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Veröffentlicht am 27.03.2021

Schwieriger Einstieg, danach völlig begeistert

Die Mächte der Moria (Die Mächte der Moria 1)
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Inhalt:

Die magisch begabten Moria sind dem König ein Dorn im Auge, weswegen er sie auslöschen möchte. Renata ist eine Moria mit der seltenen Gabe, Erinnerungen lesen und stehlen zu können. Deshalb wurde ...

Inhalt:

Die magisch begabten Moria sind dem König ein Dorn im Auge, weswegen er sie auslöschen möchte. Renata ist eine Moria mit der seltenen Gabe, Erinnerungen lesen und stehlen zu können. Deshalb wurde sie als Kind an den Königshof entführt, wo sie vom König auf seine Gegner angesetzt wurde.

Doch die Rebellen konnten Renata befreien. Seitdem kämpft sie in ihren Reihen. Doch auch hier ist sie eine Ausgestoßene. Einzig der Rebellenanführer und ihr Freund Dez steht ganz hinter ihr.

Als dieser jedoch in Gefangenschaft des Königs gerät muss Renata zurück an den Königshof, um ihn zu retten und seinen Auftrag zu Ende zu bringen. Kann sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen, um sich ihrer Zukunft zu stellen?



Meine Meinung:

Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht ganz leicht. Zwar beginnt es sofort sehr spannend und mitreißend, aber es gibt sehr viele neue Begriffe, Wörter und Namen, die man erst einmal sortieren und sich merken muss. Deshalb muss man vor allem zu Beginn am Buch bleiben um sich schließlich in der Welt zurechtzufinden.

Mit Renata hatte ich anfangs auch so meine liebe Not. Sie sieht sich als minderwertig an, hat ständig das Gefühl, sich beweisen zu müssen und doch immer alles falsch zu machen. Woher dieses Selbstbild kommt, konnte ich nicht nachvollziehen. Erst nach und nach erfährt man, dass nicht nur ihre Gabe sowohl bei den Nichtmagischen, als auch den Rebellen gefürchtet ist, sondern dass sie als Kind für den König Menschen Erinnerungen gestohlen hat. Trotzdem konnte ich nicht ganz verstehen, wieso Renata sich dafür so schlecht macht, immerhin war sie damals ein Kind und wusste nicht wirklich, was sie tut. Sie geht meiner Meinung nach zu hart mit sich selbst ins Gericht und dass sie sich selbst fast sogar zu hassen scheint, machte es mir auch schwer, sie zu mögen.

Doch je länger ich las, desto faszinierter war ich von der Welt, die Zoraida Córdova hier geschaffen hat. Allein das Magiesystem gefiel mir richtig gut und da fand ich es auch gut, dass die Autorin hier doch sehr ausschweifend beschreibt und manche Szenen für den Fortgang der Geschichte nicht wirklich wichtig zu sein scheinen. So lernte man sowohl das Setting, als auch die Protagonisten noch einmal besser kennen und nach und nach näherte ich mich auch Renata an. Für mich machte sie jedenfalls eine tolle Entwicklung durch. Anfangs hat sie einfach ihren Platz noch nicht gefunden. Ihre Entscheidungen werden ihr immer abgenommen. Zuerst vom König und später von den Rebellen. Als Dez aber schließlich in Gefangenschaft gerät, wird sie zum Handeln gezwungen und endlich zeigt sich, dass sie sich auch selber Gedanken macht. Für mich wuchs Renata im Laufe der Geschichte wirklich über sich hinaus und das gefiel mir sehr gut.

Aber die Autorin hat mich auch mit der Handlung wirklich sehr überrascht. Kaum hatte ich das Gefühl, ich wüsste endlich, wie die Welt funktioniert, kam eine unvorhersehbare Wendung, mit der ich so gar nicht gerechnet hatte und ich musste wieder alles überdenken. Dadurch blieb das Buch durchweg spannend. Selbst, wenn einmal weniger passierte, hatte ich doch immer das Gefühl, dass ein Damoklesschwert über Renata schwebt und ich bekam Angst, dass es für sie nicht gut ausgehen könnte. Das verstärkt sich dadurch, dass man selbst als Leser keinen Wissensvorsprung hat und nie sicher sein kann, wer Freund und wer Feind ist.

