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Veröffentlicht am 21.01.2017

Der Anfang ist genial, aber dann ...

Passagier 23
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Seit seine Frau und sein Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden sind, ist Martin Schwartz durchgeknallter verdeckter Ermittler. Seine psychologische Ausbildung in Kombination mit seinem Trauma ...

Seit seine Frau und sein Sohn auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden sind, ist Martin Schwartz durchgeknallter verdeckter Ermittler. Seine psychologische Ausbildung in Kombination mit seinem Trauma lässt ihn die Dinge anders angehen. Als die Thrillerautorin Gerlinde Dobkowitz, die sich dauerhaft auf dem Schiff eingemietet hat, ihn an Bord der Sultan of the Seas ruft, weil sie angeblich Beweise dafür hat, was mit seiner Familie geschehen ist, glaubt er nicht so recht daran, aber etwas treibt ihn hin. Und tatsächlich: ein Mädchen ist nach Wochen tatsächlich wieder aufgetaucht – ein zurückgekehrter Passagier 23. Doch sie spricht kein einziges Wort, allerdings hat sie den Teddy von Martins Sohn fest umklammert. Martin bleibt auf dem Schiff und gräbt immer tiefer in den Abgründen der menschlichen Psyche …

Es ist schon seltsam – ich habe einige Bücher dieses Autors gelesen und bin noch immer nicht sicher, ob er nun schreiben kann oder nicht. Mal finde ich ein Buch total gelungen, überzeugend und packen, dann enttäuscht er mich wieder komplett. Dieses Buch hier gehört zu denen, die eigentlich einen tollen Plot haben. Aber leider hat Fitzek hier die besten Möglichkeiten einfach ausgelassen. Statt mit einer echt guten Idee zufrieden zu sein und diese gut auszubauen, schießt er immer wieder übers Ziel hinaus, indem er noch eins draufsetzt und noch eins – und damit dann absolut unglaubwürdig wird. Beim Hörbuch fehlt (leider?) unter anderem der Epilog. Der ist noch mal ein Schlag obendrauf, der nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Allerdings ist er wohl der Grund dafür, warum so viele Leser behaupten, man möge nach diesem Buch keine Kreuzfahrt mehr machen. Nun, ich habe noch immer keine Angst davor – zumal ich diese Behauptung nicht verstehen kann. Gerade wenn man das Buch gelesen hat, sollte man keine Angst mehr haben. Nun denn.

Martin Schwartz ist ein Protagonist, für den man noch Verständnis aufbringen kann. Dennoch ist er ein wenig zu sehr James Bond und McGyver in Personalunion. Anouk ist eine Figur, die sehr schnell an Glaubwürdigkeit verloren hat. Auch die anderen Protagonisten sind viel zu überzeichnet. Ganz schlimm war für mich beim Hörbuch, dass der Sprecher Simon Jäger, den ich an sich sehr gerne höre, den österreichischen Slang nur grauenhaft hinbekam.

Die Wendungen im Laufe der Story kamen teils recht gut, dann aber eben zu aufgesetzt an. Weniger wäre sehr viel mehr gewesen. Schade! Man hätte aus dem überflüssigen Material locker einen zweiten Plot basteln können. Ein wenig ausgebaut, ohne Übertreibungen und schon wäre ein weiterer Fitzek gebastelt gewesen. Gut wäre auch gewesen, wenn nicht wirklich alle Personen in dieser Story komplett negativ motiviert gewesen wären. Nicht eine Figur ist positiv, freundlich, nett, liebevoll. Das ist mir zu einseitig.

Fitzek nutzt eine ganze Palette von Stilelementen – auch hier leider überreichlich. Die Erzählstränge mit Naomi reißen nicht gerade komplett aus dem Lesefluss, sind aber auch nicht überzeugend. Sie versorgen die Story mit Cliffhangern. Zwar machen sie rückblickend einen Sinn, doch empfinde ich sie als too much.

