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Veröffentlicht am 06.10.2025

Ergänzt und unterstützt beim Weihnachtsmenü

Weihnachten mit dem Air-Fryer
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Im Vorwort wird gleich klargestellt, dass der Air-Fryer kein komplettes Weihnachtsmenü zaubern soll oder kann, aber eben die ideale Ergänzung und Unterstützung ist. Ich finde, wer nicht die ganze Familie ...

Im Vorwort wird gleich klargestellt, dass der Air-Fryer kein komplettes Weihnachtsmenü zaubern soll oder kann, aber eben die ideale Ergänzung und Unterstützung ist. Ich finde, wer nicht die ganze Familie um sich versammeln kann, hat mit dem Air-Fryer auch die Möglichkeit, für sich oder für zwei ganz tolle Gerichte zu zaubern. Aber auch zum Aufbacken selbst zubereiteter und eingefrorener Snacks ist dieser kleine Zauberofen der Hit.

Nach einer kleinen Einführung mit Warenkunde starten die Kapitel Partyfood; Vorspeisen; Hauptspeisen; Desserts und süßes Gebäck; Zwischen den Jahren. Einige der Zutaten sind etwas exotischer. Dennoch bekommt man sie im gut sortierten Supermarkt, vor allem um die Vorweihnachtszeit, problemlos. Nur hat man sie vermutlich einfach nicht standardmäßig im eigenen Vorrat.

Die Rezepte sind alle mit einem festlichen Foto versehen. Auf einer Buchseite finden sich das Bild, ein kleiner Text zur Speise, die Zutatenliste, die benötigten besonderen Utensilien und die Zubereitungsschritte. Bei einem Teil der Rezepte ist hierbei die Schrift weiß auf dunklem Grund. Das tut meinen Augen nicht ganz so gut. Auch finde ich die Seiten etwas überladen. Die Anweisungen sind verständlich formuliert. Angaben zu Nährwerten findet man keine. Das eine oder andere Rezept hat meiner Meinung nach mehr Erfolg als große Variante im klassischen Backofen, dennoch gefallen mir die Ideen gar nicht mal so schlecht!

Dass viele der Rezepte etwas aufwändiger sind, ist nicht verwunderlich. Immerhin geht es um Weihnachten und Silvester, da kocht man ja gern etwas aufwändiger als sonst. Dabei möchte ich aber noch erwähnen, dass ich nicht wenige der Rezepte auch außerhalb der Adventszeit als Teil eines Buffets oder einer Speisenfolge passend finde. Unter den mehr als einhundert Rezepten sollte wirklich jeder genug finden, das festliche Tafeln noch festlicher macht.

Insgesamt ein gelungenes Buch, das prima zu Weihnachten passt. Ich gebe vier Sterne, weil es mir zu bunt und schrill ist, die Augen ermüdet und zu oft die Speisen erst mal eingefroren werden, bevor sie dann im Air-Fryer zubereitet werden. Dennoch ein Buch, das man auch super gut verschenken kann, um Kochbuchfans zu erfreuen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Das Band zwischen Mutter und Tochter

Biarritz
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Hannas Mutter Emilie lebt im Seniorenheim. Sie spricht nicht mehr. Ihre frühere Freundin Marianne hat sie aufgespürt und sich im selben Seniorenheim einquartiert. Einzig sie findet Zugang zu Emilie. Hanna ...

Hannas Mutter Emilie lebt im Seniorenheim. Sie spricht nicht mehr. Ihre frühere Freundin Marianne hat sie aufgespürt und sich im selben Seniorenheim einquartiert. Einzig sie findet Zugang zu Emilie. Hanna hat so viele Fragen und so viel Wut in sich und kommt nur sonntags zu Emilie. Und auch nur, um den Schein zu wahren, denn sie glaubt, ihre Mutter lehnt sie ab. Marianne sieht das allerdings völlig anders.

Den Titel finde ich etwas unglücklich gewählt. Wenn man das Buch gelesen oder gehört hat, versteht man ihn, aber er ist kein guter Hinweis auf das, was man bekommt. Ganz ehrlich gesagt habe ich sogar gerade deshalb das Buch sehr spät für mich entdeckt. Selbst die Kurzbeschreibung auf dem Klappentext wird dem Buch nicht gerecht und führt den Leser bzw. Hörer auf eine falsche Fährte. Das unscharfe Cover-Foto ergibt am Ende einen sehr symbolischen Sinn.

