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Veröffentlicht am 17.10.2022

Rosa in ihrem Element

Rosa kocht vegan
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Rosa Roderigo ist die Verkörperung der 2020er: Jung, energiegeladen, Influencerin mit Instgram-Kanal, mehreren Ausbildungen rund ums Thema Lebensmittel (Praktikum in der Küche, Konditorausbildung, Produktentwicklung, ...

Rosa Roderigo ist die Verkörperung der 2020er: Jung, energiegeladen, Influencerin mit Instgram-Kanal, mehreren Ausbildungen rund ums Thema Lebensmittel (Praktikum in der Küche, Konditorausbildung, Produktentwicklung, Meisterschule) und nun ein Buch – und das über vegane Küche. Puh! Viel auf einmal! Und diese Frau steckt so voller Energie, dass einem beim Lesen echt schwindlig wird. Ich selbst bin keine Veganerin, bin aber gern für Gäste gerüstet und interessiere mich prinzipiell für alles, das schmeckt. Für mich selbst kommen Tofu & Co nicht infrage, womit also auch recht wenige Rezepte für meinen Gaumen übrig bleiben. Also ran ans Buch und „studiert“!

Gestutzt habe ich bei einigen Stellen dann schnell. Ich kann ja verstehen, wenn jemand komplett auf tierische Erzeugnisse verzichten möchte. Aber dann Produkte feiern, die weder wirklich gesund noch umweltfreundlich sein können (Aromen – ich möchte doch bitte auf künstliche Aromen verzichten und mir keine Chemiekeule reinziehen; gehärtete Fette – echt jetzt?; Instantgemüsebrühe – ohne Worte!). Dazu kommt die „Jugendsprache“. Ja, Rosa ist jung. Aber irgendwie fallen mir die Ausdrücke doch schnell auf den Wecker. Da kann man noch so positiv gestimmt ans Werk gehen, irgendwann ist es schlicht zu viel. Spätestens nach dem ersten Drittel fand ich auch die Selbstinszenierung ein wenig zu heftig. Das ist schade, denn im Grunde ist das Buch gelungen – vor allem für „ernsthafte“ Veganer, aber auch für Leute wie mich, die Veganer-Gästen eine Freude machen möchten.

Momentan ist es ja hipp, mit Listen zu beginnen. Hier sind es „Geschmackskicks“ und Küchenutensilien (neudeutsch: Gadgets). Die Rezepte sind dann klassisch aufgebaut mit Zutatenliste, Zubereitungsanleitung und hier und da Tipps und immer wieder Jugendsprache. Muss man wirklich die Gemüsetaler in die Pfanne „schmeißen“? Auf Hinweise, bei Schokolade usw. darauf zu achten, dass nicht jede vegan ist, wurde verzichtet. Dafür findet man Angaben zu Nährwerten und Kalorien, sowie der Zubereitungszeit und der Menge. Dass man für die vegane Küche ein paar besondere Zutaten benötigt, ist auch klar.

Die Rezepte (Frühstück, Snacks, Suppen/Salate, Defitges, Picknick/Party, Süßes) sind durchweg simpel und können von Kochanfängern bewältigt werden. Besondere Überraschungen fand ich jetzt keine. Vom Hocker haut mich das Buch also nicht. Das „witzige Mätt-Igelchen“ hat mich aber echt den Kopf schütteln lassen. Mein Fazit ist insgesamt also, dass dieses Buch echt nur dann zum Einsatz kommt, wenn ich vegane Gäste verwöhnen möchte. Für mich selbst fand ich keine neuen Ideen oder Ansätze. Rosa ist ein Kind ihrer Zeit und sowohl erfrischend, als auch anstrengend. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Kraft sind bewundernswert. Aber ihr Buch bekommt von mir leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Salat ist lecker und kein bisschen langweilig!

Die 100 besten Salate
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Braucht man ein Buch für Salate? Ich finde: ja! Auch wenn man es kaum glauben mag, auch der Salat hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Einst einfach nur Beilage, hat er sich bis heute zu einer ...

