Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2021

Was im Leben wirklich zählt – und für wen!

Der erste letzte Tag
0

Nicht nur sein Name ist ausgefallen, der ganze Mensch – und so ist es auch kein Wunder, dass die Reise von Livius Reimer von München nach Berlin nicht so verläuft, wie eigentlich geplant. Der Flug wird ...

Nicht nur sein Name ist ausgefallen, der ganze Mensch – und so ist es auch kein Wunder, dass die Reise von Livius Reimer von München nach Berlin nicht so verläuft, wie eigentlich geplant. Der Flug wird gestrichen, weil Schneestürme angesagt sind. Der Run auf die Mietwagen lässt die Preise explodieren und so ergibt es sich, dass er mit der nervigen Lea von Armin, die im Flugzeug so sehr um ihren Seesack gekämpft hat, in einer Fahrgemeinschaft landet. Sie soll zu ihrem Vater, er will seine Ehe retten. Lea schlägt Livius ein Gedankenexperiment vor, um die Fahrt interessanter zu machen. Es beginnt ein irrwitziger, skurriler, dramatischer und unvergesslicher Roadtrip!

Herr Fitzek kann mich ganz sicher nicht leiden, weil ich immer wieder hinterfrage, ob ein einziger Mensch tatsächlich so viele Bücher schreiben kann und dann noch in so unterschiedlicher Qualität. Und jetzt auch noch in einem gänzlich anderen Genre! Im Grunde ist mir immer völlig egal, wer ein Buch geschrieben hat. Ich mag unterhalten werden. Da ist auch das Genre zweitrangig. Und vor allem das Geschlecht des Autors. Also sagen wir einfach, wer oder was „Sebastian Fitzek“ nun auch ist, das Buch hat mir unfassbar gut gefallen!

Ja, Lea ist anstrengend! Aber im Grunde ist das Livius, der so vollkommen anders als sie ist, ebenfalls. Wer hier wem mehr gut tut, kann man kaum sagen. Es ist jedenfalls eine wunderbare, schicksalhafte Begegnung und die Story kann auch den Leser oder Hörer verändern. So wahnwitzig die meisten Situationen sind, so logisch und tatsächlich auch vorstellbar sind sie. Eine Idee jagt die nächste, Livius – und der Leser/Hörer – kommt kaum zum Luftholen. Dennoch passt alles herrlich zusammen.

Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt! Ab und an konnte ich vorhersehen, was geschehen wird, aber das hat der Unterhaltung kein bisschen geschadet. Im Gegenteil, es steigerte die Spannung und die Sympathien zu den Figuren. Simon Jäger erzählt die Story wunderbar. Mal selbstironisch, mal wütend, mal betroffen, mal voller Gefühl – einfach perfekt.

Ich habe viel gelacht, aber auch ein paar Tränchen vergossen. Und ich trage die eine oder andere Botschaft, die mir Lea mit auf den Weg gegeben hat, tief in meinem Herzen. Solche Bücher brauchen wir viel mehr! Ob von Herrn Fitzek oder Lieschen Müller spielt dabei gar keine Rolle. Weiter so! Fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2021

Eines führt zum andern

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
0

Joyce fühlt sich in der luxuriösen Seniorenresidenz Coopers Chase etwas fehl am Platz. Sind doch alle anderen gut situiert und hatten tolle Berufe und sie war nur Krankenschwester! Doch schnell wird sie ...

Joyce fühlt sich in der luxuriösen Seniorenresidenz Coopers Chase etwas fehl am Platz. Sind doch alle anderen gut situiert und hatten tolle Berufe und sie war nur Krankenschwester! Doch schnell wird sie von Elizabeth in den „Donnerstagsmordclub“ aufgenommen. Der trifft sich immer donnerstags im Puzzlezimmer und versucht, alte Mordfälle zu klären. Da geschehen zwei Morde und Elizabeth, Ron und Ibrahim beschließen, mit Joyces Hilfe der örtlichen Polizei unter die Arme zu greifen …

Die Figuren sind herrlich schrullig und ausgefallen. Man muss sie alle einfach mögen! Dass das Durchschnittsalter reichlich hoch bemessen ist, macht das Szenario besonders cool und überraschend. Die vielen Wendungen passen sich prima in die Geschichte ein. Ich muss schon sagen – ich würde in dem Alter auch gern eine solche Truppe um mich haben! Da wird es nicht langweilig und von Einsamkeit auch keine Rede.

