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Veröffentlicht am 03.10.2017

Fakten und Zahlen – weitgehend für den amerikanischen Raum

Der Tiger in der guten Stube
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Abigail Tucker hat in ihrem Buch sehr viele belegbare Fakten zusammengetragen. So ist es eher eine wissenschaftliche Abhandlung, denn ein Buch für Katzenliebhaber zur Unterhaltung. Die vielen süßen kleinen ...

Abigail Tucker hat in ihrem Buch sehr viele belegbare Fakten zusammengetragen. So ist es eher eine wissenschaftliche Abhandlung, denn ein Buch für Katzenliebhaber zur Unterhaltung. Die vielen süßen kleinen Skizzen im Buch passen zu den Texten und lockern es ein wenig auf, doch insgesamt liest es sich dann doch etwas zäh und trocken.

Einen Platz in meiner Katzenbuchsammlung hat es sich dennoch verdient, denn auch einige nette, amüsante Erlebnisse der Autorin mit Katzen sind enthalten und hin und wieder mag man doch mal gerne etwas genauer nachlesen. Auch ist es erstaunlich, wie sich im Laufe der Jahre die Erkenntnisse doch immer mal wieder leicht bis stark verändern. Sach- und Fachbücher über Katzen finden sich in meiner Sammlung auch und der Vergleich ist oft sehr interessant. Das Gros meiner Sammlung besteht aber aus allen anderen Genre – und dieses Buch hier ist nun quasi eine Art Bindeglied.

Dass mancher Katzenfreund seine Katzenliebe übertreibt, weiß sogar ich und ich bin immer wieder entsetzt, wenn Katzen quasi als Kindersatz gehalten werden. Mich persönlich fasziniert das natürliche, echte Wesen der Katzen. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn sich eine Katze aus freien Stücken eng dem Menschen anschließt. Dieses Buch erinnert den Leser immer wieder daran, dass eine Katze ein kleines Raubtier ist, kein Plüschkuscheltier. Das finde ich wichtig und gut – doch ist das Buch insgesamt doch recht trocken und die Gefahr sehr groß, dass es gar nicht erst ganz gelesen wird.

Dennoch … insgesamt bleibt das Buch für mich „farblos“. Es ist gut, es ist anders als andere Katzenbücher, aber es hinterlässt nicht einen so tiefen Eindruck, wie es andere Bücher tun. Zudem sind viele der Zahlen und Fakten weniger für den Europäischen Raum interessant, da sie sich rein um die USA drehen. Dass Katzen Vögel fangen und (zumeist) fressen, ist eine Tatsache – dennoch werden die Singvögel dadurch nicht aussterben. Klingt hier aber ziemlich danach.

Insofern bleiben von mir hier drei Sterne.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Liebe geht durch den Magen

Pasta Mista 1: Fünf Zutaten für die Liebe
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Liv fällt aus allen Wolken, als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie einen neuen Freund hat. Und dass dieser aus Italien ist und in wenigen Minuten mitsamt seinen Zwillingen vor der Tür stehen wird, damit ...

Liv fällt aus allen Wolken, als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie einen neuen Freund hat. Und dass dieser aus Italien ist und in wenigen Minuten mitsamt seinen Zwillingen vor der Tür stehen wird, damit sie alle zusammen essen gehen können. Als wäre das nicht schlimm genug, sehen „die Italiener“ alle super gut aus und Liv verknallt sich auf der Stelle in Angelo. Aber wird sie ihren ersten Kuss tatsächlich von diesem Sahneschnittchen bekommen? Oder kommt sie doch noch mit ihrer alten Flamme Jason zusammen? Oder doch vielleicht lieber der kochbegeisterte Nick?

