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Veröffentlicht am 12.05.2023

Liebe geht eben durch den Magen!

Kochen zu zweit. Band 1
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Auch wenn es inzwischen das „Team Trettl“ so nicht mehr gibt, ist das Buch doch einfach wunderbar und ein echtes Kleinod, denn es zeigt, wie viel Spaß es machen kann zu zweit zu kochen. Es verbindet, es ...

Auch wenn es inzwischen das „Team Trettl“ so nicht mehr gibt, ist das Buch doch einfach wunderbar und ein echtes Kleinod, denn es zeigt, wie viel Spaß es machen kann zu zweit zu kochen. Es verbindet, es macht glücklich, es ist ein Stück Zweisamkeit der ganz besonderen Art und das muss doch einfach gefeiert werden!

Die Gespräche zwischen den Kapiteln verbinden den Leser, die beiden Trettls und das Thema und stimmen ein auf die folgenden Rezepte zu Vorspeisen Salate, Suppen & Co.; Hauptdarsteller Pizza, Pasta & Co.; Hauptdarsteller Gemüse; Hauptdarsteller Geflügel, Fleisch, Fisch; Nachspeisen. Auch die eingestreuten Bilder der beiden Autoren wirken nicht selbstdarstellerisch oder nervig. Im Gegenteil, man freut sich darauf und darüber, denn sie strahlen dabei aus, wie gut eingespielt sie aufeinander sind und wie viel Spaß sie zu der Zeit hatten.

Die Gerichte sind bewusst ohne Zeitangaben. Dass manches mehr Zeit als anderes benötigt, ist klar. Das Buch richtet sich auch nicht an absolute Kochanfänger. Manche Speisen sind aufwändiger – von den Zutaten bis zum Zeitbedarf, andere dafür wieder einfacher. Es finden sich hier Rezepte für jeden Geschmack, jeden Geldbeutel und fast jede Kocherfahrung. Mich persönlich haben die beiden mit der Pizza Bianca mit Spargel vom Grill komplett überzeugt. Dafür mag ich nix mit Tofu oder Tintenfisch. Aber so ist das mit Kochbüchern: man mag nicht jedes der Rezepte!

Alles ist schön gegliedert und übersichtlich, sodass man schnell erkennt, was wann wofür benötigt wird und wie alles zu verarbeiten ist. Auch sind die Arbeitsschritte ausführlich beschrieben und, was ich besonders mag, nicht im Befehlston. Hier passt die Sprache zur Absicht: Menschen mit gutem Essen glücklich machen. Dennoch merkt man natürlich, dass Roland Trettl kein Hobbykoch ist! Einige Zutaten sind ein bisschen exotischer, als der Durchschnittshobbykoch das kennt, aber insgesamt noch gut zu bekommen.

Ein weiteres Plus dieses Buches sind die QR-Codes, die es bei jedem Rezept gibt und die zu den Videos führen, die Dani und Roland in der Corona-Zeit für die Fans drehten. Ganz einfach und locker, mit dem Handy!

In diesem Buch steckt so viel Liebe – Liebe zueinander, Liebe zum Essen, Liebe zu den Fans und Liebe zur Liebe! Jede Seite strahlt das mit den vielen liebevollen Details sehr schön und deutlich aus. Ich habe eine einzige Folge von „First Dates“ gesehen, doch ich finde, dieses Buch ist noch viel mehr für bereits bestehende Beziehungen geeignet, nicht nur für ganz frische. Das macht es auch zu einem tollen Geschenk für Paare. Zusammen kochen, zusammen genießen, zusammen sein! Idee, Konzept und Umsetzung gefallen mir super gut und ich werde mir auch noch Band zwei zulegen! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 11.05.2023

Als wäre man Tourist in der Welt von Harry Potter

Gasthausrezepte für Harry Potter Fans
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Harry Potter hat ja eine riesige Fangemeinde. Dazu gehöre ich nicht wirklich, aber ich liebe Rezepte, besonders in Buchform, mit oder zu einem Thema. Genau das liefert Tom Grimm seit einigen Jahren rund ...