Man muss ein wenig aufpassen, denn insgesamt kommt hier doch eine ganz nette Anzahl an Figuren zusammen. Die scheinen anfangs so gar nichts miteinander gemein zu haben, doch laufen genial gelungen am Ende alle Fäden perfekt zusammen.

So skurril viele Szenen sind, so haben sie alle eine Logik inne, die man einfach anerkennen muss. Herrlich witzige Dialoge wechseln sich mit anrührenden Tagebucheinträgen und geschickt eingefädelten Taktikzügen ab. Hier kommt der typische britische Humor voll zum Tragen. Wer ihn mag, wird vom Hörbuch begeistert sein, zumal die beiden Sprecher ihren Job perfekt gemacht haben. Johannes Steck belebt besonders die männlichen Figuren wunderbar. Ich finde nur seine Art, die Ladys zu sprechen, ein bisschen tussig. Renate Himmelstoß liest die Tagebucheinträge von Joyce vor. Sie legt die Ruhe und unterschwellige Müdigkeit einer Achtzigjährigen in ihre Stimme und ihren Tonfall, sodass es sehr authentisch wird.

Mich freut hier außerordentlich, dass es weitere Bände geben wird. Zwar bin ich nicht so sicher, wie der Autor die Ideen des ersten Bandes übertreffen möchte, lasse mich aber gern überraschen. Die Geschichte ist kein bisschen langweilig, auch wenn wir hier natürlich einen relativ gemächlichen, gemütlichen Krimi haben, mit englischem Humor und ein echter Cosy Crime. Hochspannung gibt es nicht, aber man bleibt gern interessiert am Ball, denn alle haben es faustdick hinter den Ohren! Man muss sich ein wenig darauf einlassen und sich von der hektischen Welt „der jüngeren Generationen“ lösen, dann trägt einen die Story ganz von allein mitten ins Geschehen. Deshalb gebe ich sehr gern die vollen fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2021

Wird noch jemand verschwinden?

Searching Lucy
0

Amber hat ein erschreckendes „Hobby“: sie bricht in Häuser ein! Doch nicht, um sich zu bereichern – Amber ist auf der Suche nach ihrer Schwester und ihrem Vater. Sie sind spurlos verschwunden, erst der ...

Amber hat ein erschreckendes „Hobby“: sie bricht in Häuser ein! Doch nicht, um sich zu bereichern – Amber ist auf der Suche nach ihrer Schwester und ihrem Vater. Sie sind spurlos verschwunden, erst der Vater, vier Wochen später die Zwillingsschwester. Ambers Mutter ist inzwischen nur noch betrunken und vernachlässigt sie und ihren kleinen Bruder Tom, doch sie ist noch nicht bereit, sich Hilfe zu holen – zuerst will sie alles versuchen, Vater und Schwester zu finden. Doch da wird sie bei einem ihrer Einstiege erwischt …

Anfangs hatte ich richtig heftige Schwierigkeiten, mit Amber warm zu werden. Ja, klar, sie ist in einer Extremsituation und ich kann absolut verstehen, dass sie etwas tun muss. Doch äußert sich ihre Verzweiflung in einer Art, die nicht sehr sympathisch ist und weniger Mitgefühl denn Zorn weckt. Mit der Zeit habe ich mich an ihre Art ein wenig gewöhnt. Zudem hat sie sich dann doch nach und nach verändert – bis zu einem Level, das ich dann wirklich verstehen konnte. Allerdings hat mich bis zum Ende gestört, dass Die Autorin ihre Figuren immer wieder zu viele englische Ausdrücke benutzen ließ. Zumindest in meinem Umfeld sagen die Teenies nicht wirklich ständig Dinge wie „Really?“. Dagegen flucht sie ständig auf Deutsch – hier höre ich die Jugendlichen dann doch eher „Sh*t“ sagen. Auch leben in Eltville (ein realer Ort) extrem viele Menschen mit amerikanischen/englischen Namen. Das ist der Autorin allerdings selbst aufgefallen und sie liefert auch eine Erklärung. Witzig ist in dem Zusammenhang dann auch, dass selbst der Titel auf Englisch ist. Dennoch – das hat beim Lesen schon ein wenig irritiert, da es mit dem Wissen, dass das Buch in Deutschland (Nähe Frankfurt) spielt, doch kollidierte.