Ich gehöre eher zur Altersgruppe von Roberto, dem neuen Lover von Julia, Livs Mutter. Dennoch lese ich gerne Jugendbücher. „Pasta Mista“ liest sich super schnell und lockerflockig weg, was leider auch daran liegt, dass es wenig Tiefgang hat. Es gibt jede Menge witzige Szenen und Situationen, die typisch für Teenager in der Pubertät sind. Dennoch gibt es so einiges, das mich sozusagen auf Abstand hält. Liv hat super witzige und liebe Freundinnen, dennoch fühlt sie sich ständig alleingelassen. Ja, Julia hätte eindeutig früher mit ihr über ihre neue Beziehung sprechen müssen, ganz klar. Doch auch Liv hält es nicht wirklich für nötig, mit anderen zu sprechen – und schon gar nicht, ihnen überhaupt zuzuhören. Sie fällt ein Urteil und das ist dann in Zement gemeißelt. Schade! So macht sie sich nicht so sympathisch, wie sie sein könnte. Dass sie jedes Fettnäpfchen trifft, ist sehr unterhaltsam – und manchmal geschieht es ihr auch recht.

Julias große Leidenschaft ist das Kochen. Das Thema wird immer wieder angeschnitten, könnte meiner Meinung nach aber auch gern etwas stärker aus- bzw. eingebaut werden. Das Kochen verbindet sie mit ihrem potenziellen Stiefvater und schon das sollte ihr eigentlich Grund zur Freude geben: immerhin übersetzt er unter anderem Kochbücher und ist bereit, ihr viele Tipps zu geben.

Dennoch macht die Geschichte Spaß. Einige Wendungen und Verwicklungen sind – zumindest für Erwachsene – recht vorhersehbar, dennoch sind sie gut gemacht. Vor allem legen sie Fäden aus, die in den kommenden Bänden gut weitergeknüpft werden können. Da ist noch viel Potenzial und ich bin sehr gespannt, wie es im nächsten Herbst weitergehen wird. Ja, trotz meiner Krittelei möchte ich auf alle Fälle lesen, wie es mit Liv, Angelo, Sonia, Roberto, Julia, Franzi, Pauline und Nick weitergehen wird. Der Auftakt einer Reihe ist gern etwas holpriger, da zunächst mal alle Beteiligten vorgestellt werden müssen.

Einen Stern ziehe ich ab, so bleiben noch immer vier solide Sterne übrig. Die Lovestory zwischen Julia und Roberto macht das Buch auch für die Elterngeneration lesbar und interessant. Ein Buch für Mütter und Töchter also!

Veröffentlicht am 02.10.2017

Gar nicht britisch!

Deadline
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Andrea Devern, verwitwet und alleinerziehend, ahnt nicht, welcher Horror über sie einbrechen wird, als sie ins dunkle Haus kommt. Die Alarmanlage ist aktiv, also kann nichts passiert sein. Oder etwa doch? ...

Andrea Devern, verwitwet und alleinerziehend, ahnt nicht, welcher Horror über sie einbrechen wird, als sie ins dunkle Haus kommt. Die Alarmanlage ist aktiv, also kann nichts passiert sein. Oder etwa doch? Der Anruf macht klar: sie wird einen Albtraum durchleben, denn ihre Tochter ist entführt und die Kidnapper verlangen eine halbe Million Pfund. Wer weiß, dass sie diese Summe aufbringen kann? Sie wendet sich an ihren Ex-Lover Jimmy, der nicht nur ein Ganove, sondern auch der wahre Vater von Emma ist. Als dieser von den Kidnappern brutal ermordet wird, tritt die Polizei, die Andrea unbedingt raushalten hat sollen, automatisch auf den Plan. Und einer der Ermittler ist Mike Bolt, ebenfalls ein Ex-Lover von Andrea …

Von einem britischen Autor erwartet man im Allgemeinen einen typischen britischen Krimi. Hier bekommt man den schon – aber wie auf Speed! So flott und rasant, so actionreich und dramatisch, wie ich es bei einem britischen Schriftsteller noch nicht erlebt habe! Wow! Kernick betont stets, dass er bei echten Polizisten einer Spezialeinheit recherchiert. Doch hätten seine Romanhelden negative Eigenschaften, die nicht seinen Recherchen entspringen. Diese Eigenschaften aber sind es, die mir an seinen Figuren unheimlich gut gefallen. Sie sind wirklich ganz besonders übel drauf, aber dadurch auch spannend, faszinierend und bringen einen Schwung in die Story, der den Leser unweigerlich mitreißt.