Harry Potter hat ja eine riesige Fangemeinde. Dazu gehöre ich nicht wirklich, aber ich liebe Rezepte, besonders in Buchform, mit oder zu einem Thema. Genau das liefert Tom Grimm seit einigen Jahren rund um die Bücher des Zauberlehrlings. Diesmal geht es um die Gerichte, die man in der Gastronomie der magischen Welt des Potter-Universums bestellen und genießen kann. Wieder eine wahrlich zauberhafte Idee! Doch das Beste ist, dass man selbst nicht zaubern können muss. Die Speisen und Getränke lassen sich ganz ohne Zauber herstellen!

Die Rezepte sind in die Kategorien Frühstück; Vorspeisen, Salate & Snacks; Suppen & Eintöpfe; Hauptgerichte; Süßes & Nachspeisen und Getränke unterteilt. Aufgemacht ist das Buch, als sei es uralt und die Seiten schon stark vergilbt, eingerissen und stockfleckig. Die Zutatenlisten sind quasi auf Papierrollen geschrieben. Die Zubereitungsschritte sind knapp, aber gut verständlich geschildert. Wunderbar für mich: Es gibt zu jedem Rezept auch ein Foto. Bei mir fallen leider Rezepte ohne Bild sofort durchs Raster und das wäre besonders hier echt schade, denn die stark englisch und schottisch angehauchten Gerichte machen sehr viel Lust, direkt loszulegen und ein Harry-Potter-Menü zusammenzustellen. Gerade bei den Getränken ist aber Vorsicht geboten: Sie sind allesamt alkoholisch und somit definitiv nicht für Kinder geeignet!

Sehr gut gefällt mir, dass auch die Fotos so angelegt sind, als seien sie uralt (bis auf die Farbe) und lägen lose bei. Ein bisschen enttäuscht bin ich davon, dass sich ein paar Rezepte aus den Vorgängerbüchern wiederholen, sogar mit dem identischen Foto. Es wurde jeweils nur der Text ein wenig verändert, genauere Angaben gemacht, exakter formuliert.

Es wird jeweils angegeben, für wie viele Portionen die Rezepte gedacht sind. Kalorien und Nährwerte findet man nirgendwo und mich stört das auch nicht. Das würde zum Thema dann auch gar nicht so schön passen! Die Zutaten sind meines Erachtens alle alltäglich, nicht exotisch und sehr gut im Lebensmitteleinzelhandel zu bekommen.

Trotz ein paar Wiederholungs-Rezepte bin ich vom Konzept des Buches und der Umsetzung begeistert. Und in der Sammlung macht sich das Buch auch toll – daher gebe ich die vollen fünf Sterne (hat ja nicht jeder schon alle Vorgänger zu Hause!).

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Bewegend, ergreifend, aus dem Leben gegriffen – so schön!

Die unglaubliche Grace Adams
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Die Ehe von Grace und Ben ist gescheitert und die Tochter Lotte lebt beim Vater. Grace will Lotte mit einer ganz besonderen Torte zum 16. Geburtstag besuchen, landet aber in einem Stau. Da steigt sie einfach ...

Die Ehe von Grace und Ben ist gescheitert und die Tochter Lotte lebt beim Vater. Grace will Lotte mit einer ganz besonderen Torte zum 16. Geburtstag besuchen, landet aber in einem Stau. Da steigt sie einfach aus dem Auto und läuft los, die Torte holen und die Familie zurückerobern. Auf ihrem Marsch geschehen weitere Dinge, die jeden an den Rand eines Nervenzusammenbruchs führen würden.

Die Story wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Diese zusammen ergeben einen dicken, festen Strang, der so wahnwitzig, wie auch alltäglich und doch erschütternd ist. Vom Kennenlernen über das Elternwerden und Elternsein bis zu den kritischen Jahren mit pubertierendem Kind, Midlifecrisis, Menopause und abgekühlter Leidenschaft geht Grace auf ihrem Marsch alles in Gedanken durch. Dabei erfährt man dann mal mehr, mal weniger beiläufig so einige Fakten, die erklären, wieso Grace ist, wie sie ist. Es ist, als gäbe Grace auf ihrem Marsch vor sich selbst Dinge zu, die sie bis zu diesem Zeitpunkt massiv verdrängt hat. Vor allem ein Punkt ist dabei so heftig, dass mir fast das Herz brach. Kein Wunder also, dass sie immer wieder extrem reagiert, wenn mal wieder ein Trigger ausgelöst wird, wie beispielsweise in der Apotheke, als sich eine Kundin vordrängt und der Apotheker sich querstellt. Das sind immer wieder auch Momente, in denen man Grace feiern möchte, auch wenn ihre Reaktionen nicht gerade „erwachsen“ sind. Oder auch: gerade deshalb. An manchen Stellen fand ich Grace sogar zu zahm.