Wie Hanna von ihrem Verhältnis zu ihrer Mutter erzählt, das einst so innig war und jetzt so distanziert, ist herzergreifend. Aber auch verständlich! Ich kann absolut gut nachvollziehen, was in ihr vorging und wie es zu der Situation kam. Ich hätte mir auch eine Marianne gewünscht, die mir offene Fragen beantwortet und Dinge erzählt, die Lücken füllen. So seltsam es klingen mag, dieses Buch hat mir genau das gegeben, obwohl meine Geschichte eine völlig andere ist. Dennoch tröstete es mich unfassbar, rückte Dinge in ein anderes Licht und war wie eine liebevolle Umarmung. So schön!

Die Erinnerungen an ihre Kindheit, die alles andere als leicht war, sind oft sehr schön und liebevoll, aber auch immer wieder erschreckend und grausam. Doch auch die Vergangenheit von Emilie, von Marianne Emmi genannt, erklärt vieles. Es ist so schade, dass Eltern und Kinder über gewisse Dinge einfach nicht kommunizieren zu können scheinen. Da bedarf es Dritter, nur sind diese leider nicht immer vorhanden. Doch es ist schon eine große Hilfe, gezeigt zu bekommen, dass die Dinge selten so sind, wie man es sich zusammengedacht hat.

Wie viel von diesem Roman autobiografisch ist, lässt sich für mich als Leser natürlich nicht sagen. Da ich aber weiß, dass Andrea Sawatzki bereits ein Buch mit dem Titel Brunnenstraße gibt und dieses autobiografisch ist, sich hier einige Stellen dazu einfügen und nur aus Andrea Hanna wurde, vermute ich es schon stark. Außerdem passen auch die Eckdaten auf sie. Das alles ist aber für mich irrelevant. Die Aussage des Buches ist wichtig und es berührt mich zutiefst, hallt stark nach und macht mich auf ganz besondere Weise glücklich. Die Autorin liest das Buch zudem sehr angenehm ein. Es ist also ein wahrer Genuss, rundum! Sehr kurz, aber enorm intensiv. Kein Wunder, dass ich fünf Sterne gebe, oder?

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Erinnerungen in Form von Rezepten

Patricia Kelly´s Family-Kochbuch
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Ob man die Kelly-Family nun toll findet oder nicht, dass sie ein außergewöhnliches Leben führten und führen, ist unbestreitbar. Essen muss und möchte jeder. Dass bei dieser Lebensart sich die Rezepte an ...

Ob man die Kelly-Family nun toll findet oder nicht, dass sie ein außergewöhnliches Leben führten und führen, ist unbestreitbar. Essen muss und möchte jeder. Dass bei dieser Lebensart sich die Rezepte an den jeweiligen Ländern orientieren, ist nicht überraschend. So entstand im Grunde ein Kochbuch, das ein Spiegel der Erlebnisse und des Lebens in mehreren Ländern ist. Die Geschichten zwischen den Rezepten sind unterhaltsam und kein bisschen nervig. Es macht Spaß, zu schmökern und neue Rezepte kennenzulernen. Ja, neu, denn Patricia Kelly und ihre Familie haben jedem Gericht ihren persönlichen Stempel aufgedrückt und sie so zu ihren eigenen gemacht. Sechs Länder prägen dieses Kochbuch. Für mich ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal.

Irland, Spanien, Frankreich, USA, Niederlande und Deutschland sind die Stationen, die für die Kellys in vieler Hinsicht prägend waren und noch immer sind. Die Gerichte im Buch sind traditionell und doch individuell abgeändert. Die Klassiker der Länder auf Kelly-Art sozusagen! Sie sind übersichtlich gestaltet, haben nach ihrer originalen Bezeichnung eine deutsche Erklärung. Man findet Angaben zur Zubereitungszeit, den Zutaten und den erforderlichen Schritten. Falls zutreffend, ist auch angegeben, ob ein Gericht glutenfrei, frei von raffiniertem Zucker, vegetarisch o.ä. ist. Fans von Nährwertangaben werden enttäuscht sein, die findet man nämlich nicht. Ausgelegt sind die Rezepte meist für zwei oder vier Personen. Zu jedem Gericht bekommt man ein schönes Foto, das nicht gerade wenig Appetit macht!

Vor jedem Länder-Kapitel erzählt Patricia Kelly aus ihrer Zeit dort und teilt mit den Lesern private Fotos. Einige Gerichte, die eine besondere Rolle in ihrem Leben spielen, bekommen ebenfalls noch eine Ehrung in Form einer Erzählung dazu. Die Fotos zu den Gerichten sind farbig, alle anderen dann schwarz-weiß. Ein alphabetisches Register schließt das Buch ab.

Für mich ist dieses Kochbuch eine interessante Bereicherung meiner Sammlung. Die Geschichten lesen sich spannend, ohne sensationsheischend zu sein. Das Phänomen Kelly-Family hat viele Facetten. Patricias Geschichten und Rezepte gefallen mir sehr. Von daher gebe ich die vollen fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Ein Adventskalender, der das ganze Jahr verschönen kann

Dein Advent - 24 Glücksmomente nur für dich
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Dieses Buch ist ein Geschenk an sich selbst, kann natürlich aber auch an andere liebe Menschen, die sonst nicht an sich selbst denken, verschenkt werden. Die ersten Seiten erklären Sinn, Zweck und Handhabung ...

