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Veröffentlicht am 15.08.2022

So backt jeder gern und vor allem superleckeres Brot (und mehr)!

Das einfachste Brot der Welt
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Backen ist eine Leidenschaft von mir und gerade Brot steht da ganz vorne. Darum bin ich immer sehr erfreut über Brotrezepte. Warum? Weil es manchmal einfacher ist, eine Torte zu zaubern, als ein leckeres ...

Backen ist eine Leidenschaft von mir und gerade Brot steht da ganz vorne. Darum bin ich immer sehr erfreut über Brotrezepte. Warum? Weil es manchmal einfacher ist, eine Torte zu zaubern, als ein leckeres Brot! Und weil es so viele Wege gibt, Brote zu backen. Und weil Brot einfach lecker schmeckt und schon beim Herstellen verzaubert. Und weil man öfter Brot als Torte isst. Tatsächlich gibt es auch super einfache Methoden, ein Brot zu backen. Axel Schmitt ist einer jener, die das Brotbacken für alle ermöglichen mit Rat und Tat und Tipps und Rezepten! Und das auf eine völlig neue, erfrischende Art, die die alte und die junge Generation zusammenbringt. Ich find’s toll!

Mir persönlich ist Axel Schmitt aus dem TV (Kabel1, Abenteuer Leben, „Backen in geil“) bekannt. Seine lockere Art kann ein bisschen nerven, ist aber hauptsächlich einfach nur erfrischend und verbannt gleich mal die Angst vor der Materie. Sauerteig wird wahrscheinlich dennoch nie mein Freund, aber bei den vielen Rezepten ohne Sauerteig ist das nicht ganz so schlimm.

Sehr schön finde ich, dass man hier ein Rundum-Paket bekommt. Es wird mit einem informativem Theorie-Teil begonnen, der Material und Techniken beschreibt und einen guten Überblick verschafft. Klar, das geht nicht ganz so tief und auch nicht in die Breite, aber man hat mehr als nur ein paar Grundlagenkenntnisse zusammen.

Dann geht es schon los mit den Rezepten – und einer Überraschung: Hier finden sich nicht nur Brotrezepte, sondern auch Rezepte für Kuchen und anderes Gebäck! Die Aufmachung der Rezepte ist übersichtlich und recht klassisch mit der Zutatenliste und den Arbeitsschritten. Gelegentlich finden sich zusätzliche Tipps und immer mal wieder auch QR-Codes zu Videoclips. Geduld ist hier gefragt, denn die Teige gehen fast ausnahmslos mindestens zehn Stunden im Kühlschrank. Und genau damit hat Axel mich „bekommen“, denn so gern ich spontan Brot backe, weiß ich schon längst, dass die „gebremste und langsame Gärung“ im Kühlschrank einfach die genialsten Ergebnisse hervorbringt. Also nicht abschrecken lassen, sondern freuen! Entschleunigt backen und genießen und vor allem nicht „einfach“ mit „schnell“ gleichsetzen.

Besonders witzig ist das Kapitel „Axel on fire – Der Ofen ist nicht die Grenze“. Hier möchte ich nur so viel verraten, dass die Ideen klasse sind, aber nicht unbedingt jeder davon begeistert sein wird. Vermutlich ist „Direkt vom Index: verboten gute Backwerke“ noch weniger für alle geeignet, aber ich liebe diese Rezepte! Sie sind so herrlich einzigartig, so anders, so erfrischend verrückt! Allerdings werden hier auch ein paar eher schwer zu beschaffende Zutaten verwendet. Ansonsten sollte man für fast jedes Rezept die Zutaten in jedem guten Supermarkt bekommen. Von super einfach bis zu Angebergebäck, über Zero-Waste bis außergewöhnliche Methoden, hier ist einfach alles vertreten und da mit einer Leidenschaft und einem Schwung, dass man schon beim Lesen mitgerissen wird.

