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Veröffentlicht am 27.12.2017

Mein neues Lieblingsbuch für Brot & Co!

Bühne frei für Brot, Croissant, Baguette, Tarte, Quiche und Macarons
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Auch wenn ein Cover nicht immer für die Qualität des Inhaltes eines Buches steht, muss ich es hier erwähnen. Es ist wunderschön gestaltet mit dem schlichten Foto eines Brotes, in das man am liebsten beißen ...

Auch wenn ein Cover nicht immer für die Qualität des Inhaltes eines Buches steht, muss ich es hier erwähnen. Es ist wunderschön gestaltet mit dem schlichten Foto eines Brotes, in das man am liebsten beißen möchte. Das Wort „Brot“ ist ausgestanzt und mit dem goldfarbenen Deckblatt wirkt das dann einfach umwerfend. Und hier bekommt man dann tatsächlich das, was das Cover verspricht! Ein Buch, das nicht nur tolle Rezepte bietet, die sehr gut erklärt sind, sondern auch noch gut nachzuarbeiten sind und fast schon geling-sicher zu nennen sind.

Rezepte für Brotklassiker, besondere Brote, Kleingebäck & Kekse, Gourmet-Snacks und Patisserie finden sich in diesem genialen Buch. Ich liebe es, wenn ein gutes Foto des „Endproduktes“ beim Rezept zu finden ist (es schaden auch keine „Zwischenstufenbilder“, aber wichtig sind sie nicht). Das bekomme ich hier zunächst in der Rubriken-Vorschau/Übersicht und dann bei jedem Rezept. So schön werden meine Erstlinge selten, dennoch frustrieren die Fotos nicht, sondern spornen geradezu an, es so lange zu probieren, bis das Backwerk mindestens so toll aussieht!

Das Buch selbst ist fast schon ein Bildband, so hochwertig ist es gearbeitet. Die Rezepte starten immer mit einer kleinen Erklärung bzw. Geschichte zum Backwerk. Dann folgen Angaben zu Mengen/Zubereitungszeit/Kühlzeit/Backzeit/Gehzeit/Trockenzeit. Anschließend findet man die Liste für die Zutaten. Was mir hier besonders gefällt: es gibt sogar Angaben zur besten Wassertemperatur. Das kannte ich bisher noch nicht, fand es super interessant und stellte fest: es ist absolut effektiv! Die dann nötigen Schritte der Zubereitung sind jeweils klar getrennt gut beschrieben. Sehr schön auch die Profi-Tipps und der Experten-Rat, die sich immer mal wieder zu den Schritten finden.

Lange Gehzeiten bin ich bei vielen Hefegebäcken gewohnt. Auch meine bisherigen Brotteige gehen einen ganzen Tag. Die benötigten Zutaten für die Rezepte sind fast alle leicht zu bekommen. Wenige Ausnahmen kann man notfalls im Internet bestellen, wie beispielsweise das Mandelpulver. Erstaunlicherweise sind die Rezepte sehr viel einfacher zuzubereiten, wie die Namen der Backwaren und die wunderbaren Fotos vermuten lassen würden. Aber das ist natürlich sehr erfreulich!

Für mich, die super gern backt, aber nicht gern Teige knetet, ist perfekt, dass sie zumeist mit der Küchenmaschine geknetet werden. Sehr angenehm und kommt mir absolut entgegen. Die Ergebnisse machen überall Eindruck und mich fürchterlich stolz (auch wenn das eine Sünde ist). Auf die Kalorien sollte man tunlichst nicht achten – aber glücklicherweise sind sie auch gar nicht erst angegeben! Ja, ich bin total begeistert von diesem Buch und belohne es entsprechend mit den vollen fünf Sternen!

Veröffentlicht am 27.12.2017

Die Cartoons zum Energy-Drink aus Österreich

Wie der Bulle fliegen lernte
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Vor vielen Jahren schlug der „Energy-Drink“ Red Bull ein wie eine Bombe. Aus dem Ski-Urlaub brachten alle einige Dosen davon mit und der „Flieger“ wurde zum In-Getränk. Ist ja auch super lecker, pappsüß ...

Vor vielen Jahren schlug der „Energy-Drink“ Red Bull ein wie eine Bombe. Aus dem Ski-Urlaub brachten alle einige Dosen davon mit und der „Flieger“ wurde zum In-Getränk. Ist ja auch super lecker, pappsüß und fruchtig, gummibärig. Genauso eingeschlagen haben auch die Werbespots. Die Idee mit den Cartoons war und ist einfach toll im Zeitalter der animierten Zeichentrickfilme. Schlicht, einfach, effektiv!

In diesem Buch finden sich die Cartoons der von 1992 bis 2015. An viele erinnere ich mich noch lebhaft, einige sind mir völlig neu. Ob diese nur in Österreich ausgestrahlt wurden oder ich einfach nur zufällig nichts davon bemerkt habe, kann ich nicht sagen.

