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Veröffentlicht am 13.12.2020

Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht

The Loop. Das Ende der Menschlichkeit (The Loop 1)
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Inhalt:

Luke sitzt seit zwei Jahren im Loop, dem Hightech-Jugendgefängnis. Dort ist jeder Tag gleich und obwohl Routine auch Sicherheit geben kann, zerrt sie bald an Lukes Nerven.

Doch plötzlich ist ...

Inhalt:

Luke sitzt seit zwei Jahren im Loop, dem Hightech-Jugendgefängnis. Dort ist jeder Tag gleich und obwohl Routine auch Sicherheit geben kann, zerrt sie bald an Lukes Nerven.

Doch plötzlich ist alles anders: Immer mehr Menschen verschwinden, seine Mithäftlinge benehmen sich seltsam und die tägliche Routine verändert sich. Auf einmal scheint ein Ausbruch aus dem Loop gar nicht mehr so unmöglich zu sein. Draußen soll jedoch ein Virus kursieren, der die Menschen in Killermaschinen verwandelt. Welchen Preis sind Luke und die anderen bereit für ihre Freiheit zu bezahlen … ?

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn befinden wir uns mit Luke im Loop. Als Leser hat man keine Ahnung, warum er im Jugendgefängnis gelandet ist und erlebt erst einmal den Tagesablauf mit. Es wird alles per Computer gesteuert, nur einmal am Tag kommt eine Wärterin zu den Jugendlichen und einmal gibt es einen Hofgang, wo man sich über Mauern hinweg mit den anderen Häftlingen unterhalten kann. Mir tat Luke wirklich sehr leid. Es muss grausam sein, nicht nur eingesperrt, sondern abgeschnitten von allem zu sein und kaum Kontakt zu haben. Die Langeweile würde mich umbringen, selbst, wenn ich dann sehr viel Zeit zum Lesen hätte.

Luke war mir als Protagonist sofort sympathisch und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was er getan haben könnte, um so eine Behandlung verdient zu haben. Lange lässt uns der Autor darüber im Ungewissen und streut immer nur kleine Andeutungen ein, so dass man versucht, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Natürlich hatte ich auch einen Verdacht, der sogar in die richtige Richtung ging, aber so ganz konnte ich das Ausmaß erst verstehen, als mich Ben Oliver aufgeklärt hat.

Auch die übrigen Charaktere haben es mir wirklich angetan. Dieses Buch ist voller spannender Figuren. Jede davon bringt sein eigenes Päckchen mit und bekommt seine Rolle im Buch. Natürlich habe ich so meine Favoriten, aber im Grunde sind sie alle auf ihre Weise liebenswert und haben sich in mein Herz geschlichen und das obwohl sie verurteilte Straftäter sind.

Die Welt, in der das Buch spielt hat mich auf jeden Fall richtig fasziniert. Zwar bekommt man erst einmal wenig davon mit, da man sich als Leser ja gemeinsam mit Luke im Loop befindet, aber je mehr ich darüber erfuhr, desto begeisterter war ich. Da hat sich Ben Oliver wirklich einiges einfallen lassen und obwohl mir das alles sehr weit weg erschien, hat es doch ein gewisses Gänsehautfeeling bei mir erzeugt.

Man könnte meinen, dass das Buch zumindest am Anfang vielleicht langweilig ist. Immerhin begleitet man Luke im Loop und dort ist jeder Tag gleich, aber trotzdem habe ich gerade auch die ersten Seiten inhaliert, weil schon da klar ist, dass etwas passieren wird und man eigentlich nur darauf wartet, dass es endlich so weit ist. Überhaupt erzeugen die Ereignisse eine richtige Sogwirkung und ich konnte mich kaum von der Geschichte lösen und habe sie deshalb innerhalb kürzester Zeit ausgelesen.