Die Fotos – sowohl von den fertigen Backwaren als auch von Axel Schmitt – sind gern mal außergewöhnlich und oft mit einem kleinen Überraschungseffekt versehen. Ich habe mich köstlich über die Idee mit der doch recht ungewöhnlichen „Teigschüssel“ amüsiert. Man möchte in jedes Brot direkt reinbeißen und hofft, das eigene Ergebnis wird auch nur annähernd so schön. Manchmal ist die Formulierung ein wenig irreführend, aber da kann man dann mit Logik weiterkommen. Beispielsweise „Die Pizzen mit dem Backpapier auf den Pizzastein im heißen Ofen schieben und ca. 10 Min. backen.“ Damit ist mit Sicherheit nicht gemeint, dass alles zusammen auf den Pizzastein soll, sondern das Backpapier quasi die „Rutsche“ für den Pizzateig sein soll. Ich nutze hier meine Pizzaschaufel und befördere die Pizza so in den Ofen und wieder heraus.

Ja, man wird es bereits gemerkt haben – ich bin von diesem Buch total begeistert! Da kann ich auch drüber hinwegsehen, dass der eine oder andere Tipp an mir vorbeigeht, weil ich beim Backen einfach nicht mit Smartphone und/oder Tablet arbeiten möchte und deshalb die QR-Codes außer Acht lasse. Mir gefällt, dass hier Leidenschaft und Humor nicht zu kurz kommen und man einfach merkt, dass Backen und Brot Schmitts Passion sind. Das kommt beim Leser direkt an. Der Erfolg beim Backen beflügelt einfach und deshalb gebe ich fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 13.08.2022

Partner statt Herr und Hund

Das Geheimnis der Spiegelung
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Die Geschichte, wie Jochen Bendel „auf den Hund“ kam, wie sich das dann immer weiter entwickelte, ist schon mal schön zu lesen. Seine Ausführungen zum Thema Spiegelung gefallen mir ebenfalls sehr. Er schreibt, ...

Die Geschichte, wie Jochen Bendel „auf den Hund“ kam, wie sich das dann immer weiter entwickelte, ist schon mal schön zu lesen. Seine Ausführungen zum Thema Spiegelung gefallen mir ebenfalls sehr. Er schreibt, als würde er den Leser persönlich kennen. Dabei wirkt er sympathisch wie immer, kein bisschen überheblich, aber absolut „menschlich“. Dabei hat er eine wunderbar bildhafte Sprache, die ich aber an keiner Stelle übertrieben oder albern fand. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen!

Seine Tipps, seine Erklärungen, seine „Anleitungen“ – ich finde sie großartig. Da Bendel selbst sagt, dass nichts in Stein gemeißelt ist, man seinen eigenen Weg (mit kleinen Hilfen vom Hund und vom Bendel, sehr gerne!) finden soll, muss, kann, darf, fühlt man sich nicht belehrt. Dadurch kann man kaum aufhören zu lesen, zumal man immer und immer wieder „alte Bekannte“ trifft: man erkennt sich selbst, den eigenen Hund, das eigene Leben wieder.

Die Kapitel sind gut unterteilt, haben eine angenehme Länge. Sie sind informativ und regen zum Nachdenken an. Die vielen wundervollen Fotos lockern das Ganze noch zusätzlich auf und lassen uns ganz nah an den Autor und in sein Leben. Offen und sympathisch eben!

Die Kernaussage, die gleich am Anfang auftaucht, zieht sich durchs ganze Buch. Und wenn man das immer im Hinterkopf behält, ist quasi auf Anhieb das Zusammenleben mit dem Hund auf einem anderen, meiner Meinung nach gerechteren, Niveau: Jeder trägt sein Päckchen. Hund wie Mensch. Hund noch mehr, wenn er eine Vorgeschichte hat.

Was mir weniger gefällt, ist aber ein weitverbreitetes Phänomen. Ich mag die ach-so-herzigen Begriffe „Fellnase“, „Dosenöffner“ und „Regenbogenbrücke“ inzwischen einfach nicht mehr. Überstrapaziert und auch gar nicht nötig. Hier wird die „Fellnase“ nervig oft erwähnt.

Die Aufteilung des Buches ist gelungen. Zunächst erfährt man quasi eine Einführung, dann werden die MENSCHEN in Typen eingeteilt. Es gibt „Beispielsmensch-Hund-Paare“, Erklärungen, Erzählungen und einen Test. Danach gibt es eine kleine Typisierung, was die Wahl einer bestimmten Rasse über den Menschen verrät. Dabei ist klar, dass längst nicht alle Hunderassen auftauchen. Man findet deshalb auch eine relativ kleine Auswahl von 25 Rassen in diesem „Hundequartett“. Aber das ist so humorvoll und dennoch mit „wahrem Kern“, dass es ein echtes Highlight ist.

Kurz und gut – es lohnt sich auf alle Fälle, sich mit diesem Buch und vor allem der Thematik zu beschäftigen. Der Hund wird es danken! Ach, Jochen, wie könnte ich da weniger als die vollen fünf Sterne geben! Wer hätte gedacht, was aus dem „geborenen Ketchup-Experten“ mal werden wird!

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Veröffentlicht am 09.08.2022

Spannend von Anfang bis Ende

Das siebte Mädchen
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Chloë hat zu ihrem Vater keinen Kontakt mehr. Er sitzt seit 20 Jahren im Gefängnis, als Mörder verurteilt. Als Chloë damals eine Schatulle mit Schmuckstücken der verschwundenen Mädchen im Schrank der Eltern ...

Chloë hat zu ihrem Vater keinen Kontakt mehr. Er sitzt seit 20 Jahren im Gefängnis, als Mörder verurteilt. Als Chloë damals eine Schatulle mit Schmuckstücken der verschwundenen Mädchen im Schrank der Eltern fand, gestand ihr Vater die Morde. Die Leichen wurden nie gefunden. Chloë wurde Psychologin, um anderen Opfern zu helfen. Als eine Patientin von ihr verschwindet, kommt die Vergangenheit wieder hoch und Chloë stellt sich ihrem nie verarbeiteten Trauma.

Man ahnt ziemlich schnell, dass nicht alles so ist, wie es scheint, doch bis zum Schluss kommt man nicht wirklich auf die Lösung. Mir hat der Thriller durchweg sehr gut gefallen. Es gab keine Längen, keine zähen Passagen, selbst Chloës manchmal nicht ganz so logisches Verhalten war irgendwie in sich stimmig und ärgerte mich nicht wirklich. Ich konnte alles nachvollziehen. Selbst bei den ruhigeren Passagen ist immer ein gewisses Spannungslevel vorhanden. An keiner Stelle vergisst man, dass es ein Thriller ist. Aber im letzten Drittel ist es kaum möglich, eine Pause einzulegen – hier ist der Spannungsbogen enorm in die Höhe geschnellt und flacht kaum noch ab.

Die Indizien sind vielfältig, weit gestreut und immer wieder eindeutig, um dann doch in eine andere Richtung zu gehen, sich wieder zu drehen und zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Das ist genial und ausgezeichnet gut gemacht und hat mir wunderbar gefallen. In jedem Moment ist mir Chloë sehr sympathisch und ich möchte ihr helfen, ihr beistehen, sie schützen und mit ihr da durch.

Immer wieder kommt es zu Zeitsprüngen, weil Chloë sich an die Zeit als Zwölfjährige erinnert, die Parallelen zu den gegenwärtigen Fällen sieht und auch sucht. Dabei lernt man auch zu verstehen, warum Chloë selbst die bevorstehende Hochzeit nicht so richtig genießen kann, ihre Mutter so selten im Pflegeheim besucht und von Breaux Bridge nach Baton Rouge umgesiedelt ist. Durch die Ich-Perspektive wird man noch stärker involviert und verfällt dem Sog der Geschichte.

Aber nicht nur Chloë, auch die anderen Figuren wurden lebendig, so klar hat sie Stacy Willingham gezeichnet, ohne zu viele Worte dafür zu verschwenden. Personen und Orte glaubt man vor dem geistigen Auge klar zu erkennen und hat so nie Probleme mit der Orientierung. Das mag ich sehr und hilft mir, nahezu durch eine Geschichte zu fliegen und Zeit und Raum um mich herum zu vergessen.

Für alle Cover-Käufer – dieses Cover passt zum Original-Titel „A Flicker in the Dark“ viel besser. Aber so oder so, dieser Thriller ist packend ohne Ende. Karen Slaughter bringt es auf den Punkt. Ein super starkes, atemberaubendes und kluges Debüt, das sogleich Vorfreude auf weitere Werke dieser Autorin macht. Für mich einer der besten Thriller bisher in diesem Jahr. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.08.2022

Leicht verdientes Geld?