Am Ende lässt Zoraida Córdova noch eine richtig große Bombe platzen, die die gesamte Geschichte in Frage stellt und mich mit einem fiesen Cliffhanger zurückließ. Ich hätte so gerne einfach weitergelesen, da mich das Buch nach den Einstiegsschwierigkeiten doch noch komplett gepackt und mitgerissen hat. Jedenfalls bin ich schon jetzt ganz gespannt auf die Fortsetzung und bin mir sicher, dass auch hier die Autorin noch einige Überraschungen für uns bereithalten wird.

Fazit:

Der Einstieg in dieses Buch fiel mir alles andere als leicht. Es gab viele unbekannte Wörter, Begriffe und Namen, die es erst einmal zu sortieren gab. Auch die Protagonistin hat es mir mit ihrem Selbsthass zusätzlich schwer gemacht, sie und die Story zu mögen. Doch nachdem ich mich in dieser faszinierenden Welt zurechtgefunden und auch Renata ihren Platz gefunden zu haben scheint, konnte ich mich kaum noch vom Buch lösen. Dazu haben auch die überraschenden Wendungen und die spannende Suche nach Antworten und nach Verbündeten beigetragen. Am Ende lässt die Autorin dann noch eine riesige Bombe platzen, die zeigt, dass es auch in der Fortsetzung spannend bleibt. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 12.03.2021

Anders - aber richtig gut

Nach der Zerstörung
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Inhalt:

Naturkatastrophen haben die Erde zerstört und es gibt nur noch wenige Überlebende. Auch Raja ist eine Überlebende und kämpft sich alleine durch. Nur ihr Hund Floh ist ihr ständiger, treuer Begleiter.

Erst ...

Inhalt:

Naturkatastrophen haben die Erde zerstört und es gibt nur noch wenige Überlebende. Auch Raja ist eine Überlebende und kämpft sich alleine durch. Nur ihr Hund Floh ist ihr ständiger, treuer Begleiter.

Erst als Lean sie vor einem Tsunami rettet und gesund pflegt, erfährt sie, dass es noch andere Überlebende gibt. Endlich scheinen alle ihre Wünsche und Sehnsüchte wahr zu werden. Doch Lean hütet ein Geheimnis, das den beiden sehr gefährlich werden kann … .

Meine Meinung:

Zu Beginn treffen wir auf Raja, die außer ihrem Hund, ganz alleine ist. Sie versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen und kämpft sich tapfer durch. Um ihre Familie macht die Autorin vorerst ein großes Geheimnis und ich wollte wirklich wissen, was es damit auf sich hat. Überhaupt war ich sehr neugierig, auch auf die Welt, die Rebekka Gusia geschaffen hat. Allerdings musste ich feststellen, dass es dazu keine Informationen gibt. Man erfährt leider weder, was zu den Naturkatastrophen geführt hat, noch wie die Welt zerstört wurde oder wann und wie es danach weiterging. Wir finden uns mit Raja lediglich in der Gegenwart wieder und weiß, dass es viele Naturkatastrophen gab und gibt und diese die Menschheit dezimiert haben. Ich war etwas enttäuscht muss ich gestehen, da diese Hintergrundinformationen ja eigentlich das Fundament sind, auf dem eine Dystopie aufgebaut wird.
Das Erstaunliche ist, dass die Geschichte trotz allem funktioniert und man diese Informationen nicht zwangsläufig braucht.

Die erste Hälfte des Buches ist eher ruhig, was ganz natürlich ist, da wir lediglich Raja und später Raja und Lean als Interaktionspartner haben. Wir erleben mit, wie die beiden sich kennenlernen und wie vor allem Raja mit dieser neuen Situation umgeht. Und obwohl in diesen Kapiteln natürlich nicht so viel passiert, war es für mich nie langweilig. Ich erlebte mit, wie sich Raja und Lean annähern und trotz allem sehnt sich die junge Frau nach mehr. Sie will wieder unter Menschen leben, Teil einer Gemeinschaft sein.

In der zweiten Hälfte des Buches passiert dann genau das und es kommt mehr Spannung auf. Raja wird Teil einer Gemeinschaft und muss nach deren Regeln leben. Doch nicht jede Regel erscheint ihr sinnvoll und sie scheint nicht mehr sie selbst sein zu können. Mir gefiel es sehr gut, wie Rebekka Gusia diesen inneren Kampf von Raja dargestellt hat. Einerseits möchte sie so gerne Teil einer Gemeinschaft sein, andererseits kann sie sich einfach nicht in das Leben dort fügen.