Und ich muss gestehen, dass ich nicht abgesehen habe, wohin das Ganze führen würde, wobei es so im Nachhinein eigentlich doch auch irgendwo offensichtlich ist. Mir gefiel die Wendung, die das Buch genommen hat auf jeden Fall sehr gut und der Cliffhanger am Ende ist wirklich fies, so dass ich schon sehnsüchtig darauf warte, endlich weiterlesen zu können, um zu erfahren, wie es mit Luke und den anderen weitergeht.

Fazit:

Dieses Buch hat es wirklich in sich. Es ist spannend und mitreißend. Die Charaktere schleichen sich nach und nach ins Herz der Leser und ich mochte das Buch gar nicht weglegen, ohne zu wissen, wie es für sie enden wird. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich mehr als fies, deshalb warte ich schon jetzt ungeduldig auf die Fortsetzung, die sofort gelesen wird, sobald sie erscheint.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 06.12.2020

Ein schönes und emotionales Buch

Das Geheimnis von Seynford Hall
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Inhalt:

Samantha hat zwei Jobs, um sich einigermaßen über Wasser zu halten und ihr Leben hält gerade nicht sehr viel Positives bereit.

Da erreicht sie plötzlich ein Brief, der sie nach Cornwall zitiert. ...

Inhalt:

Samantha hat zwei Jobs, um sich einigermaßen über Wasser zu halten und ihr Leben hält gerade nicht sehr viel Positives bereit.

Da erreicht sie plötzlich ein Brief, der sie nach Cornwall zitiert. Ihre beste Freundin überredet sie, die Reise anzutreten und dem geheimnisvollen Schreiben auf den Grund zu gehen.

Doch als sie schließlich in Seynford Hall eintrifft, ist die Dame des Hauses nicht gerade erfreut über ihren Besuch und setzt sie kurzerhand vor die Tür.

Was hat Mrs Seynford zu verbergen und wieso hat Samantha zum ersten Mal das Gefühl genau dort richtig zu sein, wo sie gerade ist?

Meine Meinung:

Ich liebe Geschichten über Familiengeheimnisse und Tanja Bern hat mich schon einige Male mit ihren Büchern begeistert, deswegen wollte ich natürlich auch nach Seynford Hall reisen und der Sache auf den Grund gehen.

Anfangs lernt man Samantha kennen und erlebt live mit, dass ihr Leben alles andere als einfach und sie nicht besonders glücklich ist. Einen Ausweg daraus scheint es aber auch nicht zu geben. Da kommt die Reise nach Cornwall gerade recht, vor allem, da sie in Begleitung von ihrer besten Freundin Lisa ist. Und die steht ihr wirklich immer zur Seite. Ich finde, die beiden haben sich super ergänzt. Die quirlige Lisa stand da oftmals im Gegensatz zur ernsten Samantha, was beiden gut zu tun scheint. Ich mochte die Kombination der beiden jedenfalls total gerne.

Auch die Begegnung zwischen Dave und Samantha ist sehr ungewöhnlich und alles andere als der Stoff, aus dem schöne Liebesgeschichten sind. Jedenfalls sprang bei mir der Funke anfangs nicht ganz über, was aber nicht weiter schlimm ist, weil ich es mag, wenn nicht sofort alle Feuer und Flamme sind. Doch mehr als die Liebesgeschichte haben mich die Ereignisse in der Vergangenheit gefangen genommen. Allerdings spannt uns Tanja Bern hier ganz schön auf die Folter und steigerte damit die Spannung fast ins Unermessliche.

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass wir immer wieder in die Vergangenheit reisen würden, stattdessen erfahren wir alle Ereignisse auf einmal durch eine Erzählung, was mich sehr überrascht hat. Doch diese Geschichte hat mich wirklich in den Bann gezogen. Ich hatte tatsächlich mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Hier bekommt man quasi eine zweite Liebesgeschichte, die mich sofort mitgerissen hat. Hach, was für ein schönes Paar und was für ein Ende. Mich hat das Schicksal der beiden wirklich zu Tränen gerührt und ich weinte um all die verpassten Gelegenheiten, um verlorene Liebe und um das fehlende Glück. Es tat mir im Herzen weh, mir vorzustellen, wie all die Beteiligten gelitten haben mussten und vor allem mein Mutterherz hat bei der Geschichte unendlich geschmerzt. Tanja Bern gelingt es aber auch immer wieder, die Emotionen in ihren Büchern so an mich zu transportieren, dass ich sie wirklich fühle und selbst miterlebe. Ich bin wirklich jedes Mal richtig in der Geschichte drin und lasse mich von ihr gefangen nehmen.