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
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Lotte und Jens leben von ihrem Mama-Blog. Töchterchen Poppy ist quasi ihr Garant für die Einnahmen. Jens nimmt einen Drohbrief nicht so ernst, auch nicht die Fotos und das Stalken, doch Lotte hat Angst. ...

Lotte und Jens leben von ihrem Mama-Blog. Töchterchen Poppy ist quasi ihr Garant für die Einnahmen. Jens nimmt einen Drohbrief nicht so ernst, auch nicht die Fotos und das Stalken, doch Lotte hat Angst. Und das nicht zu Unrecht, wie sich bald herausstellt. Während sie mit Jens im Wellness-Urlaub den Hochzeitstag feiern soll, wird Poppy bei ihren Großeltern entführt. Lotte fühlt sich total alleingelassen von Mann und Schwiegereltern. Emer Murphy, eigentlich im Genesungsurlaub und psychisch stark angeschlagen, wird auf den Fall aufmerksam und bringt sich gegen alle Warnungen ein.

Schon der Klappentext hat bei mir Alarmglocken läuten lassen. Ich war mir sicher, das Buch wird ein paar Stellen haben, mit denen ich nicht so gut klarkomme. Diese Ahnung wurde auch bestätigt. Ich denke, der Verlag sollte dringend einige Triggerwarnungen an den Anfang setzen. Man muss gar nicht extrem zart besaitet sein, um auf die Beschreibungen diverser Handlungen zu reagieren. Mir war da wirklich einiges einfach zu viel.

Die Wendungen in der Story sind interessant und spannend gestaltet, dennoch hatte ich zwischendurch Mühe, bei der Geschichte zu bleiben. Ein paar Längen ließen mich hin und wieder den Faden verlieren. Die Auflösung ist erschreckend und war so nicht vorzusehen. Das Ende finde ich super gelungen und auf gewisse Weise versöhnlich. Insgesamt ist die Stimmung oft düster, was nicht zwingend am Thema liegt, sondern irgendwie typisch für nordische Thriller ist.

Dagegen finde ich es ein bisschen unglaubwürdig, wie Emer auf ihre Ideen kommt. Ihre „Hilfe“ lässt sich für mich nicht so ganz einordnen, ob nun Wahnvorstellung, Realität oder Übersinnliches. Insgesamt fand ich auch keinen Zugang zu den Figuren. Lotte war mir noch am Nächsten, aber dennoch war bis zum Schluss auch bei ihr eine gewisse Distanz. Da fällt es mir dann schwer, die Begeisterung zu empfinden, die ich beim Lesen brauche. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Geister, seine Leichen im Keller. Das ist insgesamt ein bisschen too much geworden und von daher nur bedingt glaubwürdig. Gut, ist eine fiktive Geschichte und da muss nicht alles perfekt realistisch sein, aber … ja, eben, aber!

Die Gefahren des Internets, die negativen Seiten besonders der Anonymität, den Wahnsinn, alles „teilen“ zu müssen, das wird gut dargestellt, dennoch geht – trotz all der Trigger – nicht tief genug. Im Grunde werden zu viele Themen nur angeschnitten, sich nicht auf eines oder zwei fokussiert. Dadurch geht ein bisschen was verloren. Zudem befürchte ich, dass dies erst der Anfang war und es eine neue Reihe werden wird. Dennoch – ich wurde gut unterhalten, trotz Trigger und Schwächen. Dafür gebe ich trotz meiner Kritikpunkte vier Sterne. Und eine Warnung: es geht um mehr als nur ein sensibles Thema!

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Veröffentlicht am 02.08.2022

Sympathische Nachrichtensprecherin und Moderatorin stellt Lieblingsgerichte und Freunde vor

Wenn ich das kann, kannst du das auch!
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In Kochbüchern kann ich Entspannung finden, indem ich darin locker blättere, neue Tipps und Tricks entdecke, mir Gedanken zu eigenen Variationen der Rezepte mache, mich einfach inspirieren lasse. Deshalb ...

In Kochbüchern kann ich Entspannung finden, indem ich darin locker blättere, neue Tipps und Tricks entdecke, mir Gedanken zu eigenen Variationen der Rezepte mache, mich einfach inspirieren lasse. Deshalb mag ich gern unterschiedliche Arten von Kochbüchern, von allgemein gehaltenen über Themenkochbücher (Länder, Lebensmittel, Ernährungsweise, Personen) bis zu Landfrauenrezepten. Im vorliegenden Buch von Linda Zervakis findet man eine persönliche Rezeptsammlung, die zeigt, dass eine Pandemie auch die Möglichkeit bietet, sich mit Dingen zu beschäftigen, für die man vorher weder Zeit noch Interesse hatte.

Die Rezepte sind schlicht, wenn auch nicht immer wirklich einfach. Den Reiz machen die Geschichten drumherum aus, über Land und Leute, über Linda und ihre Freunde. So hat man hier kein reines Kochbuch, sondern eine Rezeptsammlung mit netten Geschichten, wie man sie auch selbst ansammeln könnte (oder es auch macht, wie ich beispielsweise). So ist es eine echte Bereicherung für jede Kochbuchsammlung.

Leider wurde das eine oder andere komplett übersehen. So soll ich den Rest der Füllung (eine Feta-Eier-Milch-Masse) verarbeiten zwischen Teigschichten, obendrauf dann aber den Rest dieser Mischung verstreichen. Hm … welchen Rest denn jetzt noch? Auch hat der Fehlerteufel ein paar Rechtschreibfehler hinterlassen. Als Sprach-Nerd fällt mir das auf, auch wenn es andere kein bisschen interessiert. Leider fehlen mir bei einigen Rezepten genaue Angaben (welcher Mehltyp, welches Öl?) zu den Lebensmitteln. Für Anfänger ist das dann doch nicht so einfach, wie der Titel versprochen hatte. Beim Apfelkuchen wäre Olivenöl nicht so lecker, das sollte man dann schon wissen (aktuell ist Raps- oder Sonnenblumenöl ja fast schon ein Luxusgut geworden).

Dennoch – ich finde das Buch sehr gelungen. Die Rezepte werden übersichtlich dargestellt. Man erfährt, von wem sie stammen, für wie viele Portionen sie sind, die benötigte Zubereitungs-, Back- und/oder Kochzeit, aber auf die Angabe von Nährwerten und Kalorien wird verzichtet. Dafür erfährt man aber bei jedem Gericht, warum man es unbedingt ausprobieren sollte. Es wird wenig Fleisch verwendet – ganze drei Gerichte sind nicht vegetarisch: Bolo, Hähnchen, Currywurst. Doch das stört wenig bis gar nicht, denn die Abwechslung ist super und alles im besten Wortsinne interessant. Meine Favoriten finden sich im Kapitel „Alles mit Teig“ – alles süß!

Die meisten Zutaten hat man entweder zu Hause oder kann sie leicht bekommen. Es finden sich aber auch immer mal wieder exotischere Komponenten, von getrockneten Berberitzen und Sonnenblumenhack über Rosenwasser bis zu geräucherter Butter und diversen Pasten.

Insgesamt sind es tatsächlich nur 31 Rezepte, dazwischen amüsante Texte und herrliche Fotos (diese nicht nur von den Speisen, sondern auch von Linda und ihren Freunden und ihrer wunderbaren Mama). Dennoch empfinde ich das Buch als Bereicherung und nicht als Selbstdarstellung einer Moderatorin. Man findet sie einfach sympathisch, nett und erfrischend. Ihr Buch ist keine wirkliche Innovation, aber eine Erinnerung daran, dass die besten Gerichte gar nicht mal so entsetzlich aufwändig und kompliziert sein müssen und man auch dann seine Gäste – und sich selbst – in kulinarische Paradiese führen kann, wenn man glaubt, nicht kochen zu können.

Die Art und Weise, wie Autorin, Fotografin und Verlag das Buch gestaltet haben, bringt Freizeit- und Urlaubsfeeling rüber. Hier wird die Arbeit, die in jedem Gericht steckt, mit Liebe zelebriert und damit der Stress herausgenommen. Das gefällt mir super gut.

In diesem Sinne: Guten Appetit! Ich gebe trotz meiner kritischen Anmerkungen gerne die vollen fünf Sterne, denn dies ist ein Buch, das man gern in seiner Sammlung hat, aber auch gerne immer wieder guten Freunden schenkt.

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