Wieso Sebastian Fitzek so unterschiedliche Qualität liefert, die Verlage nicht eingreifen und Masse wichtiger als Klasse zu sein scheint, erschließt sich mir nicht so ganz. Dennoch werde ich einen weiteren Fitzek-Versuch wagen – allerdings hat meine Geduld und Experimentierfreudigkeit dann irgendwann auch mal ein Ende. Für dieses (Hör-)Buch kann ich aufgrund der wirklich guten Ansätze (die sogar meinen Mann gefesselt hatten) drei Sterne geben. Im letzten Drittel ist einfach zu viel Abgehobenes und Unwahrscheinliches eingefügt worden, das dem Ganzen den Sinn und echten Thrill raubte.

Veröffentlicht am 18.01.2017

Die Spiele der Reichen und Mächtigen

Spielzeit
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Ein weiterer Fall für Sam O’Connor – in London wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die einzige Spur ist ein im Matsch gefundenes Foto, das von diesem Mann gemacht worden scheint. Darauf ...

Ein weiterer Fall für Sam O’Connor – in London wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die einzige Spur ist ein im Matsch gefundenes Foto, das von diesem Mann gemacht worden scheint. Darauf ist eine geköpfte Frau zu sehen. Sam soll mit Clair Moyer den Fall lösen, da wird er von Europol abberufen. In einem Theater in Bad Hersfeld in Deutschland stirbt die Schauspielerin Maribel in ihrer Rolle als Julia – am Gift in der Phiole. In beiden Fällen tun sich Abgründe auf und Sam ahnt nicht, wie entsetzlich die Wahrheit ist …

Tanja Pleva hat hier ein Thema aufgegriffen, das ein wirklich heißes Eisen ist und über das viele Gerüchte existieren. Solange diese nicht offiziell bestätigt werden, möchte ich persönlich nicht darüber spekulieren. Aber auch als reine Phantasie ist die Vorstellung schlimm genug.

Die Protagonisten haben anfangs scheinbar so gar nichts miteinander zu tun. Wer wie und warum mit was genau zusammenhängt, entwickelt sich mit der Zeit. Dabei steigert sich die Spannung unmerklich immer mehr. Somit ist kein Kapitel langweilig – im Gegenteil, die Cliffhanger sind extrem und immer wieder gibt es noch eins drauf. Jeder einzelne Strang steckt voller Spannung.

Die Beschreibung der Umgebung ist an allen Schauplätzen sehr gut gelungen. Wer die Vorgängerbände kennt, freut sich auf Juri. Der kommt relativ spät in der Story an. Auch wer die Bände Gottesopfer, Totenpech, Orchideenstaub und Puppenspiele nicht gelesen hat, findet gut in die Story und wird auch nicht vor Rätsel gestellt. Die Fälle sind immer in sich abgeschlossen.

Es fließt sehr viel Blut in diesem Band und die Art der Tötungen ist mehr als grausam. Das ist nichts für zartbesaitete Leser! Dabei ändert man immer mal wieder seine Meinung über die Protagonisten, weiß sie nicht genau einzusortieren und möchte immer mal wieder eingreifen. Die Ereignisse entwickeln sich sehr schlüssig und in sich stimmig, was den Thrill noch mal erhöht. Trotz der recht großen Anzahl an Figuren kann man sie gut auseinanderhalten und den einzelnen Strängen zuordnen.

Der Schluss ist eine absolute Überraschung und hat mich kalt erwischt. Super gut gemacht! Ich liebe diese Art Überraschungen!

Auch dieser Band mit Sam O’Connor hat mich wieder gefesselt. Mir gefällt, dass hier die Hauptfigur menschlich bleibt und keine Superkräfte entwickelt, sondern auch mal etwas abbekommt. Das macht das Buch noch realitätsnäher und geht entsprechend unter die Haut. Die ausgeklügelten Details faszinieren mich immens.