Dieses Buch ist ein Geschenk an sich selbst, kann natürlich aber auch an andere liebe Menschen, die sonst nicht an sich selbst denken, verschenkt werden. Die ersten Seiten erklären Sinn, Zweck und Handhabung des Kalenders und schon dabei merkt man, wie man sanft entschleunigt. Da ist die Vorfreude, sich die 24 Tage bis Weihnachten kleine Inseln zu schaffen, quasi vorprogrammiert.

Jeder Tag folgt einem strukturierten Ablauf, aber man kann ihn sich individuell einteilen, auch nur Teile des Kalender-Türchens für sich auswählen, wenn mal weniger Zeit ist. Schnell kommt man aber in einen Rhythmus und nimmt dieses großartige Geschenk für sich mit.

Besonders schön ist, dass man auch unterm Jahr mit diesem Kalender arbeiten kann. Die Texte und Aufgaben sind nicht strikt auf Weihnachten ausgerichtet, sondern auf einen selbst. Nur die Geschichte ist weihnachtlich. So ist dies nicht allein ein Adventskalender, sondern ein Büchlein, das hilft, sich selbst mehr zu achten, Achtsamkeit in den Tag zu bringen und mit einfachen Mitteln ganz viele Glücksmomente zu schaffen.

Nach dem 24. Dezember kommen noch ein paar wunderbare Tipps und ein süßer Notfallplan. Das Buch endet also nicht einfach, wie ein leerer Adventskalender. Und als Tüpfelchen auf dem I bekommt man noch ein wenig Info zu den Rauhnächten.

Fazit: Dieser Adventskalender ist ein tolles Geschenk an sich selbst, aber auch an Personen, die viel zu wenig an sich selbst denken und denen ein Stups in die richtige Richtung gut tut. Und das Beste daran ist, dass er jedes Jahr erneut genutzt werden kann! Fünf Sternchen!

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Pflegenotstand extrem

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Annett hört so gut wie nie Nachrichten. Klar, dass sie völlig überrumpelt ist, als der Pflege-Notstand in der Altenpflege ausbricht und alle Bürger mit einem freien Zimmer Senioren aufnehmen müssen. Ihr ...

Annett hört so gut wie nie Nachrichten. Klar, dass sie völlig überrumpelt ist, als der Pflege-Notstand in der Altenpflege ausbricht und alle Bürger mit einem freien Zimmer Senioren aufnehmen müssen. Ihr wird ein 93jähriger Mann zugeteilt, Herr Jankovsky.

Margret arbeitet im Bürgerarmt und muss die Senioren von Amts wegen bei Familien unterbringen. Da taucht Milosch, ein ehemaliger Klassenkamerad von ihr, auf und ist verzweifelt. Sein Vater ist weg! Er wollte ihn abholen, aber da niemand mehr da war, konnte ihm auch niemand sagen, wo er gelandet ist. Margret ahnt, dass hier eine Verwechslung vorliegt. Doch wo steckt er?

In unterschiedlichen Erzählsträngen lernt man nicht nur Annett und ihre Familie, Margret und Milosch, sondern auch Lennart und andere kennen. Den Blick auf diese Art auf die Probleme in der Pflege und den Pflegenotstand zu lenken, finde ich eine super gelungene Idee. Antje Huhs ist es sehr gut gelungen, mit ansprechendem Humor auf ein ernstes Thema hinzuweisen, ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Es geht nicht nur um die Senioren, sondern auch darum, was es mit den Angehörigen macht, die sie in einem Heim unterbringen müssen. Auch die Dynamik in Annetts Familie wird sehr schön beschrieben.

Man glaubt ziemlich schnell zu wissen, wo die Story hinführt, aber der Autorin sind ein paar sehr gelungene und gekonnte Wendungen eingefallen, die alles umwerfen und die Verwirrung noch verstärken. Ein wenig schade finde ich die Lösung des Problems, denn wie Lennart finde ich, dass eine dreijährige Ausbildung schon ihren Sinn hat. Ein Ansatz und eine Hilfe wäre die Lösung allerdings schon, nur müsste sie besser ausgearbeitet werden. Das tut allerdings meinem Vergnügen beim Hören der Hörbuchversion, die Vera Teltz gewohnt großartig eingelesen hat, keinen Abbruch. Daher gebe ich sehr gerne die vollen fünf Sterne. Übrigens kann man diese Story auch außerhalb der Weihnachtszeit genießen und lesen und hören!

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