Wunderbar gemacht ist auch, dass von einigen Cartoons quasi einzelne Grundrisse gezeigt werden. Faszinierend, wie die Strips entstanden sind, aus welch einfachen Formen die typischen Figuren entstehen.

Dazu kommt der Red-Bull-typische Witz. Ob Rapunzel oder Leonardo, ob Petrus oder die Mafia – auf alles passt das beflügeln durch ein Getränk. Wunderbar, urkomisch und treffend zugleich. Mir machen die Cartoons auch im Buch irrsinnig viel Spaß, nicht nur als Spot! Schlichte Federzeichnung, wenige Farben, österreichischer Akzent – das ist typisch für die Cartoons von Red Bull.

In diesem Buch blättert man einfach gerne. Vor, zurück, durcheinander, chronologisch – und immer wieder zu den Lieblingsspots. Meiner ist „Rapunzel“. Welcher ist Ihrer? Ich gebe diesem „Bilderbuch“ von Herzen gerne die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 27.12.2017

Große Ereignisse in einem kleinen Dorf

Ein irischer Dorfpolizist
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In Duneen ist nichts los. Eigentlich. Zumindest scheint es so. Doch als bei Bauarbeiten menschliche Knochen gefunden werden, kommen Ereignisse hoch, die die Dorfruhe bis in die Grundfesten erschüttern. ...

In Duneen ist nichts los. Eigentlich. Zumindest scheint es so. Doch als bei Bauarbeiten menschliche Knochen gefunden werden, kommen Ereignisse hoch, die die Dorfruhe bis in die Grundfesten erschüttern. Mittendrin ein gemütlicher Dorfpolizist, der plötzlich aus seiner Gemütsruhe herausgerissen und mitten in ein ihm völlig fremdes Leben geworfen wird …

Dieser Krimi brilliert weniger mit Spannung, als mit einem famosen Bild von trügerischer Idylle eines kleinen Dörfchens, in dem man weder Dramen noch große Ereignisse zu finden glaubt. Doch unser tapferer Dorfpolizist PJ Collins, der sich selbst für dümmer hielt, als er in Wirklichkeit ist, deckt mit seinem großen Herzen einen uralten Fall auf – und stellt damit die großen Ermittler ganz leise und sanft in den Schatten. Nach und nach entwickelt sich aus einer scheinbar harmlosen Sache ein wahres Drama, fallen Masken und wenden sich Schicksale. So einigen Bewohnern Duneens wird klar, dass sie große Teile ihres Schicksals selbst bestimmen und auch noch jetzt ändern können, wenn sie denn wollen. Es ist, als wache Duneen aus einer Art Dornröschenschlaf auf – aber nicht aufgrund eines Kusses, sondern aufgrund eines lange zurückliegenden Mordes.

Dies ergibt dann eine Geschichte, die in sich sehr stimmig und super interessant ist, aber die gewohnte Krimispannung missen lässt. Das meine ich gar nicht negativ – es hat sehr viel Spaß gemacht, dem sympathischen PJ, der liebenswerten Brid, den etwas schrägen Ross-Schwestern, der überfürsorglichen Haushälterin Mrs. Meany und all den anderen Figuren dieses Buches zu folgen.

Man entwickelt rasch Sympathien für alle Dorfbewohner. Sogar für diejenigen, die nicht wirklich liebenswürdig sind auf den ersten Blick. Auch Fehler machen einen Menschen aus und Norton schafft es, die Menschlichkeit der Fehler herauszustellen. Dadurch ist das Tempo zwar nicht gerade rasant, aber dennoch ist das gesamte Buch ohne Längen. Ton und Vokabular des Buches sind sanft und bezaubernd, lassen den Leser auch am Ende mit einer gewissen Melancholie im Herzen zurück.

Der Protagonist der Geschichte, Sergeant PJ Collins, ist der einzige, der nicht Zeit seines Lebens in Duneen lebte. Somit scheint er auch der einzige zu sein, der die Zusammenhänge nicht schon kennt und erst herausfinden muss. Und obwohl das ganze Dorf bescheid zu wissen scheint, müssen auch den Bewohnern so mache Augen geöffnet werden. PJ ist für Duneen und seine Bewohner/innen wichtiger, als er selbst je angenommen hätte.

Dass der Autor Großbritanniens bekanntester Talkmaster ist und mit „Ein irischer Dorfpolizist“ sein Debüt vorlegt, ist kaum zu glauben! Dieser Krimi ist so völlig anders. Gerade deshalb hat er mich begeistert und bewegt. Norton legt den Finger in die Wunde, zeigt auf, dass das Äußere nicht mit dem Inneren übereinstimmen muss und hält dem Leser die gängigsten Vorurteile unter die Nase. Sehr gelungen, sehr humorvoll, sehr britisch und absolut lesens- bzw. hörenswert. Fünf Sterne!

Veröffentlicht am 27.12.2017

Erste Schritte zur Pilzbestimmung

Das große kleine Buch: Schwammerlzeit!
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Bevor die besten Speisepilze genau beschrieben werden, gibt es erst mal super Info rund um Pilze allgemein, über Pilze im Wald, in der Küche, über ihre Biologie, Gesetze, die Ausrüstung von Pilzsammlern, ...