Die Wendungen sind teils extrem überraschend, aber mir gefallen sie dennoch. Auch einige sehr – nennen wir es: weniger intelligente Entscheidungen seiner Figuren sorgen für Spannung und stören mich daher nur marginal. Die Auflösung ist zumindest für mich überraschend und das Ende für einen Krimi nicht wirklich typisch. Gefällt mir! Einzig der Prolog war nicht so ganz nach meinem Geschmack, weil er mich anfangs doch stark abgelenkt und verwirrt hat.

Johannes Steck hat dieses Hörbuch wunderbar eingelesen. Seine Art, für gewisse Charaktere seine Stimme entsprechend zu verstellen, ist genial. Alles passt absolut gut zusammen. Ihm zuzuhören, macht einfach Spaß.

Ich hatte eine geniale Hörzeit mit „Deadline“ und werde Simon Kernick auf meine Liste der Autoren setzen, von denen ich unbedingt noch mehr hören und lesen möchte. Von mir bekommt dieses Hörbuch vier Sterne!

Veröffentlicht am 01.10.2017

Kunst in den Städten

Lonely Planet Bildband Street Art
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Es gibt Graffiti und es gibt Graffiti – das eine ist Geschmiere, das andere Kunst. Überall kann man tolle kleine oder große Kunstwerke sehen. Leider stellen noch immer sehr wenige Firmen und Gebäudeinhaber ...

Es gibt Graffiti und es gibt Graffiti – das eine ist Geschmiere, das andere Kunst. Überall kann man tolle kleine oder große Kunstwerke sehen. Leider stellen noch immer sehr wenige Firmen und Gebäudeinhaber ihre Wände für diese Kunst zur Verfügung. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass in einigen Jahren mehr Flächen unsere Augen mit toller Kunst erfreuen werden.

Lonely Planet hat in diesem Buch eindrucksvolle Beispiele zusammengestellt. Weltweit ist diese Kunst vertreten und anzufinden. Manche der Kunstwerke sprechen den Betrachter sofort an, andere wären ein wenig erklärungsbedürftig. Diese Erklärungen finden sich im Buch leider nicht, dafür aber eine Menge Infos über die Künstler, Locations und Festivals.

Nach der Lektüre geht man ganz anders durch die Städte – ganz gleich, ob in der Heimat oder im Urlaub! Man achtet viel mehr auf diese Wandbilder und sucht sie schon automatisch. Ich jedenfalls freue mich jetzt mehr an den tollen Graffitis und hoffe, dass die Schmier-Varianten nach und nach weniger werden und die Verursacher mal richtig schöne Bilder kreieren.

Die Fotos sind wunderbar und die Interviews mit einigen der Künstler sehr informativ und interessant. Mir gefällt „STREET ART“ sehr gut. Vor jeder Reise einmal nachgesehen, welche Plätze es im Urlaubsland gibt, die man auf der Suche nach tollen Bildern unbedingt aufsuchen sollte – schon hat man ein weiteres tolles Tagesprogramm.

Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen – das hätte ich so gar nicht erwartet! Super informativ, super schöne Abbildungen! Macht bei mir dann auch fünf Sterne.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Zeitlos schöne Geistergeschichten

Geistergeschichten weltberühmter Autoren
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In dieser Box finden sich eine Reihe Geistergeschichten, die zwar schon sehr alt sind, aber noch immer einen Zauber mit sich bringen, den viele der heutigen Geschichten dann doch vermissen lassen. Von ...

