschreibung las sich typisch Joyo Moyes. Ich habe deshalb auch damit gerechnet, dass ich gefühlstechnisch gebeutelt werde. Aber eigentlich habe ich auch erwartet, viel und oft lachen zu können. Da wurde ich leider enttäuscht. Dieses Buch ist durchweg tieftraurig. Es geht extrem unter die Haut und bewegt zutiefst. Man denkt automatisch darüber nach, wo und wann man vorschnell über andere Menschen geurteilt hat. Man grübelt, wem man wie helfen könnte. Doch ist man einfach nur runtergezogen. Die Hoffnungsschimmer sind so selten und so kurz, das Düstere, die Rückschläge, die Tiefschläge so oft und so heftig, dass ich dieses Hörbuch in vielen „Sitzungen“ hören musste und immer wieder längere Pausen brauchte.

Die Figuren sind, wie für die Autorin typisch, sehr speziell. Diese Menschen würde man sofort erkennen, würden sie einem auf der Straße begegnen. Sich mit einer der Figuren zu identifizieren, ist entsprechend schwierig. Besonders Ed, der durch eine gedankenlose Tat in Schwierigkeiten gerät und dem sein vieles Geld das Leben bisher zwar angenehm gestaltet, aber doch kein Glück gebracht hat, ist alles andere als Durchschnitt. Was er tut, ist so außergewöhnlich, dass es schon unglaubwürdig ist. Ebenso ist aber auch Jess trotz all ihrer Stärke das ganze Buch hindurch gern mal sich selbst im Weg. Ab und an handeln alle Figuren etwas konfus und unlogisch. Vermutlich musste das so sein, um insgesamt dann da hinzukommen, wo die Story am Ende landet. Für mich war das aber etwas zu konstruiert und unlogisch.

Ich muss gestehen, dass ich erst weit am Ende das typische Moyes-Feeling bekommen habe. Das war sehr gut geschrieben und packte mich dann enorm. Aber das war leider schon arg spät und trotz aller Sympathie kann ich deshalb nur drei Sterne vergeben.