Wieder einmal hat mir Tanja Pleva mit einem Sam-O’Connor-Thriller wunderbare Lesezeit bereitet. Das belohne ich gerne mit den vollen fünf Sternen!

Veröffentlicht am 12.01.2017

Vater und Sohn

Unser allerbestes Jahr
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Diese Story dreht sich tatsächlich um den Autor und seinen Sohn. David Gilmour, geschieden und mehr Gelegenheits-Autor, -Filmkritiker und –Journalist, steht vor dem Problem, dass sein 16jähriger Sohn die ...

Diese Story dreht sich tatsächlich um den Autor und seinen Sohn. David Gilmour, geschieden und mehr Gelegenheits-Autor, -Filmkritiker und –Journalist, steht vor dem Problem, dass sein 16jähriger Sohn die Schule schmeißen will. Was in Deutschland undenkbar ist, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kein Problem. Er spricht sich mit seiner Exfrau ab und genehmigt Jessie die Auszeit – unter der Voraussetzung, sie sehen jede Woche drei Filme und sprechen darüber. Das Ergebnis verblüfft wohl alle – Jessie, David und auch den Leser.

Es werden hier eine Unzahl Filme erwähnt, darüber gesprochen und sie bewertet – aber auf eine Art, die man mögen muss. Ich persönlich genieße Filme, ich muss sie nicht unbedingt interpretieren und die Kniffe und Drehs der Regisseure besprechen. Klar, interessant war das zwischendurch schon, aber in der Masse dann doch eher fad, zumal ich sehr viele der Filme gar nicht kannte. Davids Idee war, Jessie mit den ausgewählten Filmen gewisse Lektionen zu geben, ohne dass dieser sich belehrt vorkam. Auf gewisse Weise hat das auch bestens funktioniert, wenn auch nicht ganz so, wie es geplant war. Auch gab es natürlich immer wieder typische Teenager-Eskapaden, die man als Erwachsener gern vermieden hätte.

Interessant dagegen war, wie sich Jessie ohne Schule – vielleicht sogar genau deshalb – entwickelt hat und wie sehr auch sein Vater David davon profitiert hat. Nicht nur der Sohn, auch die Eltern haben sich in dieser Zeit verändert. Jessie hat den ersten und zweiten Liebeskummer erlebt, David hat sich an seine Jugendlieben erinnert, man erkennt die Verbindungen und die Unterschiede – die nicht zuletzt darin begründet liegen, dass sich die Welt in den Jahren zwischen der Jugend des Vaters und der Jugend des Sohnes doch um einiges weitergedreht hat.

Reiner Schöne verleiht dem Hörbuch eine ganz besondere Note durch seine einzigartige Stimme. Er versteht es, die Story zu beleben und Davids Gefühle und Gedanken perfekt zu intonieren.

Das Hörbuch ist nicht wirklich schlecht, doch wenn man nur wenige der Filme kennt und Filme auf andere Weise genießt, als es David in seiner Eigenschaft als Filmkritiker macht, dann hört man einfach nur zu und ist am Ende nicht wesentlich klüger als zuvor. Bei mir hat Davids Lektion jedenfalls nichts hinterlassen. Schade eigentlich. Deshalb gibt es von mir auch nur drei Sterne.

Veröffentlicht am 10.01.2017

Outdoor-Bibel

The Great Outdoors
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Für echte Camper und Outdoorfans ist dieses Buch einfach genial. Es finden sich nützliche Ratschläge für die Must-Haves, Rezepte für Vorbereitungen, (Check-)Listen, Informationen und Rezepte für Draußen ...

Für echte Camper und Outdoorfans ist dieses Buch einfach genial. Es finden sich nützliche Ratschläge für die Must-Haves, Rezepte für Vorbereitungen, (Check-)Listen, Informationen und Rezepte für Draußen – alles mit herrlichen Fotos (auch von Landschaften, nicht nur vom Essen!).

Immer wieder sind Kapitel eingefügt, in denen Markus Sämmer von seinen Reisen erzählt. Das macht natürlich umso mehr Lust auf eigene Expeditionen. Informationen über Outdoor-Sportarten finden sich auch.