Braucht man ein Buch für Salate? Ich finde: ja! Auch wenn man es kaum glauben mag, auch der Salat hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Einst einfach nur Beilage, hat er sich bis heute zu einer Hauptmahlzeit entwickelt. Und da gibt es so viele Ideen und Möglichkeiten, dass eine so gut gemachte Zusammenstellung unterschiedlicher Salate äußerst anregend und inspirierend ist.

Sehr gut gefällt mir, dass es eine ausführliche und sehr gut verständliche Einführung mit „Warenkunde“ und „Erster Hilfe“ bei Pannen gibt. Das Register ist wie die Rezepte nach den Überbegriffen/Hauptzutaten sortiert. Das ist okay, dennoch wäre eine andere Listung zusätzlich auch nicht schlecht, um die Rezepte schnell zu finden. Die Rezepte haben nämlich keinen Namen, sondern Zutaten als Schlagworte. Das ist gewöhnungsbedürftig, klappt aber gar nicht so schlecht.

Basic-Salatsaucen, Salat-Baukasten und Saisonkalender runden das Ganze sehr gut ab, bevor es mit den Rezepten losgeht. Und hier staunt man! Ja, klar, nicht jedes Rezept trifft den persönlichen Geschmack. Bei mir fällt alles mit Tofu raus und Oliven lasse ich auch weg, weil ich die einfach nicht mag. Dennoch bleiben enorm viele Rezepte übrig, die genau meinen Geschmack treffen und die auch immer mal wieder zubereitet werden, ob nun als Partysalat oder gesunde und leckere Mahlzeit. Einige der Zutaten sind nicht ganz so leicht aufzutreiben und ein bisschen exotisch, aber die Menge dieser Zutaten hält sich sehr in Grenzen. Auch Rezepte für Bowls und Obstsalate sind integriert.

Bei allen Rezepten ist angegeben, ob sie vegetarisch, glutenfrei oder vegan sind. Nährwertangaben werden nicht angegeben. Die Zutaten für Salat und Vinaigrette/Dressing sind in einem Kasten jeweils einzeln gelistet. Die Arbeitsschritte sind gut und einfach verständlich erklärt. Auch finden sich immer tolle Fotos zu den Rezepten. Teils wird mir schon fast zu viel Platz verschwendet. Da freuen mich die Seiten, auf denen zwei Rezepte stehen und daneben beide Salate auf einem Foto zu sehen sind, besonders.

Dies ist ein modernes Rezeptbuch, das in meiner Sammlung eine Lücke schließt und sie ergänzt. Es ist mit Liebe und Sorgfalt zusammengestellt worden und macht schon beim Durchblättern Appetit und Freude. Ganz klar – fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 13.10.2022

Überzeugt mich keineswegs

Die Filiale
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Laura Jacobs arbeitet bei einer Bank und ist quasi die Heldin des Tages, als sie dafür sorgt, dass ein Banküberfall nicht böse endet. Doch dann hält sie die Kündigung ihrer Wohnung in den Händen – die ...

Laura Jacobs arbeitet bei einer Bank und ist quasi die Heldin des Tages, als sie dafür sorgt, dass ein Banküberfall nicht böse endet. Doch dann hält sie die Kündigung ihrer Wohnung in den Händen – die Wohnung, die sie teuer renoviert hat und nicht verlieren möchte. Die Wohnung, die der Bank gehört. Zusammen mit ihrem Mann will sie ihr Vorkaufsrecht nutzen, doch der hat sich verspekuliert und das Eigenkapital reicht nicht mehr aus. Auf der Suche nach einer Lösung gerät Laura in Machenschaften rund um Immobilien, das Darknet, Aktien und Cryptowährung.