Auch die ersten zarten Gefühle zu Lean werden auf die Probe gestellt. Einige Zeit scheint die Leibesgeschichte ganz von der Bildfläche zu verschwinden und macht dem inneren Kampf von Raja Platz. Das fand ich jedoch nicht schlimm, denn für mich muss die Liebesgeschichte nicht immer im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist, dass die Gefühle authentisch sind und bei mir kamen sie auch wirklich an, inklusive all der Zweifel. Das fand ich sogar fast am besten, denn gerade in der Situation, in der Raja steckt, ist es nicht einfach, sich seiner Gefühle immer sicher zu sein.

Die Situation spitzt sich immer weiter zu und endet in einem Showdown, der die Lage für die Protagonisten noch einmal völlig verändert. Das Ende rundet die Geschichte sehr schön ab und ließ mich als Leserin mit einem hoffnungsvollen Gefühl zurück.

Fazit:

„Nach der Zerstörung“ ist in meinen Augen eine andere Art Dystopie. Wir bekommen keinerlei Hintergrundinformationen wie die jetzige Welt entstanden ist, sondern leben ausschließlich in der Gegenwart. Trotz allem hat die Geschichte für mich funktioniert und ich habe mit Raja und Lean mitgefiebert. Während die erste Hälfte des Buches noch ruhig war, stieg die Spannung in der zweiten Hälfte stetig an und gipfelt in einem tollen Showdown, der die Karten neu mischt und die Ausgangslage für ein rundes Ende schafft.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Ein echtes Highlight

Die Erinnerung riecht nach gelben Kamelien
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Inhalt:

Carolin hat nur noch ihren Vater. Dieser hat ihr nie von seiner Familie oder ihrer Mutter erzählt. Als er stirbt, fühlt sich die junge Frau sehr einsam.

Doch auf der Beerdigung lernt sie schließlich ...

Inhalt:

Carolin hat nur noch ihren Vater. Dieser hat ihr nie von seiner Familie oder ihrer Mutter erzählt. Als er stirbt, fühlt sich die junge Frau sehr einsam.

Doch auf der Beerdigung lernt sie schließlich ihre Großmutter Frida kennen und endlich hat sie die Hoffnung, Antworten zu bekommen. Wieso hatte ihr Vater keinen Kontakt zu seiner Familie?

Frida nimmt ihre Enkelin mit auf eine Reise in die Vergangenheit und erzählt ihr von einer Liebe während des Zweiten Weltkriegs. Eine Liebe, die das Leben aller für immer verändern wird … .



Meine Meinung:

Das Buch startet im Jahr 2009 und wir lernen Carolin und ihren Vater kennen. Die beiden haben eine sehr enge Beziehung zueinander, aber Carolin wird auch in eine Rolle gedrängt, in der sie sich nicht wohlfühlt. Sie soll den Familienbetrieb übernehmen, obwohl sie nicht mit ganzem Herzen dabei ist und eigentlich etwas anderes möchte. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als hätte die junge Frau ihren Platz im Leben noch nicht gefunden. Das konnte ich auch gut nachvollziehen, immerhin hat Carolin keine Ahnung, wo ihre Wurzeln sind. Sie hat nur ihren Vater und der wird ihr schließlich auch noch genommen.

Auf der Beerdigung lernt sie dann ihre Großmutter kennen und endlich hat sie jemanden, dem sie all ihre Fragen stellen kann und erfährt etwas über ihre Familie. Frida nimmt jedoch nicht nur Carolin mit auf eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch uns Leser. Wir treffen Frida 1939 in Berlin, wo sie gemeinsam mit ihren Freunden schon das drohende Unheil spürt. Natürlich hat man als Leser einen Wissensvorsprung und weiß, welche Schrecken die Protagonisten noch erwartet, deswegen waren meine Nerven total angespannt beim Lesen. Die kleine Gruppe junger Leute war mir nämlich von Anfang an sehr sympathisch. Natürlich stehen vor allem Frida und Erwin im Mittelpunkt, die darauf warten, endlich heiraten zu können. Anfangs wusste man nicht so viel über die Hintergründe der beiden, deshalb kam mir die Liebesgeschichte nicht so außergewöhnlich vor. Aber nachdem ich erfuhr, dass Erwin sich über alle Konventionen hinweggesetzt hat, um Frida, die weit unter seinem Stand ist, heiraten zu können, hatte der junge Mann auch mein Herz gewonnen. Die beiden sind aber auch wirklich ein schönes Paar und ich habe so mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten. Das Schicksal meint es aber auch nicht wirklich gut mit den beiden und ihre Liebe wird auf so manch harte Probe gestellt. Mich hat es wirklich tief berührt, wie die Protagonisten immer wieder um ihre Liebe kämpfen und trotz aller Widrigkeiten nie aufgeben.

Die Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges haben mich auch dieses Mal wieder erschüttert, obwohl das natürlich nichts Neues für mich ist. Trotz allem bekomme ich immer Gänsehaut, es schaudert mich und mir wird jedes Mal wieder übel zwecks all der Grausamkeiten. Man merkt, dass Bettina Lausen genau recherchiert hat und auch die Zeitzeugenberichten ließ sie in ihre Geschichte einfließen. Die Gefühle, Gedanken und all der Schrecken kamen jedenfalls hautnah bei mir an und da ich so mitgerissen wurde, habe ich sogar die ein oder andere Begebenheit noch einmal gegoogelt, um genauer nachzulesen. Vor allem die Geschehnisse rund um die Gustloff haben mich sehr interessiert und ich fand es sehr gut, dass die Autorin sich in ihrer Geschichte auch einmal der deutschen Bevölkerung angenommen hat. Ich möchte das Schicksal der Juden in dieser Zeit auf keinen Fall kleinreden, aber es gab auch Deutsche, die der Krieg hart getroffen hat und auch diesen sollte eine Stimme gegeben werden. Deshalb finde ich es wichtig, dass Bettina Laussen ihre Geschichte aus Sicht einer jungen, deutschen Frau erzählt und wie diese den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. So werden wir durch ein Einzelschicksal für die Lage vieler sensibilisiert.

Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, so sehr wurde ich von den Ereignissen mitgerissen, so gerne wollte ich erfahren, warum Carolins Vater jeden Kontakt abgebrochen und nie von seiner Familie erzählt hat. Am Ende kommt diese Antwort dann zwar sehr schnell und ich konnte nicht ganz nachvollziehen, dass man nach all der Zeit dann nicht doch über seinen Schatten springen konnte, aber trotz allem hat die Geschichte ein rundes Ende, vor allem da die Ereignisse aus der Vergangenheit auch Auswirkungen auf die Gegenwart haben, was mir sehr gut gefiel.

Fazit:

Bettina Lausen hat mich mit ihrem Buch völlig mitgerissen. Ich tauchte tief in die Vergangenheit ein und all die Gefühle und Schrecken haben sich direkt auf mich übertragen. Deshalb konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bis ich nicht wusste, welches Schicksal die Protagonisten am Ende erwartet.

Dieses Buch ist so eine wundervolle, schöne und berührende Liebesgeschichte und gleichzeitig so viel mehr. Ein echtes Highlight, bitte lesen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 21.02.2021

Ein echter Pageturner

Meeresglühen (Bd. 1)
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Inhalt:

Wie jedes Jahr macht Ella Urlaub im Cottage ihrer Großmutter in Cornwall. Doch dieses Jahr wird alles anders, als sie einen Surfer vor dem Ertrinken rettet. Seine Kleidung, seine Sprache und sein ...

Inhalt:

Wie jedes Jahr macht Ella Urlaub im Cottage ihrer Großmutter in Cornwall. Doch dieses Jahr wird alles anders, als sie einen Surfer vor dem Ertrinken rettet. Seine Kleidung, seine Sprache und sein Verhalten zeigen eindeutig: Dieser junge Mann ist nicht von hier.

Doch wo kommt er her und was sind das für komische Zeichen auf seinem Körper? Ella möchte unbedingt mehr über Aris erfahren. Dieses Wissen bringt jedoch nicht nur sie in große Gefahr … .

Meine Meinung:

Bei diesem Buch habe ich mich ganz klar in das wunderschöne Cover verliebt, aber auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht, also stürzte ich mich gleich in dieses Leseabenteuer.

Mit Ella finden wir uns sofort in Cornwall wieder. Dort möchte sie, wie immer, ihre Ferien verbringen. Anna Fleck gibt uns kurz die Möglichkeit, Ella kennenzulernen, bevor sie dann auch schon den Surfer aus dem Wasser rettet. Anders als der Protagonistin ist uns Lesern sofort klar, dass Aris nicht von dieser Welt ist. Was es jedoch genau mit ihm auf sich hat, darüber lässt uns Anna Fleck erst noch im Ungewissen. Ich fand es gut, dass Ella erst einmal sämtliche Länder der Welt durchgeht und versucht, alle Informationen, die sie über Aris bekommt, einem davon zuzuordnen. Sie braucht tatsächlich ziemlich lange, bis sie darauf kommt, dass der junge Mann vielleicht gar kein Mensch ist. Doch genau das machte die Protagonistin authentisch.

Überhaupt gefiel mir Ella ziemlich gut. Ich mag ihren Sarkasmus und ihre innere Stimme, die es manchmal ganz schonungslos und ehrlich auf den Punkt bringt, was eine schöne Prise Humor mit sich bringt. Sie ist selbstständig und geht ihren Weg. Für eine Jugendliche ist sie sehr vernünftig, aber ich glaube, das liegt auch ein bisschen an ihren Lebensumständen, weswegen es gut zu ihr passt.

Aris gibt sich anfangs sehr geheimnisvoll, doch bald merkt man, was hinter seiner Fassade steckt. Er hat schon einiges in seinen jungen Jahren mitgemacht und trägt eine ganz schöne Last auf seinen Schultern. Trotzdem ist er stets bestrebt, das Richtige zu tun und stellt seine eigenen Bedürfnisse dafür hinten an.

Mir gefielen die beiden Protagonisten wirklich sehr gut, aber es gibt auch ein paar nette Nebencharaktere z.B. die schrulligen Bernhardt Schwestern, Aris‘ bester Freund Som oder die kleine Tis. Aris und Ella haben stets ein paar sehr nette und einzigartige Helfer an der Seite und müssen nicht allein alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Alleine ist doch die Welt nicht schön und diese liebevoll gezeichneten Charaktere verleihen dem Buch noch einmal einen ganz besonderen Charme.

Doch auch der Handlungsverlauf konnte mich richtig begeistern. Das Buch ist von Anfang an spannend und ständig passiert etwas, so dass Langeweile erst gar nicht aufkommen kann. Ich mag es ja sehr gerne, wenn eine Geschichte ein hohes Tempo vorlegt und genauso ist es in diesem Buch. Wirklich ruhiger wird es erst, als wir uns mit Aris, Som und Ella auf eine Reise begeben. Dort führt uns die Autorin in eine neue Welt ein und wir lernen diese erst einmal in aller Ruhe kennen. Dafür gibt uns Anna Fleck etwas mehr Zeit, bevor sie den Protagonisten erneut Feinde auf den Hals hetzt. So haben wir genug Zeit, um diese einzigartige Welt mit all ihrer Vielfalt zu erleben.

Die Autorin hält auch einige Wendungen für uns Leser innerhalb der Geschichte parat. Zwar habe ich diese schon vorausgeahnt, aber so manch anderen könnten sie wirklich überraschen. Insgesamt hat alles perfekt ineinander gepasst und am Ende ein großes Ganzes ergeben, das auch für die Fortsetzung einiges parat halten wird. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den zweiten Band und darauf Ella und Aris weiter begleiten zu können. Mal sehen, was Anna Fleck sich noch für ihre Protagonisten und für uns ausdenkt.

Fazit:

Bei „Meeresglühen“ ist nicht nur das Cover hübsch. Hier hält das Innere auf jeden Fall, was das Äußere verspricht. Die Protagonisten konnten mich sofort im Sturm erobern und die Nebencharaktere haben mein Herz gewonnen. Anna Fleck legt auch gleich ein ordentliches Tempo an den Tag, was die Geschichte durchweg spannend macht. Einige Wendungen könnten so manchen Leser überraschen und auch das Ende macht richtig neugierig auf die Fortsetzung. Ein rundum gelungenes Buch, das mich jetzt schon auf Band 2 hinfiebern lässt.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 11.02.2021

Interessanter Auftakt

Lucienne
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Inhalt:

Lucienne erfährt schon als Kind, dass sie etwas Besonderes ist und wird jahrelang trainiert, um später einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Doch während das Mädchen noch damit ...

Inhalt:

Lucienne erfährt schon als Kind, dass sie etwas Besonderes ist und wird jahrelang trainiert, um später einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Doch während das Mädchen noch damit kämpft, dass sie ihren Freunden nichts von ihrer wahren Herkunft erzählen darf, taucht ein mysteriöses Zeichen auf und ein mächtiger Gegner steigt aus den Tiefen empor.

Jetzt muss Lucienne zeigen, was sie über all die Jahre gelernt hat. Doch ist sie der dunklen Bedrohung wirklich gewachsen?