In dieser Box finden sich eine Reihe Geistergeschichten, die zwar schon sehr alt sind, aber noch immer einen Zauber mit sich bringen, den viele der heutigen Geschichten dann doch vermissen lassen. Von Edgar Allan Poe über Oscar Wilde bis zu Sir Arthur Conan Doyle sind hier viele berühmte Autoren vertreten. Auf 8 CDs finden sich 9 Geschichten, von 6 bis 196 Minuten Länge ist alles vertreten.

„Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde begleitet mich schon viele Jahre. Ob als Buch, als Film oder als Hörbuchversion - ich liebe sie alle! Hier liest Oliver Rohrbeck und obwohl ich ihn sehr gern als Sprecher mag, will er für mich hier nicht ganz so gut passen, dennoch hatte ich viel Spaß mit einer meiner liebsten Geschichten, die zwar gruselig, aber auch sehr witzig ist.

„Eine Geistergeschichte“ von Mark Twain wird von Andreas Fröhlich gelesen und ist 23 Minuten lang. Der Geist des Riesen von Cardiff ist müde und möchte Ruhe und Frieden finden, doch dazu muss sein Laib endlich bestattet werden. Deshalb spukte er im Museum herum, doch um Mitternacht ist ja niemand dort. Also hat er sein Tätigkeitsfeld verlagert und landete beim Erzähler der Story …

„Geistererscheinung“ von Heinrich von Kleist wird von Stefan Kaminski gelesen. Sie ist mit 11 Minuten sehr kurz, aber auch überraschend.

Die kürzeste Geschichte ist „Der fliegende Holländer“ von Ludwig Bechstein mit 6 Minuten. Konrad Beikircher liest sie sehr gekonnt.

Wilhelm Hauffs „Die Geschichte von dem Gespensterschiff“ wird von meinem Lieblingssprecher Frank Arnold gelesen. Sie ist knackige 26 Minuten lang und erzählt von mutigen Seeleuten, die den Geistern zur Seelenruhe verhelfen wollen.

„Der Horla“ von Guy de Maupassant wird von René Wagner gelesen und hat eine Länge von 68 Minuten. Im Tagebuchstil erzählt der Protagonist von einem Geist, der ihm die Lebenskraft nachts aussaugt.

Oliver Rohrbeck liest auch „Der Untergang des Hauses Usher“ von Edgar Allan Poe. Hier passt seine Stimme und seine Art zu lesen super gut. Der Erzähler besucht seinen alten Freund, um ihm in seiner Krankheit beizustehen und erlebt Dinge, die über die gesunde Vorstellung hinausgehen. Die Story läuft 55 Minuten.

Johannes Steck lieh dem Erzähler von Isaaks Geschichte 60 Minuten lang seine Stimme. Wilkie Collins „Die Traumfrau“ erzählt von Isaak, der von einer Frau träumte, die ihn erstechen wollte. Kurz darauf heiratet er, doch die Ehe ist unglücklich und tatsächlich versucht seine Frau, ihn zu erstechen. Isaak flieht, doch kann er nicht mehr schlafen und Ruhe findet er auch keine …

Die längste Geschichte ist mit 196 Minuten „Der Hund von Baskerville“ von Sir Arthur Conan Doyle und sie wird von Hubertus Gertzen gelesen. Sir Henry fürchtet um sein Leben, denn auf ihm lastet der Fluch der Baskervilles. Er beauftragt Sherlock Holmes, ihm zu helfen. Dieser entdeckt Spuren eines riesigen Hundes. Sein Interesse ist geweckt und er macht sich mit Dr. Watson an die Lösung des Geheimnisses.

Diese Box bietet eine tolle Mischung an Gruselgeschichten mit viel Abwechslung. Ob am Stück gehört oder in kleinen Etappen – man hört super gern zu und Langeweile kommt in keinem Augenblick auf. Insgesamt 442 Minuten feinste Unterhaltung bekommen von mir ganz ohne Frage die vollen fünf Sterne!