Hier handelt es sich schon um einen Thriller – auch mit Mord und allen Faktoren, die dazu gehören. Jedoch eben um einen Thriller im Finanzwesen. Das ist nicht jedermanns Metier und dürfte einige abschrecken. Für mich bestand das größte Problem darin, dass ich Laura Jacobs, die eigentlich sehr intelligent sein müsste, für reichlich naiv halte. Was sie nicht wusste ist ein bisschen viel für eine Bankangestellte, die eine leitende Position bekommen soll. Das kommt mir nicht sehr realitätsnah vor. Auch ihr soziales Verhalten und ihre Beziehung zu ihrem Mann sind mir fremd. Ich habe deshalb nur bedingt mit ihr mitfühlen können. Dennoch wollte ich wissen, was hinter all dem steckt und so habe ich bis zum Ende durchgehalten.

Leider bin ich nur mittelstark beeindruckt von der Story und dem Verlauf. Und leider ist mir das schon bei anderen Versuchen mit Büchern dieses Autors so gegangen. Ich stelle also fest, dass Veit Etzold leider nichts für mich ist und ich künftig wohl keine weiteren Bücher von ihm lesen werde.

Zugute halten möchte ich ihm aber, dass er hier eindeutig viel Recherche hat reinstecken müssen, um die Zusammenhänge halbwegs laientauglich zu schildern. Der Spannungsbogen bleibt mir zu flach und die „Highlights“ reißen es nicht mehr raus. Dazu gab es zu viele Längen für mich. Dass dies ein Auftakt zu einer Reihe um Laura Jacobs sein soll, verwirrt mich dann doch noch zusätzlich. Noch mehr „Bankenthriller“ brauche ich nicht, zumal mir Laura ein bisschen zu emotionslos an alles herangeht und keine Ermittlerin ist. Schade, aber mehr als drei Sterne sind definitiv nicht drin.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Frau Merkel, die Eisbachwelle und die Ostsee

Fischkatz
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Der auf der Eisbachwelle surfende Tote ist nicht nur völlig surreal, sondern leider auch Magnet für Schaulustige. Steinböck und sein Team, natürlich allen voran Frau Merkel, haben eine harte Nuss zu knacken, ...

Der auf der Eisbachwelle surfende Tote ist nicht nur völlig surreal, sondern leider auch Magnet für Schaulustige. Steinböck und sein Team, natürlich allen voran Frau Merkel, haben eine harte Nuss zu knacken, zumal auch Bayerische Politiker involviert sind. Zwischen Verschwörungsanhängern und Reichsbürgern muss Steinböck auch noch an der Ostsee die Sünden der Machthaber der damaligen DDR aufdecken. Es ist verzwickt, verworren und sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt!

In gewohnter Weise führt uns Kaspar Panizza einige unbequeme Themen vor Augen und zwingt uns auf charmante Art, uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Er erinnert an Dinge, die andere vergessen lassen wollen, ohne zu laut zu poltern. Nein, er lässt hier und da eine Bemerkung fallen, die der Leser dann willig aufhebt und schon hat er Material, über das er einfach nachdenken muss. Aufgelockert wird das Ganze mit vielen herrlich schrägen Sprüchen der Katze Frau Merkel und selbstironischen Szenen. Ich finde das immer wieder erfrischend und urkomisch. Das kommt so locker und unerwartet, dass man laut auflachen muss. Es sieht so leicht aus, doch dahinter steckt eindeutig viel Arbeit.

Die Entwicklung der Protagonisten schreitet auch im siebten Band voran. Kleine graue Mäuse werden zu selbstbewussten und taffen Ermittlerinnen, die sich dennoch nicht zu schade sind, dem Chef mit einer Butterbrezen eine kleine (oder riesige) Freude zu machen. Beziehungen entstehen und andere gehen auseinander und immer wieder menschelt es gewaltig. Das ist so wunderbar aus dem Leben gegriffen, dass man die Kapitel nur so durchsuchtet.

Auch wenn es sich um Cosy Crime handelt, steckt doch eine Menge Raffinesse und Können darin. Verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse und eine Menge Spuren verwirren schon mal, werden aber am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst. Mit dem Ende konnte man so nicht rechnen, dennoch ist es absolut stimmig.