Je besser man ausgerüstet ist, desto leckerer kann man sich unterwegs versorgen: viele der Rezepte basieren auf der Annahme, dass man mit einem gut ausgerüsteten Wohnmobil/Campingbus unterwegs ist, in dem man die erforderlichen Zutaten gut unterbringen kann. Für die Rucksacktour sind ebenfalls Rezepte vorhanden, doch deutlich weniger.

Sogar einen Zwiebelschneid-Kurs findet man im Buch! Das fand ich besonders lustig, denn meiner Meinung nach braucht man für die Rezepte schon wenigstens Grundkenntnisse des Kochens als Voraussetzung, zumal auch einige weniger alltägliche Zutaten verwendet werden. Ähnlich ist es mit den Tipps fürs Feuermachen. Ich denke, Profis kommen sich hier veralbert vor, totale Anfänger finden zu viele Infos für Fortgeschrittene.

Die meisten der Rezepte eignen sich auch für zu Hause, für urige Gartenfeste, zum Grillen dazu, als kulinarische Erinnerung an die letzte Tour usw. Erklärt und beschrieben sind die Rezepte gut und übersichtlich, die Schrift könnte oft allerdings etwas größer sein. Es werden viele Anglizismen verwendet, wie schon der Titel anzeigt. Daran darf man sich also nicht stören.

Besonders witzig und nützlich ist das herausnehmbare kleine Rezeptbüchlein auf der Rückseite des Buches. Schade ist nur, dass man es dann schlecht wieder hineinheften kann. Hier wäre ein Gummiband oder eine Kunststofftasche hilfreich gewesen. So hat man die wichtigsten Rezepte unterwegs dabei, ohne den dicken Wälzer mitschleppen zu müssen.

Das Buch ist insgesamt ein dicker Wälzer, in den man sich tief hineinlesen kann, da es nicht „nur“ Rezepte gibt. Leider wurde zu sehr versucht, es für alle – Anfänger wie Profis – recht zu machen. Das klappt so leider nicht ganz, wie bereits erwähnt. Dennoch macht das Buch Spaß. Von mir gibt es deshalb vier Sterne.

Veröffentlicht am 09.01.2017

Kleine Vorgeschichte

Die Tage in Paris
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Sophie und Liv verbringen ihre Flitterwochen in Paris – die eine 1912, die andere 1998. Dennoch verlaufen diese Tage bei beiden erstaunlich identisch – und zwar schief. Beide sind unglücklich und glauben, ...

Sophie und Liv verbringen ihre Flitterwochen in Paris – die eine 1912, die andere 1998. Dennoch verlaufen diese Tage bei beiden erstaunlich identisch – und zwar schief. Beide sind unglücklich und glauben, dass die Hochzeit ein Fehler war. Und beiden zeigt ein Gemälde, wie falsch sie liegen …

Diese kleine Geschichte ist schön zu lesen. Sie ist die Vorgeschichte zu „Ein Bild von Dir“. Ob man diese Geschichte gelesen haben muss und ob sie ein relativ teures kleines Hardcover sein muss oder nicht auch als Prolog im eigentlichen Buch stehen sollte, sei einmal dahingestellt. Mir gefällt die Idee des Büchleins und ich finde die eingefügten Grafiken zauberhaft.

Eigentlich wollte ich „Ein Bild von Dir“ nicht lesen, obwohl ich den Stil von Jojo Moyes gerne mag und hin und wieder schon gern mal einen Roman mit viel Herz lese. Doch nach diesem Büchlein bleibt mir fast nichts anderes übrig, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich besser eine Großpackung Taschentücher bereitlege …!

Fazit: ein etwas teurer Spaß, aber für Sammler der Moyes-Bücher auf alle Fälle ein besonders schönes Stück. Schnell gelesen und mit guten Ideen gespickt. Von mir vier Sterne.