Spätestens ab Mitte des Buches war ich aber extrem gefesselt und fieberte mit Amber mit. Das Leid von ihr und dem fünfjährigen Tom ging mir schon stark an die Nieren. Da öffnet das Buch wohl bei einigen die Augen und hilft hoffentlich, dass Freunde, Bekannte und auch Nachbarn eher mal hinter die Fassade sehen, wenn in einer Familie ein schwieriges Ereignis stattfand. Nicht einfach denken: Die melden sich schon, wenn sie was brauchen! Leute, achtet aufeinander!

Das Ende ist fast schon ein Show-Down mit fiesem Cliffhanger. Nicht, dass es auf eine Fortsetzung hindeutet, aber auf „Folgen“, die nicht wirklich erfreulich sind. Dennoch passt es super zur Geschichte insgesamt. Der Weg dahin ist wendungsreich und trotz allem sehr interessant (auch wenn das gerade sehr seltsam klingen mag). Da man auch nicht außer Acht lassen darf, dass es sich hier um einen Jugendthriller handelt, darf ich nicht den Maßstab für ein „Erwachsenenbuch“ anlegen. Zudem liest sich das Buch nach „Anlaufschwierigkeiten“ mit Amber wirklich ratzfatz weg. Es gibt keine Verschwurbelungen, wie sie Autoren für Erwachsenenthriller gern nutzen (und die mich inzwischen echt annerven). Und ganz erstaunlich – mir fehlt nach Beendigung des Buches Amber sehr! Die Streifzüge mit ihr waren also doch „wirkungsvoll“! Die Altersempfehlung ab 13 Jahren halte ich für passend.

Für die vollen fünf Sterne reicht es nicht ganz, aber dafür poliere ich die übrigen vier auch ganz besonders gut auf!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2021

Es geht mehr als nur Kompost!

Regrowing – Neue Triebe aus Obst- und Gemüseresten
0

Gerade bei Pflanzen kann man super gut „experimentieren“, statt Reste einfach nur auf den Müll zu werfen. Ich hatte irgendwann ausgetriebene, schrumpelige Kartoffeln übrig und habe sie aus Spaß einfach ...

Gerade bei Pflanzen kann man super gut „experimentieren“, statt Reste einfach nur auf den Müll zu werfen. Ich hatte irgendwann ausgetriebene, schrumpelige Kartoffeln übrig und habe sie aus Spaß einfach mal in große Blumentöpfe gesteckt. Im Herbst hatte ich eine kleine Kartoffelernte und die leckersten Kartoffeln meines Lebens! Das hat mein Interesse am Thema so richtig angestachelt!

Das Buch erklärt von Anfang an, wie es klappt, was man benötigt und worauf mach achten muss. Nicht alles ist einfach, aber das erhöht den Spaß. Einige Pflanzen werden nur zu hübschen Zimmerpflanzen, andere kann man anschließend tatsächlich neu ernten – auch wenn es bei einigen rein um die Blätter geht. Auch an das Gewinnen von Samen wurde gedacht. Beispielsweise ist es möglich, aus dem oberen Stück einer Karotte neues Grün wachsen zu lassen, das man in Salaten oder Smoothies nutzen kann, aber auch am Ende Samen gewinnen, der im nächsten Jahr dann ausgesät eine ganze Karottenernte hervorbringt.

Vermisst habe ich Salat, denn da kann man auch prima Regrowing machen, besonders mit den Sorten, die mit Wurzeln verkauft werden.

Das Prinzip des Regrowings macht auch Kindern Spaß. Sie brauchen nur ein wenig Geduld. Für Kids werden besonders Tomaten und Paprika interessant sein – zu sehen, wie aus den Samen im Inneren kleine Pflanzen wachsen, die bei guter Pflege wieder neue Früchte tragen, ist ein tolles Erlebnis und lehrreich dazu. Selbst wenn es ein Zitronenkern ist, der eingepflanzt wird (und meiner Erfahrung nach in unseren Breitengraden niemals Früchte trägt …), ist die Freude riesig, wenn das erste Grün aus der Erde schaut!