Meine Meinung:

Im Prolog bekommen wir sofort mit, dass es in diesem Buch verschiedene Völker gibt und diese früher im Einklang miteinander gelebt haben. Doch dann gab es einen großen Krieg und jetzt leben die Elben, Vampire, Werwölfe und und und versteckt unter den Menschen, so dass wir doch ein Urbanfantasybuch vor uns haben.

Nach der kurzen Einführung springen wir auch gleich zu Lucienne, die sich gerade im Sportunterricht befindet. Schnell erfährt man, was es mit ihr auf sich hat und was sie besonders macht. Und diese Idee hat mich richtig begeistert, da ich noch kein Buch gelesen habe, das dieses Volk als Protagonisten hat. Auch die Fähigkeiten, die diesen zugeschrieben werden, fand ich gut überlegt und sehr passend. Ich freute mich richtig darauf zu erfahren, wie Lucienne in die ganze Geschichte passt und welche Aufgabe ihr noch bevorstehen würde.

Lucienne selbst gefiel mir auch richtig gut. Sie ist sehr unabhängig, aber auch loyal ihren Freunden und ihrer Familie gegenüber. Allerdings muss ich gestehen, dass ich ihre Beziehungen manchmal etwas seltsam fand. Ihre Mutter weiß nichts von ihrer Besonderheit und lässt sie weitgehend auch selbst über ihr Leben bestimmen, was ich noch akzeptieren konnte, da sie bereits volljährig ist. Trotz allem besucht sie noch die Schule und ist somit von ihrer Mutter abhängig. Da fand ich es dann doch etwas komisch, dass sie bis in die frühen Morgenstunden wegbleibt, oft einfach verschwindet und ihre Mutter ihr in meinen Augen nur halbherzig ins Gewissen redet. Überhaupt hatte ich nicht das Gefühl, als wäre das ein „normales“ Mutter-Tochter-Verhältnis, sondern vielmehr als wären sie Freunde.
Auch die Beziehung zu ihrem Mentor konnte ich nicht so recht greifen. Zwar heißt es, für Lucienne wäre er ein Vaterersatz, aber ich fand ihn dem Mädchen gegenüber doch sehr kalt, als wäre sie für ihn nichts weiter, als eine Schülerin, die es auszubilden gilt. Ab und zu kam es mir auch so vor, als hätte ihr Mentor kein Problem damit, sie zu opfern, da er sie oftmals in gefährliche Situationen bringt, ohne ihr wirklich zur Seite zu stehen. Ich persönlich hätte mir hier mehr Gefühl gewünscht, eine tiefere Bindung, die mich auf emotionaler Ebene besser gepackt hätte. Bei mir kamen die Gefühle leider nicht ganz an. Die einzige Beziehung, die mir hier wirklich gefiel, war die zu Luciennes bester Freundin. Hier konnte ich sehen, dass sie dem Mädchen wirklich wichtig ist, das hätte ich mir auch an anderer Stelle gewünscht.

Die Geschichte an sich fand ich aber sehr gut. Es gibt viele verschiedene Völker, die alle ihre Eigenheiten haben, manche sind die „allgemein gültigen“, die man auch aus anderen Geschichten kennt. Manche sind aber auch ganz neu und erfrischend. Mir gefiel es, wie die Autorin all diese Völker in einer Geschichte vereint und ihre Schicksale miteinander verknüpft. Es gab viele spannende Momente, ein paar Überraschungen, aber auch Ereignisse, die ich schon vorhergesehen habe. Insgesamt war es für mich eine schöne Mischung, die mir gut gefallen hat.

Das Buch liest sich auch sehr flott, es gibt keine neuen Begriffe oder komplizierte Namen, an denen man hängen bleiben würde. Überhaupt verflogen die Seiten nur so und ich war viel zu schnell am Ende angelangt.

Da legt die Autorin Lilja Hundhausen noch einmal eine Schippe drauf, so dass ich schon jetzt gespannt bin, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird.

Fazit:

Die Idee rund um Lucienne gefiel mir richtig gut, sie ist neu und frisch. Zumindest hatte ich das so noch in keinem Buch. Auch die Verknüpfung mit Altbekanntem fand ich toll. Manchmal haben mir ein bisschen die Emotionen gefehlt bzw. kamen sie bei mir nicht so richtig an. Da hätte ich mir an mancher Stelle noch mehr gewünscht, aber ich denke, dass es in der Fortsetzung noch tiefer gehen wird und darauf freue ich mich schon.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

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