Sehr gut gefiel es mir dieses Mal aber auch wieder, welche Konsequenzen die Geschehnisse der Vergangenheit auf die Gegenwart hatten. Als schließlich alle Fäden zusammengelaufen sind, haben die Ereignisse von Seynford Hall aus der Vergangenheit auch Auswirkungen auf das Leben von Samantha, was mir wirklich sehr gut gefallen hat, denn manchmal braucht das Glück eben etwas länger, um zu einem zu kommen.

Fazit:

Tanja Bern schafft es immer wieder, mich mit ihren Geschichten in die Vergangenheit zu entführen und mitzureißen. Die Emotionen ihrer Protagonisten wurden direkt an mich weitergeleitet und ich habe mit ihnen gelitten, getrauert, aber auch gehofft und geliebt. Ein wirklich schönes Buch.

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Veröffentlicht am 06.12.2020

Für Jane Austen Fans ein absolutes Muss

Das süße Lied der Nacht
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Inhalt:

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters bleibt Diana nichts anderes übrig, als den Viscount of Harrington zu heiraten, damit auch ihre Schwester abgesichert ist.

Doch nach der Hochzeit scheint ...

Inhalt:

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters bleibt Diana nichts anderes übrig, als den Viscount of Harrington zu heiraten, damit auch ihre Schwester abgesichert ist.

Doch nach der Hochzeit scheint der Viscount kaum Interesse an Diana zu haben und sie fragt sich, warum er sie geheiratet hat. Auf der Suche nach einer Antwort stößt die junge Frau schnell auf die Gerüchte, die um den undurchsichtigen Viscount kreisen: Hat er wirklich seine erste Frau ermordet? Und was ist mit den Künstlern, die er so bereitwillig unterstützt?

Gerade als Diana nicht mehr weiß, was sie noch glauben soll, taucht ein geheimnisvoller Sänger vor ihrem Fenster auf und bringt nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Leben gehörig durcheinander … .

Meine Meinung:

Im ersten Kapitel begleiten wir Diana auf einen Ball. Ellen McCoy hat ihr Setting so gut beschrieben, dass es mir so vorkam, als hätte ich eine Zeitreise gemacht. Ich wurde sofort in diese Zeit hineingezogen und fand mich sehr gut darin zurecht. Natürlich kennt man diese Zeit schon von Jane Austen, aber meiner Meinung nach gibt es viel zu wenige Romane, die in dieser Zeit spielen, dabei fasziniert mich diese total. Gerade die Stellung der Frau finde ich sehr spannend.

Diana passt auch nicht so ganz in dieses Rollenbild: Sie möchte aus Liebe heiraten und nicht wegen eines gesellschaftlichen Vorteils. Was ihr Vater noch akzeptiert, wird von ihrem Vormund schnell abgeschmettert, doch ihrer Schwester zuliebe fügt Diana sich. Ich mochte die junge Frau auf Anhieb und habe richtig mit ihr mitgefiebert. Wie schlimm muss es sein, einen Mann heiraten zu müssen, den man nicht liebt und dann den ganzen Tag keine richtige Aufgabe zu haben. Ich glaube, an Dianas Stelle wäre ich echt verrückt geworden.

Und dann hat sich Ellen McCoy noch etwas Besonderes für ihren Regencyroman ausgedacht und noch ein paar Krimielemente in die Geschichte eingeflochten. Es steht nämlich immer die Frage im Raum, was mit Henrys erster Frau passiert ist. Ich muss gestehen, ich hatte ja einen Verdacht, der sich zumindest teilweise bewahrheitet hat, aber die ganze Wahrheit hatte ich nicht geahnt muss ich gestehen und war deshalb wirklich überrascht, als das große Geheimnis gelüftet wurde. Bis dahin bringt dieses Thema einiges an Spannung mit sich, was mir sehr gut gefiel.