Mir gefällt der Aufbau des Buches sehr gut. Neben dem Teil mit den benötigten Utensilien glänzt der Teil mit den einzelnen Pflanzen durch die Beschreibung eben dieser, einem Kasten mit den Infos, was man erhält und was man dafür benötigt, den erforderlichen Schritten (ausführlich erklärt) und zum Abschluss, was nach einiger Zeit zu erwarten ist bzw. nötig ist. Auch Alternativen findet man hin und wieder.

Wer also gerne etwas ausprobiert und neugierig ist, wer sich an ein paar kleine Versuche wagen möchte, der liegt hier genau richtig. Und ich habe so den Verdacht, dass bei nicht wenigen anschließend aus selbst gewonnenen Samen neue Pflanzen im Garten wachsen werden!

Ein schönes Buch! Fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 24.05.2021

Was Jahrtausende überlebt hat, kann so schlecht nicht sein!

Heilsam kochen mit Ayurveda
0

Dass Gesundheit und Essen eng miteinander verbunden sind, dürfte inzwischen jedem klar sein. Es gibt unterschiedliche Ansätze für gesunde Ernährung – AYURVEDA gehört seit Jahren auch in der „modernen Welt“ ...

Dass Gesundheit und Essen eng miteinander verbunden sind, dürfte inzwischen jedem klar sein. Es gibt unterschiedliche Ansätze für gesunde Ernährung – AYURVEDA gehört seit Jahren auch in der „modernen Welt“ dazu. Diese Art der Ernährung ist kein Trend, sondern eine seit Jahrtausenden bewährte Methode. Schon allein das ist ein Grund, sich damit mal ein bisschen intensiver zu beschäftigen, wenn man gern kocht und dabei auch auf gesunde, ausgewogene Ernährung achtet.

Ich bin kein Vegetarier und schon gar kein Veganer. Die Ayurvedische Küche vermeidet Fleisch und tierische Produkte weitestgehend. In diesem Buch sind die Rezepte vorwiegend vegetarisch, einige auch vegan. Damit ist klar, dass ich mir hier einige Anregungen hole, mir Gedanken um eine Möglichkeit mache, wie ich etwas davon in mein Leben integriere und dennoch ich selbst bleibe. Die unterschiedlichen Ansätze, Erklärungen und Zusammenhänge leuchten mir ein, gar keine Frage. Dennoch kann – und ja: will – ich nicht ganz auf Fleisch und schon gar nicht auf Milchprodukte verzichten. Dennoch kann ich Ayurveda-Tage einlegen und mir damit auch etwas Gutes tun.

Der Großteil des Buches besteht aus den 84 Rezepten, die jeweils eine Doppelseite einnehmen: Eine Seite ist dabei komplett für ein Foto des Gerichts reserviert, die andere widmet sich ganz der Zutatenliste, den Zubereitungsschritten, dem Namen des Gerichts und den Symbolen für die drei Bioprinzipien (Doshas) Vatta, Kapha und Pitta, den Symbolen für Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie der Angabe, wenn das Gericht zucker- oder glutenfrei ist. Natürlich ist auch angegeben, ob es vegetarisch oder vegan ist.

Der Theorieteil ist mir ein bisschen zu kurz geraten. Ich hätte mir eine intensivere Einführung in das Thema gewünscht mit mehr Informationen und Hilfen. Hier muss ich mir weiterführende Literatur holen. Die Zutaten für die Rezepte sind erwartungsgemäß nicht alle standardmäßig in meinen Vorräten zu finden. Das stört mich aber nicht weiter – heute bekommt man im guten Supermarkt fast alles; den Rest findet man meist sogar im Asia-Shop (die haben hier seltsamerweise eine Art Welt-Sortiment) oder man bestellt eben mal im Internet.

Insgesamt hat mir das Buch einen guten Überblick verschafft und liefert mir Rezepte, die ich problemlos in meine normale Ernährung einbauen kann. Vielleicht wird daraus ja im Laufe der Zeit mehr – das kann man jetzt noch nicht sagen. Auf alle Fälle hat sich dieses Buch einen Platz in meiner Kochbuchsammlung verdient. Restlos begeistert bin ich nicht, deshalb gebe ich vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung