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Veröffentlicht am 03.03.2018

Der Weg durch das Tal der Trauer

Für immer ist die längste Zeit
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Die 17jährige Eve und ihr Vater Brady müssen mit dem Tod von Maddy, Eves Mutter, klarkommen. Diese ist vom Dach der Bibliothek von Eves Schule gestürzt. Niemand weiß, was geschehen ist, denn es gab weder ...

Die 17jährige Eve und ihr Vater Brady müssen mit dem Tod von Maddy, Eves Mutter, klarkommen. Diese ist vom Dach der Bibliothek von Eves Schule gestürzt. Niemand weiß, was geschehen ist, denn es gab weder Hinweise noch einen Abschiedsbrief. Um den beiden zu helfen, greift Maddy auf die ihr mögliche Weise von ihrer Schwebeposition zwischen hier und dort sanft ins Geschehen ein. Mann und Tochter empfangen ihre Signale. Nach und nach finden sie wieder einen Weg in ein halbwegs normales Leben. Aber Maddy hat einen bestimmten Plan und noch viel zu sagen …

Abby Fabiaschi hat es geschafft, mich mit ihrem Buch regelrecht zu umarmen und mich in meiner eigenen Trauer zu trösten. Dieses Buch geht so tief unter die Haut, lässt den Leser weinen und lachen, hallt tief und klar sehr lange nach – und macht sich unvergesslich. Meine Situation ist eine völlig andere als die von Brady und Eve, aber dennoch ist es Trauer. Wie man weiß, hört Trauer nie auf, aber sie verändert sich. Und da ist dieses Buch ein Trost, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hätte.

Die Autorin zeigt die verschiedenen Arten und Formen von Trauer und dem Umgang mit Krankheit, Tod und dem Schmerz, den man als Hinterbliebene empfindet. Die Charaktere im Buch könnten insgesamt unterschiedlicher nicht sein. Sie decken nahezu jede Variante ab und so findet man sich selbst auf alle Fälle auch wieder. Gerade die Stellen, an denen man lachen kann und darf, berühren am meisten, denn das Leben geht weiter, immer. Die Idee, Maddy aus dem Jenseits mitsprechen und miterzählen zu lassen, wodurch sie sagen kann, was sie gut und was sie weniger gut findet, ist einfach genial. So kommt die Sichtweise aus einer völlig unerwarteten Perspektive ins Spiel und regt den Leser automatisch an, seinen Blickwinkel einmal komplett zu verstellen.

Abby Fabiaschi lässt sowohl Maddy, als auch Eve und Brady zu Wort kommen. So werden fast alle Ereignisse aus drei Perspektiven erzählt und dargestellt: ein Hinweis darauf, dass alle Dinge von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden können und sollten. Es gibt einfach nicht die eine Wahrheit und man tut sich und seinen Mitmenschen einen Gefallen, wenn man seine eigene Sichtweise nicht als die allein gültige betrachtet. Gleichzeitig erfährt man viel über unterschiedliche Arten von Trauer, da es ebenfalls nicht die eine Art von Trauer gibt. Dass Trauer auch eine positive Seite haben kann und man daraus gestärkt und bereichert herausgehen kann, sie zum Leben gehört und nicht unterdrückt werden muss, man aber auch nicht darin versinken darf, ist eine weitere Aussage dieses so leisen, aber weisen Buches.

Wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird, immer größere Kreise auslöst, so ist es auch mit diesem Buch. Von einem kleinen Ausgangspunkt erwächst es konstant und sanft immer weiter zu einer großen Sache. So kommen nach und nach auch immer mehr Charaktere hinzu, ohne dass man als Leser überfordert wäre oder Namen verwechselt. Die Hauptfiguren verarbeiten ihre eigene Vergangenheiten und der Leser kann auch hier immer wieder sich selbst entdecken.

Mich hat dieses sanfte und doch so eindringliche Buch unbeschreiblich glücklich gemacht. Meine eigene Trauer hat sich nicht in Luft aufgelöst, aber sie hat einen neuen und anderen Stellenwert bekommen. Ich kann tatsächlich besser damit leben. Einzig der deutsche Titel gefällt mir nicht (auch das Cover passt nicht wirklich gut zum Buch). Doch hat „Für immer ist die längste Zeit“ sich schon nach wenigen Kapiteln in meiner „ewigen Liste“ auf einen Platz ganz weit vorne gearbeitet, wenn nicht sogar an die Spitze. Mein Highlight 2018 ist dieses Buch auf alle Fälle! Von mir: fünf Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Schweizer Thriller

Zu früh zum Sterben
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Der Stil ist sehr ausgeprägt „männlich“, finde ich. Das mag seltsam klingen, doch für mich ist hier stark ein Thema behandelt, das Männer mehr interessieren dürfte, als Frauen. Entsprechend ist die Wortwahl, ...

Der Stil ist sehr ausgeprägt „männlich“, finde ich. Das mag seltsam klingen, doch für mich ist hier stark ein Thema behandelt, das Männer mehr interessieren dürfte, als Frauen. Entsprechend ist die Wortwahl, der Stil allgemein, die Härte, die Kühle. Gut, es ist nicht so ganz mein Thema und auch nicht so meine Zeit (weder Kriegsjahre noch die Zeit direkt danach mag ich sehr in Büchern – auch nicht in Thrillern. Die Geschichten meiner Großeltern und Eltern aus dieser Zeit sind real und die möchte ich mir nicht durch Lektüre fiktiver oder teil-fiktiver Bücher „verderben“ lassen). Dennoch sind andere Themen „geschlechtsneutraler“, finde ich. Ringen und Schwingen sind nicht mein Fall, ich richte Häuser lieber ein, als sie zu bauen und entsprechend weiß ich zu wenig über Material und Zusammensetzung, möglichen Pfusch usw. am Bau. Auch wenn das Thema hier sehr anschaulich behandelt wird – meins isses nicht.

Thriller mit (teilweise) realem, wahrem Hintergrund finde ich persönlich meist auch sehr schwierig. Mir sind da dann Tatsachenberichte doch lieber. Interessant ist das Ganze auf alle Fälle, doch für mich eben nicht „maßgeschneidert“. In „Zu früh zum Sterben“ geht es neben Pfusch am Bunkerbau, der einen Prozess und Morde nach sich zieht, um einen fälschlich des Elternmordes Verurteilten, einen ganz speziellen Ermittler („Schweizer James Bond“) und Ermittlungen, die für ihn sehr gefährlich werden. Ein Plot, der gut aufgebaut ist, aber leider meinem Geschmack sehr wenig entspricht.

Ein wenig irritiert haben mich auch Ausdrücke und Satzgebilde, die mir recht fremd waren und die ich dem schweizer Hintergrund des Autors und der Figuren zuschreibe. Mich bremst das im Lesefluss. Sehr subjektiv, ist mir schon klar, aber ich möchte es erwähnen, da ich mir sicher bin, andere bemerken das auch und stören sich möglicherweise ebenfalls daran.

Der Thriller selbst ist nicht spannungslos, aber für mich eher ein Krimi. Einige Spitzen der Spannung sind zwar da, doch im Großen und Ganzen steht die Ermittlungsarbeit im Fokus. Sehr gut geschrieben, aber weniger Thriller als Krimi. Nach einem für mich sehr an die Nieren gehenden „Vorspiel“ startet der eigentliche Thriller dann aus der Ich-Perspektive von Ken Cooper. Diese Perspektive liegt mir am meisten, denn sie zieht mich mehr in die Handlung hinein. Doch Douglas lässt mich nicht so nah an die Figuren ran, dass ich mich besonders mit jemandem verbunden fühlen würde. Sogar Neidegger, dem übel mitgespielt wurde, kann ich nicht so viel Sympathie entgegen bringen, wie ich das gerne würde. Die meisten Figuren bleiben einfach zu blass, zu distanziert für mich.

Im Jahre 2018 ist es auf alle Fälle sehr erfrischend, ein Buch aus einer Zeit zu lesen, in der Computer, Smartphones und ähnliche technische Geräte noch nicht mal denkbar waren. Gute alte Ermittlungsarbeit, fast schon steinzeitlich, aber sehr spannend und gut geschildert.