Doch das Buch ist auch so nicht langweilig, denn die Liebesgeschichte ist wirklich turbulent und passt hervorragend in diese Zeit. Es geht um Affären und Missverständnisse, um unerwiderte Liebe und die Angst vor Zurückweisung. Das ganz große Drama eben und es ist so dargestellt, dass es nicht nervig ist, sondern, dass man mit den Protagonisten mitfiebern muss. Ich wünschte mir jedenfalls für die beiden das große, glückliche Happy End.

Fazit:

Hach, dieses Buch ist wirklich was fürs Herz. Ich liebe die Regencyzeit und war sofort in der Geschichte drin. Diana hat mein Herz im Sturm erobert und ich wünschte mir wirklich ein Happy End für sie. Doch es gibt nicht nur eine turbulente und mitreißende Lovestory, sondern auch einige spannende Krimielemente. Ein rundum gelungenes Buch, das vor allem für Jane Austen Fans ein absolutes Must-Have ist.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Ein sehr intensives Buch

Zwei Leben in einer Nacht
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Inhalt:

Caspar und Sam sind sich noch nie begegnet, doch jetzt sollen sie eine ganz besondere Nacht miteinander teilen: Ihre letzte.

Sie wurden nämlich für eine Challenge ausgewählt, bei der sie fünf ...

Inhalt:

Caspar und Sam sind sich noch nie begegnet, doch jetzt sollen sie eine ganz besondere Nacht miteinander teilen: Ihre letzte.

Sie wurden nämlich für eine Challenge ausgewählt, bei der sie fünf Aufgaben erfüllen sollen und an deren Ende ein gemeinsamer Suizid steht.

Doch was hat Caspar und Sam dazu bewogen, sich im Forum „Deathwish“ anzumelden und sind sie wirklich bereit, ihr Leben für immer hinter sich zu lassen?

Meine Meinung:

Das Buch hat mich sofort aufgrund seines Klappentextes angesprochen und ich war sehr gespannt darauf.

Zu Beginn trifft man auf Sam und Caspar, die sich treffen, um gemeinsam ihr Leben zu beenden. Doch bevor es soweit ist, müssen sie erst einmal fünf Aufgaben erfüllen, die sie von einem anonymen Admin namens Ghost via Handy bekommen.

Genau wie bestimmt viele andere Leser habe ich mich sofort gefragt, was wohl im Leben von Sam und Caspar dazu geführt hat, dass sie nicht mehr leben wollen. In kleinen Rückblicken nimmt uns die Autorin Carolin Wahl mit in die Vergangenheit der beiden Protagonisten und zeigt uns sehr einfühlsam, was die beiden Jugendlichen bewegt und berührt, welches Päckchen sie mit sich herumtragen und wie sie damit umgehen. Es war für mich sehr interessant zu lesen, was in den Köpfen der beiden jungen Leute vorgeht und was sie schließlich zu dieser Entscheidung getrieben hat. Dabei wird schnell klar, wie unterschiedlich die beiden Geschichten sind und dass es nicht DIE Depression oder DEN Suizidwunsch gibt. Jeder hat seine eigenen Gedanken, Gefühle und seine eigenen Gründe. Mir hat es richtig Gänsehaut beschert zu lesen, wie es den beiden ergangen ist. Dabei wird die Geschichte sowohl aus Sicht von Sam, als auch der von Caspar erzählt, aber immer in der dritten Person, so dass man doch noch genug Abstand hat, um nicht zu sehr vom Schicksal der beiden Protagonisten eingesaugt zu werden. Trotz allem, ist dieses Buch keine leichte Kost und die Triggerwarnung auf jeden Fall berechtigt.