Fran Littlewood schafft es, das Leben wunderbar realistisch darzustellen, mit all seinen lustigen und tragischen, romantischen und hässlichen, tröstenden und erschreckenden und auch immer wieder wahnwitzigen Momenten. Dabei vergisst sie nicht, genug Humor einzustreuen, vom verliebten Spaß bis zum Galgenhumor. So, wie es eben im Leben immer wieder geschieht. Quasi die Würze – ohne den wahnsinnigen Schmerz, den Grace erleben musste, zu schmälern oder kleinzureden.

Mich bewegt diese Story unbeschreiblich stark. Ich kann Grace, Ben und auch Lotte sehr gut verstehen. Jeder der Drei muss auf seine eigene Weise mit den Ereignissen klarkommen, auch wenn man denken würde, zusammen wäre es einfacher. Es gibt keine allgemeingültige Lösung und genau das macht entsetzlich hilflos. Aber Grace steht immer wieder auf, so oft man sie auch zum Stolpern und Fallen bringt. Falling Down ist die Inspiration gewesen und auch, wenn man das weiß, ist die Story völlig eigenständig und alles andere als abgekupfert. Ich bin tief bewegt und weiß, dass Grace noch sehr lange in mir nachhallen wird. Tanja Fornaro hat dieses Buch unbeschreiblich gut eingelesen und die Gefühle mit ihrer Stimme sehr gut übertragen. Fünf Sterne.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2023

Mit schlafwandlerischer Sicherheit tapst Paul im Dunkeln

Tod in Siebenbürgen
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Paul Schwartzmüller stammt ursprünglich aus Siebenbürgen, ist ein Siebenbürger Sachse, aber mit vierzehn Jahren mit seinem Vater nach Deutschland geflohen. Paul wuchs mit dem Glauben auf, seine geliebte ...

Paul Schwartzmüller stammt ursprünglich aus Siebenbürgen, ist ein Siebenbürger Sachse, aber mit vierzehn Jahren mit seinem Vater nach Deutschland geflohen. Paul wuchs mit dem Glauben auf, seine geliebte Tante Zinzi sei kurz danach gestorben. So hat ihn nichts mehr in die alte Heimat gezogen. Dann bekommt er Post – und soll sein Erbe antreten, das Haus von Tante Zinzi, die laut Brief erst sechs Wochen zuvor verstarb. Er trifft auf seinen Kindheitsfreund und urplötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Ein Mord, viele Geheimnisse, seltsame Vorkommnisse und mittendrin Paul.

Dies ist der Auftakt einer Krimiserie. Und da fängt es schon an, mich zu erstaunen, denn Paul ist alles andere als ein Ermittler. Eigentlich ist er sogar in seinem Beruf, Journalist, eine Niete. Zumindest stellt er sich in dieser Story reichlich dumm an und schafft es noch nicht mal, anständig zu googeln. Das ist übrigens alles, was er an Recherchearbeit zustande bringt. Er ist nicht gänzlich unsympathisch, aber definitiv das dunkelste Licht in Osrams Lichtstudio.

Die anderen Figuren sind schon echt Originale. Vorneweg Maia, bei der man nicht genau weiß, ist sie nun eine schmuddelige Kräuterhexe oder eine betörende Schönheit. Pusomori lässt sich auch nicht ganz so leicht greifen und einordnen, aber sie ist für mich die interessanteste und gelungenste Figur. Sorin ist das Sinnbild eines Taugenichts, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt, aber ein herzensguter Kerl. Die Beschreibung der Landschaften, Speisen und Menschen gefällt mir gut, der Kriminalfall könnte spannender sein, die Ermittlung schlüssiger und weniger zufällig.