Anders, als der Name des Autors vermuten lässt, ist er Schweizer. Durch seine Berufe verfügt er über Insiderwissen, das er in seinen Büchern sehr gut einzubringen versteht. Das macht sie besonders realitätsnah und entsprechend beängstigender. Sein Ermittler Cooper dürfte sein Alter Ego sein.

Eine Bewertung fällt mir schwer, da ich noch immer der Meinung bin, ein Mann als Leser versteht die Hälfte meiner Kritik gar nicht, weil Männer und Frauen eben anders ticken. Ich bin davon überzeugt, dass Männer mehr mit dem Buch anfangen können. Von mir gibt es aber nicht mehr als drei Sterne.

Veröffentlicht am 24.02.2018

Alle sieben Jahre

5 Tage im Sommer
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Emily ist nur kurz einkaufen, doch Will und die Kinder warten umsonst auf ihre Rückkehr. Zunächst scheint die Polizei Will nicht ernst zu nehmen, doch dann nimmt FBI-Agent Geary sich des Falles an. Er ...

Emily ist nur kurz einkaufen, doch Will und die Kinder warten umsonst auf ihre Rückkehr. Zunächst scheint die Polizei Will nicht ernst zu nehmen, doch dann nimmt FBI-Agent Geary sich des Falles an. Er hat herausgefunden, dass diese Tat in ein Schema passt. Wenn das stimmt, wird in fünf Tagen eins der Kinder von Will und Emily entführt werden …

Kate Pepper hat mich mit „Nur 15 Sekunden“ total gefesselt und beeindruckt. Deshalb habe ich „5 Tage im Sommer“ hören wollen. Allerdings – ich bin total enttäuscht! Es ist, als hätte dieses Buch eine völlig andere Person geschrieben. Die Tatsache, dass dieses Hörbuch von Johannes Steck gesprochen wurde, ändert dies leider nicht. Er macht einen echt guten Job.

Mir fehlt irgendwie der rote Faden. Das (Hör-)Buch erscheint mir sehr wirr und ich habe das Gefühl, als hätte Kate Pepper sich selbst einfach treiben lassen und hätte vor dem Schreiben kein Konzept, keinen Plan vom Buch gehabt.

Die Vorzeige- und Durchschnittsfamilie ist so angelegt, dass man sich sehr gut in sie hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren kann. Sie führen ein Leben, das angenehm und doch unauffällig ist. Umso härter dann der Schock, als alles anders wird. Die weiteren Figuren bleiben fast alle ein wenig farblos. So bleibt die Gruppe der möglichen Verdächtigen hübsch groß. Um die Spannung aufleben zu lassen, streut Kate Pepper immer mal wieder kleine Ereignisse ein, die besonders Frauen an die Nieren gehen dürften. Das wirkt, nutzt sich aber auch schnell ab und vor allem kann es die „Durststrecken“ zwischendurch einfach nicht ausgleichen.

Zudem gibt es einige Unstimmigkeiten oder auch unglaubwürdige Zufälle, die mir die Freude am (Hör-)Buch nehmen. Dass nach so vielen Jahren erst gewisse Dinge auffallen, erscheint mir nicht logisch. Auch handeln ein paar Personen dermaßen dumm, dass ich fast abgebrochen hätte. Die Auflösung hat mir dann leider auch weder gefallen noch Sinn für mich gemacht.

Ich bin komplett erstaunt, wie unterschiedlich diese beiden Hörbücher sind. Das habe ich so noch nie zuvor erlebt, dass mich ein Autor vom einen Ende der Skala bis zum anderen schwanken lässt. Deshalb fällt es mir umso schwerer, tatsächlich nur zwei Sterne zu geben.

Veröffentlicht am 24.02.2018

Vor der Praxis steht die Theorie

Meine gesunde Küche
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Die Rezepte sind gut beschrieben (sowohl im Allgemeinen als auch für die Zubereitung) und die Zutatenlisten sind übersichtlich zu lesen. Doch gibt es auch Zutaten, die man nicht unbedingt zu Hause hat ...