Bevor die besten Speisepilze genau beschrieben werden, gibt es erst mal super Info rund um Pilze allgemein, über Pilze im Wald, in der Küche, über ihre Biologie, Gesetze, die Ausrüstung von Pilzsammlern, das Haltbarmachen, Pilze in der Ernährung und allgemein Merkmale von Pilzen. Das finde ich sehr informativ und wichtig.

Zwar möchte ich dennoch nicht allein im Wald Pilze suchen, aber mit diesem Büchlein fühlt man sich dann doch ein wenig sicherer und unterstützt. Die Erklärungen zu den einzelnen Sorten und mit welchen giftigen Pilzen sie verwechselt werden können, sind kurz und knapp, aber das Wichtigste ist gesagt. Super! Ich mag im Wald ja nicht bei jedem einzelnen Pilz stundenlang erst mal lesen!

Zu jedem aufgeführten Pilz gibt es dann Infos rund um Merkmale, Fundorte, Namenskunde, Doppelgänger und die Verwendung in der Küche. Am Ende finden sich noch drei Rezepte und Tipps mit weiterführender Literatur. Zudem ist auf der letzten Seite Platz für Einträge (Pilzart, Fundort, Datum). Rundum also ein tolles, handliches Minibuch für unterwegs!

Diese Serie der „Kleinen großen Bücher“ begeistert mich total. Eine tolle Idee, um sich selbst und anderen immer mal wieder eine kleine Freude zu machen!

Veröffentlicht am 27.12.2017

Die innere Leere

Der gefährlichste Ort der Welt
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Erwachsenwerden ist immer eine große Aufgabe und nicht jeder ist ihr gewachsen. Kids können grausam sein. Sie finden schnell ihre Opfer und das ist heute noch extremer, als es früher war, denn die modernen ...

Erwachsenwerden ist immer eine große Aufgabe und nicht jeder ist ihr gewachsen. Kids können grausam sein. Sie finden schnell ihre Opfer und das ist heute noch extremer, als es früher war, denn die modernen Medien verbreiten Gemeinheiten flächendeckend und das in Windeseile. Tristan Bloch ist den Auswirkungen nicht gewachsen und er nimmt sich das Leben. Wirklich schuld fühlt sich von den Kids niemand daran. Doch fünf Jahre später ist Tristan noch immer mehr oder weniger in den Gedanken der Kids vertreten. Und fünf der Beteiligten von damals sind auf ihre Weise Opfer geworden. Von ihren Blickpunkten aus erfährt der Leser, wie das Leben nach diesem dramatischen Vorfall in Mill Valley weiterging und welche Kämpfe sie auszufechten hatten oder haben an ihrem gefährlichsten Ort der Welt.

Lindsey Lee Johnson rechnet gnadenlos mit den modernen Medien und der lockeren Einstellung der heutigen Kids, der lockeren Moral und dem Versagen von Eltern und Lehrern ab. Sie appelliert auf ihre Weise an den Leser, wieder mehr auf andere und das eigene Verhalten zu achten. Dabei erhebt sie dennoch keinen moralischen Zeigefinger. Sie schafft es, eine gewisse Melancholie zu transportieren, die von sich aus bewirkt, dass man empathischer wird.

Auch früher wurde sich über Liebesbriefe lustig gemacht, wenn sie vom „Falschen“ kamen. Doch solche extremen Auswirkungen wie heute hatte das nie. Allein die Vorstellung, dass sich da Leute mit einklinken, die die Beteiligten gar nicht kennen, übersteigt mein Verständnis. Aber wie sorglos Teenager und Jugendliche mit den sozialen Medien umgehen, obwohl schon extrem oft über Selbstmorde nach solchen Mobbing-Aktionen berichtet wurde, ist mir unbegreiflich. Umso wichtiger finde ich dieses Buch.

Nach dem Lesen bin ich tief bewegt, auch wenn das meiste des Gelesenen, die Lebensgeschichten der Figuren also, schon wieder ziemlich aus meinem Gedächtnis verschwunden ist. Was bleibt, ist das Wissen, dass die Kids alle auf ihre eigene Weise einen Berg Probleme haben. Inwieweit Tristans Handeln damit verbunden ist, bleibt nur zu spekulieren. Doch bin ich mir sicher genau dieses Gefühl wollte Lindsey Lee Johnson auch vermitteln: die Unwichtigkeiten der einzelnen Lebensgeschichten, die Wichtigkeit des richtigen Handelns und die Extreme, die aus Handlungen erwachsen können.

Mich hat das Buch bewegt und aufgerüttelt. Es ist keine leichte Lektüre, aber es ist gute Lektüre. Vier Sterne gebe ich, weil ich im letzten Drittel kurz das Interesse verloren habe. Vielleicht hätten vier Lebensgeschichten gereicht statt fünf. Dennoch – lesenswert!