Der Schreibstil ist ein bisschen seltsam für meinen Geschmack. Manchmal ein bisschen eingeschlafen, immer wieder Lieblingsphrasen der Autorin (unser Paul streicht sich z.B. sehr gern über den gefüllten Bauch), ein frisch geborenes Zicklein wird zum Lamm, Sorins Mutter geht diesem gerade bis zur Hüfte (das stelle man sich mal bildlich vor!), viele Rumänische Wörter. Es gibt eine Art Spiel bei Lesenden: Die Suche nach dem bellenden Hund. In vielen Büchern kommt dieser vor. Ich habe sage und schreibe sechs Stellen in diesem Buch gefunden, die von bellenden Hunden berichten! Das dürfte Rekord sein.

Das Ende ist stimmig, aber auch wieder langweilig. Auf diese Lösung wäre jeder sofort gekommen an Pauls Stelle. Nur er hat mal wieder nicht eins und eins zusammenzählen können. Wenn Paul weiter ermittelt (hat er ja eigentlich hier gar nicht, er war nur zufällig anwesend und neugierig, schlafwandelte aber mehr, als dass er ermittelte), frage ich mich, wo und was. Und ich hoffe, er macht das dann etwas erfolgreicher und gewissenhafter. Ob ich ihn dabei begleiten möchte, kann ich aktuell noch nicht sagen. Für mich ist dies ein 3-Sterne-Buch, ein Roman, kein Krimi, und wenn doch, dann extrem gemütlicher Cosy Crime.

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Zacherlrezepte - Ziemlich zügig zu zaubern

Zacherl macht Feierabend!
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Im Grunde erfindet Zacherl hier das Rad nicht neu, aber er fasst sehr gut zusammen, wie man Zeit und Geld spart und dennoch ein tolles, frisches, selbstgekochtes Abendessen zaubert. Die Tricks, wie mehr ...

Im Grunde erfindet Zacherl hier das Rad nicht neu, aber er fasst sehr gut zusammen, wie man Zeit und Geld spart und dennoch ein tolles, frisches, selbstgekochtes Abendessen zaubert. Die Tricks, wie mehr kochen und das dann einfrieren oder in Gläsern aufbewahren, Kettenkochen oder Einkaufsplanung waren in meiner Kindheit und Jugend bei den Eltern meiner Generation ganz normal. Eigentlich traurig, dass die heutige Generation das nicht mehr automatisch macht. Umso wichtiger, dass Zacherl das zum Thema macht!

Die meisten Gerichte kennt man so oder so ähnlich. Das ändert aber nichts daran, dass sie mit den tollen Zacherl-Tipps und Drehs besonders lecker werden. Mein Favorit sind die Zucchinipuffer mit Schafskäsecreme. Sehr einfach, aber unfassbar lecker! Raffiniert sind die Blätterteigtaschen mit Sauerkraut. Ich muss allerdings sagen, dass nicht jeder ganz so fix beim Kochen ist, wie Zacherl und entsprechend die Zeitangaben nicht in Stein gemeißelt sein sollten. Beim Blitz-Eintopf wurde vergessen zu erwähnen, zu welchem Zeitpunkt die Kartoffeln zugegeben werden. Ich habe das vor dem Ablöschen mit Balsamico gemacht und es schmeckte.

Die Rezepte sind gut beschrieben und es gibt ganz klassisch zu Anfang eine Zutatenliste. Wichtig ist mir persönlich immer, dass ich ein Foto vom fertigen Gericht bekomme. Das ist hier gegeben. Die Zutaten sind nicht zu ausgefallen, wenn man schon eine Weile gern und viel kocht. Die benötigten Gewürze und viele andere Zutaten sind gut im Supermarkt zu bekommen und halten sich auch etwas länger.

Insgesamt mag ich das Konzept und die Präsentation. Es gibt ein paar Fotos von Ralf Zacherl, aber sie sind keine Selbstdarstellung, sondern starten jeweils humorvoll das neue Kapitel. In den Rezepten erkennt man seine Liebe zum Kochen und sein großes Wissen und Können. Das kleine, feine Kochbuch bekommt von mir fünf Sterne.

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