Doch nicht nur das Thema „Depression und Suizid“ hat mich sehr beweg, sondern auch die Story rund um die Challenge. Würden die Jugendlichen auch ohne das Forum den Schritt wagen und sich wirklich umbringen oder würden sie sich anderswo Hilfe suchen? Wo bekommt man wirklich Hilfe und wo stößt man nur auf Unverständnis? Als ich schließlich im Nachwort las, dass es tatsächlich eine ähnliche Challenge gab, hat es mir wirklich die Haare aufgestellt. Wer kommt auf eine solche Idee und warum gibt es Leute, die darauf anspringen? Diese Fragen haben mich wirklich aufgewühlt und ich wollte unbedingt wissen, was hinter diesem Forum steckte. Dabei fand ich es sehr gut, dass Carolin Wahl am Ende zumindest einige Fragen dazu aufklärt. Trotz allem bleibt genug Raum, um sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Mich hat die Geschichte von Sam und Caspar jedenfalls sehr berührt und bewegt. Je länger ich sie begleitet habe, desto tiefer konnte ich blicken. Ich lernte sie abseits ihrer Krankheit kennen, sah den Menschen hinter dem Ganzen und habe so mit ihnen gefühlt, dass ich sogar ein paar Tränen vergossen habe. Mir gingen die beiden Schicksale wirklich unter die Haut und auch, als die Geschichte plötzlich eine Wendung nimmt und alles noch einmal in einem anderen Licht beleuchtet wird, konnte ich mich kaum lösen, musste aber doch immer wieder eine kleine Pause einlegen, da dieses Buch so intensiv ist und die Stimmung so melancholisch und drückend, dass ich es einfach nicht in einem Stück lesen konnte. Trotzdem oder gerade deswegen denke ich, dass es ein sehr wichtiges Buch ist, das aufklärt und sensibilisiert.

Fazit:

„Zwei Leben in einer Nacht“ ist ein Buch, das so intensiv ist und mich so mitgenommen hat, dass ich es nicht in einem Stück lesen konnte. Trotzdem finde ich, dass es sehr wertvoll ist, da es über Depressionen und Suizid aufklärt, aber auch über Soziale Medien und was passieren kann, wenn man Hilfe an falscher Stelle sucht und findet. Diese Geschichte hat mich lange nicht mehr losgelassen und ich wünsche mir, dass viele sie lesen und dadurch wachgerüttelt oder sensibilisiert werden.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Authentisch - aufwühlend - berührend

Splitterseele
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Inhalt:

Kanela darf an einem Projekt einer Hilfsorganisation teilnehmen und in den Staaten ein neues Leben beginnen. Doch auch hier kann sie vor ihrer Vergangenheit nicht fliehen. Zu tief sind die Wunden, ...

Inhalt:

Kanela darf an einem Projekt einer Hilfsorganisation teilnehmen und in den Staaten ein neues Leben beginnen. Doch auch hier kann sie vor ihrer Vergangenheit nicht fliehen. Zu tief sind die Wunden, die ihr geschlagen wurden. Dabei will sie doch nur eines: Leben.

Als sie Luke kennenlernt, scheint er diesen Hunger nach Leben in ihr stillen zu können, doch bevor Kanela einen Schritt Richtung Zukunft machen kann, muss sie erst mit ihrer Vergangenheit ins Reine kommen.

Meine Meinung:

Sowohl Klappentext als auch Cover haben mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht und ich wollte unbedingt wissen, was hinter Kanelas Geschichte steckt. Die Triggerwarnung gibt dazu schon ein paar Auskünfte und ist in diesem Fall wirklich mehr als wichtig, denn dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Zu Beginn der Geschichte finden wir uns mit Kanela am Flughafen wieder. Sie ist bereit für einen Neustart und wünscht sich diesen auch von Herzen. Warum sie allerdings durch die Hilfsorganisation ein neues Leben bekommt, bleibt erst einmal unbekannt. Überhaupt erfahren wir nichts über Kanelas Vergangenheit, was mir persönlich den Einstieg etwas schwer gemacht hat. Ich habe mich ständig gefragt, was dem Mädchen wohl passiert sein könnte, wo ihre Eltern sind und warum sie niemanden hat. Dadurch hatte ich ein bisschen das Gefühl, Kanela nicht kennenlernen zu können und das obwohl das Buch in Ich-Form geschrieben ist. So bekommt der Leser natürlich einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin. Und genau das ist das Besondere an diesem Buch. Kanela hat nämlich ein großes Päckchen, das sie mit sich herumschleppt. Ihre Vergangenheit hat sie sehr geprägt und tiefe Wunden hinterlassen. Wir erfahren von den Albträumen der Protagonistin, davon, dass sie sich wertlos fühlt, keine Berührungen erträgt und Probleme mit dem Essen hat. Sie hat Depressionen und Schwierigkeiten damit, sich in ein „normales“ Leben einzugliedern und auf andere einzulassen. All das bekommt man als Leser hautnah mit.