Die Rezepte sind gut beschrieben (sowohl im Allgemeinen als auch für die Zubereitung) und die Zutatenlisten sind übersichtlich zu lesen. Doch gibt es auch Zutaten, die man nicht unbedingt zu Hause hat und nicht in jedem Supermarkt bekommt. Heumilch ist in Deutschland nicht so leicht aufzutreiben. Dennoch sind die Rezepte sehr interessant und viele davon reizen zum Nachkochen. Wie gesund die Speisen im Vergleich zu herkömmlichen Rezepten sind, kann ich schlecht beurteilen. Doch ich empfinde die meisten Rezepte als ausgewogen und mit hochwertigen Zutaten zubereitet, können sie gar nicht anders, als gesund zu sein. Der Preis pro Gericht ist hier etwas höher als üblich, was eben an den Bio-Produkten und den hochwertigen Zutaten liegt. Damit kann ich leben!

Das Buch ist so aufgebaut, dass man mehr als 70 Seiten zunächst mal mit Theorie und Sachinformation konfrontiert wird. Danach kommen dann die eigentlichen Rezepte. Für viele davon benötigt man eine der drei „Fünf-Elemente-Suppen“ der Autorin, deren Rezept(e) natürlich auch im Buch zu finden ist/sind. Leider gibt es keine Rezepte für die Würzmischungen (nur eine Beschreibung, was verwendet wird, jedoch keine genauen Mengen). „Gemüse zum Einstreuen“ mache ich schon länger selbst, allerdings in einer etwas anderen Zusammensetzung, wie im Buch.

Etwas unpraktisch ist die Bindung. Das Kochbuch bleibt nicht offen liegen, sondern klappt immer wieder zu. Sprich: man muss etwas Schweres drauflegen, um die Rezepte nachzuarbeiten. Das ist etwas unerfreulich.

Auch die Unterteilung in die einzelnen Kapitel erscheint mir ein bisschen ungünstig. Sowohl vorne im Buch als auch hinten (Rezepteregister ist nicht alphabetisch sortiert) sucht man sich etwas schwindelig. Für alle Nicht-Österreicher fehlt auch ein Wörterbüchlein für die österreichischen Ausdrücke.

Abzüglich meiner Kritikpunkte bleiben 3,5 Sterne, die ich auf vier aufrunde.

Veröffentlicht am 23.02.2018

Für mich eher eine Broschüre

Balkonernte (Mein Garten)
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Das Buch ist in die Bereiche Gestaltung, Praxis und Porträts aufgeteilt. Hier gibt es dann jeweils die Unterteilungen „alles im Überblick“, „alles Wissenswerte“ und „alle Extras“. Man erhält über alles ...

Das Buch ist in die Bereiche Gestaltung, Praxis und Porträts aufgeteilt. Hier gibt es dann jeweils die Unterteilungen „alles im Überblick“, „alles Wissenswerte“ und „alle Extras“. Man erhält über alles grundlegende Informationen. Es ist klar, dass bei gerade mal 80 Seiten weiterführende Literatur unabdingbar ist. Doch für einen ersten Überblick ist dieses Buch recht ansprechend. Die Pflanzenporträts gefallen mir recht gut. Kurz und knapp, aber informativ, bringen sie schnell Information, ob die jeweilige Pflanze für einen selbst geeignet ist. Doch insgesamt ist dieses Buch schon für jene nichts, die bereits ein klein wenig „Vorwissen“ mitbringen.

Obwohl ich mein Smartphone liebe, nutze ich die KOSMOS PLUS-App nicht. Diese liefert weitere Informationen in Form von Filmen, Fotos und Tipps. Mir erschließt sich der Sinn nicht ganz: Entweder lese ich im Buch oder ich surfe im Netz. Die Kombination ist nicht so meins.

Insgesamt bin ich erstaunt – so kenne ich Kosmos eigentlich gar nicht. Das Buch ist eher eine ausführlichere Broschüre. Die Idee eines Minigartens ist super, doch fehlt sehr viel Information. Allein mit diesem Buch kommt man nicht wirklich weit. Sowohl Beilage als auch Adressen-Liste im Buch machen für mich den Eindruck, als sei dies ein Werbebüchlein. Schade! Deshalb auch nur drei Sterne.