Für Neueinsteiger gibt es einen wunderbaren Überblick über die Personen der Serie und einen zweiten über jene im vorliegenden Band. Man kann die Bücher problemlos einzeln lesen, aber ich lege jedem ans Herz, die Reihe von Band eins an zu lesen. Es lohnt sich! Außerdem macht es riesige Freude, die Entwicklung der einzelnen Figuren zu verfolgen.

Ja, ich wurde mal wieder bestens unterhalten, sowohl mit Spannung, als auch mit wunderbar bissigem Humor. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Gehobene Cross-Over-Küche, aber kein Japan-Kochbuch, wie man es erwartet

Tohrus Japan
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Bisher kannte ich Tohru Nakamura nicht. Aber ich bin leidenschaftliche Kochbuch-Sammlerin, da ich gern in Küche und Backstube experimentiere, Neues ausprobiere und im Lebensmittelbereich gerne dazulerne. ...

Bisher kannte ich Tohru Nakamura nicht. Aber ich bin leidenschaftliche Kochbuch-Sammlerin, da ich gern in Küche und Backstube experimentiere, Neues ausprobiere und im Lebensmittelbereich gerne dazulerne. Dieses Kochbuch ist in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich. Das fängt schon mal damit an, dass es mit einem ausführlichen Vorwort beginnt und mit mehreren Seiten „Japan in Deutschland“ fortfährt, um gleich im Anschluss eine Einleitung („Von der Berufung zum Beruf“) zu bieten. Das ergibt insgesamt vierzig Seiten Text und Bild.

Dann folgt der Rezeptteil, doch dieser ist nicht so gegliedert, wie man das sonst kennt. Hier findet man die Rezepte nach einzelnen typisch japanischen Zutaten sortiert. Das ist absolut gewöhnungsbedürftig und nichts für Eilige. Es gibt zu jeder dieser Zutaten eine mehr oder weniger kleine oder große Warenkunde. Dann folgen Doppelseiten mit Rezept, gegliedert in Zutatenliste und Schritt-für-Schritt-Anleitung, daneben dann ein ganzseitiges Foto. So sehr ich Fotos zu Rezepten liebe, hier hätte man locker die doppelte Anzahl Rezepte unterbringen können, so viel Platz bleibt bei der Textseite übrig und so übergroß sind die Fotos. Das finde ich ein bisschen schade.

Die Rezepte selbst sind außergewöhnlich und bunt gemischt, aber meiner Meinung nach nicht so wirklich typisch japanisch. Hier ist der deutsche Einfluss sehr stark zu spüren. Das ist im Grunde gar nicht schlecht, aber eben nicht das, was ich von diesem Buch erwartet hatte. Die Rezepte sind keine Jeden-Tag-Küche und selbst ambitionierte Hobbyköche werden die nicht aus dem Handgelenk heraus umsetzen können. Ich würde behaupten, dieses Kochbuch ist für die meisten doch eher Lektüre und Bildband, denn nachkochbare Rezeptsammlung. Chichi-Küche, keine Sattwerdküche. Toll, wenn man so bekocht wird, aber doch schwierig, das selbst zu machen.

Die Zutaten sind teils ein bisschen exotisch, sollten aber durchweg alle im Lebensmittelhandel aufzutreiben sein. Manches wird man vorbestellen müssen, dennoch sehe ich hier keine großen Schwierigkeiten. Die ausgefalleneren Zutaten findet man im Asia-Laden. Allerdings sind die Zutaten zumeist auch ein bisschen preisintensiv!

Glosar, Register, Danksagung – alles vorhanden. Angaben zu Nährwerten und Zeiten nicht. Für mich eher interessante Lektüre mit einer Menge Informationen und eine Cross-Over-Küche. Aber eben kein Japan-Kochbuch. Daher kann ich nur drei Sterne geben.

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