Dieses Buch ist also keine Geschichte, die man einfach so wegliest und dabei entspannen kann. Mich haben Kanelas Gedanken und Gefühle sehr aufgewühlt, sie sind teilweise wirklich sehr düster und das hat mich oftmals wirklich bedrückt. Das soll jetzt jedoch nicht negativ gemeint sein. Es ist ein Buch, das sehr authentisch ist und nichts beschönigt. Das fand ich persönlich sehr gut. Oftmals wird das Thema Depression in Jugendbüchern für meine Verhältnisse etwas schöngezeichnet, fast schon verharmlost oder romantisiert, was ich nicht gut finde. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Bücher wie „Splitterseele“ gibt, das schonungslos aufzeigt, wie schwer das Leben für Menschen mit psychischen Erkrankungen sein kann.
Trotzdem macht Kanela auch Fortschritte in ihrem Kampf, erringt kleine Siege, die anderen Betroffenen sicher auch Mut machen können und sollen. Und auch wenn die Schritte oftmals sehr klein sind, zeigen sie doch, dass das Leben trotz allem auch Spaß machen kann und darf und dass es auch für Kanela eine Zukunft und einen Neuanfang gibt.

Doch auch das Thema rund um Kanelas Vergangenheit hat mir richtig Bauchschmerzen bereitet. Es ist ein Thema, das ich persönlich sehr schwer aushalten kann, weil es mir selbst immer die Seele zerreißt, zu wissen, dass so etwas wirklich passiert. Deshalb ist es auch wichtig, darauf aufmerksam zu machen, weswegen ich es gut finde, dass die Autorin sich diesem Thema angenommen hat. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir gewünscht hätte, dass es früher im Buch zur Sprache kommt und dass man mehr darüber erfährt. Natürlich wollte ich keine Details, das hätte ich wohl nicht ausgehalten, aber um besser verstehen zu können, was in Kanela vorgeht, hätte ich gerne noch mehr über sie und ihre Vergangenheit gewusst.

Das Ende des Buches fand ich jedoch wirklich perfekt. Es ist zwar sehr offen und manchen Leser könnte es vielleicht etwas frustrieren, aber ich finde, dass es gar kein anderes Ende für Kanelas Geschichte hätte geben können. Auch hier setzt die Autorin Lea Freidinger wieder auf Authentizität und zeigt damit deutlich, dass das Leben mit psychischen Erkrankungen ein lebenslanger Kampf ist und sich nicht alles einfach irgendwann in Wohlgefallen auflöst. Eine sehr wichtige Botschaft, wie ich finde.





Fazit:

Obwohl dieses Buch wirklich keine einfache Lektüre ist, kann ich es trotzdem uneingeschränkt empfehlen. Es zeigt authentisch und mitfühlend auf, wie das Leben mit psychischer Erkrankung ist, ohne dabei etwas zu verharmlosen oder zu beschönigen. Hautnah erlebt man Kanelas täglichen Kampf um ein bisschen Normalität mit und begleitet sie bei ihren Fortschritten, die Betroffenen Mut machen sollen.
Mein einziger Kritikpunkt, ich hätte gerne früher von Kanelas Vergangenheit erfahren, um sie besser verstehen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen zu können.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Punkte von 5.

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